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fredhel

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.12.2019

Old fashioned

Drei Fälle für Adam Dalgliesh
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Unglaubliche 26 Stunden Hörgenuss bieten diese MP3-CDs, die P.D.James erste Romane mit dem wunderbaren Sprecher Frank Stieren vertont haben. Für Fans des guten alten englischen Krimis à la Agatha Christie ...

Unglaubliche 26 Stunden Hörgenuss bieten diese MP3-CDs, die P.D.James erste Romane mit dem wunderbaren Sprecher Frank Stieren vertont haben. Für Fans des guten alten englischen Krimis à la Agatha Christie ein wahrer Leckerbissen zum Mitraten.
Es ist kein Hörbuch, das man einfach so nebenher laufen lassen kann. Man muss sich schon sehr auf das Geschehen konzentrieren, und sich vor allem die Personen, die eigentlich immer direkt zu Anfang alle irgendwie auftreten, gut merken und auseinanderhalten. In allen drei Fällen ist die Auflösung vollkommen überraschend, denn die Autorin hat viele falsche Fährten gelegt und quasi jeden höchst verdächtig erscheinen lassen. Die Atmosphäre von alten englischen Landhäusern und Standesdünkel tritt immer herrlich hervor und macht viel vom gesamten Charme der Romane aus. Mir hat das Zuhören sehr gut gefallen.

Veröffentlicht am 30.11.2019

Seltsames Hobby

Tiefes Grab
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Martin Reese hat sich schon früh aus dem Geschäftsleben zurückziehen können. Er schwimmt im Geld und hat im Prinzip nur ein einziges (geheimes!) Laster. Niemand soll wissen, dass er sich alte Mordfälle ...

Martin Reese hat sich schon früh aus dem Geschäftsleben zurückziehen können. Er schwimmt im Geld und hat im Prinzip nur ein einziges (geheimes!) Laster. Niemand soll wissen, dass er sich alte Mordfälle vorknöpft und dann dort, wo die Polizei schon aufgegeben hatte, doch noch die Leichen aufspürt und anonym meldet. Ich habe da schon die Vermutung, dass er auf diese Weise einen morbiden Trieb kompensiert. Leider kommt ihm ein Unbekannter auf die Schliche, der selbst hoch intelligent ist und nun seine Macht ausnutzt, um Reese nach seiner Pfeife tanzen zu lassen.

Alles in allem ist "Tiefes Grab" ein ungewöhnlicher Thriller, mit einer gestörten Hauptperson, dessen Frau ebenfalls psychische Defizite aufweist. Die meisten Toten sind schon lange tot, von dieser Seite her ist kein Gemetzel mehr zu erwarten. Mir gefällt, dass es hier in erster Linie um die Intelligenz des und der Täter geht, auch wenn die Handlung dann sehr actionreich endet.

Eigentlich würde ich gerne ein weiteres Buch von Nathan Ripley lesen. Mal gespannt, ob da noch was kommt.

Veröffentlicht am 30.11.2019

Celeste in tödlicher Gefahr

Der Zug aus Enfield
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Dies ist der zweite Band um die amerikanische Detektivin Celeste Summersteen und dem jungen Scotland Yard Inspector Edwards.
Die beiden verstehen sich besser, als sie es sich selbst eingestehen können. ...

Dies ist der zweite Band um die amerikanische Detektivin Celeste Summersteen und dem jungen Scotland Yard Inspector Edwards.
Die beiden verstehen sich besser, als sie es sich selbst eingestehen können. Celeste musste ihre Heimreise verschieben, weil sie den Mord an einem Immobilienmakler aufklären möchte. Edwards bearbeitet den Überfall auf einen Waffentransport. Beide Vorfällen hängen eng zusammen, wie sich später herausstellt. Die Drahtzieher sind skrupellos, und besonders Celeste entkommt nur um Haaresbreite dem Tod. Aber sie gibt sich weiterhin zäh und unerschrocken ....
Diesmal geht es wesentlich rauer zu als noch bei "Das Geheimnis der Madame Yin". Es gibt fast schon westernreife Schussszenen und auch Summersteen muss derbe Prügel einkassieren. Die sozialen Gegensätze rücken mehr in den Vordergrund. Insofern hat sich der Autor und mit ihm seine Hauptpersonen weiterentwickelt. Es ist spannend zu lesen, aber für mich persönlich ist jetzt auch schon die Grenze der Gewalt erreicht. Ich habe nicht gern so detaillierte Actionszenen, mir gefällt normale Ermittlungstätigkeit und logische Denkarbeit in Verbindung mit ansprechender Milieuschilderung in viktorianischen Krimis besser. Trotzdem habe ich dieses Buch gerne gelesen und wäre einer Fortsetzung nicht abgeneigt.

Veröffentlicht am 24.11.2019

Mutter?

Blood Orange - Was sie nicht wissen
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Schon auf den ersten Blick besticht das optisch schöne Cover, und nach dem Lesen muss ich sagen, dass in diesem Fall das Bild und der Titel hundertprozentig zum Inhalt passen.
Die Hauptperson ist die dynamische, ...

Schon auf den ersten Blick besticht das optisch schöne Cover, und nach dem Lesen muss ich sagen, dass in diesem Fall das Bild und der Titel hundertprozentig zum Inhalt passen.
Die Hauptperson ist die dynamische, erfolgreiche Anwältin Alison, die Karriere machen kann, weil ihr Mann sich gut um die Tochter und den Haushalt kümmert, denn er ist beruflich nicht sonderlich erfolgreich. Alison ist eine durch und durch unsympathische Person. Sie taumelt von einem Alkoholexzess in den nächsten, und ihre knappe Freizeit nutzt sie lieber für eine Hardcore-Affäre mit einem Kollegen. Mit ihrem Schreibstil fesselt die Autorin ihre Leser an die Seiten, aber nach einiger Zeit beginnt man sich doch zu fragen, wieso dieser Roman unter Thriller gelistet wird. Auch als Alison die Verteidigung einer verstörten Frau übernimmt, die ihren Mann erstochen haben soll, ändert sich nichts im Spannungsbogen. Erst im letzten Drittel bricht Alisons Welt zusammen und ein wahres Horrorszenario kommt unter der Oberfläche zum Vorschein. Jetzt weiß man endlich, woher der Thrill kommt. Der Überraschungsmoment ist perfekt. Da man aber auch schon vorher das Buch kaum aus der Hand legen konnte, vergebe ich 4 Lesesterne und empfehle diesen Thriller gerne weiter.

Veröffentlicht am 19.11.2019

Gereizter Kommissar

Soko Sandbank
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Der Einstieg in diesen Küstenkrimi verläuft etwas schleppend, doch nach einigen Seiten nimmt einen das Geschehen gefangen.
Ein Doppelmord auf einem Boot auf der Elbe beschäftigt die Polizei. Doch bei diesem ...

Der Einstieg in diesen Küstenkrimi verläuft etwas schleppend, doch nach einigen Seiten nimmt einen das Geschehen gefangen.
Ein Doppelmord auf einem Boot auf der Elbe beschäftigt die Polizei. Doch bei diesem einen Mord soll es nicht bleiben. Immer werden die Taten auf Booten verübt und jedes Mal findet sich an den Leichen ein Mikrochip mit einem Kurzvideo, in dem sich das Opfer schuldig bekennt. Die Ermittlungen werden massiv durch eine Noroviren-Darmgrippen-Epidemie behindert, die die Reihen der Beamten durchschlagend dezimiert.
Die Idee, die hinter diesem Krimi steckt, gefällt mir sehr gut, ebenso das Setting. Leider kann mich die Umsetzung nicht so begeistern. Manche Passagen sind mir persönlich zu ausführlich, die unter Umständen jedoch Wassersportler mit Fachkenntnissen sehr interessieren könnten. Das kann ich nicht beurteilen, weil ich eine Landratte bin. Die Kollegen von der Polizei pflegen sehr gereizt untereinander zu kommunizieren und auch unbeteiligte Zivilisten werden ungehörig angeraunzt. In der heißen Phase dann, kurz vor Ergreifung des Mörders, unterlaufen den Kommissaren grundlegende Fehler. Für mich ist Handlung völlig unrealistisch, aber dennoch gab es einen kleinen Spannungsbogen, der aber nicht dazu ausreichte, mehr als sehr knappe 4 Sterne zu vergeben.