Profilbild von engineerwife

engineerwife

Lesejury Star
offline

engineerwife ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit engineerwife über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.12.2021

Wenn die heiße Spur zum tödlichen Verhängnis wird ...

Tödliches Rendezvous
0

Nachdem ich schon einige Romane der österreichischen Autorin Beate Maxian genießen durfte, habe ich mich jetzt endlich an ihre Krimireihe um die Reporterin Sarah Pauli gemacht. Sarah kommt zum Enthüllungsjournalismus, ...

Nachdem ich schon einige Romane der österreichischen Autorin Beate Maxian genießen durfte, habe ich mich jetzt endlich an ihre Krimireihe um die Reporterin Sarah Pauli gemacht. Sarah kommt zum Enthüllungsjournalismus, wie die sprichwörtliche Jungfrau zu dem Kinde. Naja, das stimmt nicht ganz, denn die arme Hilde Jahn musste dafür ihr Leben lassen. Die ehrgeizige, taffe Reporterin Hilde, deren Versessenheit auf eine sensationelle Geschichte ihr zum Verhängnis wurde. Nun hat die junge und noch recht unerfahrene Sarah ihr Erbe angetreten und begibt sich schnell selbst in Lebensgefahr, denn der große Unbekannte mordet weiter …
Ich bin ja großer Fan von Lokalkrimireihen, in denen neben den Kriminalfällen auch die Einblicke ins Leben der Protagonisten nicht zu kurz kommen. So habe ich mich dann gleich auch hier ein wenig an Wien, seine Einwohner und ihre manchmal wohl typisch österreichischen Gepflogenheiten gewöhnt. Man trinkt keinen Becher Tee, sondern ein Haferl und ein Kaffee verwandelt sich schnell in eine Melange oder einen Einspänner – herrlich. Auch die Atmosphäre in der Redaktion fühlt sich gleich so an, als gehöre man schon ewig dazu. Der Krimi las sich flüssig, wenn auch echte Spannung erst zum Schluss aufkommen wollte. Gegen Ende wusste ich dann zwar schon, wer der Täter war, doch die Idee um die Aufklärung hat mir gut gefallen. Nicht auszudenken, wenn er damit erfolgreich gewesen wäre.
Ich werde die Reihe auf jeden Fall weiterverfolgen und freue mich schon auf den nächsten Fall für Sarah, Gruber und Kollegen. Von mir gibt es – da noch ein wenig Luft nach oben ist – verdiente vier von fünf Sternen und eine Lesempfehlung für alle, die Krimis mit Lokalkolorit mögen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.12.2021

Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt oder was es bedeutet, ein Künstler zu sein ...

Liebe in Zeiten des Hasses
0

Ich gebe zu, der Klappentext suggerierte mir eine runde Geschichte, die mich durch die Leben vieler genannter Prominente der dreißiger Jahre führen sollte. Bekommen habe ich jedoch eine etwas scheinbar ...

Ich gebe zu, der Klappentext suggerierte mir eine runde Geschichte, die mich durch die Leben vieler genannter Prominente der dreißiger Jahre führen sollte. Bekommen habe ich jedoch eine etwas scheinbar unsortierte Anhäufung an Informationen, die mich fast ein wenig an ein Klatschblatt der „Yellow Press“ erinnerte. So habe ich es dann auch nicht hintereinander weg konsumiert, sondern mir immer mal wieder ein paar Häppchen gegönnt. Ich wollte das Buch genießen und tiefer in das Leben der Prominenten eintauchen, die mir natürlich auch schon an anderer Stelle begegnet waren. Wer kennt sie nicht, die Großen der Literatur- und Kunstszene wie die Familie Mann, Erich Kästner, Berthold Brecht, Pablo Picasso, um nur ein paar herauszupicken. Was mich fasziniert und oft gleichzeitig an Ihnen abgestoßen hat, waren die Exzesse, mit denen sie ihr Leben gestalteten, die Drogen, der Alkohol, die vielen Affären. Gehörte das wirklich zu einem Künstlerleben, wie Essen und Trinken in das Leben des Otto-Normal-Verbrauchers wie mich?

Gut gezeichnet fand ich die Umbruchstimmung als die Nazis an die Macht kamen und man feststellen konnte und musste, dass die Grausamkeiten auch vor Berühmtheiten keinen Halt machten. Vielleicht hatten sie es durch Geld und Beziehungen manchmal ein wenig leichter diesen zu entkommen doch am Ende musste man feststellen, dass auch sie nur aus Fleisch und bestanden.

Ich vergebe für dieses außergewöhnliche Buch, dem eine hervorragende Recherchearbeit zugrunde gelegen haben muss, vier von fünf Sternen. Es macht neugierig darauf, den ein oder anderen Protagonisten der Story näher zu beleuchten und allein dafür vergebe ich eine – wenn auch ein wenig eingeschränkte – Lese- bzw. Hörempfehlung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.12.2021

Mit Chastity und Klatsche am Hamburger Kiez ...

Revolverherz
0

Chastity Riley ist die Tochter einer deutschen Mutter und einem amerikanischen Vater. Früh schon sucht die Mutter Erfüllung in einem neuen Leben, verlässt Mann und Kind als Chastity noch ein kleines Mädchen ...

Chastity Riley ist die Tochter einer deutschen Mutter und einem amerikanischen Vater. Früh schon sucht die Mutter Erfüllung in einem neuen Leben, verlässt Mann und Kind als Chastity noch ein kleines Mädchen ist. Der Vater meistert die Erziehung seiner Tochter auf brillante Weise bis auch er sie verlässt, indem er den Freitod wählt. Auf sich allein gestellt kämpft Chastity sich durch ihr noch junges Leben und bringt es schließlich bis zur Staatsanwältin. Doch nichts scheint normal banal in ihrem Alltag. Sie ist gut in ihrem Job, sie gibt nicht auf und beißt sich fest, wenn da nur nicht immer diese Verlockungen nach einem gewissen jungen Mann, dem nächsten Glas Wein und der nächsten Zigarette wären. Dieser neue Fall, bei dem junge Prostituierte auf grausame Weise entstellt und ermordet werden, scheint sie an ihre Grenzen zu bringen …

Die großartige Schauspielerin und Hörbuchsprecherin Heike Makatsch macht aus dieser Story ein absolutes Hörvergnügen. Sie verkörpert die junge Staatsanwältin so genial, dass ich mich immer wieder freute im Auto sitzen zu dürfen, um weiter zu lauschen. Teil zwei und drei gibt es nur in der Printausgabe. Mal sehen, wie mir diese Version gefallen wird. Für die Hörbuchausgabe des ersten Teils vergebe ich auf jeden Fall die volle Punktzahl. Ich habe mich hier bestens unterhalten gefühlt!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.12.2021

Viel zu konstruiert ... schade, war nicht meins ...

Die Wälder
0

Der Klappentext hört sich spannend an. Nina bekommt den Auftrag von ihrem Jugendfreund, die vermisste Schwester zu finden. Diese Nachricht kommt quasi fast aus dem Jenseits, denn Tim ist inzwischen verstorben. ...

Der Klappentext hört sich spannend an. Nina bekommt den Auftrag von ihrem Jugendfreund, die vermisste Schwester zu finden. Diese Nachricht kommt quasi fast aus dem Jenseits, denn Tim ist inzwischen verstorben. Sofort macht sie sich auf den Weg, diese wagehalsige Mission zu erfüllen. Und genau hier kam mir das erste Mal der Gedanke, dass die Geschichte wohl doch ein wenig an den Haaren herbeigezogen ist. Sie steigt also in das Auto eines Mannes, den sie als Mörder verdächtigt um mit ihm durch dunkle, nicht enden wollende Wälder in die Einöde zu fahren? Mmmhh … leider nur ein Beispiel, warum ich das Buch für unglaubwürdig und überzogen halte. Trotz einiger spannender Abschnitte kann ich für „Die Wälder“ nur eine Note im mittleren Bereich vergeben und denke, dass dies auch mein erster und einziger Roman von Melanie Raabe bleiben wird. Ich vergebe gutgemeinte drei von fünf Sternen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.12.2021

Hüben und drüben: Den Männern die Macht ...

Alles, was wir sind
0

Wer liebt ihn nicht, den Film „Doktor Shiwago“ nach dem gleichnamigen Buch des Autors Boris Leonidowitsch Pasternak? Als Vorbild für Lara, die weibliche Hauptfigur des Romans, soll dabei Pasternaks langjährige ...

Wer liebt ihn nicht, den Film „Doktor Shiwago“ nach dem gleichnamigen Buch des Autors Boris Leonidowitsch Pasternak? Als Vorbild für Lara, die weibliche Hauptfigur des Romans, soll dabei Pasternaks langjährige Geliebte Olga Iwinskaja fungiert haben. Und um sie dreht sich auch ein Großteil der Geschichte „Alles, was wir sind“. Um Sie und ihre große Liebe für den Schriftsteller, der ihr schließlich einige Jahre Gefangenschaft in einem russischen Arbeitslager einbrachte. Doch er dankt ihr diese Ergebenheit nicht wirklich. Immer wieder bringt er sie in Gefahr, in dem er sie als seine Sekretärin fungieren lässt, um sie schließlich zu hintergehen, in dem er das fertige Manuskript aus den Händen gibt. Zeitgleich wird auch die USA auf der anderen Seite des Ozeans aktiv. Auch die CIA begibt sich auf Jagd nach dem scheinbar sehr kritischen Buch, dessen Veröffentlichung in Russland verboten ist. Zum Einsatz kommen dabei die Agentinnen Sally und Irina, die bald mehr als nur die Arbeit verbindet …

Ich gebe zu, es hat eine Weile gedauert, bis ich die Zusammenhänge verstanden habe. Mag auch mit daran gelegen haben, dass ich schlussendlich der Hörbuchversion der Printversion gegenüber den Vorrang gegeben habe. Aber einmal drin in der Story, wurde mir schnell klar, dass die Autorin Lara Prescott mit ihrem Roman viel mehr ausdrücken wollte als nur die reine Jagd auf das Buch. Auf eindringliche Weise prangert sie die unsäglichen Zustände in Russland an und macht auch vor den Vereinigten Staaten nicht halt. Auch dort scheint sich die Uhr nach Beendigung des Zweiten Weltkriegs eher rückwärts gedreht zu haben. Frauen werden gerne wieder auf ihre Rolle als Heimchen am Herd reduziert, Themen wie gleichgeschlechtliche Liebe und den Tisch gekehrt, kurzum: „Den Männern die Macht.

Wie gesagt, denke ich, dass ich diesmal mit der Printversion besser gefahren wäre und so kann ich für das Hörbuch leider nur 3,5 von 5 möglichen Sternen vergeben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere