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Veröffentlicht am 09.09.2024

Was nicht passt, wird passend gemacht ... das Leben des Paul Brenner im "Pott" und beyond ...

Kerl aus Koks
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Ich könnte mir vorstellen, dass sich der beliebte Schauspieler Michael Brandner mit „Kerl aus Koks“ einen kleinen Lebenstraum erfüllt hat. Durch die Augen seines imaginären Sidekicks Paul Brenner lässt ...

Ich könnte mir vorstellen, dass sich der beliebte Schauspieler Michael Brandner mit „Kerl aus Koks“ einen kleinen Lebenstraum erfüllt hat. Durch die Augen seines imaginären Sidekicks Paul Brenner lässt er hiermit sein eigenes Leben Revue passieren. Die Zeitspanne von 1951 bis 1994 ist erfüllt von Höhen und Tiefen, von mehr als einer lebensbedrohlichen Situation, von Armut und Hunger aber auch von einem Zusammenhalt im Ruhrpott, der seinesgleichen sucht. Sein erstes Trauma erlebt der kleine Paul, als er abrupt aus seinem vertrauten Heim in einer Pflegefamilie in Bayern gerissen wird, in dem es immer nach fluffigem Brot und Schweinsbraten riecht, denn seine Mutter hat andere Pläne. Sie hat „in den Pott“ geheiratet und präsentiert dem verdutzen Paul nicht nur eine zu enge Wohnung in einer der vielen Mietskasernen, sondern auch den neuen Mann Helmut, seines Zeichens Bergarbeiter. „Das ist jetzt dein neuer Vater!“ verkündet sich und Paul muss sich fügen. Doch schnell findet der Stiefsohn Gefallen an der Situation. Er liebt Menschen und ist bald umringt von ebensolchen, die ihm das Leben versüßen. Die Ruinen werden sein großer Spielplatz, begleitet von Fußball, Currywurst und den „Proleten“, wie seine Mutter Helmuts Familie abwertet bezeichnet. Er wird größer, muss in die Schule, die er recht lustlos absolviert. Er ist eben ein Träumer, ein kleiner Wildfang, ein kleiner Künstler aber hat das Herz am rechten Fleck. Welche Abenteuer er in seinem Erwachsenenleben bestreitet wird, wird an dieser Stelle nicht verraten. Lest selbst und lasst euch entführen in Pauls Welt. Langweilig wird es nicht, soviel kann ich versprechen!

Der verschmitzte kleine Kerl auf dem Cover ließ mich sofort zu dem Buch greifen und ich wurde nicht enttäuscht. Neben einer absoluten Leseempfehlung vergebe ich hier gerne vier glänzende Sterne.

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Veröffentlicht am 08.09.2024

Wer ist hier das wahre Monster ... ???

Kleine Monster
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Laut Klappentext suggerierte mir die Autorin Jessica Lind mit ihrem Buch „Kleine Monster“ eine tragische Geschichte um den kleinen Luca, der in der Schule einem Mädchen unaussprechliche Dinge angetan haben ...

Laut Klappentext suggerierte mir die Autorin Jessica Lind mit ihrem Buch „Kleine Monster“ eine tragische Geschichte um den kleinen Luca, der in der Schule einem Mädchen unaussprechliche Dinge angetan haben soll. Ich erwartete also eine Geschichte der Aufarbeitung dieses Vorfalls, erwartete vielleicht noch, dass dieser Vorfall vielleicht sogar die kleine Familie von Vater, Mutter, Kind zerstören könnte. Doch stattdessen erhielt ich eine Geschichte, in der die verkorkste Vergangenheit der Mutter Pias aufgearbeitet wurde. Der arme kleine Luca, über den man übrigens nie wirklich erfährt, was vorgefallen ist, rückt in diesem Buch total in den Hintergrund und Pia drängt sich förmlich ins Rampenlicht. Ok, vielleicht hätte man das noch verzeihen können, wenn denn nun wenigstens ihr Ballast aus der Vergangenheit leichter geworden wäre. Aber auch diese Aufklärung ist lückenhaft und nebulös und ließ mich als Leserin unbefriedigt zurück. Die Dreistigkeit dann auch noch Kinder als kleine Monster zu bezeichnen, gab mir irgendwie den Rest. Schade. Während der Schreibstil flüssig war und die Idee durchaus Potential gehabt hätte, ließ die Umsetzung zu wünschen übrig. Von mir gibt es deshalb leider nur gutgemeinte drei Sterne und leider auch keine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 29.08.2024

Es war ein weite, aber sehr lohnenswerte Reise zu Tante Rose ...

Dinner mit Rose
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Wegen des doch recht süßlich, in rosa gehaltenen Covers hatte ich ein wenig Sorge, dass es sich bei „Dinner mit Rose“ um einen schnulzigen Liebesroman handeln würde, der ordentlich auf die Tränendrüse ...

Wegen des doch recht süßlich, in rosa gehaltenen Covers hatte ich ein wenig Sorge, dass es sich bei „Dinner mit Rose“ um einen schnulzigen Liebesroman handeln würde, der ordentlich auf die Tränendrüse drücken sollte. Gott sei Dank stellte sich diese Sorge jedoch als überflüssig heraus. Die Geschichte rund um Josie, den jungen Rinderfarmer Matt und natürlich Rose hat durchaus Tiefgang bewiesen. Josies Tante Rose, die früher ihre Tage gerne rauchend und trinkend verbrachte und das Highlight auf jeder Party war, ist nicht mehr die alte. Lange hat sie sich geweigert, der Wahrheit ins Auge zu sehen und sich ihre schwere Krebserkrankung einzugestehen. Als es schließlich jedoch unvermeidbar wird, wird sie – wenn sie persönlich es auch eher nicht für nötig befindet – liebevoll von ihrem Umfeld versorgt. Hier packen alle mit an, um ihr die letzten Monate oder vielleicht auch nur noch Wochen ihres Lebens so angenehm wie möglich zu gestalten. Ihren Dank drückt sie besonders Matt und Josie gegenüber auf sehr einfühlsame Weise aus …

Diese Geschichte, die leicht ins rührselige hätte abdriften können, hat mich trotz ihres eher traurigen Themas bestens unterhalten. Einige der Charaktere können es einfach nicht lassen, sich einzumischen, während wiederum andere von einer Katastrophe in die nächste stolpern. Mir hat der Ausflug nach Neuseeland sehr gut gefallen und mal wieder neugierig auf ein für mich möglicherweise neues Urlaubsziel gemacht. Hier vergebe ich gerne verdiente vier Sterne und spreche, zumindest für das Hörbuch, eine Empfehlung aus.

Veröffentlicht am 29.08.2024

Ein Ausflug nach Portugal, der nicht ganz gelungen war ...

Lost in Fuseta
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Dieser Reihenauftakt hat leider nicht wirklich meinen Geschmack getroffen. Die Story an sich hatte durchaus Potential aber für ein Hörbuch kamen einfach zu viele ähnlich klingende Namen vor und die überkorrekte ...

Dieser Reihenauftakt hat leider nicht wirklich meinen Geschmack getroffen. Die Story an sich hatte durchaus Potential aber für ein Hörbuch kamen einfach zu viele ähnlich klingende Namen vor und die überkorrekte ‚Aussprache derselben durch den Vorleser ging mir ein wenig auf die Nerven. Klasse dagegen fand ich die Figur des Leander Lost, der mich oft ein wenig an Sheldon Cooper aus der Serie „The Big Bang Theory“. Vielleicht schaue ich mir irgendwann mal die Filme an, die sollen ja gut sein. Für das Hörbuch vergebe ich gutgemeinte drei von fünf Sternen.

Veröffentlicht am 24.08.2024

Die Saubermänner mit Dreck am Stecken ...

Freunderlwirtschaft
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Mit „Freunderlwirtschaft“ entführt mich die bekannte und beliebte Autorin Petra Hartlieb nach Österreich. Gleich zu Anfang stellt sie mich Alma Oberkofler vor, einer Beamtin, die ganz neu bei den „Kriminalern“ ...

Mit „Freunderlwirtschaft“ entführt mich die bekannte und beliebte Autorin Petra Hartlieb nach Österreich. Gleich zu Anfang stellt sie mich Alma Oberkofler vor, einer Beamtin, die ganz neu bei den „Kriminalern“ in Wien ist und zusammen werden wir vor eine große Aufgabe gestellt. Ein toter Minister liegt auf dem Seziertisch und nun gilt es herauszufinden, ob es Mord oder schlichtweg ein Unfall war. Wer hat ihn zuletzt lebend gesehen? Was ist passiert? Schnell will man erst den Lieferdienstfahrer und anschließend die abgängige Verlobte von Max Langwieser verantwortlich machen. Doch Alma und ihr Team denken um die Ecke und fangen an zu graben. Was da bei den „sauberen“ Politikern zutage gefördert wird, erschüttert jeglichen Glauben, den sie an die Führung in ihrem schönen Österreich je hatten …
Schon allein die ausgesprochen ansprechende Gestaltung des Covers machte mir Lust auf diesen neuen Kriminalroman. Schnell war ich eingetaucht in die Geschichte, die mich mit ihren recht kurzen Kapiteln als Leserin immer wieder anspornte, noch eins und noch eins zu lesen. Ich war fasziniert davon, was die Autorin alles ans Tageslicht brachte und bin überzeugt, dass sie der Wahrheit nähergekommen ist, als man zu glauben vermag. „Freunderlwirtschaft“ ist ein Kriminalroman aber zugleich auch die Geschichte von Alma und Jessica, die, wenn auch auf ganz unterschiedliche Weise, ein nicht gerade leichtes Packerl zu tragen haben. Ich würde mich sehr freuen, mehr von Alma zu erfahren und weitere Fälle mit ihr zu lösen. Hier besteht definitiv Serienpotential. Aber zunächst vergebe ich für diesen Kriminalroman sehr gerne mit fünf Sternen die volle Punktzahl und spreche natürlich eine Empfehlung aus. Gut gemacht, liebe Petra, vielen Dank!

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