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Veröffentlicht am 17.11.2016

Die kleine Sushi macht dem Opa die Hölle heiß...

Dampfnudelblues
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An das Haus des Schulrektors Höpfl hat jemand in roter Schrift "Stirb, du Sau" hingeschrieben. Franz Eberhofer, der Dorfpolizist in Niederkaltenkirchen soll nun klären, wer dies gemacht hat. Doch während ...

An das Haus des Schulrektors Höpfl hat jemand in roter Schrift "Stirb, du Sau" hingeschrieben. Franz Eberhofer, der Dorfpolizist in Niederkaltenkirchen soll nun klären, wer dies gemacht hat. Doch während er ein wenig ermittelt und vielmehr dem Alltag als Dorfpolizisten nachgeht, wird auf einmal ein Toter aufgefunden...

Die Geschichte des Buches habe ich mir vorm Lesen des Buches gar nicht wirklich durchgelesen, d.h. ich wusste nicht, worauf ich mich hier einlasse, lediglich, dass es wohl ein Bayern-Krimi ist... Und gleich zu Beginn des Buches wusste ich, dass es mir gefällt, denn der Schreibstil der Autorin gefällt mir sehr gut. Sehr leicht zu lesen, sehr unterhaltsam, bayrisch, wie ich finde, was mir sehr gut gefällt.

Durchs Sehen eines Filmtrailers hatte ich nun schon ein bißel ein Bild im Kopf, was aber nicht wirklich schlecht war, denn Franz Eberhofer wird im Film von Sebastian Bezzel gespielt,den ich als Schauspieler sehr sympathisch finde. (So ist mein Film, der beim Lesen im Kopf abläuft, ein bißel durch die "Realität" beeinflusst worden.)

Dennoch fand ich die Story einfach grandios, die Geschichte ist sehr gut geschrieben, ist gut nachvollziehbar, wenn auch nicht unbedingt einfach, was aber bei Krimis öfter mal der Fall ist, man muss ja verschiedenen Spuren nachgehen. Durch die Geschichte von Franz Eberhofer als Dorfpolizist, sein Privatleben, seine Besuche bei Polizeikollegen etc. kommt einiges an Abwechslung ins Buch. Der Schreibstil gefällt mir echt gut, auch dass das Buch so lustig geschrieben ist, teilweise ist manches natürlich auch übertrieben dargestellt, was es aber eben sehr lustig macht.

Mir hat dieses eBook sehr gut gefallen, ich kann es einfach nur empfehlen, auch die im Buch im Anschluss enthaltenen Rezepte finde ich toll, hier ist das Rezept für Dampfnudeln enthalten, außerdem auch weitere bayrische Rezepte von Oma. Den Anhang mit dem Glossar finde ich auch gut gemacht, hier sind ja sämtliche bayrische Begriffe nochmal ausführlicher erklärt, weiterhin mit viel Humor.

Ich vergebe hier 5 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 17.11.2016

Döner bei Kerzenschein.

Candlelight Döner
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"Tante Freya - sehr gläubig - hat sich erzählen lassen, dass Menschen, die Schweinefleisch essen, niemals eifersüchtig sind. Das ist in ihren augen ein Makel, denn Männer, die nicht eifersüchtig werden, ...

"Tante Freya - sehr gläubig - hat sich erzählen lassen, dass Menschen, die Schweinefleisch essen, niemals eifersüchtig sind. Das ist in ihren augen ein Makel, denn Männer, die nicht eifersüchtig werden, sind keine echten Kerle. Außerdem ist ihr zu Ohren gekommen, dass Menschen, die Schweinefleisch essen, anders riechen. Als ich ihr Stefan vorstelle, versucht sie sofort rauszufinden, ob das zutrifft."

Das Buch wird im Ich-Stil erzählt, man erfährt alles aus der Sicht der jungen Deutsch-Türkin. Diese ist nun acht Jahre verheiratet ohne den (von der Familie) ersehnten Nachwuchs gezeugt zu haben, was nicht normal zu sein scheint. Sie ist mit einem Deutschen, mit Stefan, der Kartoffel verheiratet, der ihr schon nach kurzer Zeit des Zusammenseins einen Heiratsantrag macht. Die Eltern der Türkin wissen nichts von ihm bzw. kennen ihn jedoch nicht, also stellt sie ihren Eltern Stefan vor. Er besteht die "Probe", wird gut in die Familie aufgenommen. Nun gilt es nach der Hochzeit auch die Verwandtschaft in der Türkei zu besuchen, was beide auch meistern, obwohl ihn (also Stefan) Tante Ferya erstmal beschnuppert, da gibt es ja die "Schweinefleisch-Weisheit". (S. Klappentext vorne). Nach acht Jahren Ehe und dem 30. Geburtstag der Erzählerin soll nun einen Tag später die Weihnachtsfeier, die man in der Türkei so nicht kennt, bei ihr und Stefan ausgerichtet werden. Was auch klappt, allerdings muss einiges vorbereitet werden.....

Das Buch schreibt die Erzählerin wie gesagt in Ich-Form, sie erzählt rückblickend vom Kennenlernen der "Kartoffel" Stefan ("Candlelight Döner..."), und dann auf dem Weg bzw. bei den Vorbereitungen zur Weihnachtsfeier kommen ihr die erlebten Geschichten mit Stefan bzw. ihrer türkischen Verwandtschaft immer mal wieder in den Sinn.

/ Schreibstil /

Ich finde das Buch ist schön locker und leicht geschrieben, keine schwere Kost also, man wird auch an einige türkische Wörter herangeführt, die in den Sprechsätzen vorkommen verwendet und aber auch erklärt werden. Trotzdem ist es aber kein Wörterbuch! Es sind Kapitel, die nicht allzulange sind, aber auch nicht zu kurz, mal kommt nach 8 Blättern ( also 16 Seiten ), mal "erst" nach 12 Blättern ( 24 Seiten ) ein neues Kapitel, insgesamt sind es 11 Kapitel.

/ Leseempfehlung / "

Ich kann das Buch wirklich nur weiterempfehlen. Es ist super lustig geschrieben, man erfährt etwas über die türkische Kultur, manche Klischees entpuppen sich als teils wahr, andere als falsch. Und zum Ende des Buchs gibt's auch noch eine Überraschung....
Ein wirklich tolles Buch, im Taschenbuchformat passt es auch in jede Handtasche , sehr lustig, mal zu sehen, wie es in so einer Ehe als Deutsch-Türkin wohl ist, noch dazu, dass sie relativ früh, mit unschuldigen 21 Jahren, geheiratet hat.

Als Anmerkung:

Es handelt sich um viele wahre Geschichten, was sich jedoch wann wie wirklich zugetragen hat, wird nicht verraten. Auch ist der Vater der Autorin nicht wie im Buch dargestellt ein "Barbar", sondern für sie der "coolste Vater der Welt".

Auf eventuell weitere Bücher freue ich mich schon jetzt, da ich das Buch super unterhaltsam fand. Ergreifend fand ich das Buch von daher, dass es super lustig war, und ich manchmal auch mitgefühlt habe.

Ob Kauf- oder Leseempfehlung, ich kann euch das Buch nur ans Herz legen.
5 von 5 Sternen!

Veröffentlicht am 17.11.2016

Sie sind meine Sonnenscheingeschichte.

Britt-Marie war hier
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Britt-Marie ist eine sehr korrekte Frau. Fehlt bei der Tasse (aka Plastikbecher) der Untersetzer, so geht das eigentlich schon mal gar nicht. Außerdem muss immer alles geputzt sein – lieber einmal zuviel ...

Britt-Marie ist eine sehr korrekte Frau. Fehlt bei der Tasse (aka Plastikbecher) der Untersetzer, so geht das eigentlich schon mal gar nicht. Außerdem muss immer alles geputzt sein – lieber einmal zuviel als einmal zuwenig. Dabei hilft ihr Natron immer. Egal bei welchen Flecken oder Dingen im Leben – Natron ist die Hilfe schlechthin. Doch ob ihr Natron auch jetzt hilft – wo sie in einer Ehekrise steckt und deshalb noch einmal einen Neuanfang wagt? Plötzlich spielt Fußball eine größere Rolle in ihrem Leben, als sie das jemals angenommen hatte…

Den Schreibstil von Fredrik Backman kannte ich ja von „Ein Mann namens Ove“ schon, was ich aber auch schon vor einiger Zeit gelesen habe. Entsprechend war ich damit nicht ganz vertraut, habe mich aber super schnell eingelesen. Der Stil, wie Backman schreibt, gefällt mir wirklich gut. Vielleicht ist das für manch einen auch etwas ungewohnt, ich finde es aber wirklich angenehm, gemütlich zu lesen. Eine locker-leichte Sprache, die aber dennoch Anspruch hat, wie ich finde. Großartige Fachbegriffe kommen nicht wirklich vor. In gewisser Weise empfand ich die Romanfigur Britt-Marie zu Beginn des Buches erstmal ein wenig anstrengend – bis ich mich dann an ihre interessante Art und Weise und manchmal auch komische oder gar altertümliche Sicht der Dinge gewöhnt hatte. Mit der Zeit ist sie mir regelrecht ans Herz gewachsen – überhaupt die ganze Geschichte. Diese ist soweit absolut gut nachvollziehbar, durchaus zwar phantasievoll geschrieben, aber da ist nichts abgedrehtes dabei – im Gegenteil. Es ist immer wieder schön mit welcher Herzlichkeit manches im Buch geschildert wird, zumindest habe ich es so empfunden.



Während ich das Buch gelesen habe musste ich mir einige Stellen markieren (mit Post-it, natürlich nicht angemalt etc.!), einfach weil mir das Buch hier so gut gefallen hat, ich manche Ausdrücke bzw. Umschreibungen so gut fand – ich denke, das allein spricht schon sehr für das Buch.

Mir hat das Buch wirklich gut gefallen. Es ist ein Roman, der gut unterhält, der durchaus auch emotional berührt, die ein oder andere Wendung inne hat, die man so nicht vorher sehen konnte, der aber auch lustig ist. Britt-Marie ist eine Frau, die ihren Weg schon geht – manche eben früher, sie halt einfach später… Ich kann dieses tolle Buch wirklich nur empfehlen und vergebe entsprechend fünf von fünf Sternen.

Veröffentlicht am 17.11.2016

Blaupause.

Blueprint Blaupause
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Iris, eine hochbegabte Komponistin und Pianistin leidet an MS, einer unheilbaren Krankheit. Damit sie ihr Talent weitergeben kann beschließt sie, sich zu klonen. Siri, ihre Tochter - und gleichzeitig ihr ...

Iris, eine hochbegabte Komponistin und Pianistin leidet an MS, einer unheilbaren Krankheit. Damit sie ihr Talent weitergeben kann beschließt sie, sich zu klonen. Siri, ihre Tochter - und gleichzeitig ihr Zwilling, hat einen nicht immer leichten Stand im Leben zu bewältigen, denn ihr Leben scheint quasi vorgegeben zu sein. Doch wie kommt sie damit klar, mit einem Leben, in dem sie nicht wirklich frei ist?

Generell wusste ich ja schon, worum es im Buch geht, denn den Film hatte ich vor gut einem halben Jahr oder so gesehen. Entsprechend war die Geschichte nichts Neues mehr für mich, aber die Art und Weise, wie sie aufgebaut und geschrieben war, war noch neu. Mir war auch bewusst, dass es sich hier um ein Jugendbuch handelt, dennoch wollte ich es lesen - und die Aussage "Jugendliteratur" heißt ja nicht, dass es stupide Literatur ist oder eben einfach zu lesen.

Vom Schreibstil her konnte mich das Buch nicht so begeistern wie andere Bücher es bislang schon getan haben, es hat mich einfach nicht so gepackt. Die Wortwahl der Autorin ist zwar durchaus eine gute, es kommt keine komplizierte Sprache oder gar schwerer Satzbau zum Einsatz, dennoch war es einfach nicht meins. Die Art und Weise wie Siri mit dem Erwachsen-werden auch immer mehr über ihr Klon-Sein und die egoistische Art und Weise ihrer Mutter grübelt, sind einfach nicht mein Fall, ich mag durchaus gerne mal Bücher, in denen gegrübelt, überlegt wird, aber hier hat mir das einfach nicht so gefallen.

Die Geschichte an sich ist wirklich interessant und durchaus möglich - zumindest in unserem Zeitalter. Von daher war es spannend zu lesen wie sich so etwas abspielen könnte, auch wenn man in einen Menschen nicht hinein-sehen kann (wie er dann damit umgeht). In dieser Hinsicht war das Buch durchaus schön zu lesen, wenn gleich ich mit solch einer "Science Fiction"-Story nicht wirklich viel anfangen kann, es ist einfach nicht mein Genre sonst. Für eine Schullektüre eignet sich das Buch sicher ganz gut, eben auch um Stilmittel etc. mit den Schülern zu besprechen.

Ich bin hinsichtlich einer etwaigen Empfehlung wirklich hin und hergerissen, aber solch ein Buch empfindet jeder ja doch auch wieder anders. Ich vergebe hier 3 von 5 Sternen, bleibe aber unentschlossen hinsichtlich einer Empfehlung.

Veröffentlicht am 14.11.2016

Der Himmel war feuerrot, er schien zu glühen.

Bombennacht
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Würzburg, 16. März 1945. Ein schöner Frühlingstag, sonnig, vermeintlich friedlich. Viele Flüchtlinge haben hier Zuflucht gesucht, denn Würzburg schein ein sicherer Ort zu sein. Schutz sucht hier auch Eugen, ...

Würzburg, 16. März 1945. Ein schöner Frühlingstag, sonnig, vermeintlich friedlich. Viele Flüchtlinge haben hier Zuflucht gesucht, denn Würzburg schein ein sicherer Ort zu sein. Schutz sucht hier auch Eugen, ein junger Mann deutsch-russischer Abstammung, der sich vor der SS verstecken muss. Außerdem ist da Professor Werner in der Nervenklinik in Grombühl, der plötzlich mit dem Auftauchen eines totgeglaubten Mädchens konfrontiert wird, welches seine menschenunwürdigen Praktiken offenlegen kann. In seiner Villa wird gerade der Geburtstag der Tochter vorbereitet, als es immer kritischer um Würzburg wird. Denn am Ende des Tages wird sicher der Himmel rot färben, weil ein tödlicher Feuersturm entfacht wurde….

Die Geschichte Würzburgs war mir bisher schon bekannt, entsprechend natürlich auch der 16. März 1945, ein Tag der Trauer, des jährlichen Gedenkens. Wie oft war ich an diesem Tag schon zum Gedenken an die schlimmen Bombenangriffe in der Stadt – um mit vielen anderen Menschen derer zu gedenken, die unschuldig ihr Leben lassen mussten.

Umso gespannter war ich auf dieses Buch, denn hier sollte die Geschichte ja auch erzählt werden. Entsprechend war mir bewusst, wie die Geschichte in etwa verläuft, jedoch erfährt man hier die Kriegsgeschichte verbunden mit einigen Schicksalen – der unterschiedlichsten Menschen. Diese Art und Weise der Erzählung hat mir gut gefallen, konnte ich mir so doch noch ein besseres Bild vom damaligen Alltag machen, der sicher keine schöne Erfahrung war. Die Art und Weise wie dies geschrieben ist, ist gut verständlich vom Satzbau, keine komplizierte Sprache, aber natürlich inhaltlich durchaus gehaltvoll. Gut zu lesen, aber keine leichte Kost.

Interessant war es natürlich zu lesen, wo sich was wie abgespielt hat, denn die Örtlichkeiten werden immer wieder genannt, so die verschiedenen Stadtteile, Einrichtungen (Klinik, Sehenswürdigkeiten wie die Residenz, Dom) und natürlich Straßennamen. Hier habe ich selbstverständlich einen Bezug dazu, an manchen Orten hält man sich ja selbst öfter auf, und ist beim Lesen somit mittendrin im damaligen Geschehen.

Was mir zwischendurch nicht so gut gefallen hat war die Tatsache, dass sich manches immer wieder wiederholt. Da hatte der Autor meiner Ansicht nach mal eine Phase, in der sich vorher schon geschriebenes wiederholt, vielleicht auch, weil er es nochmals ausdrücken wollte, für mich war es leider ein bißchen nervig.

Die vorne und hinten im Buch eingedruckten Straßenkarten von Würzburg (also direkt auf der Umschlagsseite innen) fand ich sehr gut, hier konnte man sich dann optisch auch ein Bild von der damaligen Stadt machen. Im Buch hinten findet man die gleiche Karte wie vorne, hier sind dann jedoch die Bombenangriffe mit eingezeichnet.

Wer an Geschichte interessiert ist, dem kann ich dieses Buch wirklich nur empfehlen. Ich finde die Verknüpfung von Geschichte mit Erzählung von Schicksalen wirklich gut gemacht, ob sich diese Schicksale wirklich alle so ereignet haben, kann ich nicht sagen, vorstellbar ist es aber. Mich hat das Buch sehr gefesselt, ich konnte es teilweise nicht mehr aus der Hand legen, weil ich wissen wollte, was sich wie in etwa abgespielt hat. Manche der mir bekannten Erzählungen haben sich hier noch weiter bestätigt, für mich war die Aussage „Der Himmel war rot vom Feuer“ (gesehen aus ca. 70-80 km Entfernung!!!) bisher heftig und nicht so ganz vorstellbar. Nun ist es das, vielleicht mussten manche Daten aus dem Buch mir das noch deutlicher machen.

Das Buch ist nicht nur für Würzburger, in Würzburg Lebende, dorthin Zugezogene, etc. interessant, sondern auch für alle, die sich ein bißchen für die Geschichte, die blinde Zerstörungswut des zweiten Weltkriegs interessieren. Ich vergebe hier 4 von 5 Sternen, einen Stern ziehe ich ab für manche Stellen, an denen sich gewisse vorherige Aussagen nochmals wiederholen, was ich nicht so gut fand. Eine Empfehlung für das Buch spreche ich aus.