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Veröffentlicht am 11.01.2022

Wenn Hass und Rachegelüste die Oberhand gewinnen ...

Die Ungerächten
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Auf diesen weiteren Band rund um das Leben der jungen Hannah Bloch hatte ich mich schon sehr gefreut, war ich doch beim ersten Band regelrecht gefangen in der Geschichte, die während und kurz nach dem ...

Auf diesen weiteren Band rund um das Leben der jungen Hannah Bloch hatte ich mich schon sehr gefreut, war ich doch beim ersten Band regelrecht gefangen in der Geschichte, die während und kurz nach dem Zweiten Weltkrieg in Frankfurt ihren Lauf nahm. Der zweite Band schließt ziemlich zeitnah an den ersten an, in Hannahs Leben hat sich jedoch einiges getan. Sie arbeitet zwischenzeitlich für das Counter Intelligence Corps der Amerikaner, dessen Aufgabe nach dem Zweiten Weltkrieg darin bestand, nach Kriegsverbrechern zu fahnden und diese entsprechend zu bestrafen. Das ist natürlich genau in Hannahs Sinn, denn nach wie vor wird sie aufgefressen von dem Hass auf die Mörder ihrer Mutter und ihres geliebten Hans, der auf brutale Weise von den Nazis regelrecht abgeschlachtet wurde. Bald macht sich jedoch Frust in ihr breit, denn die Mühlen mahlen langsam und oft wenig effizient, und so scheinen die braunen Schergen schon bald wieder Oberwasser zu haben, um entweder in Deutschland neue Posten zu bekleiden oder sich straffrei ins Ausland abzusetzen. Als die Amerikaner schließlich ihre CIC Zelte in Frankfurt wieder abbrechen, ergibt sich für sie eine wunderbare Möglichkeit nicht nur ihre Energie in positive Kanäle fließen zu lassen, sondern so ganz nebenbei auch noch Geld dabei zu verdienen … Hannah steigt in die Lüfte auf! Im zweiten Erzählstrang treffen wir auf Pawel, der ähnliche Rachegedanken zu hegen scheint wie Hannah. Doch in Pawels Innerem rumort es, es herrscht ein Rachedurst, der seinesgleichen sucht … eine explosive Mischung, die auf Dauer nicht gesund sein kann …

Wie schon im ersten Teil der spannenden Story ziehe ich auch diesmal wieder den Hut vor der großartigen Recherche, die der Autor Volker Dützer betrieben hat. Ich hatte das Glück beim Lesen in einer Runde direkt vom Autor begleitet zu werden, in der er zur wirklichen Geschichte immer wieder Anregungen und interessante Links beisteuerte.

Sehr gut gefallen hat mir diesmal die Ausarbeitung der beiden Hauptcharaktere Hannah und Pawel. Hier wurde anschaulich verdeutlicht, wie unterschiedlich Menschen mit ihren Rachefühlen umgehen und wie ungebremster Hass in einer Katastrophe enden kann. Die atmosphärisch dicht gewobene Geschichte hat mich fasziniert und mich zu einer kleinen Eigenrecherche inspiriert. Ich vergebe gerne die wohlverdiente volle Punktzahl und würde mich natürlich riesig über eine Fortsetzung freuen.

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Veröffentlicht am 10.01.2022

If you're going to San Francisco ...

Stadt der Träume
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Mit „Stadt der Träume“ begann für mich der Auftakt zu einer neuen Trilogie, die ausnahmsweise nicht das Thema Erster oder Zweiter Weltkrieg behandelt … wie erfrischend anders ;)

Tatsächlich durfte ich ...

Mit „Stadt der Träume“ begann für mich der Auftakt zu einer neuen Trilogie, die ausnahmsweise nicht das Thema Erster oder Zweiter Weltkrieg behandelt … wie erfrischend anders ;)

Tatsächlich durfte ich mich mal wieder auf eine Reise in die USA begeben, in eine meiner Lieblingsstädte dort: San Franzisco. Allerdings musste ich das Rad der Zeit um über hundert Jahre zurückdrehen in das beginnende zwanzigste Jahrhundert. Dort treffe ich schließlich auf die junge Harriet, die ein recht behütetes Leben als Tochter in einer reichen Reederfamilie führt. Der einzige schwarze Punkt in ihrem sonst so reinen Leben scheint die Gefühlskälte der Mutter, die ihr oft zu schaffen macht. Doch dann bringt ein unerwarteter Schlafanfall des Vaters die Ruhe ins Wanken. Wie soll es weitergehen?

Sorgen – wenn auch gänzlich anderer Art – kennt auch der junge Frank Maynard. Aus der Not heraus schliddert er direkt auf die schiefe Bahn zu, als er mit seinem Freund Lennie der Polizei entkommen zu versucht. Aber das Schicksal, in Form eines 13jährigen Mädchens, hat ein Einsehen …

Schnell hatte ich mich eingelesen in diese spannende Geschichte mit ihren sympathischen Protagonisten. Die junge Harriet ist eine Kämpfernatur, die weit über sich hinauswächst, um dem Vater seine Lebenslust wiederzugeben. Auch in Frank steckt weit mehr als man zu Anfang vermutet. Er stürzt sich mit Leib und Seele in die Cinemagrafie und gehört bald zu den ersten unabhängigen Betreibern eines Nickelodeons in seinem Viertel. Es hat Spaß gemacht über die Reederei und die Anfänge der Filmindustrie zu lesen. Nagelbeißend spannend wurde es im letzten Drittel als San Francisco von einem schweren Erdbeben heimgesucht wird. Da konnte ich das Buch wirklich nicht mehr aus der Hand legen! Selten habe ich eine so gut ausgearbeitete Katastrophenszene gelesen. Alles in allem hat mir das Buch sehr gut gefallen und ich freue mich heute schon auf Teil zwei der Trilogie. Ich vergebe hier sehr gerne 4,5 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 07.01.2022

Die Cholera hat Hamburg im Würgegriff ...

Arzt der Hoffnung
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Es kommt zu einem Hauen und Stechen als der erfahrene Arzt, Dr. Robert Koch, auf kaiserlichen Befehl 1892 in Hamburg eintrifft, um die aktuelle Situation in den Griff zu bekommen. Obwohl er von höchster ...

Es kommt zu einem Hauen und Stechen als der erfahrene Arzt, Dr. Robert Koch, auf kaiserlichen Befehl 1892 in Hamburg eintrifft, um die aktuelle Situation in den Griff zu bekommen. Obwohl er von höchster Stelle empfohlen wurde, stößt er vor Ort auf herbe Kritik seitens der lokalen Obrigkeiten. Es werden Vermutungen, dass es sich bei der sich ausbreitenden Seuche um die gefährliche Cholera handelt, zerstreut. Die einfache Bevölkerung wird bewusst dumm gehalten, denn die Wirtschaft soll und muss weiterlaufen. Als niemand mehr umhinkommt, den Tatsachen in die Augen zu blicken, nimmt Koch den Kampf gegen die Epidemie auf und findet sich mittendrin im Wettlauf mit der Zeit. Auch Hedwig, damals noch „nur“ seine Geliebte, möchte nicht tatenlos zusehen, wie die Menschen um sie herum sterben, wie die Fliegen. Beherzt packt sie mit an und stößt dabei nicht nur auf Gegenliebe …

Die auf wahren Tatsachen basierende Geschichte um den berühmten Dr. Robert Koch ist sehr anschaulich und realitätsnah geschildert. Die Charaktere sind hervorragend ausgearbeitet und so kann man als Leser wunderbar in die Welt vor über hundert Jahren eintauchen und mitfühlen. Ein kleines halbes Sternchen ziehe ich ab, da mir die Schreibweise manchmal ein wenig zu pathetisch daherkam aber alles in allem ist der Roman äußert gelungen und zeichnet ein realistisches Bild der damaligen Zeit.

Man kommt natürlich nicht umhin, beim Lesen Vergleiche zu der Corona Pandemie zu ziehen, die sich derzeit auf der Welt immer weiter ausbreitet. Wir scheinen ein wenig dazu gelernt zu haben aber auch heutzutage kommen Wirtschaft, Politik und Gesundheitswesen auf keinen gemeinsamen Nenner. Traurig und für den Laien schwer nachvollziehbar.

Ich vergebe für „Arzt der Hoffnung“ gerne 4,5 von 5 Sternen und spreche eine uneingeschränkte Leseempfehlung aus.

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Veröffentlicht am 04.01.2022

Eine bittere Reise ohne Wiederkehr ...

Der Reisende
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Ich glaube nicht, dass dieses (Hör)buch jedermann ansprechen wird. Tatsächlich umfasst es inhaltlich nur eine Zeitspanne weniger Tage, während derer man den jüdischen Kaufmann Otto Silbermann begleiten ...

Ich glaube nicht, dass dieses (Hör)buch jedermann ansprechen wird. Tatsächlich umfasst es inhaltlich nur eine Zeitspanne weniger Tage, während derer man den jüdischen Kaufmann Otto Silbermann begleiten und ihm zuhören darf, wie sein Leben immer mehr aus dem Ruder gerät. Wie kann es angehen, dass man gestern noch vermögender und erfolgreicher Kaufmann war und heute ein Mann auf der Flucht?
Das Hörbuch löst Beklemmung aus in seiner Ehrlichkeit und den realistisch gezeichneten Charakteren, die Silbermanns Wege auf seiner Reise ins Ungewisse kreuzen. Man spürt die bedrückende Stimmung, die in der jüdischen Bevölkerung in den 30er Jahren geherrscht haben muss. Gleichzeitig erlebt man die Hochstimmung, die unter der sogenannten „Herrenrasse“ auflebt. Sie werden zu Gejagten, die armen Juden, die doch nichts verbrochen haben, und all das wird eingefangen von dem nur 23jährigen Autor Alexander Boschwitz, der leider die Befreiung der wenigen noch verbliebenen Juden im April 1945 nicht er miterleben durfte. Phänomenal, dass er diesen Stimmungswechsel zwischen Hass und Verzweiflung bereits im Jahr 1939 zu Papier brachte. Ich persönlich bin absolut fasziniert von diesem Werk und vergebe mit fünf Punkten eine begeisterte Hörempfehlung.

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Veröffentlicht am 03.01.2022

Was verbirgt sich hinter den Mauern des Bluthauses?

Bluthaus
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Auch der zweite Teil der Regionalkrimi Reihe um Frida Paulsen und ihren Kollegen Bjarne Haverkorn konnte mich wieder von Anfang an fesseln. Dieser Teil fällt auch gleich „mit der Tür ins Haus“ und präsentiert ...

Auch der zweite Teil der Regionalkrimi Reihe um Frida Paulsen und ihren Kollegen Bjarne Haverkorn konnte mich wieder von Anfang an fesseln. Dieser Teil fällt auch gleich „mit der Tür ins Haus“ und präsentiert dem Hörer eine Leiche neben der Fridas Freundin Jo mit ihrem Motorrad entdeckt wird. Als diese dann kurz darauf verschwunden ist, begibt Frida sich auf die Suche und entdeckt oben am Meer im „Bluthus“ bald mehr Vergangenheit als ihr lieb ist. Was für ein Geheimnis verbirgt sich hinter dem Haus und seinem Namen? Wem kann Frida noch trauen?
Während sie sich auf die Jagd nach Gegenwart und Vergangenheit begibt, hat Bjarne seine eigenen Dämonen zu bekämpfen. Auch ihn holt die Vergangenheit mit großen Schritten ein. Kann er seine eigene Tochter noch retten?
Nicht alle Hörer kommen mit dem Sprecher dieser etwas spröden Krimis zurecht. Ich hingegen finde Michael Mendl ist eine Starbesetzung, der ganz wunderbar zum nordischen Charme passt, der sich wie ein roter Faden durch die Geschichte zieht. Es fließt ja auch gerne mal Blut und gerne auch mal ein wenig mehr, doch nie hat man das Gefühl in einem blutrünstigen Thriller angekommen zu sein. Die Geschichten, die Romy Fölck sich auch gerne mal beim Joggen ausdenkt, sind intelligent und gut durchdacht. Mir hat sie mit ihrem Bluthaus mal wieder Lust auf mehr gemacht und ich freue mich, dass der dritte Teil schon im Regal auf mich wartet. Von mir gibt es – wie schon für den Vorgänger – mit fünf Sternen mal wieder die Bestnote!

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