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fredhel

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.08.2019

Ein alter Feind

Jagd auf die Bestie (Ein Hunter-und-Garcia-Thriller 10)
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Robert Hunter war nicht immer der durchtrainierte Profiler, sondern als Kind eher dünn und schüchtern. Dass sich das änderte, hat er seinem Zimmergenossen auf der Uni, Lucien Folter, zu verdanken, der ...

Robert Hunter war nicht immer der durchtrainierte Profiler, sondern als Kind eher dünn und schüchtern. Dass sich das änderte, hat er seinem Zimmergenossen auf der Uni, Lucien Folter, zu verdanken, der ihn unter seine Fittiche nahm, ihm Kampfkünste schmackhaft machte und sein Selbstbewusstsein aufbaute.

Doch Lucien mit seinem Superhirn entschied sich für die dunkle Seite. Er wollte eine Enzyklopädie der Psychopathie schreiben und zog systematisch mordend durchs Land. Alle Taten hat er dabei akribisch notiert.

Robert Hunter ist seine Ergreifung zu verdanken, aber Lucien blieb nur weniger als 4 Jahre hinter Gittern. Nun ist er wieder auf freiem Fuß und fordert Hunter zu einem nervenzerreißenden Kräftemessen heraus, das viele Menschen das Leben kostet.
Es ist beeindruckend, welche Finten und Geistesblitze der Autor Chris Carter diesem Psychopathen zuschreibt und ebenso fantastisch reagiert Hunter, doch leider hinkt er seinem ehemaligen Freund immer einen winzigen Moment hinterher.

Als Leser hält man praktisch die ganze Zeit die Luft an, so spannend sind die Abläufe, so unvorstellbar die Gedankenwelt eines irren Mörders.

Das Finale hält, was der Spannungsbogen all die Seiten schon versprochen hat, doch leider ist es in meinen Augen etwas an der Realität vorbei konstruiert. Trotzdem volle Punktzahl und klare Leseempfehlung an alle Thrillerfreunde mit starken Nerven.

Veröffentlicht am 05.08.2019

Viel Inhalt

10 Stunden tot
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"10 Stunden tot" ist mein erster "Anhem". Direkt zu Anfang überwältigt mich die Vielzahl der Schauplätze und Handlungen. Im weiteren Verlauf merke ich, dass es zwar für das Verständnis nicht zwingend notwendig, ...

"10 Stunden tot" ist mein erster "Anhem". Direkt zu Anfang überwältigt mich die Vielzahl der Schauplätze und Handlungen. Im weiteren Verlauf merke ich, dass es zwar für das Verständnis nicht zwingend notwendig, aber wesentlich angenehmer wäre, wenn ich die Vorgängerbände gelesen hätte.

Laut Klappentext geht es um einen Mörder, der seine Opfer und seine Taten per Würfel auslost. Doch damit ist der Inhalt nur unvollständig erfasst. Es gibt noch andere Untaten, und da die Helsingborger Mordkommission chronisch unterbesetzt ist, muss die Hauptperson, Fabian Risk, seinen Sonderurlaub abbrechen, obwohl er und die Seinen nach einem Mordanschlag auf seine Familie noch lange nicht zur Normalität zurückgefunden haben.

Scheinbar zieht sich ein roter Faden durch die Anhem-Bücher: Risk hat den begründeten Verdacht, dass sein Kollege ein verkappter Serienmörder ist. Dieser Ermittlungsstrang bleibt als heftiger Cliffhanger am Ende des Buches übrig, was ich mehr ärgerlich als spannend finde.

Auch die anderen Fälle, die ich doch atemlos verfolgt habe, einfach weil der Autor ein talentierter Erzähler mit einem Händchen für gelungenen Spannungsaufbau ist, werden nicht alle gelöst.

Schade. Dennoch ist "10 Stunden tot" ein richtig dicker, superspannender Schwedenthriller, den ich gerne weiter empfehlen kann.

Veröffentlicht am 30.07.2019

Mit Esprit, aber zu elitär

Die Kuh kennt keinen Feiertag
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Dieser Regionalkrimi ist im Hohenloher Land, also rund um Schwäbisch Hall angesiedelt. Der Autor nimmt oft Bezug auf die schönen landschaftlichen und architektonischen Gegebenheiten, und auch so manch ...

Dieser Regionalkrimi ist im Hohenloher Land, also rund um Schwäbisch Hall angesiedelt. Der Autor nimmt oft Bezug auf die schönen landschaftlichen und architektonischen Gegebenheiten, und auch so manch real existierender Gasthof findet positive Erwähnung.
In dieses Idyll platzt der Unfalltod eines Ultraleichtfliegers, der sich auf Insistieren einer guten Freundin des Toten, Milka Mayr, ziemlich schnell als perfider Mord herausstellt.
Milka ist eine sehr intelligente willensstarke Jungbäuerin, die mal eben so die Hofarbeit auf die restliche Familie abwälzt, um der Polizei (der Kommissar ist praktischerweise ihr Gspusi) massiv ins Handwerk zu pfuschen. Sie ist präsent bei Durchsuchungen und Befragungen, und sie kommt mir vor wie eine weibliche Dampflok, die alles plattwalzt, was sich ihrem Willen entgegenstellt.
Kurz gesagt, die Hauptperson ist für mich nicht zur Sympathieträgerin geworden und der ganze Ablauf der kriminalistischen Untersuchung mit diesen persönlichen Einmischungen ist total unrealistisch.
Davon abgesehen ist der Plot durchaus reizvoll. Es ergeben sich nämlich zwei Ermittlungsansätze: einmal läuft da unter der Hand eine Kungelei um nachbarliche Agrarflächen, zum anderen ist der Tote ein anerkannter Kunstsachverständiger, der eventuell der Kunstmafia in die Quere gekommen ist.
Leider läßt der Spannungsbogen zu wünschen übrig. Der Autor hat zuviel Freude an ausufernden Satzkonstruktionen, an Fremdworten, an Produktnamen und an Bonmots, die dem "gemeinen" Krimipublikum das flüssige Lesen und Mitraten erschweren.
Böse gesagt: wenn man keine Abitur hat, sollte man zu einem anderen Buch greifen oder eben permanent googeln.
Deswegen bekommt dieser eigentlich pfiffige Krimi einen fetten Stern von mir abgezogen, aber es bleiben immer noch 4 für die Bewertung übrig.

Veröffentlicht am 25.07.2019

Tolle Fortsetzung

Am Ende der Schmerz
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Mit "Keiner hört dein Schweigen" bin ich in die Reihe um die Profilerin Andrea eingestiegen. Im Vergleich dazu bietet diese Folge "Am Ende der Schmerz" weniger Action und insgesamt auch weniger Grausamkeiten, ...

Mit "Keiner hört dein Schweigen" bin ich in die Reihe um die Profilerin Andrea eingestiegen. Im Vergleich dazu bietet diese Folge "Am Ende der Schmerz" weniger Action und insgesamt auch weniger Grausamkeiten, wenn man von dem schockierenden Familienmord einmal absieht. Es ist auch kein Buch, bei dem der Leser mit auf Mördersuche geht, denn der Täter kristallisiert sich schon recht bald heraus. Es ist vielmehr eine Reise durch die Untiefen eines kranken Hirns, eines Mannes mit einem übergroßen Ego ohne jegliches Mitgefühl. Andrea begibt sich auch diesmal in Lebensgefahr, weil das für sie die einzige Möglichkeit darstellt, der Wahrheit ans Licht zu helfen. Auch diese Art einen Thriller zu schreiben,sorgt für Gänsehautmomente, und durch viele familiäre Momente kommt man schnell zu einer persönlichen Beziehung zu den Akteuren. Für mich war dieses Buch feinste Thrillerunterhaltung!

Veröffentlicht am 24.07.2019

Diffus

Kalte Wasser
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Als ich mich für das Buch "Kalte Wasser" entschieden habe, hatte ich die Erwartung, einen Thriller zu lesen mit Mystery-Elementen. Weder die Thriller- noch die Mysteryseite konnten mich überzeugen. Die ...

Als ich mich für das Buch "Kalte Wasser" entschieden habe, hatte ich die Erwartung, einen Thriller zu lesen mit Mystery-Elementen. Weder die Thriller- noch die Mysteryseite konnten mich überzeugen. Die Handlung wird oft unnötig in die Länge gezogen. Das beginnt schon mit der allzu ausführlichen Schilderung von Laurens Entbindung und ihrem Wochenbett. Die unheimlichen Ereignisse können sowohl Einbildung auf Grund der beginnenden postnatalen Depression sein, aber auch der Einstieg in die Mystery-Ebene. Leider bleibt es eigentlich bis zum Ende sehr vage, in welche Richtung es nun geht. Lauren als Hauptperson ist für mich nicht wirklich greifbar geworden, und auch die anderen Akteure sind meist eher wenig sympathisch, allen voran der selbstsüchtige Ehemann. Nur die toughe Polizistin Jo Harper kann punkten, aber sie allein konnte mir das Buch dann auch nicht noch schmackhaft machen. Auch das Ende konnte mich nicht überzeugen, so bleibt es bei gut gemeinten 3 Lesesternen.