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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.07.2018

Nie wieder Krieg !!!!

Die Zeit der Kraniche
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Ein Monatshighlight !!! Mit einem weinenden Auge habe ich den letzten Band dieser wunderbaren Trilogie zugeklappt, nachdem ich mich beim Lesen so gar nicht davon losreißen konnte. Wieder einmal hat Ulrike ...

Ein Monatshighlight !!! Mit einem weinenden Auge habe ich den letzten Band dieser wunderbaren Trilogie zugeklappt, nachdem ich mich beim Lesen so gar nicht davon losreißen konnte. Wieder einmal hat Ulrike Renk es geschafft, mich in die Story einzusaugen, als wäre ich live dabei. Meine anfängliche Sorge, ich könnte nach der Pause zwischen Band zwei und drei nicht mehr rein finden, zerstreute sich schon nach dem ersten Kapitel. Ich fühlte mich gleich wieder wie zu Hause bei der Familie zu Mansfeld. Tragische Ereignisse ereilen sie. Der zweite Weltkrieg ist fast verloren und die alliierten Streitkräfte rücken näher. Wer wird das Rennen machen? Natürlich kennen wir als Leser bereits im Voraus - diktiert durch unser aller Geschichte - den Ausgang. Und trotzdem hoffte und bangte ich mit der Familie mit. Die sympathische Protagonistin Freddy, beweist mal wieder, dass sie eine starke Frau ist, die vieles meistern kann. Doch ohne ihren geliebten Mann Gerhard gerät auch sie irgendwann an ihre Grenzen. Allein, mit drei kleinen Kindern, steht sie dem neuen Feind gegenüber …
Die Autorin bringt den Leser mit dieser Trilogie dazu, sich selbst intensiv mit der Vergangenheit zu befassen, vor allem auch, da diese fiktive Trilogie auf einer wahren Lebensgeschichte, nämlich der von Friederike Wilhelmine von Plato beruht. Frau Renk schafft es besser als jeder Geschichtslehrer die Ereignisse aufzugreifen und zu verarbeiten. In mir hat sie auch viele persönliche Erinnerungen – besonders natürlich an meine eigenen Großeltern – geweckt. Von mir erhält auch dieses dritte Buch wieder eine absolute Leseempfehlung. Ich freue mich schon auf weitere Bücher aus der Feder dieser tollen Autorin.

Veröffentlicht am 26.07.2018

Not my cup of tea ...

Franziska zu Reventlow
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Der Klappentext hatte mich neugierig auf dieses Buch mit seinen Beschreibungen dieser jungen Gräfin gemacht, die mir bis dato ganz unbekannt war. Aber schon beim ersten Abschnitt, der in vier Abschnitte ...

Der Klappentext hatte mich neugierig auf dieses Buch mit seinen Beschreibungen dieser jungen Gräfin gemacht, die mir bis dato ganz unbekannt war. Aber schon beim ersten Abschnitt, der in vier Abschnitte unterteilten Biografie, tat ich mich mit dem Lesen schwer. Während mir Fanny zu Anfang noch unheimlich leid tat, da ihre Familie sie wirklich grausam behandelte und sie auch in der Schule bis aufs Äußerste schlichtweg gemobbt wurde, schlug mein Mitleid im zweiten Abschnitt in vollkommenes Unverständnis und danach sogar in Antipathie um. „Die Vielliebende fand es verantwortungslos, an Männern, die ihr gefielen, vorüberzugehen. Sie streifte manchen intim …“ Wie bitte? Vielliebende? Das ist ja mal ein nettes Wort für eine Frau, die ihren Körper verkauft, oft nur um ihre eigene finanzielle Misere ausgleichen zu können und sich dann danach kopfüber in die nächste zu stürzen. Sie mag ein Freigeist, ein Rebell gewesen sein aber sehr oft zu Lasten Dritter und leider auch zu Lasten ihres Sohnes Rolf, der sich dieses Leben nicht ausgesucht hatte.
Den Schreibstil der Autorin Kerstin Decker war für mich oft wirr und unrund, wenn ich sie auch für ihre intensive Recherche bewundere, die sie auf jeder Seite mit Quellenangaben belegt. Aber man kann nicht jeden Leser immer glücklich machen. Zu diesem Buch gibt es sehr geteilte Meinungen von buchstäblich „himmelhochjauchzend, zu Tode betrübt“, genauso, wie eben auch das Leben der Gräfin verlief!

Veröffentlicht am 19.07.2018

Erinnerungen an die "Alte Heimat" ...

Das Auswanderer-Kochbuch
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Ich habe mir dieses Buch gewünscht, da es auch in meiner eigenen Familie Auswanderungen gab und ich mich durch die Küche ein wenig mit Ihnen verbunden fühlen wollte. Sehr groß war meine Freude dann, als ...

Ich habe mir dieses Buch gewünscht, da es auch in meiner eigenen Familie Auswanderungen gab und ich mich durch die Küche ein wenig mit Ihnen verbunden fühlen wollte. Sehr groß war meine Freude dann, als dieses tolle Kochbuch tatsächlich bei mir eintrudelte. Meine Erwartungen wurden bei Weitem übertroffen. Beim Aufschlagen stolpert man sofort über die Originalfahrkarte eines jungen Mannes, der wohl 1908 auch sein Glück in den Vereinigten Staaten suchen wollte. Weiter geht es mit wunderbaren Eindrücken zum Auswandererhaus in Bremerhaven, das ich selbst vor einigen Jahren besuchen durfte. Das Vorwort stimmt den Leser dann auf die ersten Rezepte ein. Kühlraum auf den Schiffen war begrenzt oder gar nicht vorhanden, so dass die Haltbarmachung von Lebensmitteln eine wichtige Rolle spielte. Verschiedene Dörr- und Trockenmethoden, sowie das Pökeln wird im ersten Kapitel anschaulich erklärt. Weiter geht es mit Speiseplänen zum Nachkochen …hier haben es mir besonders die sauren Linsen angetan, die auch bei uns zu Hause öfter mit Spätzle und Speck auf den Tisch kommen. Im nächsten Abschnitt wird die Küche anderer Länder beleuchtet, denn auch unsere englischen, irischen und schottischen Nachbarn wagten zu Hauf den Weg über den großen Teich. Neben leckerem Irish Stew fehlt hier auch nicht das Rezept zu meinem geliebten Shortbread. Darauffolgend entdeckt man einige kurze Auswanderergeschichten, die das Buch – das ja eigentlich als Kochbuch betitelt wurde – auflockern und unheimlich interessant machen. Nach weiteren Rezepten und Tipps und Tricks zur Vorratshaltung, Reinigung und Krankheitsbekämpfung landen wir wieder bei tollen Rezepten, die tatsächlich auf Überfahrten serviert wurden – hier allerdings sicherlich nicht in der dritten Klasse! Neben Frühlingssuppe und Potage a la Cardinal schließen wir den Magen mit einem großen Stück New York Dark Chocolate Cheesecake, den man übrigens auch hier zu Hause, genauer gesagt im Deutschen Auswandererhaus genießen kann.
Fazit: Wer ein Kochbuch mit hunderten von Rezepten erwartet, wird hier enttäuscht sein. Wer allerdings ein Stück Auswanderergeschichte gepaart mit außergewöhnlichen Köstlichkeiten wünscht, dem wird hier mehr als gerecht. Von mir eine absolute Empfehlung für (Hobby)Köche mit Interesse an der Geschichte der Auswanderung.

Veröffentlicht am 19.07.2018

Klufti, wie er leibt und lebt ...

Kluftinger (Ein Kluftinger-Krimi 10)
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Habe mit mir gehadert aber mehr als ein „befriedigend“ liegt diesmal leider nicht drin, schade … ist das erste Mal. Der Titel für diesen zehnten Band wurde sehr passend gewählt. Es ging diesmal wirklich ...

Habe mit mir gehadert aber mehr als ein „befriedigend“ liegt diesmal leider nicht drin, schade … ist das erste Mal. Der Titel für diesen zehnten Band wurde sehr passend gewählt. Es ging diesmal wirklich ausschließlich um ihn, den Kommissar Adalbert Ignatius Kluftinger. Gut gefallen haben mir die Rückblenden, die dem Leser/Hörer einen Einblick in seine Jugend und frühe Amtszeit erlauben. Der junge Adi, von seinen Freunden auch Nazi genannt, mit dem sehr kritischen Vater und rührselig sorgenden Mutter, das passte wirklich. Sehr nett war auch die Passage als sich die Kluftinger Männer und Familie Dr. Langhammer Senior begegneten, wirklich amüsant. Und dann der Auftritt von Kommissar Jennerwein – hier habt ihr euch wirklich was einfallen lassen. Zwei Todesfälle im engsten Kreis sind diesmal zu beklagen aber irgendwie kam die Geschichte trotzdem nicht richtig in Schwung. Die Spannung fehlte eigentlich fast komplett, das konnte auch die wieder einmal hervorragende Leseleistung der beiden Autoren zusammen mit dem überaus talentierten Schauspieler Christian Berkel nicht wettmachen. Aber es scheint ja weiter zu gehen, denn das Buch endet mit einem ungeklärten Fall, dessen Aufklärung Klufti an einem Sterbebett versprechen musste. Und dann war da ja noch die Sache mit dem Enkele, dem kleinen Butzele … ist es denn nun ein Bub oder ein Mädchen? Beim nächsten Mal wird’s wieder die Bestnote, ich bin mir sicher und bin natürlich auch wieder dabei!

Veröffentlicht am 18.07.2018

Keine Hoffnung für ein Ende des Nahostkonflikts in Sicht ...

Ismaels Orangen
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Ein sehr tragisches und vor allem nie enden wollendes Thema wird in diesem aufrüttelnden Roman verarbeitet – der Konflikt zwischen Israel und Palästina. Mich erinnert es in trauriger Weise immer an die ...

Ein sehr tragisches und vor allem nie enden wollendes Thema wird in diesem aufrüttelnden Roman verarbeitet – der Konflikt zwischen Israel und Palästina. Mich erinnert es in trauriger Weise immer an die Frage: „Wer war zuerst da – das Huhn oder das Ei?“ Welches Volk hat mehr, bzw. ältere Rechte – die Israelis oder die Palästinenser? Judith und Salim setzen sich darüber hinweg, indem sie aus Liebe heiraten. Sie sind jung und wollen nicht darüber nachdenken. „Love will find a way!“ Doch schon bei der Kindererziehung fängt ihre Zuversicht gefährlich an zu bröckeln. Was sollen sie ihnen vermitteln, woran sollen diese glauben? Eine Trennung scheint irgendwann unweigerlich vorprogrammiert, denn auch ihre Familien tragen nicht zur Schlichtung bei …
Ich habe schon einige Bücher zu dieser Thematik gelesen und immer wieder läuft es auf Gewalt unter den Völkern hinaus. Kann es hier je Frieden geben? Und wird Salim seinen geliebten Orangenbaum wieder besuchen können? Von mir eine Empfehlung, wenn es meiner Meinung nach auch nicht ganz an den wunderbaren Roman „Während die Welt schlief“ von Susan Abulhawa heranreicht.