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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.11.2017

Die Geister, die ich rief ... Spannung pur!

Die Zeit läuft
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Ich freue mich immer, wenn ich ein Buch zuklappen kann, das mich wirklich von vorne bis hinten überzeugt hat. Bei diesem neunten Fall der Reihe um Detective Superintendent Roy Grace ging es mir genau so. ...

Ich freue mich immer, wenn ich ein Buch zuklappen kann, das mich wirklich von vorne bis hinten überzeugt hat. Bei diesem neunten Fall der Reihe um Detective Superintendent Roy Grace ging es mir genau so. Das Konzept war für den britischen Krimiautor Peter James eher ungewöhnlich indem er sich ein paar Zeitsprüngen zwischen den Jahren 1922 und 2012 bediente. Aber für mich hat es absolut funktioniert. Sehr spannend schildert er das unglaubliche Verlangen des inzwischen 95jährigen Gavin Daly und seiner drei Jahre älteren Schwester Aileen den Mord an ihren Eltern aufzuklären, wenn nicht gar zu rächen. Als Gavins Schwester schließlich brutal gefoltert und ermordet aufgefunden wird, gibt es für Gavin kein Halten mehr. Die wertvolle Uhr, die er vor 90 Jahren am Pier von New York erhielt, aber auch sein eigener Sohn Lucas, spielen dabei keine unerhebliche Rolle …
Während auch dieser Fall mit seinen Nebenschauplätzen mal weder in sich abgeschlossen ist, hilft es doch ungemein, die Vorgängerbände gelesen zu haben. Mich persönlich interessierte natürlich auch wieder ganz besonders die persönliche Entwicklung der einzelnen Protagonisten. Für Roy hat sich doch einiges geändert, seit er Vater geworden ist und sein Herz schlägt nicht mehr nur für die Polizei. Ein paar „ghosts from the past“ rundeten für mich das Gesamtbild der Story ab, und ich habe das Buch, das besonders am Ende nochmal richtig an Fahrt aufnimmt, mit dem befriedigten Gefühl geschlossen, dass die Geschichte weitergehen wird. Und … dass der nächste Teil schon auf meinem SUB schlummert ;)
Ein bisschen verwundert bin ich allerdings über die Lektüre Roys Frau ... Ganz ehrlich? „Shades of Grey“? … Man darf gespannt bleiben …

Veröffentlicht am 24.11.2017

Etwas lieblose Fließbandarbeit ...

Das Mädchen seiner Träume
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Wie in vielen der Vorgängerbände wird Commissario Brunetti mal wieder ausgesandt die Welt, oder besser gesagt Venedig, von Korruption und Betrug zu befreien und so ganz nebenbei schwimmt dann auch noch ...

Wie in vielen der Vorgängerbände wird Commissario Brunetti mal wieder ausgesandt die Welt, oder besser gesagt Venedig, von Korruption und Betrug zu befreien und so ganz nebenbei schwimmt dann auch noch eine Mädchenleiche im Kanal. Sorry, aber da quält man sich zwei ganze CDs durch langweilige Ermittlungen bezüglich eines falschen Priesters um dann irgendwann bei dem Fall angelangt zu sein, der ja das Kernthema des Buchs sein sollte? Und zu allem Elend wird es dann immer noch keinen Deut spannender? Ich war enttäuscht, wie klischeehaft und konstruiert das Thema „Zigeuner“ – ja, ich weiß, politisch nicht korrekt, aber die Roma selbst haben dazu animiert, diesen Ausdruck zu benutzen – hier angerissen und abgehandelt wird. Immerhin ist es ein Kind, das hier auf ominöse Weise den Tod findet. Die Aufklärung, die eigentlich nicht wirklich eine war, deckt mal wieder die eigentlich Schuldigen und lässt mich doch ziemlich unbefriedigend zurück.
Wären die Brunettis nicht nur eine fiktionale Familie, würde ich ihnen zum Tod von Guidos Mutter mein herzliches Beileid aussprechen, aber viel näher kam ich der Familie diesmal nicht. Das muss wieder besser werden, sonst bin ich nach dem nächsten Fall raus aus der Commissario Brunetti Nummer.

Veröffentlicht am 22.11.2017

Eine Kindheit im nördlichsten Norden ...

Populärmusik aus Vittula
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Wie soll ich dieses Hörbuch beschreiben, das aus dem finsteren und kalten Norden Schwedens, direkt an finnischen Grenze, kommt? Es wird erzählt aus der Sicht zweier Jungs, Matti und Niila, die dort in ...

Wie soll ich dieses Hörbuch beschreiben, das aus dem finsteren und kalten Norden Schwedens, direkt an finnischen Grenze, kommt? Es wird erzählt aus der Sicht zweier Jungs, Matti und Niila, die dort in den 60er Jahren groß werden und ihre ersten Erfahrungen mit der modernen Musik aber auch mit Mädchen, Alkohol und der schlichten Aufmüpfigkeit machen. Sehr atmosphärisch bringt der talentierte Hörbuchsprecher und Sänger Gerd Köster, der übrigens ein Cousin der bekannten Schauspielerin und Kabarettistin Gaby Köster ist, dem Zuhörer die Geschichte der schweigsamen und brummig wirkenden Nordlichter rüber. Musikalische Einlagen machen das Hörbuch kurzweilig und stimmig. Eine unaufgeregte aber durchaus hörenswerte Geschichte.

Veröffentlicht am 22.11.2017

Sieht so ein behütetes Leben aus?

Die Frauen von Tyringham Park
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Während ich zu Anfang dachte … naja, das haut mich jetzt nicht wirklich vom Hocker, zog mich die Geschichte der Familie Blackshaw mit jeder CD mehr in den Bann. Wenn man so hört, wie es in manchen reichen ...

Während ich zu Anfang dachte … naja, das haut mich jetzt nicht wirklich vom Hocker, zog mich die Geschichte der Familie Blackshaw mit jeder CD mehr in den Bann. Wenn man so hört, wie es in manchen reichen und scheinbar privilegierten Familien so zu geht, freue ich mich, nicht zu diesem elitären Kreis zu gehören. Da wird nicht gezögert die „Aufzucht“ der eigenen Sprösslinge direkt dem Kindermädchen zu überlassen. Den alten General kümmert es einen feuchten Kehricht, ob seine junge Frau Edwina auf Tyringham Park versauert, Affairen hat, sich mit dem Personal streitet … er geht zurück zu seiner Truppe nach Indien. Und ganz besonders hat die „übrig gebliebene“ Tochter Charlotte unter dieser ganzen Misere zu leiden. Doch auch unter den Dienstboten ist nicht immer eitel Sonnenschein. Da wird intrigiert was das Zeug hält bis es schließlich zwei von ihnen nach Australien verschlägt …
Wie gesagt, das Buch, bzw. Hörbuch wächst einem ans Herz, je länger man dabeibleibt. Hier gibt es keine strahlenden Heldinnen, denen alles in den Schoß fällt. Hier werden Kämpfe ausgefochten, um die ich die Damen und Herren keine Minute beneidet habe. Das open end verlangt nach einer Fortsetzung und ich freue mich schon richtig auf den zweiten Teil.

Veröffentlicht am 22.11.2017

Eine ungewöhnliche Konstellation mit viel Potential ...

Dunkel Land
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Also das sind ja mal zwei ganz besondere „Ermittler“, ein Profiler mit Teilamnesie und eine Literaturexpertin, die ihren Job verloren hat. Da sie dringend auf das Geld angewiesen ist um inzwischen nicht ...

Also das sind ja mal zwei ganz besondere „Ermittler“, ein Profiler mit Teilamnesie und eine Literaturexpertin, die ihren Job verloren hat. Da sie dringend auf das Geld angewiesen ist um inzwischen nicht nur sich selbst, sondern auch ihre kleine Nichte zu versorgen hat, deren Mutter bei einem Unfall verstarb, nimmt sie das außergewöhnliche Angebot an und wird zur „Nanny“ eines erwachsenen Mannes, der damit erst gar nicht einverstanden ist!
Während mir der flüssige Schreibstil sehr gut gefallen hat, waren mir manche Handlungen und auch Personen manchmal doch etwas überzogen. Eine ehemalige junge Lehrerin, die sich so schnell in ihrer neuen Rolle als eine Art Hilfsprofiler zurechtfindet, war mir dann doch ein bisschen too much. Auch dass Carl während seiner Schlafphase alles vergisst und anhand einiger zuvor gemachter Notizen dann aber am nächsten Morgen wieder mehr oder weniger nahtlos einsteigen kann, scheint mir doch ungewöhnlich. Dennoch spielen die Beiden ihre Rollen, die ihnen von der in Brünn/Tschechien geborenen Autorin Roxann Hill zugewiesen wurden, sehr gut und machen das Buch als Serienauftakt einer neuen Krimireihe zum Genuss. Ganz zauberhaft ist auch die kleine Nichte Verenas, die sich mit der jungen Köchin Stella ganz hervorragend zu verstehen scheint. Überhaupt scheint ihr Gut Wuthenow mit seiner Umgebung gut zu tun, sie hat ja in ihrem jungen Leben gewiss schon genug erlebt. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung!