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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.06.2019

Ein Waschbär namens Prinz Purzel

Der Esel Pferdinand - Abrakadabra, einmal grauer Esel!
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Im sechsten Band rund um den Esel Pferdinand geht es um einen Zauberer und Pferdinands sehnlichsten Wunsch ein Pferd zu sein. Ein Zauberer kommt auf den Klausenhof. Nach der Vorstellung erhofft sich Pferdinand, ...

Im sechsten Band rund um den Esel Pferdinand geht es um einen Zauberer und Pferdinands sehnlichsten Wunsch ein Pferd zu sein. Ein Zauberer kommt auf den Klausenhof. Nach der Vorstellung erhofft sich Pferdinand, dass dieser ihm seinen größten Wunsch erfüllen kann, weshalb er ihn besucht. Gleichzeitig verschwindet der braune Esel Nepomuk.

Vor einiger Zeit haben wir schon einmal eine Geschichte vom Esel Pferdinand gelesen – und ihn so kennen- und auch schätzen gelernt. Auch bei diesem Buch kann man sagen, dass die Geschichte wieder wunderbar für kleine, junge Leser geschrieben war.

Vom Schreibstil her ist dieses Buch sehr verständlich und nachvollziehbar geschrieben. Keine wirklich schwierigen oder unverständlichen Worte, auch der Satzbau angenehm. Durch die wunderbaren Bilder – illustriert wurde das Buch von Carola Sieverding – ist es auch gut einteilbar, so dass man eine Teil vorliest und Bilderseiten vom Kind gelesen werden. (Natürlich auch andersrum möglich – oder ohne Vorlesen – je nach Lust und Laune.)

Die Geschichte ist sehr unterhaltsam und auch spannend, möchte man doch erfahren ob es Pferdinand gelingen wird, dass ihm sein sehnlichster Wunsch, nämlich ein Pferd zu sein, erfüllt wird. Insofern ist das Buch wirklich bis zum Ende hin absolut lesenswert und unterhaltsam. (Und auch diese Wunschgeschichte ist generell sehr gut gelöst/geglückt, also die Umsetzung der Autorin.) Auch gibt es immer wieder lustige Momente, allein der Name des Esels, eben Pferdinand, ist ja schon amüsant.

Für uns war das wieder eine sehr gute und unterhaltsame Lektüre für junge Leser, die durchaus Spaß gemacht hat und den Wunsch nach mehr Pferdinand-Büchern geweckt hat. Entsprechend vergeben wir hier 5 von 5 Sternen und sprechen eine Empfehlung aus.

Veröffentlicht am 25.06.2019

Wann hab ich je mit einer Geschäftsidee falsch gelegen? Ich sage nur: Wurstpralinen.

Die Känguru-Chroniken (Die Känguru-Werke 1)
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Eigentlich zieht das kommunistische Känguru in der Wohnung gegenüber der von Marc-Uwe Kling ein. Aber nach kurzer Zeit zieht es dann bei ihm ein – und so sind die beiden nun sowas wie eine WG- oder auch ...

Eigentlich zieht das kommunistische Känguru in der Wohnung gegenüber der von Marc-Uwe Kling ein. Aber nach kurzer Zeit zieht es dann bei ihm ein – und so sind die beiden nun sowas wie eine WG- oder auch fast Lebensgemeinschaft. Schicksalsgefährten, wenn man so will. Die interessanten Ansichten des Kängurus bringen Marc-Uwe Kling das ein oder andere Mal auf die Palme – und sind aber auch sehr amüsant.

Durch Zufall kam ich nun „zum Känguru“ – das ich vor Jahren schon mal gelesen hatte. Als Buch hat es mich nicht so überzeugt, nun als Hörbuch aber hat es mich richtig begeistert.

„Die Känguru-Chroniken“ entstammt einer Lesung des Autors, entsprechend hört man natürlich auch die Lacher des Publikums. Das macht das Hörbuch aber auch wieder noch ein Stück lebendiger bzw. man merkt vielleicht daran noch besser, wo die Pointen sind. Marc-Uwe Kling erzählt die Geschichte von sich und dem Känguru in einem sehr unterhaltsamen Stil. Durchaus anspruchsvoll und mit vielen sehr „klugen Wörtern“, die man teilweise sicher nur versteht, wenn man sowas wie Germanistik studiert hat. (Hab ich nicht, aber mir geht’s trotzdem gut.) Das macht das ganze sehr skurril und auch sehr lustig, wobei es manchmal schon auch etwas abgedroschen ist.

Dadurch, dass das Känguru eine eigene Stimme verliehen bekommt (sehr gelungen!), kann man bei den Gesprächen durchaus direkt erkennen, wer gerade spricht. Das hat mir echt gut gefallen, die Unterscheidung ist ziemlich geglückt. Inhaltlich finden die beiden wirklich die unterschiedlichsten Themen und durch die verschiedenen Meinungen gibt es immer wieder Zündstoff. Es wird also wirklich nicht langweilig.

Für mich war das ein wirklich sehr lustiges Hörbuch, ich habe es während dem Autofahren gehört – und habe mich dabei echt kaputtgelacht. Von mir gibt es für dieses sehr unterhaltsame, anspruchsvolle aber gleichzeitig sehr lustige Hörbuch 5 von 5 Sternen und eine Empfehlung.

Veröffentlicht am 22.06.2019

Die phantastische Welt von Buchhaim und die Legende vom Bücherdrachen.

Der Bücherdrache
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In Buchhaim erzählt man sich die Geschichte über den Drachen Nathaviel, der angeblich aus lauter Büchern besteht. Er hätte auf jede Frage eine Antwort sagt man sich, da die Bücher von der mysteriösen Kraft ...

In Buchhaim erzählt man sich die Geschichte über den Drachen Nathaviel, der angeblich aus lauter Büchern besteht. Er hätte auf jede Frage eine Antwort sagt man sich, da die Bücher von der mysteriösen Kraft des Orm durchströmt sind. So macht sich der Buchling Hildegunst Zwei auf den Weg in den Ormsumpf und begibt sich in die größte Gefahr überhaupt…

Von Walter Moers hatte ich bereits die Geschichte rund ums Hamoulimepp (Weihnachten auf der Lindwurmfeste) gelesen, ein Buch, das mir sehr gut gefallen hat. Insofern war ich sehr gespannt auf den Bücherdrachen, ein Roman aus Zamonien von Hyldegunst von Mythenmetz – den er aus dem Zamonischen übertragen und auch illustriert hat.

Die Geschichte ist verständlich geschrieben, aber durchaus sehr umfangreich und intensiv beschrieben. Meiner Ansicht nach keine so leichte Kost, die man einfach mal eben so liest. Ein Buch, für das man sich wirklich die Zeit nehmen sollte, ist es doch dank der wunderbaren Illustrationen auch einfach ein Genuss für die Augen.

Die Geschichte hat mich diesmal nicht ganz so sehr fasziniert wie die über Hamoulimepp. Vielleicht war es mir einfach eine Spur zu phantastisch, zu abgedreht? Und ich bevorzuge mehr die „bodenständigen“ Bücher? Generell ist die Geschichte sehr überlegt geschrieben, absolut durchdacht alles. Hier merkt man schon, dass alles „Hand und Fuß“ hat, wie man so schön sagt. Man baut auf vorherige Werke auf, so zumindest habe ich das empfunden, wenn im Buch auf andere Bücher von Walter Moers hingewiesen wird. (findet man als „A.d.Ü.-Fußnoten im laufenden Text immer mal wieder).

Die Illustrationen haben mir richtig gut gefallen. Man kann sich gar nicht satt sehen, wenngleich mir hier Farbe noch besser gefallen hat als „nur“ schwarz-weiße Bilder. Wie filigran diese jedoch sind, das ist einfach genial! Allein für die Illustrationen lohnt sich das Durchblättern des Buches. Auch diese phantastischen Wesen sind sehr überlegt gezeichnet – und auch genau so beschrieben im Text.

Die Geschichte rund um den Bücherdrachen war wieder ein sehr phantasievolles Werk von Walter Moers. Die Geschichte ist spannend und unterhaltsam, durchaus auch lustig. Mir war das aber diesmal einfach ein bisschen zuviel des Guten, zu abgedreht. Und bei den Illustrationen hat mir ein bisschen die Farbe gefehlt, wenngleich die Illustrationen absolut genial sind. Von mir gibt es hier 3 von 5 Sternen und eine Empfehlung für die Fans von Walter Moers.

Veröffentlicht am 22.06.2019

Eine Liebesgeschichte der anderen Art

Rosalie liebt Trüffel & Trüffel liebt Rosalie
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Herr Siebert kommt in die Buchhandlung von Frau Dur und dabei erzählen die beiden sich die Geschichte der Schweine Rosalie und Trüffel. Eine wunderbare Schweineliebe, die unter dem Apfelbaum begann, doch ...

Herr Siebert kommt in die Buchhandlung von Frau Dur und dabei erzählen die beiden sich die Geschichte der Schweine Rosalie und Trüffel. Eine wunderbare Schweineliebe, die unter dem Apfelbaum begann, doch auch hier hat der Alltag seine Tücken…

Die Geschichte von Rosalie und Trüffel habe ich noch nicht gelesen, dafür nun aber ja mal gehört. Gesprochen wird die Buchhändlerin Frau Dur von Daniela Hoffmann (Julia Roberts-Sprecherin) und Hubertus Bengsch (Richard Gere-Sprecher). Für mich harmonieren die beiden sehr gut miteinander.

Das Hörspiel wechselt sich in der Darstellung immer wieder ab, so sind erst die beiden im Gespräch, erzählen dann die Geschichte von Rosalie und Trüffel weiter, außerdem hört man beispielsweise noch ein Paar am Nebentisch (Dur+Siebert sind zum Essen gegangen). Zu Beginn war das erst nicht ganz klar, was hier wer ist, mit der Zeit dann aber schon.

Die Geschichte rund um die Schweine Rosalie und Trüffel ist sehr unterhaltsam erzählt, man fühlt die Liebe der beiden regelrecht mit, merkt natürlich auch, wie sie von Freunden abgeblockt werden, da diese vermeintlich keine Zeit haben. Und natürlich kehrt auch bei Rosalie und Trüffel der Beziehungsalltag ein, in dem es gilt Kompromisse zu finden.

Für mich war es ein wunderbar kurzweiliges Hörspiel, das zum Mitfühlen und träumen einlädt, unterhaltsam, emotional und durchaus lustig. Die Sprecher (es sind noch einige mehr außer den o.g.) habe ich allesamt als passend empfunden, vor allem Daniela Hoffmann hat eine sehr angenehme, schöne Stimme.

Von mir gibt’s 5 von 5 Sternen für dieses tolle und unterhaltsame Hörspiel.

Veröffentlicht am 15.06.2019

Auf dem Kiez musst du abgehärtet sein.

Elbschlosskeller. Kein Roman
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Der Elbschlosskeller ist eine der Kiez-Kneipen (Lage: Hamburger Berg) auf St. Pauli - angeblich die härteste Kneipe dort. Geöffnet ist er täglich 24 Stunden – und so zieht er die unterschiedlichsten Menschen ...

Der Elbschlosskeller ist eine der Kiez-Kneipen (Lage: Hamburger Berg) auf St. Pauli - angeblich die härteste Kneipe dort. Geöffnet ist er täglich 24 Stunden – und so zieht er die unterschiedlichsten Menschen an. Dennoch ist es eine der härtesten Kneipen Hamburgs – man bekommt viel Elend bzw. Leid mit – ebenso aber auch unbändige Freude.

Vom Elbschlosskeller in Hamburg habe ich ehrlicherweise erst vor einiger Zeit bewusst etwas gehört, bislang war er mir nicht so bekannt wie beispielsweise andere Kneipen bzw. Lokalitäten rund um die Reeperbahn. Beim letzten Hamburg-Besuch hab ich mir dann selbst mal ein Bild davon machen können, bislang hatte es mich noch nicht großartig in den „Hamburger Berg“ verschlagen, selbst bei einem Rundgang war ich dort wohl wenn nur kurz gewesen. Kürzlich hab ich mir dann noch eine Reportage drüber angesehen – und so bekam ich schon vor dem Buch einen ersten Eindruck vom Elbschlosskeller und vom Inhaber – und Autoren des Buches, Daniel Schmidt.

Der Schreibstil des Autors hat mir gut gefallen, es ist gut verständlich geschrieben, liest sich angenehm und gut. Inhaltlich ist natürlich nicht alles so leicht zu nehmen und es gibt durchaus mal heftige Situationen, was aber auch einfach dem „Milieu“ (?) geschuldet ist – auf dem Kiez ist halt nichts mit Ringelpietz-mit-Anfassen, sondern da gibt’s klare Worte – und wenn’s nicht hilft, dann auch klare Taten. Vom Text her war für mich alles gut zu lesen, keine Fremdwörter, Fachbegriffe, außer denen, die für den Kiez halt so typisch sind. (Lude, etc. -> kannte ich aber schon aus „Große Freiheit“ von Rocko Schamoni)

Im Buch erzählt Daniel Schmidt über sein Leben mit und im Elbschlosskeller, den schon seine Eltern als Pächter hatten, als er gerade einmal geboren wurde (1984). Die Geschichten werden nicht unbedingt chronologisch erzählt, sondern manchmal ist es auch innerhalb von einzelnen Kapiteln ein bisschen durcheinander, weil da Erinnerungen an vergangene Erlebnisse geschildert werden. Das finde ich aber nicht so schlimm, denn es muss ja nicht alles exakt nach Zeitverlauf geschrieben sein. Man erfährt einiges über Daniel Schmidt und seine Familie, auch wie diese auseinandergebrochen ist. Ebenso erfährt man aber immer wieder etwas über Stammgäste des Elbschlosskellers, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Hier gibt es schon heftige Schicksale, die durch die Fotografien (von CP Krenkler), die man in der Mitte des Buches findet, noch abgebildet sind.

Auch von Daniel Schmidt selbst erfährt man viele Dinge, die ihm so widerfahren sind bzw. die er in seinem Leben schon geschafft hat. Teilweise war mir das ein bißchen zuviel, denn für mich war die Erwartung, dass es im Buch vorrangig um den Elbschlosskeller geht. Was er immer wieder selbst erwähnt, ich anhand der gesehenen Reportage und nach dem Lesen des Buches auch absolut so unterschreiben würde: er ist ein direkter, emotionaler Mensch, der durchaus extrem ist, in den Dingen, die er macht. (Sport beispielsweise). Auch da ist er sich im Buch treu geblieben, gibt kein falsches Bild von sich ab, wenngleich manche Schilderungen mir teilweise ein bisschen unglaubwürdig vorkamen (Das mag vielleicht so passiert sein, Sex, Drogen, etc., aber für mich ist es dann nicht vorstellbar.)

Alles in allem war es ein ziemlich interessantes Buch für mich. Die Plätze rund um die Reeperbahn finde ich selbst unheimlich spannend, anziehend und auch immer wieder auf gewisse Weise erschreckend. Hier war es einfach spannend mal einen Blick in den Elbschlosskeller hineinwerfen zu können. Mehr über die Menschen dort zu erfahren. Das Buch ist wirklich „randvoll“ geschrieben, was definitiv so ist – andere Bücher lassen einen breiten, freien Rand um die jeweiligen Seiten – hier wurde der Platz quasi richtig genutzt. (Finde ich gut!).

Von mir gibt es 4 von 5 Sternen und eine Empfehlung für sehr lesenswerte Einblicke in den Elbschlosskeller.