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Veröffentlicht am 24.11.2025

Bin verliebt in die McCarthys

Die weiße Krähe
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MEINUNG:

Die weiße Krähe ist der zweite Teil, auch wenn der Autor gemäß Nachwort gar keine Reihe geplant hatte um die Polizistin Phil McCarthy. Ich schätze nicht nur Michael Robotham sehr, sondern mochte ...

MEINUNG:

Die weiße Krähe ist der zweite Teil, auch wenn der Autor gemäß Nachwort gar keine Reihe geplant hatte um die Polizistin Phil McCarthy. Ich schätze nicht nur Michael Robotham sehr, sondern mochte auch den ersten Teil - Wenn du mir gehörst bereits sehr.

Die Familienkonstellation ist für Phil McCarthy nicht gerade von Vorteil als Polizistin, denn ihr Vater und ihre Onkel sind immer wieder in dubiose Geschäfte verwickelt. Auch in diesem Fall führt eine Spur relativ schnell zu ihrem Vater und sie gerät in Erklärungsnot und wird sogar selbst als Täterin verdächtigt. Ich mag aber auch in diesem Teil wieder ihren Mut und vor allem, dass sie nicht aufgibt und sogar schon ihre Fühler in Richtung Detective Karriere ausstreckt. Sie kämpft dafür, dass bei der Polizei arbeiten darf, aber es ist schwierig. Wie schon im ersten Teil wird sie auch wieder einmal suspendiert. Obwohl ihre Onkel und ihre Vater dem organisierten Verbrechen, zumindest in schwächerer Form, zu zuordnen sind, mag ich die Familie McCarthy einfach. Sie sind lustig. Sie lieben einander bedingungslos und vor allem sind sie füreinander da. In diesem Teil wird allerdings spürbar wie erpressbar sie sind,  wie sie von anderen größeren "Fischen" ins Visier geraten und wie ganz schnell die eigene Familie in Gefahr gerät. Es ist ein ambivalentes Verhältnis, was ich zu ihnen aufgebaut habe.

Der Fall ist wie immer erstklassig konzipiert. Langsam arbeitet sich Michael Robotham voran, in dem wie verschiedene Erzählperspektiven haben. Ich mag das sehr ausgewogene Verhältnis zwischen Privatleben der Ermittelnden und dem Fall als solches. Der Fall hat wieder einmal ein Menge Ebenen und somit auch eine Menge Verdächtige. Ich mag es, dass dann aber trotzdem langsam eine Ahnung bekommt, wer der oder die Täter sein könnten und trotzdem gibt es dann nochmal eine spannende Wendung am Ende. 

FAZIT:

Michael Robotham hat mit Die weiße Krähe mal bewiesen, dass er zurecht einer meiner absoluten Lieblingsthriller Autoren ist. Ich liebe hier einfach die McCarthy Familie, auch wenn sie es Phil nicht leicht machen. Ich freue mich auf den nächsten Band, der hoffentlich bald kommt. Solange lese ich seine Cyrus Haven Reihe.

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Veröffentlicht am 15.11.2025

Spannung braucht, aber chauvinistische Charaktere

Nachtjagd
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MEINUNG:

Nachtjagd ist der 6. Band der Anton-Brekke Reihe. Leider habe ich das vorher nicht gewusst oder mich nicht besser informiert. Die Reihe umfasst neun Bände und der Verlag legt jetzt auch noch ...

MEINUNG:

Nachtjagd ist der 6. Band der Anton-Brekke Reihe. Leider habe ich das vorher nicht gewusst oder mich nicht besser informiert. Die Reihe umfasst neun Bände und der Verlag legt jetzt auch noch die früheren Bände neu auf. Ich habe beim Lesen allerdings keinen Nachteil verspürt, dass ich erst bei Band 6 eingestiegen bin.

Die Handlung umfasst eigentlich drei Geschichten, die am Ende zusammenlaufen. Wir verfolgen die Geschichte eines Mannes, der in Texas zu Tode verurteilt wurde. Wir begleiten die Ermittler Anton Brekke und Magnus Torp bei der Ermittlung eines aktuellen Mordfalles, der dem flüchtigen Serienmörder Stig Hellum zugeschrieben werden soll und damit ist auch dessen Geschichte Teil des Thrillers. Di erste Hälfte des Buches lässt sich flüssig lesen, aber ist relativ handlungsarm. Der Autor lässt sich hier Zeit für die Geschichte von Nathan, dem zum Tode veurteilten Mann in der USA. Richtige Ermittlungsarbeit beginnt auch erst später, denn Anton hat erst noch mit seiner Entzündung im Hoden zu tun, was ich relativ unnötig fand ständig zu erwähnen. Insgesamt auch ein ziemlich chauvinistischer Charakter, der auch seinem Kollegen Magnus zeigen möchte, wie echte Polizeiarbeit geht. Magnus dagegen ist auch relativ blass, aber trotzdem noch etwas sympathischer. Ab dem letzten Drittel zieht das Tempo dann endlich an, nachdem es die erste wirklich spektakuläre Wendung gibt, die die ganze Theorie nochmal umwirft und langsam beginnen alle Fäden richtig zusammen zu laufen. Ich muss dem Autoren lassen, dass hier ein wirklich kreativer Fall mit vielen Schichten und Beteiligten zusammengebaut worden ist.

Großer Kritikpunkt sind für mich die fast ausnahmslos männlichen Charaktere. Weibliche Personen sind die Opfer oder Frauen, die von den männlichen Personen begehrt werden und mit chauvinistisch-sexistischer Verhalten "umgarnt" werden. Allen voran Anton Brekke, der auch noch seinen eigentlich noch einigermaßen sympathischen Kollegen Magnus dazu anstiftet mit seinem doch sehr rückständigen Bild von Frauen. Manche Aussagen und Sprüche fand ich einfach manchmal ekelhaft. 

FAZIT:

Nachtjagd braucht ein bisschen, um die Spannung aufzubauen. Es beginnt erst so richtig letzten Viertel. Es lohnt sich durchzuhalten, weil der Fall wirklich sehr konstruiert ist. Leider ist der Thriller ein sehr männlich geprägter Thriller, was nicht so schlimm wäre, wenn die Frauen darin nicht ausschließlich Opfer oder Objekte der männlichen Begierde wären. Dazu kommen dann noch einige chauvinistisch-sexistische Aussagen, besonders auch von Anton Brekke. Trotz all der Spannung in diesem Thriller ist für mich das wirklich ein Punkt, der mich diese Reihe nicht weiterverfolgen lassen wird.

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Veröffentlicht am 10.11.2025

Die Lotsin

Die Lotsin
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MEINUNG:

Die Lotsin ist nun der vierte Teil der Reihe um den deutsch-niederländischen Ermittler Liewe Cupido. Alle Bände enthalten in sich abgeschlossene Fälle, nur die Geschichte um die ermittelnden ...

MEINUNG:

Die Lotsin ist nun der vierte Teil der Reihe um den deutsch-niederländischen Ermittler Liewe Cupido. Alle Bände enthalten in sich abgeschlossene Fälle, nur die Geschichte um die ermittelnden Personen läuft weiter. Ich würde immer empfehlen, die Bücher in der Reihenfolge zu lesen. Der Retter und Der Taucher sind sehr gute Vorgängerbände.

In diesem Teil befinden wir uns zunächst im hohen Norden. Die Geschichte beginnt in Grönland, wo eine junge Klimaforscherin forscht und dann auf Grund von Depression auf das Schiff ihres Mannes wechselt, wo sie in Island an Bord geht. Liewe und sein Kollege Xander Rimbach werden gerufen als eben jene junge Frau von Bord geht. Der Verdacht, dass es sich um Selbstmord handeln könnte, bestätigt sich nicht.

Mathijs Deen nimmt uns dieses Mal mit in die Welt der Wissenschaft und Klimaforschung. Was ich sehr schätze, dass die von ihm geschriebenen Krimis immer sehr gut recherchiert sind und die Ruhe, mit der vor allem sein Ermittler Liewe Cupido heran geht. Beim Lesen ist Aufmerksamkeit erforderlich, denn es gibt eine Menge Personen, die mit dem Fall zu tun haben und zwischen ihnen gibt es Beziehungen, die zur Lösung des Falls beitragen. Genau hierauf legt der Autor auch den Fokus - auf das Zwischenmenschliche. Es gibt keinen Mörder, der aus reiner Freunde Menschen tötet, sondern es sind die Beziehungen zueinander und Motive wie Eifersucht, verletzter Stolz etc. , die in gewissem Maß auch nachvollziehbar sind. Es hat mir gefallen, dass nun auch Xander mehr Raum bekommt für die Ermittlungen und in Liewe auch so etwas wie einen Lehrmeister/ Ausbilder findet. Am Rande geht es auch weiter mit einem Stück von Liewes Familiengeschichte, wo wir am erfahren, dass er eine Schwester hat.

FAZIT:

Die Bücher von Mathijs Deen werden von Band zu Band besser. In Die Lotsin nimmt er uns immer weiter mit in den hohen Norden. Ich wieder sehr die doch sehr phlegmatische Art von Liewe Cupido und mag es dass Xander Rimbach nun auch mehr Raum bekommt. Ich freue mich riesig auf den nächsten Band.

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Veröffentlicht am 09.11.2025

Wieder sehr spannend

Die Nacht
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MEINUNG:

Die Nacht ist der dritte Band der Art Mayer Reihe, nach den Bänden Der Morgen und Die Dämmerung. Für mich gehört Marc Raabe zu einer der besten Thrillerautoren im deutschsprachigen Raum. Ich ...

MEINUNG:

Die Nacht ist der dritte Band der Art Mayer Reihe, nach den Bänden Der Morgen und Die Dämmerung. Für mich gehört Marc Raabe zu einer der besten Thrillerautoren im deutschsprachigen Raum. Ich empfehle die Bände in der Reihenfolge zu lesen, weil ansonsten die Hintergründe unter Umständen nicht verstanden werden können. 

Es gibt einen nächsten Fall für Art Mayer und seine Kollegin Nele Tschaikowski, die eigentlich in Elternzeit ist. Ich finde, dass die beiden inzwischenzeit ein ziemlich eingespieltes Team sind und ähnlich ticken. Endlich nun geht es auch das Verschwinden von Dana Karasch, um dessen Tochter Mila sich Art immer wieder kümmert. Scheinbar möchte nur Art wissen, was wirklich passiert ist. Er fragt seine "Bekannten" - den Bundeskanzler - und setzt damit eine Kette von Ereignissen in Gang, die ihn in eine Wohnwagensiedlung führt.

Die Kapitel wechseln immer wieder zwischen Gegenwart und der Geschichte von Dana. In meinen Augen ist es wieder eine großartig konstruierte Geschichte mit einer Menge Mit- und auch Gegenspielern selbst in den Reihen der Polizei. Hinter jeden Geschichte gibt es fast immer einen doppelten Boden. Mir gefällt immer, dass Marc Raabe vielen Szene so gut schreibt als wäre es wie in einem Film oder einer Serie.

FAZIT:

Die Nacht ist wieder eine gelungene, vor allem spannende und sehr gut konstruierte Fortsetzung der Reihe um den Ermittler Art Mayer und seiner Kollegin Nele Tschaikowski. Ich freue mich auf den nächsten Band!

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Veröffentlicht am 25.10.2025

Mehr als eine wunderschöne Liebesgeschichte

Ava liebt noch
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MEINUNG:

Ava liebt noch war ein Buch, dass ich schon lange lesen wollte. Es hat mich vor allem angesprochen wegen der Konstellation Mutter/ ältere Frau verliebt sich in jüngeren Mann und wie es dann ausgehen ...

MEINUNG:

Ava liebt noch war ein Buch, dass ich schon lange lesen wollte. Es hat mich vor allem angesprochen wegen der Konstellation Mutter/ ältere Frau verliebt sich in jüngeren Mann und wie es dann ausgehen wird.

Ava ist 43 Jahre alt, hat drei Kinder, von denen zwei in die Pubertät kommen. Ihre Karriere hat sie an den Nagel gehangen, um ganz Hausfrau und Mutter zu sein. Für sie selbst gibt es so gut wie keinen Spielraum mehr. Ihr Mann ist ein erfolgreicher Anwalt, der sich auch ungern an Kindererziehung und Haushalt beteiligt. Die der beiden ist eher funktionaler Natur als emotionaler. Man spürt schnell, dass nicht mehr viel von dem übrig geblieben ist, wie vor der Ehe.

Und dann kommt plötzlich Kieran, der Schwimmlehrer von ihrer Tochter. Kieran ist 19 Jahre jünger als Ava und doch entspringt eine Affäre, die bald mehr wird, zwischen den beiden. Obwohl Ava hier ihren Mann betrügt, fand ich es einfach zu keiner Zeit verwerflich, weil ich mich so für sie gefreut habe. Die Liebesgeschichte ist auch so süß, da sie natürlich Zweifel hat, ob sie überhaupt attraktiv für Kieran ist. Später erfährt man auch aus Kierans Sicht, dass er sich auch Gedanken gemacht hat, vor allem wegen seiner scheinbar einfacheren Herkunft. Was Ava da macht ist eigentlich nicht in Ordnung, aber es ist auch einfach klar, dass es so nicht anders gehen würde, ohne dass ihre Kinder darunter leiden würden. Ava entscheidet sich auch im Sinne ihrer Kinder (und auch aus wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Gründen) und gegen ich Glück mit Kieran zunächst. Die Wege kreuzen sich allerdings immer wieder. Es ist so wunderbar, dass sie trotzdem wieder zu ihren eigenen Bedürfnissen zurück findet, aber es wird auch schnell klar, dass dies in unserer Gesellschaft nicht gern gesehen wird. Väter dürfen alles machen. Müttern wird vieles als egoistisch ausgelegt und oft zu Lasten der Kinder, wenn sie eigenen Bedürfnissen nachgehen wollen. 

Am Ende spürt, wie sehr die Avas Kinder damit hadern, dass sie eine Affäre hatte, dass sie einen Mann liebt, der nicht ihr Vater ist und dass sie eben auch nicht 100% glücklich war in ihrem Mutter Dasein. Es hat mich beim Lesen natürlich aufgeregt, dass genau dieses patriarchale Bild auch von unserer Gesellschaft eingeimpft wird und wenn Frau eben nicht zu 100% glücklich ist, dann beziehen die Kinder auf sich und ihre Kindheit. Ava hat quasi sie Familie zerstört, weil sie auf ihre eigene Bedürfnisse gehört hat. Absurd ist, dass sie eben ganz viele Jahre trotzdem noch durchgehalten hat, damit die Kinder in dem Familienkonstrukt weiterhin aufwachsen können. Das Ende stimmt trotzdem versöhnlich, auch in Hinblick auf ihre Kinder.

FAZIT:

Ava liebt noch war mit Abstand eines der besten (Liebes-)Bücher, welches ich je gelesen habe. Ich war sofort gefesselt von Ava und Kieran Annäherung und Liebe zueinander. Mein Wunsch, dass es für sie gut ausgehen würde, hat mich beim Lesen voran getrieben. Mir gefiel auch sehr wie Vera Zischke die Wunde in die Mutterschaft legt und dass sie eben Frauen nicht ausschließlich ausfüllt.

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