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Veröffentlicht am 09.07.2025

Eine Einladung, die sich lohnt

Einfach Literatur
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Welche begeisterten Leser brauchen noch eine Einladung zum Lesen?! Diejenigen, die sich nicht an die "Hochliteratur" herantrauen. Für all diejenigen ist dieses Buch perfekt.

Ein schlichtes, unaufgeregtes ...

Welche begeisterten Leser brauchen noch eine Einladung zum Lesen?! Diejenigen, die sich nicht an die "Hochliteratur" herantrauen. Für all diejenigen ist dieses Buch perfekt.

Ein schlichtes, unaufgeregtes Cover in hellen Tönen, das sich nicht aufdrängt, aber präsent ist. Dazu der Umschlag mit dem Foto eines charismatischen Mannes, Klaus Willbrand. Mehr braucht es nicht, um neugierig zu machen. Hat bei mir funktioniert und funktioniert hoffentlich auch bei vielen anderen Menschen!

Daria Razumovych und Klaus Willbrand scheinen ein unschlagbares Team gewesen zu sein. In diesem Buch wird einem nichts aufgedrängt, es ist ein Angebot, eben eine Einladung. Sehr gut geschrieben und tolle Tipps aus dem Fundus eines Buchliebhabers und Literaturkenners. Schade, dass dieses Buch erst posthum herauskam, ich wäre gerne nach Köln gefahren und hätte Herrn Willbrand und sein Antiquariat besucht. Auf jeden Fall danke ich den beiden für ihre Literaturtipps, ich werde mich langsam und genussvoll "durchlesen". Ein schönes Buch, das mich berührt hat und das ich nur weiterempfehlen kann.

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Veröffentlicht am 07.07.2025

Eine Seefahrt, die ist lustig...

Käpt'ns Dinner
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manchmal aber auch sehr anstrengend. Vor allem, wenn zum Job auf einem Kreuzfahrtschiff nach und nach die Familie mit an Bord kommt, kann es sehr turbulent und anders als geplant werden....

"Käpt`ns Dinner ...

manchmal aber auch sehr anstrengend. Vor allem, wenn zum Job auf einem Kreuzfahrtschiff nach und nach die Familie mit an Bord kommt, kann es sehr turbulent und anders als geplant werden....

"Käpt`ns Dinner Familienchaos ahoi" hat einen sehr aussagekräftigen, passenden Titel und ein buntes, fröhliches Cover. Wenn man die Fahrrinne des Kreuzfahrtschiffes sieht, möchte man direkt auch an Bord ... wenn da nicht die Beine eines Menschen unter der gedeckten Tafel hervorragen würden! Das Cover passt gut zum Buch, verrät schon einiges, was einen im Buch erwartet, aber nicht zu viel.

Gisa Pauly versteht ihr Handwerk. Sie unterhält, zeichnet interessante Charaktere, kennt sich mit Kreuzfahrten aus und verrät noch einige Infos zu den verschiedenen Häfen, an denen die "Soleil" hält. Wer sich von dem doch recht dicken Buch mit 732 Seiten nicht abschrecken lässt, wird gut unterhalten und schmunzelt über die Begebenheiten und Charaktere, die von der Autorin zusammengeführt werden. Da ich das Buch noch weiterverschenken werde, kann ich den Roman nur empfehlen, sei es als Urlaubslektüre oder um sich in den Urlaub zu träumen. Viel Spaß dabei!

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Veröffentlicht am 01.07.2025

Auf den Spuren René Magrittes

Magritte und Georgette
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Ein Krimi mit René Magritte, dem bekanntesten belgischen Surrealisten und seiner Frau Georgette in der Hauptrolle, das klingt unterhaltsam. Das Buch begleitet einen durch Brüssel und führt Magritte und ...

Ein Krimi mit René Magritte, dem bekanntesten belgischen Surrealisten und seiner Frau Georgette in der Hauptrolle, das klingt unterhaltsam. Das Buch begleitet einen durch Brüssel und führt Magritte und seinen Freund, den Polizisten Jefke, zu Frauen-Morden.

Auf dem Cover von Magritte und Georgette: Ein Brüssel-Krimi sieht man links Georgette in grünem Kleid und Hut, die den weißen Spitz Jackie auf dem Arm hält, am Arm von Magritte im schwarzen Anzug und mit seinem typischen Bowler, in der rechten Hand die berühmte Pfeife, aus seiner Anzugtasche ragt eine Lupe. Im Hintergrund der blau-weiße Himmel, in einer weißen Wolke liest man in grün "Ein Brüssel-Krimi" mit dem Bild einer Pfeife und den Namen der Autorin, Nadine Monfils. Den Buchtitel findet man in schwarz mittig in der Wolke. Ein passendes Cover, wenn auch ein wenig zu langweilig für einen Surrealisten.

Nadine Monfils konnte sich anscheinend nicht entscheiden, ob es sich bei diesem Roman um einen Krimi oder eine Art fiktiver Romanbiografie handeln soll. Am Anfang hatte ich große Mühe, in die Geschichte zu finden, erst ab dem Zeitpunkt des ersten Mordes wird es interessanter. Wenn man sich mit Magritte beschäftigt hat und wie ich beim Lesen in Brüssel ist, findet man schöne Passagen und auch Unterhaltung. Ansonsten dümpelt die Geschichte er vor sich her und schreibt den beiden Protagonistin sehr viele zusätzlich Fähigkeiten zu, um die Geschichte am Laufen zu halten. Eigentlich schade, denn die Idee zum Buch hatte Potential, das jedoch leider nicht ausreichend genutzt werden konnte.

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Veröffentlicht am 22.06.2025

Eindringlich

Das Ereignis
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Annie ist ungewollt schwanger. 1963 in Frankfreich, dort ist Abtreibung illegal. Ihr Literaturstudium und somit ihre Zukunft stehen genauso auf dem Spiel wie ihre Würde.

"Das Ereignis" ist ein sehr schlichter ...

Annie ist ungewollt schwanger. 1963 in Frankfreich, dort ist Abtreibung illegal. Ihr Literaturstudium und somit ihre Zukunft stehen genauso auf dem Spiel wie ihre Würde.

"Das Ereignis" ist ein sehr schlichter und dennoch zutreffender Titel. Der französische Titel klingt natürlich viel schöner, bedeutet jedoch dasselbe. Auf dem schwarz-weißen Cover sieht man nur eine junge Frau in den 20ern, vermutlich die Autorin, mit einem leicht gequälten Gesichtsausdruck. Sehr schlicht und dadurch beeindruckend. Nur der Autorenname von Annie Ernaux ist rot und hebt sich farblich ab sowie der Aufkleber, dass dieses Büchlein 2022 den Nobelpreis für Literatur gewonnen hat.

Annie Ernaux hat eine nüchterne und trotzdem eindringliche Sprache, sie beschönigt oder entschuldigt nichts, beschreibt das Ereignis, wie es in ihrer Erinnerung vorkam. Das muss man abkönnen, alleine die Vorstellung, eine Sonde in die Gebärmutter gerammt zu bekommen und tagelang damit herumzulaufen... Und auch die nüchterne Schilderung des Abgangs, des Fötus, der wie eine Rakete aus ihr herausschießt, macht Eindruck. Ich könnte mir vorstellen, das Schreiben und dadurch Wieder-Erleben dieses Traumas hatte therapeutische Wirkung für sie und wurde noch mit dem Nobelpreis belohnt. Eine mutige Autorin und ein mutiger Verlag, dieses Büchlein zu publizieren. Chapeau!

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Veröffentlicht am 19.06.2025

Der Aufstieg des Hauses Cartier

Cartier. Der Traum von Diamanten
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Glanz und Glamour, Diamanten - dafür steht La Maison Cartier. Mit diesem fiktiven Roman, keiner "Biografie", ehrt Sophie Villard das Haus Cartier. Es bezieht sich auf den Zeitrahmen zwischen 1910 und 1915, ...

Glanz und Glamour, Diamanten - dafür steht La Maison Cartier. Mit diesem fiktiven Roman, keiner "Biografie", ehrt Sophie Villard das Haus Cartier. Es bezieht sich auf den Zeitrahmen zwischen 1910 und 1915, mit dem Ersten Weltkrieg.

Das Cover von "Cartier Der Traum von Diamanten" zeigt das Ladengeschäft von Cartier in Paris und eine chic gekleidete Frau in blauer, pelzbesetzer Jacke und Hut von hinten. Sehr passend zur damaligen Zeit. Auch das glitzernde Cartier und der Untertitel Der Traum von Diamanten sind sehr stimmig.

Von Sophie Villard habe ich bereits einige Bücher gelesen und mir gefällt ihr Schreibstil, ich bin sofort in ihren Geschichten drin und kann mich in die Protagonisten einfühlen. Das snobistische Gebaren gegenüber Jeanne, die nicht aus gutem Hause kommt, dürfte die damalige Zeit sehr geprägt haben und tatsächlich so gewesen sein. Die Sidekicks Coco Chanel, Misia und Jean Cocteau gefallen mir sehr gut. Außerdem mag ich es, wenn man durch die Erzählung tatsächlich stattgefundener Ereignisse wie der tragische Untergang der Titanic im damaligen Zeitgeschehen verankert wird. Und so etwas über die Entstehung der berühmten Cartier-Schmuckstücke zu erfahren, rundet den fiktiven Roman gelungen ab. Ich freue mich bereits auf den zweiten Band!

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