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fredhel

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.06.2018

Schräge Jugendliche

Inspektor Takeda und der lächelnde Mörder
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Zum dritten Mal gehe ich mit dem Ermittlerduo Harms-Takeda auf Mörderjagd. Der tiefsinnige Japaner Kenjiro Takeda genießt bei mir mittlerweile Kultstatus: er hat einen messerscharfen Verstand, kann exzellent ...

Zum dritten Mal gehe ich mit dem Ermittlerduo Harms-Takeda auf Mörderjagd. Der tiefsinnige Japaner Kenjiro Takeda genießt bei mir mittlerweile Kultstatus: er hat einen messerscharfen Verstand, kann exzellent kämpfen, hat ein enormes Wissen und ist so erfrischend anders als der typisch deutsche Kriminalbeamte, tja fast schon ein wenig wie ein Supermann. Aber obwohl es solche Ausnahmemenschen im wirklichen Leben nur selten bis fast gar nicht gibt , fasziniert mich seine Art jedesmal aufs neue. Er trifft intuitiv im Verhör den richtigen Nerv und kann besser Zwischentöne erkennen als all seine Kollegen. Diesmal geht es um einen rätselhaften Mord an einer Bahnsteigkante, dem weitere absolut motivlose Morde an unterschiedlichsten Personen folgen. Es gibt da einige dubiose Verwicklungen rund um einen ambitionierten Senator, der seine gierigen Finger in unsauberen Grundstückdeals hat. Nur kann man leider keine Spur daraus ableiten.

Wie sich das ganze Mysterium schlussendlich löst, hat mir nicht ganz so sehr gefallen wie bei den Vorgängerbänden. Es ist mir etwas zu sehr konstruiert. Aufgewogen wird das durch Takedas vielschichtiges Wesen und sein kluges Handeln, das mir immer wieder gut gefällt. Henrik Siebold hat einen angenehmen Schreibstil, der in klaren Sätzen Spannung aufbaut, die Personen lebendig erscheinen und die Handlung gradlinig durchlaufen lässt. Man muss keine Passage zweimal lesen.

Eigentlich bin ich mir sicher, dass es weitere Folgebände geben wird, denn zwischen Claudia Harms und Takeda hat es leicht zu knistern angefangen. Da muss doch was draus werden!

Veröffentlicht am 08.06.2018

Flucht vor der Gewalt

Ich beobachte dich
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Lindsey flüchtet mit ihrer kleinen Tochter Sophie aus einer obsessiven Beziehung. Ihr Mann Andrew ist Alkoholiker, krankhaft eifersüchtig und gewalttätig. Er versucht noch, die beiden zu verfolgen, aber ...

Lindsey flüchtet mit ihrer kleinen Tochter Sophie aus einer obsessiven Beziehung. Ihr Mann Andrew ist Alkoholiker, krankhaft eifersüchtig und gewalttätig. Er versucht noch, die beiden zu verfolgen, aber weil er dabei einen tödlichen Unfall verursacht, muss er für einige Jahre ins Gefängnis. Lindsey nutzt die Zeit, um sich anderswo eine neue Existenz aufzubauen. Sie arbeitet hart, hat einen neuen, guten Freundeskreis und erlaubt sich vorsichtig den Glauben an eine freie Zukunft. Doch sobald Andrew auf freiem Fuß ist, hat er schon den neuen Aufenthaltsort ausfindig gemacht. Er mietet dort auch ein Haus. Lindsey fällt von einer Panik in die andere, weil schlimme Dinge in ihrer unmittelbaren Umgebung geschehen. Außerdem verschlechtert sich die Beziehung zu ihrer Tochter, die ihre erste junge Liebe erlebt. Doch auch dieser Jared scheint sehr zwielichtig zu sein. Als sich Lindsey endlich in Sicherheit wähnt, geht der Horror richtig los....

Der Roman wird wechselweise aus der Sicht von Lindsey und Sophie erzählt, was sehr zum allgemeinen Verständnis ihrer Handlungsweisen beiträgt. Anfangs gibt es noch einige Rückblenden in die Vergangenheit, die ebenfalls sehr wichtig sind, aber mich zugleich auch verwirrt haben, weil sie nicht chronologisch sind. Der Autor wirft eigentlich fast auf jeden Mann in der Nähe der beiden Frauen einen dunklen Schatten, so dass man sich immer fragt, ob tatsächlich Andrew hinter all den Gemeinheiten steckt, oder nicht vielleicht doch ein dritter ein böses Spiel spielt. Das trägt natürlich einerseits sehr zum Spannungsaufbau bei, aber manchmal ist es dann auch zuviel des Guten. Auch finde ich die Charakterisierung von Sophie und Jared nicht ganz ausgefeilt, weil Sophie oft nicht alterstypisch handelt und Jared ganz plötzlich in einem ganz anderen Licht erscheint. Dennoch ist Chevy Stevens ein sehr spannender Thriller gelungen. Absolut lesenswert.

Veröffentlicht am 02.06.2018

Etwas zu schnulzig

Morgen ist es Liebe
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"Morgen ist es Liebe" von Monika Maifeld ist ein typischer Heile-Welt-Roman. Die schöne, junge Ärztin Alexandra verunglückt auf dem Heimweg und wird von einem Unbekannten aus dem brennenden Wrack gezogen. ...

"Morgen ist es Liebe" von Monika Maifeld ist ein typischer Heile-Welt-Roman. Die schöne, junge Ärztin Alexandra verunglückt auf dem Heimweg und wird von einem Unbekannten aus dem brennenden Wrack gezogen. Der Retter wollte sich eigentlich umbringen und setzt nun alles daran, seinen Abschiedsbrief, der mittlerweile zu Alexandras Sachen geraten ist, zurückzuerhalten. Der Leser spürt natürlich sofort das geheimnisvolle Knistern zwischen den beiden, gegen das sie sich lange erfolgreich sträuben. Dann gibt es noch den erfolgreichen Exfreund, der seinen Nebenbuhler bekämpft, ausserdem einen Alkoholiker, der vom Weg abgekommen ist, einen bärbeissigen Polizisten, eine herzensgute Witwe mit einem fröhlichen kleinen Hund.....kurz: unter dem Zauber einer schneereichen Weihnachtszeit reiht sich in diesem Buch ein vorhersehbares Klischee an das andere.
Der Schreibstil der Autorin liest sich recht angenehm und manchmal braucht man ja auch eine rosa Wolke um vom Alltag entspannen zu können. Mir persönlich war der Plot zu flach, aber wer mal richtig entspannt abschalten möchte, trifft mit diesem Roman keine schlecht Wahl.

Veröffentlicht am 02.06.2018

Zuckersüß

Ziemlich schwerwiegend
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Das Cover von Elisabeth Horns "Ziemlich schwerwiegend" zeigt eine äußerst appetitliche Torte, schließlich geht es hier auch um die verbotene Liebe zwischen dem Konditor Carl Sternberg, ein Bär von einem ...

Das Cover von Elisabeth Horns "Ziemlich schwerwiegend" zeigt eine äußerst appetitliche Torte, schließlich geht es hier auch um die verbotene Liebe zwischen dem Konditor Carl Sternberg, ein Bär von einem Mann, und der molligen verheirateten Clara. Sie hat schon alles mögliche an Diäten und Sportarten ausprobiert, um Pfunde zu verlieren, denn sie merkt, dass ihr die Ehe mit dem drahtigen Erfolgsmenschen Bastian zu entgleiten droht. Bei Carl dagegen findet sie alles, was ihr bei ihrem Ehemann fehlt, denn Carl vergöttert sie und gibt ihr allmählich das abhanden gekommene Selbstvertrauen zurück. Doch der Weg zu einem Happy-End ist lang und steinig.

Allerdings nicht für den Leser. Dieser Roman ist kitschig, bedient alle Klischees und ist absolut vorhersehbar. Dennoch konnte ich ihn nicht aus der Hand legen und musste ihn in einem Rutsch durchlesen. Clara und Carl werden von der Autorin so sympathisch dargestellt, dass man einfach wissen muss, wie sie sich kennenlernen, was sie erleben, und wie es weitergeht. Auch die Personen drum herum werden so ausführlich beschrieben, dass man sie vor dem inneren Auge agieren sieht.

Mir hat jede Seite dieser lebendigen Geschichte gefallen und nun bin ich sehr gespannt auf die Fortsetzung.

Veröffentlicht am 02.06.2018

Serienmord in Aachen

Aachen Krimi Reihe / Der Racheengel - Ein Aachen Krimi
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"Racheengel" ist ein Regionalkrimi, der in der schönen Stadt Aachen spielt (für meinen Geschmack hätte es ruhig ein wenig mehr Lokalkolorit sein dürfen).

Es geht ein Serienmörder um, dem schon zwei Männer ...

"Racheengel" ist ein Regionalkrimi, der in der schönen Stadt Aachen spielt (für meinen Geschmack hätte es ruhig ein wenig mehr Lokalkolorit sein dürfen).

Es geht ein Serienmörder um, dem schon zwei Männer zum Opfer fielen. Weitere Taten sind fast schon zu erwarten, weil der Täter religiöse Botschaften bei den Leichen hinterlässt. Die Zeit rennt der Mordkommission unter Leitung von Karl Hansen davon. Nur langsam und zäh kommen die Ermittlungen voran, begleitet von den beissenden Kommentaren der Journaille und dem Damoklesschwert einer möglichen Übernahme des Falles durch das LKA.

Dieser Krimi ist durchaus spannend geschrieben und bietet eine überraschende Auflösung. Ich hätte mir mehr Ausseneinsätze und weniger Fallbesprechungen gewünscht, aber ich habe ja die Hoffnung, dass dieser Aachen-Reihe noch weitere Fortsetzungen folgen werden, die dieses kleine Manko umgehen.

Von der äußeren Aufmachung des Buches bin ich begeistert: ein zum Inhalt passendes Cover und ein sehr deutliches Druckbild auf hochwertigem Papier haben mir sehr gefallen.