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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.01.2022

Einmal angefangen kann man mit dem Walzertanzen gar nicht mehr aufhören ...

Der langsame Walzer der Schildkröten
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Viel zu lange schon versteckte sich dieser zweite Teil der französischen Trilogie um das ungleiche Schwesternpaar Joséphine und Iris auf meinem SuB. Als nun endlich eine liebe Lesefreundin Interesse daran ...

Viel zu lange schon versteckte sich dieser zweite Teil der französischen Trilogie um das ungleiche Schwesternpaar Joséphine und Iris auf meinem SuB. Als nun endlich eine liebe Lesefreundin Interesse daran anmeldete, machte ich mich ans Lesen. Was soll ich sagen? Ich bin mal wieder ganz hin und weg.

Schnell war ich wieder drin in der Geschichte und konnte mich daran erfreuen, dass es Joséphine wohl endlich geschafft hatte, sich von dem Joch ihrer Schwester zu befreien. Sie hat Geld, kann sich und ihren Kindern alle Wünsche erfüllen und müsste glücklich sein. Und doch scheint ein Schatten über ihr zu schweben, denn sie ist verliebt in den Mann einer anderen. Auch Iris scheint nach dem unsäglichen Klinikaufenthalt ihr Glück gefunden zu haben. Ist ihr Mann Philipp der Auserkorene? Rund um die beiden Schwestern tummeln sich die Kinder, die alle ihren Weg zu finden scheinen, alles könnte so schön sein, bis eine Mordserie ihrer aller Leben aus den Angeln hebt …

Die Autorin hat einen etwas eigenwilligen Schreibstil, der nicht jedem liegen wird, auf mich hatte er jedoch eine wahre Sogwirkung. Ich hatte mich regelrecht festgelesen in diesem zweiten Band, und wollte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Ich fand es spritzig, sehr französisch und einfach nur mitreißend. Mal sehen, ob sich Katherine Pancol in Band drei noch steigern wird …

Für „Der langsame Walzer der Schildkröten“ gibt es von mir die Bestnote. Für mich war es ein Volltreffer!

Veröffentlicht am 26.01.2022

Ja, was ist denn da in Niederkaltenkirchen los? ...

Rehragout-Rendezvous
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Kaum setzt der sympathische Christian Tramitz zum Sprechen an, ist man auch schon wieder mittendrin in Nieder-kaltenkirchen. Doch die Stimmung dort scheint alles andere als gut. Die Oma bekommt auf ihre ...

Kaum setzt der sympathische Christian Tramitz zum Sprechen an, ist man auch schon wieder mittendrin in Nieder-kaltenkirchen. Doch die Stimmung dort scheint alles andere als gut. Die Oma bekommt auf ihre alten Tage Flügel und beschließt endlich das „Luxusleben“ zu führen, das sie schon lange verdient hat. Mehr schlecht als recht und immer zwischen Wut und Verzweiflung versuchen der Franz, der Leopold, der Vater und auch die Susi den Haushalt zu schmeißen. Dumm eben, dass sie da früher nie Interesse dran gezeigt hatten … zudem hat die Susi auch so ganz andere Dinge im Kopf gerade, wo sie doch als amtierende Bürgermeisterin im Rathaus schalten und walten darf wie sie will. Da bleibt es natürlich nicht aus, dass sie Kollegen und besonders Kolleginnen auf die Füße tritt. „Wo ist da noch Platz für einen Kriminalfall?“ fragt ihr? Genau die Frage hat sich die Autorin wohl auch gestellt und sich dafür entschieden, dass der somit einfach in den Hintergrund rutscht. Schade eigentlich, wo doch der Franz so ein guter Kriminalkommissar ist. Ihr merkt schon, meine Begeisterung hält sich ein wenig in Grenzen. Während der Sprecher hier mal wieder eine Glanzleistung hingelegt hat, bleibt der Roman an sich ein wenig blass. Ich vergebe dennoch 3,5 von 5 Sternchen da ich weiß, dass die Autorin selbst eine traurige Zeit durchmacht und ihre Gedanken sicher schwer bei dem Geschriebenen halten kann. Keine Entschuldigung aber ein wenig Nachsicht habe ich schon. Ich bleibe ihr treu und freue mich auf den nächsten, hoffentlich spannenderen, Fall für den Kommissar Franz Eberhofer.

Veröffentlicht am 24.01.2022

Eine vermeintliche Freundin, die sich in Luft aufgelöst zu haben scheint ...

Die Frau vom Strand
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So, das Hörbuch ist gehört, konnte einige Tage nachwirken und nun habe ich mir nochmal den Klappentext durchgelesen, der das Buch zwar richtig und in gewollt knapper Weise zusammenfasst, jedoch dem Inhalt ...

So, das Hörbuch ist gehört, konnte einige Tage nachwirken und nun habe ich mir nochmal den Klappentext durchgelesen, der das Buch zwar richtig und in gewollt knapper Weise zusammenfasst, jedoch dem Inhalt damit in keinster Weise gerecht wird. Dieser rankt sich nämlich um mehr als ein Geheimnis, das die beiden Protagonistinnen Rebecca und Lucy umgibt. Was vordergründig nach einer Bilderbuchfamilie aussieht entpuppt sich schnell als „mehr Schein als Sein“. Im Vordergrund steht natürlich weiterhin die ominöse Frau vom Strand – Julia -, die sich nach einer kurzen, aber intensiven Begegnung mit Rebecca in Luft aufgelöst zu haben scheint. Kurze Zeit später ereignet sich ein tragischer Todesfall, dessen Umstände auf Mord schließen lassen. Als Rebecca daraufhin mit der kleinen Greta spurlos verschwindet, lässt die Polizei keinen Stein mehr auf dem anderen, um diesen Fall aufzuklären …

Eigentlich eine sehr spannende Geschichte, die sich da vor dem Leser/Hörer offenbart. Gespannt verfolgt man Rebeccas verzweifelte Suche nach ihrer vermeintlichen Freundin Julia, die sie bald an ihre Grenzen stoßen und sie an ihrem eigenen Verstand zweifeln lässt. Plötzlich scheint nicht nur die Frau vom Strand in Frage gestellt, sondern Rebeccas ganzes Familiengefüge gerät ins Wanken. Leider ist das Buch aber auch mit einigen Längen gespickt, die mich manchmal in Versuchung brachten, ein paar Tracks zu überspringen. Gott sein Dank nimmt die Geschichte schließlich wieder an Fahrt auf und beendet den Roman mit einem interessanten und schlüssigen Ende. Ich vergebe für diesen Krimi diesmal 3,5 von 5 Sternen, freue mich aber schon auf ihr nächstes Werk, das noch in diesem Frühjahr erscheinen wird.

Schmunzeln musste ich übrigens über eine Beschreibung der Autorin wie folgt: Petra Johann, Jahrgang 1971, ist promovierte Mathematikerin. Sie arbeitete mehrere Jahre in der Forschung und in der Softwarebranche, bevor sie ihre wahre Berufung fand: Menschen umbringen – wenn auch nur auf dem Papier. Wenn das keine gute Voraussetzung für den nächsten spannenden Kriminalfall aus der Feder von Petra Johann ist, dann weiß ich auch nicht … ;)

Veröffentlicht am 23.01.2022

Wie war das eigentlich damals in den 70er, 80er Jahren?

Unser kostbares Leben
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Die erfolgreiche und von mir sehr bewunderte Autorin Katharina Fuchs lässt uns auch in ihrem neuesten Werk “Unser kostbares Leben“ wieder an der Geschichte ihrer eigenen Familie teilhaben. Während sie ...

Die erfolgreiche und von mir sehr bewunderte Autorin Katharina Fuchs lässt uns auch in ihrem neuesten Werk “Unser kostbares Leben“ wieder an der Geschichte ihrer eigenen Familie teilhaben. Während sie in den beiden ersten Bänden „Zwei Handvoll Leben“ und „Neuleben“ die Vergangenheit ihrer Vorfahren aufarbeitet, bietet sie uns diesmal einen Einblick in ihre eigene Kindheit und Jugend. Katharina ist nur ein Jahr jünger als ich und so spiegelt dieser autobiografische Roman nicht nur ihre, sondern auch meine eigene Vergangenheit wider. Die Autorin arbeitet diese in den Charakteren Caro, Minka und Claire auf wobei sie selbst dabei wohl die junge Caro(la) verkörpert, die die Tochter eines Schokoladenfabrikanten ist. Katharinas eigener Vater war seinerzeit einer der Direktoren der bekannten Schokoladenmarke SAROTTI.

Beim Lesen des Romans ertappte ich mich Stillen immer wieder dabei innerlich ein „ach ja, stimmt, so war das“ von mir zu geben. Ich gebe zu, ich war beeindruckt, in welchem Maße Caro damals schon im zarten Alter von 10/11 Jahren am politischen Leben interessiert gewesen sein muss. Da musste ich bei den Themen über Wahlen, Misstrauensvotum, Umweltverschmutzung etc. eher passen. Mit denen habe ich mich erst viel später im Leben beschäftigt. Auch Minka scheint mir in dieser Hinsicht sehr „frühreif“ wobei ich mir das bei einer Bürgermeistertochter schon eher vorstellen kann. In verschiedenen Abschnitten, die jeweils ca. drei Jahre überspringen, macht man als Leser aber nicht nur mit den beiden Mädels Bekanntschaft, sondern wird auch mit einbezogen in korrupte Machenschaften und grausame Versuche an Mensch und Tier. Alles in allem interessanter Rückblick in vergangene Zeiten doch diesmal fehlte mir die Nähe zu den Protagonisten. Ich war doch recht verwundert, wie wenig ich mich mit Caro, Minka und Claire identifizieren konnte obwohl wir doch ein Alter sind. Meine Reise in die Vergangenheit gestaltete sich deshalb fast ein wenig trocken, wofür ich auch ein Sternchen abziehen muss. Die ausführliche Recherche hat mich beeindruckt, der Schreibstil dagegen ein wenig ernüchtert zurückgelassen. Ich vergebe gutgemeinte vier von fünf Sternen und spreche eine Leseempfehlung für alle diejenigen Leser aus, die mit „Unser kostbares Leben“ die Geschichte der Familie Fuchs zum Abschluss bringen möchten.

Nachdem mir aber der rein fiktive Roman „Lebenssekunden“ von Katharina Fuchs ausgesprochen gut gefallen hat, bin ich gespannt, worauf wir uns als nächstes freuen dürfen. Ich halte der Autorin auf jeden Fall die Treue.

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Veröffentlicht am 14.01.2022

Versunkene Königreiche, Neid, Intrigen und ein Mord ...

Sturm über dem Meer
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So, nun habe ich auch den dritten Band der Wales Trilogie der bekannten Autorin Constanze Wilken ausgelesen. Auch hier liest man wieder auf zwei Zeitebenen und lernt für die Gegenwartsschiene gleich zu ...

So, nun habe ich auch den dritten Band der Wales Trilogie der bekannten Autorin Constanze Wilken ausgelesen. Auch hier liest man wieder auf zwei Zeitebenen und lernt für die Gegenwartsschiene gleich zu Anfang die Archäologin Sam Goodwin kennen, die – enttäuscht von ihrem Arbeitgeber – ohne zu Zögern zusagt, sich in Borth auf Spurensuche in der Vergangenheit zu begeben. Kaum angekommen lernt sie auch schon den attraktiven Luke Sherman und seinen 10jährigen Sohn Max kennen. Als ich dann jedoch erfuhr, dass Luke vor nicht allzu langer Zeit seine Frau durch einen Unfall verloren hatte, schrillten in mir gleich die Alarmglocken und ein mögliches Ende des Romans formte sich in meinem Hinterkopf. Sam kommt bei ihrer Großmutter Gwen in deren kleinem Cottage unter und genau diese Gwen stellt sich als Hauptprotagonistin des Strangs heraus, der in der Vergangenheit spielt. Mehr möchte ich an dieser Stelle zum Inhalt eigentlich gar nicht verraten.

Bildgewaltig, wie schon in den Vorgängerbänden, beschreibt Constanze Wilken wieder die wunderschöne, wenn auch oft raue walisische Landschaft. Man meint das Meer rauschen zu hören und muss sich fast die Augen reiben, um die Bilder der freigespülten Baumstammlandschaft zu vertreiben, um weiter lesen zu können. Sehr gelungen fand ich diesmal die Geschichte, die sich um Gwen und Arthur in den Fünfziger Jahren rankt und das Geheimnis, das sich dahinter verbirgt. Weniger gut gefallen hat mir die Gegenwart. Hier reihte sich wirklich ein Klischee an das nächste, was mir oft die Lust am Weiterlesen nahm. Schade, ich kann für den Roman mit drei Sternen leider nur eine Note im mittleren Bereich vergeben, wobei ich gestehen muss, dass die Landschaftsbeschreibungen meine Lust auf einen Urlaub in Wales geweckt haben.

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