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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.05.2026

Tod dem Imperator

We Who Will Die
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Das Cover von "We Who Will Die" ist wirklich wunderschön gestaltet und nimmt direkten Bezug auf den packenden Inhalt. Die Geschichte um Arvelle hat mich von Anfang an mitgenommen. Es ist beeindruckend ...

Das Cover von "We Who Will Die" ist wirklich wunderschön gestaltet und nimmt direkten Bezug auf den packenden Inhalt. Die Geschichte um Arvelle hat mich von Anfang an mitgenommen. Es ist beeindruckend und gleichzeitig bedrückend zu sehen, wie sie aufgrund ihrer süchtigen Mutter schon früh die Verantwortung für ihre beiden Brüder übernehmen musste.
Diese verletzliche Situation nutzt ein Vampir schamlos aus und zwingt sie in einen perfiden Schuldschwur. Arvelle muss sich einen Platz in der Leibgarde des despotischen Imperators erkämpfen. Versagt sie, sterben ihre Brüder. Was folgt, ist atemlose Spannung am Stück. Mörderische Auswahlkämpfe, magische Fähigkeiten und faszinierende Artefakte. Besonders die Dynamik zwischen den beiden Söhnen des Imperators sorgt für Zündstoff. Der eine ist von Anfang an ihr erklärter Feind, der andere ein verschollener Jugendfreund, der ihr jedoch nicht so helfen kann, wie er gerne würde.
Das Buch steckt voller Aufregung, Freundschaften und Feindschaften bis aufs Blut. Allerdings muss ich sagen, dass mir die Kämpfe in ihrer Brutalität teils zu ausführlich geschildert wurden; hier wäre weniger für mich mehr gewesen. Auch die Spicy-Szenen waren mir persönlich etwas zu detailliert und langatmig. Da es sich ohnehin um einen sehr dicken Wälzer handelt, merkte ich spätestens nach zwei Dritteln, wie meine Konzentration nachließ.
Das Ende ist zwar wieder sehr aufwühlend und bietet einen interessanten Ausblick auf die Fortsetzungen, aber nach diesem massiven Ritt bin ich persönlich erst einmal gesättigt. Ein starkes Buch mit tollen Ideen, das für meinen Geschmack an manchen Stellen etwas zu explizit und lang war.

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Veröffentlicht am 05.05.2026

Toll, aber etwas zuviel Raketenwissenschaft

Der Tag des Skorpions
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Bennie Griessel ist zurück, doch dieses Mal braucht man als Leser echte Ausdauer. Die Story um einen ehemaligen Leibwächter und ein gefährliches Komplott in Südafrika ist gewohnt dicht und atmosphärisch ...

Bennie Griessel ist zurück, doch dieses Mal braucht man als Leser echte Ausdauer. Die Story um einen ehemaligen Leibwächter und ein gefährliches Komplott in Südafrika ist gewohnt dicht und atmosphärisch erzählt. Meyer fängt die korrupten Machtspiele und die Stimmung in Kapstadt wieder hervorragend ein.
Leider wird die Spannung immer wieder durch seitenlange, trockene Exkurse über Raketenwissenschaft, Drohnentechnik und Sprengstoffchemie ausgebremst. Wer sich nicht brennend für technische Details interessiert, empfindet diese Passagen als zäh und schlichtweg langweilig. Sie nehmen der eigentlich packenden Jagd nach den Hintermännern den Schwung. Ein solider Thriller mit starkem Protagonisten, der mit weniger technischem Ballast deutlich besser gewesen wäre.

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Veröffentlicht am 02.05.2026

Viele Morde

Und morgen du (Ein Fabian-Risk-Krimi 1)
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Stefan Ahnhems „Und morgen du“ bietet einen atmosphärisch extrem dichten und düsteren Einstieg in die Fabian-Risk-Reihe.
Der Autor versteht es meisterhaft, eine düstere Stimmung aufzubauen, während er ...

Stefan Ahnhems „Und morgen du“ bietet einen atmosphärisch extrem dichten und düsteren Einstieg in die Fabian-Risk-Reihe.
Der Autor versteht es meisterhaft, eine düstere Stimmung aufzubauen, während er den Ermittler in seine alte Heimat Helsingborg zurückkehren lässt, wo er direkt mit den Schatten seiner eigenen Vergangenheit konfrontiert wird.
Die Mordserie ist brutal und kreativ inszeniert, was für ordentlich Nervenkitzel sorgt. Besonders spannend fand ich die Verbindung zur Schulzeit der Charaktere – das gibt der Geschichte eine sehr persönliche und beklemmende Note. Die wechselnden Perspektiven halten das Tempo hoch, und man rätselt bis zum Schluss mit, wer hinter den grausamen Taten steckt. Dennoch habe ich einige Kritikpunkte, die eine Höchstwertung verhindern.
Die Hauptfigur Fabian Risk ist leider wenig sympathisch. Er agiert als absoluter Einzelgänger ohne Teamgeist und stellt seine eigenen Interessen konsequent über alles andere. Auch als Ehemann und Vater wirkt er weitgehend unbrauchbar, was es schwer macht, mit ihm mitzufühlen. Zudem wird verschiedentlich auf einen früheren Seitensprung angespielt, der in diesem Buch nicht aufgeklärt wird. Dass man hierfür offenbar auf den (zeitlich früher spielenden) Folgeband warten muss, ist für den Leser unbefriedigend.
Die Handlung selbst ist fast schon "zu viel des Guten": Die schiere Anzahl der Morde wirkt irgendwann viel zu konstruiert und überstrapaziert den Spannungsbogen. Zudem sind die Taten sehr brutal und fast schon zu ausführlich beschrieben, was nichts für schwache Nerven ist.
Insgesamt aber ein hervorragender Schweden-Krimi mit einem charismatischen Ermittler und einer Story, die Lust auf die Fortsetzungen macht. Für Fans von nordischer Düsternis absolut empfehlenswert!
Ein Highlight war für mich jedoch die Hörbuch-Fassung. David Nathan liest die Geschichte einfach fantastisch. Seine markante Stimme und die Art des Vortrags werten die Story enorm auf und haben mich trotz der inhaltlichen Schwächen bei der Stange gehalten.
Fazit: Ein solider Schweden-Krimi mit Luft nach oben bei den Charakteren. Wer düstere Thriller mag, kommt hier auf seine Kosten – am besten als Hörbuch!

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Veröffentlicht am 29.04.2026

Reichtum, Macht und Mord

Das Gesetz der Elite
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Ein spannender und atmosphärischer Thriller, der einen faszinierenden Einblick in die abgeschottete Welt der Superreichen bietet. Die Idee hinter der Geschichte ist sehr reizvoll und sorgt über weite Strecken ...

Ein spannender und atmosphärischer Thriller, der einen faszinierenden Einblick in die abgeschottete Welt der Superreichen bietet. Die Idee hinter der Geschichte ist sehr reizvoll und sorgt über weite Strecken für gute Spannung. Besonders die Schauplätze und das Umfeld der Elite sind eindrucksvoll beschrieben und verleihen der Handlung eine eigene, oft kühle und distanzierte Stimmung.

Als Hörbuch funktioniert das Ganze ebenfalls sehr gut. Patrick Imhof liest hervorragend, mit angenehmer Stimme und gutem Gespür für Tempo und Betonung. Er schafft es, die Spannung zu transportieren und die verschiedenen Figuren unterscheidbar zu machen.

Ein kleiner Kritikpunkt für mich sind die Ermittlerfiguren. Ich mag es persönlich nicht so gern, wenn sie sehr exaltiert oder überzeichnet dargestellt sind, was hier stellenweise der Fall ist. Das nimmt für mich ein wenig an Glaubwürdigkeit. Auch der Plot wirkt an einigen Stellen etwas zu konstruiert und nicht immer ganz überzeugend.

Gerade im Hörbuchformat hatte ich zudem manchmal Schwierigkeiten, den Überblick zu behalten. Es tauchen viele Namen und Figuren auf, die nicht immer sofort klar einzuordnen sind. Das kann den Hörfluss gelegentlich stören.

Trotz dieser Schwächen überwiegt der positive Eindruck. Ein spannender Thriller mit interessantem Setting, starker Lesung und guter Unterhaltung, der vor allem für Fans von Geschichten über Macht, Reichtum und deren Schattenseiten empfehlenswert ist.

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Veröffentlicht am 29.04.2026

Hobbydetektivinnen auf Amrum

Die tote Tante
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Der Krimi spielt um die Jahrhundertwende auf der Insel Amrum. Drei Damen eines Krimi-Leseclubs begeben sich unbedarft auf Mördersuche. Während der Vorbereitungen einer Promihochzeit wird die Tante der ...

Der Krimi spielt um die Jahrhundertwende auf der Insel Amrum. Drei Damen eines Krimi-Leseclubs begeben sich unbedarft auf Mördersuche. Während der Vorbereitungen einer Promihochzeit wird die Tante der Braut ermordet. Insgesamt steht das Event unter einem schlechten Stern, jedenfalls scheint es seitens des Brautpaars keine Liebesheirat zu werden, sondern eher eine geschäftliche Transaktion unter den Brautvätern. Die drei ältlichen, naiven Damen sehen sich bemüßigt, der reizenden Braut jede mögliche Hilfe zu leisten, erst recht, als diese unter Mordverdacht gerät.
Die Handlung an sich ist zugegebenermaßen unspektakulär. Der Roman lebt von dem Zeitgeist des ausklingenden Jahrhunderts mit seinen spießigen Moralvorstellungen, ganz besonders bezüglich der Stellung der Frau. Die Autorin hat sich passenderweise mit einem leicht gespreizten Sprachstil auf die Atmosphäre eingestellt.
Ein Highlight ist mal wieder Kaja Sesterhenn als Sprecherin, die perfekt jeden Charakter in ihre Stimme legen kann und keinerlei Schwierigkeiten mit dem friesischen Dialekt hat.

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