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Veröffentlicht am 09.03.2018

Der elektrische Rollstuhl von Frau Manns kann zwei Geschwindigkeiten: Schnecke und Häschen.

Ich bin nicht süß, ich hab bloß Zucker. Eine Online-Omi sagt, wie's ist
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Renate Bergmann ist mit ihren 82 Jahren eine Twitter-Oma, und dennoch ist sie auch online unterwegs. Durch einen Zufall (sie bekommt das alte Handy ihres Neffen Stefan) entdeckt sie Twitter und auch Facebook ...

Renate Bergmann ist mit ihren 82 Jahren eine Twitter-Oma, und dennoch ist sie auch online unterwegs. Durch einen Zufall (sie bekommt das alte Handy ihres Neffen Stefan) entdeckt sie Twitter und auch Facebook und lässt einen daran an ihren Blicken auf die Dinge teilhaben, wenn sie es beispielsweise abwenden konnte, dass im zu einer Feier im Seniorenheim (zu der sie zu Besuch ist) die Kinder singen. Oder wenn sie berichtet, wie Frau Manns mit ihrem elektrischen Rollstuhl im Heim nun nur noch „Schnecke“ fahren darf.

Durch ein Buch bin ich schon vor einiger Zeit auf Renate Bergmann aufmerksam geworden und verfolge ihr Tagesgeschehen seitdem auch auf Facebook. Es handelt sich bei Renate Bergmann ja um eine fiktive, erfundene Person, aber ihre Online-Posts werden mit soviel Hingabe und Witz erstellt, dass man wirklich meint, dass da eine ältere Dame dahinter steckt.

Nun war mir nach dem Hörbuch, gerade auf längeren Autofahrten schätze ich diese Art der Unterhaltung sehr. Und die gute Unterhaltung ist bei Renate Bergmann auch absolut garantiert. Es ist sehr amüsant in ihren Tagesablauf Einblicke zu erhalten, ihre Sicht der Dinge mitzubekommen, die manchmal sicher sehr altbacken ist. Da spült sie nämlich selbst die Sprudel-Flaschen (also Mineralwasser!) aus, bevor sie diese im Supermarkt bzw. der Kaufhalle zurück gibt. Denn es fällt ja alles auf einen zurück und man ist ja nicht so liederlich wie „die jungen Dinger“ heutzutage.

Gelesen wird dieses Hörbuch von Marie Gruber, die ich auch als Schauspielerin sehr mochte. Ihre Stimme passt so wunderbar zu Renate Bergmann, man kann sich diese fiktive Person also entsprechend auch real sehr gut vorstellen, sich ein Bild von ihr machen. Auch die Entrüstung hört man immer wieder gut heraus, ebenso die Selbstverständlichkeit mancher Dinge, wie Renate Bergmann sie eben empfindet.

Meiner Ansicht nach ist dieses Hörbuch sehr gut gelungen, die Geschichten von und um Renate Bergmann an sich sind schon sehr amüsant und lustig, manchmal wundert man sich vielleicht auch, aber alles in allem wird man super unterhalten. Als Sprecherin hat mir Marie Gruber wirklich gut gefallen, ich wurde hier durchweg gut unterhalten, Langeweile ist absolut nie eingekehrt. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen und eine Empfehlung.

Veröffentlicht am 05.03.2018

„Ist es ein Fortschritt, wenn ein Kanibale Messer und Gabel verwendet?“ (Stanisław Jerzy Lec)

Und wie soll man das essen?
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Mit diesem Buch erhält man zahlreiche Informationen darüber, wie man welche Lebensmittel isst, wie beispielsweise einen Hummer, Edamame, oder auch Artischocken. Außerdem wie man ein Huhn tranchiert, wie ...

Mit diesem Buch erhält man zahlreiche Informationen darüber, wie man welche Lebensmittel isst, wie beispielsweise einen Hummer, Edamame, oder auch Artischocken. Außerdem wie man ein Huhn tranchiert, wie man ein Weinglas hält, wie man Sushi isst oder auch wie man etwas scharfes isst. All diese Tipps sind einzeln aufgeführt und durchaus ausführlich (aber auch nicht zu lang!) erläutert, so dass man spätestens nun weiß, wie die Kokosnuss zu öffnen ist.

Etikette ist meiner Ansicht nach durchaus wichtig, zumindest ist das meine Meinung. Leider geht davon auch immer wieder etwas verloren, was man persönlich aber nicht unbedingt ändern kann. Lernen kann man hingegen mit diesem wunderbaren Buch in dem man erfährt, wie man die teilweise doch eher ungewöhnlichen Lebensmittel konsumiert – Hummer, Flusskrebse und Austern gehören sicher nicht zum täglich Brot. Wohingegen Avocado und Mango sicher einen dauerhaften Einzug in die Küchen dieser Welt erlebt haben.

Die einzelnen Erläuterungen findet man unterteilt in drei Kapitel des Buches, welches mit „knifflige Techniken“, „Edle Etikette“ sowie „kleine Fettnäpfchen“ eine gute Aufteilung bietet. Die meisten der Tipps fand ich auch recht hilfreich, wohingegen ich sagen muss, dass „Spargel essen“ und „Kohlrabi essen“ für mich nicht als Erläuterung nötig gewesen wäre. Die anderen Schilderungen hingegen fand ich durchaus interessant und hilfreich, wohingegen ich manche Sachen auch einfach anders mache, beispielsweise den Kern der Avocado empfehlen oder die Mango aufschneiden. Trotzdem war es interessant mal zu lesen, wie es noch gut geht.

Die Kapitel über Etikette sowie Fettnäpfchen fand ich gut erläutert, hier war es interessant etwas dazu zu lernen, zumal auch hier die Gliederung toll aufgebaut ist. Die Schilderungen sind kurz und knackig, dennoch nicht zu sparsam formuliert, oftmals noch mit einer Illustration versehen. Alles in allem in einer gut verständlichen Sprache, was mir recht gut gefallen hat.

Auch die Zitate, die man zu diesem Thema immer wieder mal im Buch findet, haben mir zugesagt. Man wird hier gut unterhalten, darf auch mal schmunzeln oder nachdenken. Meiner Ansicht nach ist das ein absolut gelungenes Buch, welches Tischregeln und Etikette gut erklärt ohne dabei abgehoben zu sein. Von mir gibt’s eine absolute Empfehlung für ein Buch, das sehr gut an das Thema Etikette, Manieren und gewisse Essensempfehlungen heran geht. 5 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 01.03.2018

Ganz klar, Übung macht den Meister…

Handlettering Alphabete – Das Übungsheft mit original Tombow ABT Dual Brush Pen
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Das Buch bietet einen guten Einblick in die Welt des Handlettering, bringt einem zahlreiche Alphabete näher und man erhält von der Autorin Tipps und Tricks wie es gut funktioniert. Außerdem bietet das ...

Das Buch bietet einen guten Einblick in die Welt des Handlettering, bringt einem zahlreiche Alphabete näher und man erhält von der Autorin Tipps und Tricks wie es gut funktioniert. Außerdem bietet das Buch, das mit einem praktischen am Buch seitlich befestigten Brush Pen versehen ist, auch direkt Übungsseiten, so dass man hier auf Hilfslinien direkt die verschiedenen Schriftarten ausprobieren kann.

Handlettering ist etwas, was einem momentan fast überall begegnet. So sieht man in den unterschiedlichsten Läden und Lokalen richtig schön ge- bzw. beschriebene Tafeln, Kurse zu diesem Thema werden angeboten, ebenso findet man auch unzählige Glückwunschkarten mit solch verschnörkelter Schrift.

Im Buch, das im DIN A 4 Format mehr wie ein Heft daher kommt, was aber durchaus praktisch ist, zeigt die Autorin grundsätzliche Dinge rund um das Thema Hand Lettering. So erläutert sie direkt zu Beginn erst einmal wie wichtig die Haltung dafür ist, ebenso aber die Konzentration, die Größe der Buchstaben und dass Langsamkeit hier deutlich angebracht ist um sich auf die einzelnen Formen zu konzentrieren. Fortan zeigt sie auf einer Seite eine Schriftart, d.h. diese ist hier in Groß- und oft auch Kleinbuchstaben zu sehen und erläutert einiges dazu. Auf den folgenden Seiten gibt es dann pro Buchstabe je eine Zeile auf der der Buchstabe zuerst fett abgedruckt ist, anschließend noch dreimal in einem dezenten Grauton zu finden ist, so dass man diesen Buchstaben erst noch nachfahren und schließlich auf der restlichen Zeile selbst schreiben kann. Sind Groß- und Kleinbuchstaben vorhanden so ist das Alphabet dieser Schriftart erst in Großbuchstaben zum Üben abgedruckt, auf den weiteren Seiten findet man dann die zugehörigen Kleinbuchstaben. Auch Deko-Elemente finden sich hier wieder, so dass man auch hier tolle Einblicke bekommt und diese üben und ausprobieren kann.

Weiter hinten im Buch findet man dann Tipps zum Brush-Lettering, d.h. schreiben mit einem Pinselstift, wie er dem Buch auch beigefügt ist. Hier kann man ja durch wenig und viel Druck beim Schreiben den jeweiligen Buchstaben eine unterschiedliche Ausdrucksform geben und dann auch somit gestalten.

Mir gefällt dieses Übungsheft sehr gut, die Anleitungen finde ich jeweils ganz gut, ebenso die Tricks. Durch die Übungsseiten macht man dies dann auch effektiv, man sollte sich aber auch wirklich einfach die Zeit dafür nehmen. Gut gefallen hat mir auch, dass hier nochmal drei Buchstaben in einem abgestuften Grauton abgedruckt sind, die man dann mit einem Stift erstmal nachfahren kann, bis man den jeweiligen Schwung vielleicht drauf hat. Alles in allem ist Handlettering sicher eine Sache für die man Zeit und Muße braucht, und eine Prise Talent ist sicher auch nicht verkehrt. Man sollte hier unbedingt geduldig mit sich selbst sein. Wer wirklich lernen will, wie man hier eigene Karten damit gestalten kann, dem kann ich dieses Buch nur empfehlen. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 27.02.2018

Sport ist kein Unterrichtsfach. Sport ist eine Freizeitbeschäftigung.

Eingeschlossene Gesellschaft
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Sechs Mitglieder des Lehrkörpers sitzen an einem Freitagnachmittag noch im Lehrerzimmer des städtischen Gymnasiums. Sie sind schon dabei ins Wochenende aufzubrechen als plötzlich der Vater eines Schülers ...

Sechs Mitglieder des Lehrkörpers sitzen an einem Freitagnachmittag noch im Lehrerzimmer des städtischen Gymnasiums. Sie sind schon dabei ins Wochenende aufzubrechen als plötzlich der Vater eines Schülers vor der Tür steht, der für die Abiturzulassung seines Sohnes kämpfen will, denn hier fehlt nur ein Punkt zur Zulassung. Dazu greift er sogar zur Waffe... Die Lehrer, die unterschiedlicher nicht sein könnten, versuchen das auf ihre eigene Art und Weise zu lösen, dabei kommen Dinge ans Tageslicht, die bislang eher totgeschwiegen bzw. verdrängt wurden…

Hörbucher finde ich immer wieder interessant, auf „Eingeschlossene Gesellschaft“ war ich recht gespannt, da das Hörbuch auch in den verschiedensten regionalen Lokalitäten mit den kostenlosen Postkarten beworben war. Habe ich bislang so noch nicht erlebt.

Gelesen wird das Originalhörspiel von Annette Frier, Jan Weiler, Wolf Anio., Jan Maak, Reinhart Firchow, Florian Lange, Lieke Hoppe und Yascha Finn Nolting. Bis auf Annette Frier und Jan Weiler sagen mir die Namen hier nichts, aber das macht meiner Ansicht nach auch nichts, denn die Hauptsache ist, dass die Stimmen für das Hörspiel passen. Und das tun sie meiner Ansicht nach, die Stimmen sind meist auch recht unterschiedlich, lediglich bei den zwei Lehrerinnen im Hörspiel habe ich mir schwer getan diese immer wieder zu unterscheiden. Zwischenzeitlich hatte ich sogar vermutet, dass Annette Frier beide Damen spricht, was aber ja nicht der Fall ist.

Ansonsten ist das Hörspiel wirklich toll gemacht, man bekommt wirklich den Eindruck mitten im Geschehen zu sein, immer mal wieder hat man ein Stimmengewirr, außerdem kleine Nebengeräusche, kurzzeitig mal eine musikalische Ummalung – so zum Beispiel zu Beginn der ersten und zweiten CD. Überhaupt muss ich sagen, dass mich die Geschichte sehr gut unterhalten hat, es war teilweise lustig, hat aber auch sehr zum Nachdenken angeregt – frei nach „Wer ohne Schuld ist, werfe den ersten Stein.“.

Mich hat dieses Hörbuch absolut überzeugt, ich wurde über die Dauer von 1 Stunde und 40 Minuten gut unterhalten, habe mich amüsiert, war am Kopf-schütteln und Wundern über die auftauchenden Geschichten und Geheimnisse sowie Überlegungen. Es war wirklich spannend hier selbst einmal teilweise zu überlegen, wie man selbst in einer solchen Situation entschieden hätte, ob man da vielleicht seine eigenen Prinzipien über Bord wirft oder weiterhin nach dem bisherigen System fortfährt… Ich wurde hier also wirklich sehr gut unterhalten, es war auf keinen Fall eintönig oder langweilig. Entsprechend vergebe ich hier 5 von 5 Sternen und spreche eine Empfehlung aus.

Veröffentlicht am 21.02.2018

Wenn die Betonung schief läuft.

BGB
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Ein Hörbuch der etwas anderen Art – verschiedenste Paragraphen aus dem Bürgerlichen Gesetzbuch werden hier von Christoph Maria Herbst vorgelesen. So sind dies teils Fakten, die mehr oder weniger nützlich ...

Ein Hörbuch der etwas anderen Art – verschiedenste Paragraphen aus dem Bürgerlichen Gesetzbuch werden hier von Christoph Maria Herbst vorgelesen. So sind dies teils Fakten, die mehr oder weniger nützlich für den ein oder anderen sind, beispielsweise gibt es da den § 1619, nachdem der Nachwuchs verpflichtet ist im elterlichen Haushalt mitzuhelfen.

Nicht nur bei Büchern bin ich offen für neue Themen, auch bei Hörbüchern ist das so. Da darf es gerne auch mal etwas ganz anderes sein, etwas Kurioses. So also habe ich mich für dieses Hörbuch entschieden, was mir die Zeit bei der ein oder anderen Autofahrt etwas verkürzen sollte.

Gesprochen wird dieser Auszug aus dem Bürgerlichen Gesetzbuch von Christoph Maria Herbst, den ich für so etwas doch auch ganz gerne mag. Er hat eine angenehme, eingängige Stimme. Hier ist es jedoch so, dass er oftmals die Stimme noch ein wenig senkt, wenn es dann um die genauere Stelle im Gesetz geht. (z.B. „Absatz 1“ oder eben „Absatz 2“). Hier senkt er aber die Stimme so, dass es sich für mich ein wenig schwachsinnig anhört, es ist einfach eine sehr unangenehme Betonung, die da in seiner Stimme liegt.

Auch inhaltlich muss ich sagen, dass ich mir hier deutlich mehr vom Hörbuch versprochen habe. So mag es für Jurastudierende sicher hilfreich sein, dass man hier verschiedene Paragraphen vorgelesen bekommt und sie sich so eventuell besser einprägen kann, für mich als Ottonormalverbraucher war es nur gelegentlich interessant. Klar ist es mal interessant zu wissen, wie rechtlich zu beurteilen ist, wie das mit den Namensrecht ist oder wo der Wohnsitz eines Soldaten ist. So wirklich benötigen tue ich diese Information aber nicht wirklich. Außerdem wird dies alles mehr oder weniger belanglos von Christoph Maria Herbst vorgelesen, bis auf die speziellen schon erläuterten Betonungen. Er lässt hier also keine eigenen Beurteilungen einfließen, die ja durchaus ganz witzig sein könnten. All das fand ich schade.

Alles in allem war es ein interessanter Versuch mal ein ganz anderes Hörbuch zu hören, was für mich nicht so richtig geglückt ist. Da gibt es für mich doch deutlich bessere Themen, die mich auch noch mehr interessieren. Klar waren spannende Informationen enthalten, aber gänzlich überzeugt hat mich das Hörbuch leider eben nicht.

Entsprechend vergebe ich hier 2 von 5 Sternen, eine Empfehlung kann ich nicht wirklich aussprechen.