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Veröffentlicht am 03.01.2017

Max ist evangelisch. Der religiöse Super-GAU.

In Ewigkeit, Amen
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Lisa Wild, eine Lokaljournalistin Mitte Zwanzig führt ein beschauliches, angenehmes Leben. Zusammen mit ihrer leicht verwirrten Oma, bei der sie auch wohnt, findet sie in der Kirche an der Orgel den toten ...

Lisa Wild, eine Lokaljournalistin Mitte Zwanzig führt ein beschauliches, angenehmes Leben. Zusammen mit ihrer leicht verwirrten Oma, bei der sie auch wohnt, findet sie in der Kirche an der Orgel den toten Organisten Wanninger. Es handelt sich dabei aber nicht um den ersten toten Kirchenmusiker im Ort, bereits vor Jahren kam der vorherige Organist ums Leben. Bald schon finden sich die beiden Damen mitten im Zentrum der polizeilichen Ermittlungen, auch Lisa's Freund, Max der Polizist aus Norddeutschland, rückt zuhause mit keinen weiteren Informationen heraus. Also will Lisa selbst ermitteln...

Ja, ich hatte mich richtig auf dieses Buch gefreut, die Story klang gut, mir war mal wieder nach solch einem Heimatkrimi, ja. Aber schon nach gut zwanzig, dreißig Seiten war klar, dass es mich nicht hundert Prozentig begeistern kann. Aber mal langsam. An sich ist die Geschichte ja durchaus nachvollziehbar, Lisa lebt bei der Oma, das ist zwar ungewöhnlich, aber jetzt auch nicht unbedingt sooo außergewöhnlich, finde ich. Max, der Freund, der aus Norddeutschland ist, kann die Leute im Ort wegen des Dialekts wohl öfter mal nicht verstehen, so dass Lisa ihm dann auch öfter was übersetzt, ungefragt, versteht sich. Auch der Mord ist gut geschildert, also wie der Tote aufgefunden wird etc., der Mord wird im Buch nicht zu Beginn geschildert (also wie da was passiert ist, etc.). Was ich dann aber nicht so schön finde: Von Lisa und der Großmutter wird immer wieder recht kryptisch berichtet, dass sie ja bereits in anderen Todesfälle verwickelt waren bzw. zuletzt auch schon mal eine Leiche gefunden haben. Wirklich aufgeklärt wird das im ganzen Buch aber nicht. Womöglich will man das dann im nächsten Buch machen?

Mich hat das unheimlich genervt, mensch, entweder man schreibt davon und löst es dann auch einfach mal ein bißel auf, oder man schreibt eben nicht ständig so davon. Außerdem ist ständig von "Der Sünde, als Kurtisane zu leben" die Rede. Weil Lisa ja nicht mit Max verheiratet ist, die Oma aber hoch-christlich und der außereheliche Geschlechtsverkehr eine Sünde ist... zum einen hätte ich dann einmal eine gescheite Erklärung dafür erwartet, zum anderen trifft meiner Ansicht nach dieser sehr oft im Buch genannte Begriff hier nicht wirklich zu... aber gut, hauptsache man hat dieses Wort auch untergebracht...

Dass die Oma von Lisa verwirrt ist, mag mit Mitte 80 nichts außergewöhnliches sein, ich würde dies mal auf Demenz zurück führen und finde es insofern eigentlich schade, dass es dann manchmal als etwas lächerlich hingestellt wird. (Demenz ist eine Erkrankung!) Auch die Tatsache, dass die Oma einen "Strahlenapparat" hat, damit sämtliche Strahlung (von Handys, Telefonen, Laptops etc.) genommen wird, halte ich für ein wenig übertrieben... aber gut...

Generell fand ich den Schreibstil ganz gut, denn man konnte das meiste gut nachvollziehen (außer diesem frühere Leiche, Erinnerungen an Früher-Gedöns), es war alles gut zu lesen und verständlich. Aber die Art und Weise wie diese Geschichte geschrieben ist, wie auf einmal locker mal mindestens zwölf Personen im Buch agieren, das hat mir auch nicht gefallen. Man konnte schon fast nicht mehr nachvollziehen, wer jetzt wirklich gemeint ist, wer mit wem, warum. Nein, so möchte ich nicht unterhalten werden, das hatte ich mir anders vorgestellt und gewünscht.

Ich bin von diesem Buch echt enttäuscht, das Erstlingswerk der Autorin hätte man sich meiner Meinung nach echt schenken können, ich hoffe mal da kommen keine Nachfolgebücher... :-o

Irgendwie hab ich es beim Schreiben verpasst, aber nachdem es mir nicht mehr aus dem Kopf geht, möchte ich das noch kurz nachtragen:

Ich fand den Schreibstil ein bißel Rita-Falk-like, d.h. ich habe das Gefühl, die Autorin möchte gerne so ein bißel sein bzw. schreiben wie sie, was ihr aber eben nicht gelingt.

Veröffentlicht am 03.01.2017

Rosamund Pilcher-Krimi.

Im kalten Licht des Frühlings
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Auf Whalsay, einer kargen Shetlandinsel ist die Archäologin Hattie damit beschäftigt ein vermeintliches Kaufmannshaus bei Ausgrabungen auf dem Land von Mima, einer alten Frau, freizulegen. Auf einmal wird ...

Auf Whalsay, einer kargen Shetlandinsel ist die Archäologin Hattie damit beschäftigt ein vermeintliches Kaufmannshaus bei Ausgrabungen auf dem Land von Mima, einer alten Frau, freizulegen. Auf einmal wird dabei ein Skelett entdeckt. Kurze Zeit später ist Mima tot, angeblich wurde sie bei einem Jagdunfall getötet. Detective Jimmy Perez nimmt die Ermittlungen auf, da er sich hinsichtlich der Unfalltheorie nicht wirklich sicher ist. Da geschieht ein weiterer Mord...

Nun sollte es mal wieder ein Krimi sein, den ich da lesen wollte. Ich war wirklcih gespannt darauf, zumal ich von der Autorin bislang auch noch nichts gelesen habe. Die Geschichte klang an und für sich ganz spannend, beim Lesen hätte ich mir dann aber irgendwie mal kurzzeitig eine kleine Landkarte im Buch gewünscht - einfach zum besseren Verständnis bzw. um einen besseren Überblick zu haben und zu behalten. Die englischen Namen sind einfach nicht unbedingt mein Fall, dass es hier dann noch um die ein oder andere Insel geht, hat es mir nicht gerade leichter gemacht. (Im Nachhinein ist mir klar, warum die Autorin diesen Spielort für ihren Roman ausgesucht hat - weil sie dort mal gelebt hat... - nun ja...) Das war schon das erste Manko...

Weiter gehts bei den vielen verschiedenen Personen im Buch, den jeweiligen Verwandtschaftsverhältnissen und Beziehungen untereinander. Auch das fand ich nicht so gut zu durchblicken bzw. immer irgendwie etwas verworren. Von der Darstellung von Sandy, dem örtlichen Polizisten, der als der Dorftrottel-Polizist dargestellt wird, mal ganz zu schweigen... dass er eins und eins zusammen zählen kann ist quasi fast schon ein Wunder... er wird im Buch wirklich so hingestellt, als wäre er der hinterletzte Depp... und beruflich eben äußerst unerfahren... hm...
Desweiteren bin ich mit den Ermittlungsmethoden einfach nicht wirklich einverstanden... Das Buch spielt in der Jetzt-Zeit, d.h. man könnte durchaus die verschiedensten Möglichkeiten die heute vorhanden sind auch nutzen. Gerade hinsichtlich einer rechtsmedizinischen Untersuchung beispielsweise hört man nur einmal im Buch davon, desweiteren bin ich der Meinung, dass man auch weitere Details kriminaltechnisch behandeln könnte etc. (Ich sage nur: Schusswaffe...). Würde der Roman in den 50er Jahren spielen, könnte ich es ja nachvollziehen, dass dies nicht geschieht. Tut die Geschichte aber ja nicht... nun ja...

Ansonsten war das Buch vom Lesen her soweit gut nachvollziehbar, keine komplizierten Sätze, keinerlei großartigen Fremdwörter, hier kann ich nicht wirklich meckern, das hat schon gut gepasst und alles war sehr verständlich geschrieben.

Generell ist auch die Geschichte an sich spannend geschrieben, eine durchaus plausible Geschichte, die gelegentlich auch etwas humorvoll ist, den ein oder anderen vielleicht auch ein bißel berührt, auch Unterhaltungswert besitzt.

Eine kleine Ungereimtheit ist mir noch aufgefallen:

Seite 185
Perez stand auf und ging in die Küche, um Tee zu kochen. ... ... setzte sich in die Fensternische, um auf den Hafen hinauszuschauen, während er seinen Kaffee trank.

Ja, was nun? Tee? Kaffee?

Nun gut... das war eben so ne kleine Sache, die mir aufgefallen ist beim Lesen...

Ansonsten bin ich hinsichtlich einer Empfehlung eher etwas zwiegespalten, bleibe unentschlossen und vergebe hier 3 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 03.01.2017

Das Zauberwort heißt Schokolade.

Ihr seid doch alle Mixer!
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Mama: "Wie heißt das Zauberwort?" Charlotte (3): "Schokolade?" (Seite 9) Im Buch hat Ilka Heinemann die unterschiedlichsten Aussagen und Sprüche von Kindern zusammen getragen. Diese sind so verschieden ...

Mama: "Wie heißt das Zauberwort?" Charlotte (3): "Schokolade?" (Seite 9) Im Buch hat Ilka Heinemann die unterschiedlichsten Aussagen und Sprüche von Kindern zusammen getragen. Diese sind so verschieden wie die Kinder selbst, mal sind es einfach sehr lustige Sprüche, dann mal wieder äußerst emotionale Aussagen, gelegentlich aber auch einfach kuriose Feststellungen, die zum Schmunzeln anregen.

Ich lese ja auch immer wieder gerne mal lustige, unterhaltsame Bücher. Bei diesem Buch handelt es sich um ein solches. Wobei es kein Roman ist, sondern eine Zusammenstellung von wunderbaren Aussagen von Kindern. Die meisten Aussagen im Buch sind von Kindern im Alter von 2-6 Jahren gemacht worden. So findet man auch bei eigentlich jedem Spruch neben dem Namen des Kindes auch das Alter.

Über Leseschwierigkeiten oder eine "schwere" Sprache muss man sich bei diesem Buch definitiv keine Gedanken machen, denn es ist eine durchaus gut verständliche Sprache - lediglich werden manchmal die Begriffe etwas "durcheinander gehen", so wird aus der "Autoritätsperson" eine "Autoritätsportion" - was Kinder eben so draus machen.

Die Aussagen der kleinen (bzw. vielmehr jungen) Menschen sind so unterschiedlich wie sie nur sein können, es ist so interessant und wunderbar zu lesen, was sie so beschäftigt. Mal sind es nur simple Dinge, mal haben sie sich wirklich ziemliche Gedanken gemacht, es ist einfach putzig zu lesen.

Überhaupt ist es eine angenehme Lektüre. Eine Lektüre, zu der man jederzeit mal greifen kann, man muss das Buch also nicht unbedingt am Stück lesen, nein, auf keinen Fall. Sondern kann immer dann mal reinlesen, wenn man lustig ist. (Vielleicht nicht in eh schon sehr emotionalen Situationen, zumindest ist das so meine Einschätzung.)
Was ich auch noch schön gemacht finde am Buch: Hinten sind ein paar leere Seiten vorhanden, hier kann man also noch persönlich die Aussagen und Sprüche ergänzen, die die lieben Kleinen so gemacht haben, die Gedanken, die einem laut ausgesprochen über den Weg gelaufen sind, all sowas eben.

Interessant ist das Buch sicher nicht nur für Eltern sondern auch sonst für all diejenigen, die mit Kindern zu tun haben. Egal ob beruflich oder privat, für Menschen, die ein Herz für Kinder haben ist dieses Buch absolut geeignet - denn beim Lesen geht einem ein Herz auf.

Von mir gibts für diese wunderbare Lektüre definitiv 5 von 5 Sternen sowie eine Empfehlung.

Veröffentlicht am 03.01.2017

Tschüss, Niveau, bis Montag!

Ich will es doch auch!
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Charlotte, 39 Jahre alt, steht mitten im Leben. Sie hat einen guten Job als Kardiologin, einen äußerst geregelten Ablauf ihrer Woche, aber eben keinen Kerl am Start. Ihre Eltern hören die biologische Uhr ...

Charlotte, 39 Jahre alt, steht mitten im Leben. Sie hat einen guten Job als Kardiologin, einen äußerst geregelten Ablauf ihrer Woche, aber eben keinen Kerl am Start. Ihre Eltern hören die biologische Uhr jedoch schon laut ticken und würden sie natürlich entsprechend gerne in einer guten Beziehung sehen. Als Charlotte dann einen Klempner kennenlernt, ist ihr Umfeld allerdings entsetzt. Downdating? Uwe? Das kann doch nichts werden...

Ich hab mich wirklich drauf gefreut mal wieder was von Ellen Berg lesen zu können. Die Geschichte an sich klang auch ganz lustig, von "Down-Dating" hatte ich bislang noch nichts gehört, aber beim Lesen bin ich ja generell recht offen, würde ich sagen.

Von bisherigen Büchern der Autorin wusste ich, dass mir ihr Schreibstil wirklich zusagt - und ich wurde auch bei diesem Buch nicht enttäuscht. Es lässt sich flüssig lesen, ist interessant, spannend und witzig geschrieben, bringt zwar gelegentlich - dank der Hauptdarstellerin ;) - medizinische Fachbegriffe mit sich, dies fand ich aber jetzt nicht so tragisch. Dennoch war nämlich alles gut nachvollziehbar. Durch Uwe, den Klempner, wird es im Buch immer wieder amüsant, denn er trägt ja bevorzugt amüsante Sprüche-Tshirts, was meiner Ansicht nach auch ganz großes Kino beim Lesen war. Ich hab mich wirklich schlapp gelacht, manche Sprüche waren mir zwar durchaus bekannt, andere noch nicht. Fand ich sehr gut mit eingebaut!

Auch die Geschichte ist soweit nachvollziehbar und könnte durchaus dem täglichen Leben entnommen sein, manchmal kommen die Dinge ja anders als man denkt/hofft/meint - und so ist es auch im Buch. Gelegentlich kann der Leser zwar manches vielleicht schon ein wenig vorher sehen bzw. hat eine bessere Auffassungsgabe als Charlotte im Buch, wobei Charlotte sowieso nicht unbedingt mit der besten Menschenkenntnis (bzw. gar Männer-Kenntnis ;) )ausgestattet ist.

Mich hat das Buch wirklich sehr gut unterhalten, es war locker-leichte Kost, ich hatte es schnell gelesen, es hat super viel Spaß gemacht es zu lesen, brachte auch einige emotionale Moment mit sich (Haaaach... ;) ), ja, es hat mir wirklich ziemlich gut gefallen.

Ich vergebe hier 5 von 5 Sternen und spreche eine Empfehlung aus.

Veröffentlicht am 03.01.2017

Ich erfinde Freunde, mit denen ich angeblich dies+das unternehme.

Ich kann keine Wurstzipfel essen
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Im Buch hat Christian Brandes aka Schlecky Silberstein die kuriosesten Spleens aufgeführt, die auf Spleen24 (http://spleen24.tumblr.com/ ) von den verschiedensten Menschen aufgeführt wurden. Unterteilt ...

Im Buch hat Christian Brandes aka Schlecky Silberstein die kuriosesten Spleens aufgeführt, die auf Spleen24 (http://spleen24.tumblr.com/ ) von den verschiedensten Menschen aufgeführt wurden. Unterteilt sind diese Spleens in verschiedene Kategorien - wie "Verkehr", "Ängste", "Regeln", "Kopfkino", "Hygiene" oder auch "Zahlen".

Kuriose und witzige Bücher mag ich ja gerne. Entsprechend hab ich mich auf und über dieses Buch wirklich gefreut. Von Spleen24 hatte ich bislang noch nichts wirklich gehört, von Schlecky Silberstein (also dem Blog) durchaus schon. Nun ja.

Der Aufbau des Buches in die verschiedenen Kapitel gefällt mir sehr gut, so kann man direkt das Buch auch nur kapitelweise lesen - also nach den Themen, die für einen interessant sind. Muss man aber ja nicht.

Je Kapitel sind dann die einzelnen Spleene (oder heißt es Spleens?) aufgeführt, mal sind sie nur ein, zwei Zeilen lang, mal acht, neun Zeilen lang, je nachdem wie ausführlich der Spleen beschrieben ist bzw. wie umfangreich er ist.
Darunter findet man dann die Angabe, wieviele Leute diesen Spleen teilen - eben auch haben. (Was sich von den Angaben von der Homepage ableitet - dort kann man "ich auch!" anklicken - und so wird dann gezählt, wem es genauso geht.)

Vom Schreibstil her kann man hier nichts bemängeln, da es ja meist nur kurze Sätze und konkrete Aussagen sind - und das wohl von Menschen wie du und ich. Verständlich sind die Aussagen auf alle Fälle - zumindest inhaltlich. ;) Ansonsten sind manchmal wirklich Spleens vorhanden, bei denen man nur mit dem Kopf schütteln kann - aber nun gut, jeder Mensch ist eben auch einfach anders... entsprechend ist sowas für jeden anders kurios oder eben auch normal.

Ich habe mich beim Lesen sehr amüsiert - und mag solche Bücher gerne, bei denen man einfach mal wild drin herum blättern kann - und jederzeit immer wieder drin lesen kann. Gelegentlich hatte ich das Gefühl, dass sich manche Spleens ähneln, das fand ich dann schade, dass die ähnlichen Sachen auch aufgeführt wurden, ich finde, das hätte man sich dann durchaus sparen können...

Generell kann man diese Auflistung der Spleene natürlich auch online lesen, es braucht also nicht unbedingt ein Buch dafür. Dennoch finde ich solche Lektüren ganz klasse, weil man halt auch nicht alles am Stück lesen muss, sondern einfach immer mal wieder hinein blättern kann. :)

Von mir gibts für dieses lustige, unterhaltsame Buch 4 von 5 Sternen sowie eine Empfehlung, einen Stern ziehe ich hinsichtlich der Wiederholungen (bzw. ähnlichen Eigenarten) ab.