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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.06.2024

Taunusmörder

Rote Jagd
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Dies ist mein zweiter Versuch mit einem Hörbuch von Christian Boochs und diesmal konnte mich die gekonnte Vortragsweise von Lisa Boos bei der Stange halten.
Im Taunus wurde eine nackte Frau auf einer einsamen ...

Dies ist mein zweiter Versuch mit einem Hörbuch von Christian Boochs und diesmal konnte mich die gekonnte Vortragsweise von Lisa Boos bei der Stange halten.
Im Taunus wurde eine nackte Frau auf einer einsamen Waldstraße angefahren und liegt seitdem im Koma. Die Frankfurter BKA-Profilerin Nessa Wolf wundert sich, warum sie zu so einem Fall hinzugezogen wird. Doch es ist Nessa, die aufdeckt, dass im Taunus ein bislang unentdeckter Serienmörder seine Triebe auslebt. Während die örtliche Polizei noch den Spuren satanistischer Jugendlicher folgt, müssen Nessa und ihr Kollege fast schon im Alleingang und unter großer Gefahr den Fall lösen.
Der Plot ist richtig spannend und um es vorweg zu sagen: von mir gibt es eine klare Leseempfehlung! Von Nessas Charakter bin ich allerdings etwas genervt, denn sie hat eine unmögliche Art und Weise, wie sie mit ihren Mitarbeitern umspringt, wie oft sie unbedingt Kaffeetrinken muss und die große Liebe zu ihren Katzen wird ebenfalls überproportional oft erwähnt. Deswegen gibt es leichten Punkteabzug in der Bewertung.

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Veröffentlicht am 17.06.2024

Bretonisches Drama

Der Sommer, in dem alles begann
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Kurz nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Odette aus ihrem kleinen bretonischen Dorf nach Paris geschickt um eine Anstellung zu finden. Es ist ihr nicht gut ergangen, und sie war froh, als sie in ihre ...

Kurz nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Odette aus ihrem kleinen bretonischen Dorf nach Paris geschickt um eine Anstellung zu finden. Es ist ihr nicht gut ergangen, und sie war froh, als sie in ihre Heimat zurückkehren konnte. Hier etablierte sie sich als Besitzerin des Dorfladens und wichtigste Zentrale des Dorfklatsches. Als die mondäne Familie Renaud aus Paris in das Dorf zieht, ändert sich die Atmosphäre grundsätzlich. Die Stimmung ist gegen die Zugereisten, unterschwelliger Fremdenhass schlägt ihnen entgegen. Dabei will Marguerite Renaud nur nach ihrer unbekannten Mutter suchen und Raymond Renaud sein neues Buch schreiben. Das Mädchen Hélène dagegen profitiert von der neuen Lehrerin. Sie macht einen hervorragenden Abschluss und wird auf einer Pariser Eliteschule aufgenommen.
Natürlich passiert in dem Roman noch viel mehr, aber alles wird nur kurz angerissen, sodass man eigentlich mit keiner Figur so recht warm wird. Nach der letzten Seite bleibt nur ein blasser Schatten im Gedächtnis zurück, nichts über das man lange nachdenken mag. Höchstens noch über die Bösartigkeit, die in den ganz alten, aber auch den jungen Dorfbewohnern sitzt. Erschreckend.
Zusammenfassend ist dies hier kein Roman, den ich gerne gelesen habe und den ich eigentlich auch nicht unbedingt weiterempfehlen würde. Stilistisch enthält er schöne Passagen und es schimmert etwas von der französischen Leichtigkeit des Seins durch, aber für mehr als drei Sterne reicht es bei mir nicht.

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Veröffentlicht am 16.06.2024

Der Geisterschmied

Mord bei Kerzenschein
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Das Cover zeigt zwei schwere Polsterstühle, die unter einem pompösen Kronleuchter stehen. Genau das ist der Platz, auf dem Arbie Swift, seines Zeichens Geisterjäger, Schriftsteller und reicher Oberschichtjüngling, ...

Das Cover zeigt zwei schwere Polsterstühle, die unter einem pompösen Kronleuchter stehen. Genau das ist der Platz, auf dem Arbie Swift, seines Zeichens Geisterjäger, Schriftsteller und reicher Oberschichtjüngling, zusammen mit der Pfarrerstochter Val einige Nächte Wache hält, um auf Bitte der Gutsherrin seltsamem nächtlichen Treiben auf die Spur zu kommen. Swift jedoch glaubt nicht an Geister. Als die Auftraggeberin ermordet in einem vollkommen abgeschlossenen Zimmer aufgefunden wird, wandelt sich die Geisterjagd zur Mörderjagd. Eine (vergnügliche) Ermittlung, ganz im Stil von Agatha Christie beginnt.
Als Erstes habe ich mich vergewissert, dass dieser Roman keine Neuauflage eines älteren Buches ist. Zu gut trifft die Autorin Stil und Denkweise des Jahres 1924, in dem die Handlung stattfindet. Es herrscht noch strikte Trennung zwischen Personal und Herrschaft, und den Leuten aus dem Dorf. Es gibt Arm und Reich, und jeder kennt seinen Platz. Na ja, immerhin fast jeder. Das dreiste Dienstmädchen hat da seine eigenen Ansichten!
Der Leser kann sich jedenfalls gut in die Szenerie hineindenken und beginnt unwillkürlich selbst mit der Detektivarbeit.
Die Handlung ist pfiffig, logisch und typisch britisch, und verspricht eine angenehme Krimi-Lesezeit.

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Veröffentlicht am 16.06.2024

Musik + Liebe + Gefahr

Rosefield Academy of Arts – The Secrets We Keep
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Hazel strebt eine Karriere als Konzertpianistin an. Mit einem Teilstipendium kann sie an einer der besten Universitäten des Landes ein Studium beginnen. Neben ihrer Ausbildung möchte sie aber unbedingt ...

Hazel strebt eine Karriere als Konzertpianistin an. Mit einem Teilstipendium kann sie an einer der besten Universitäten des Landes ein Studium beginnen. Neben ihrer Ausbildung möchte sie aber unbedingt auch den ungeklärten Unfalltod ihrer älteren Schwester Lucy aufklären, der eben genau an dieser Uni stattgefunden hat.
Es ist eine Universität der reichen Elite mit einer hervorragenden Ausstattung, sowie Unterkünften, von denen normale Studenten einfach nur träumen würden. Das Setting hat mir ausgesprochen gut gefallen.
Leider fällt die Charakterisierung der Protagonisten etwas oberflächlicher aus. Man liest zwar, wie die Beziehung zu Hazels Mitbewohnerinnen wächst, ebenso wie die Romanze mit dem jungen Geiger Tristan entsteht, aber so recht will der Funke zum Leser nicht überspringen. Auch die Jagd nach der geheimen Studentenverbindung, die eventuell der Grund von Lucys Tod ist, kann nicht richtig fesseln. Da ich erst vor kurzem ein sehr ähnliches Buch, nur mit einem männlichen Studenten, der den Tod seines Bruders aufklären will, gelesen habe, konnte ich mich nicht so recht für diesen Roman hier begeistern. Aber er liest sich gut und man kann sich für ein paar angenehme Lesestunden aus dem Alltag ausklinken.

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Veröffentlicht am 11.06.2024

Trostlos

Vor einem großen Walde
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Im Jahr 2010 gelingt es einer kleinen Familie, aus Georgien nach England zu flüchten. Leider reicht das Geld nicht für alle und die Mutter bleibt allein zurück. Alle Versuche, sie später nachzuholen, scheitern. ...

Im Jahr 2010 gelingt es einer kleinen Familie, aus Georgien nach England zu flüchten. Leider reicht das Geld nicht für alle und die Mutter bleibt allein zurück. Alle Versuche, sie später nachzuholen, scheitern. Als Sandro und Saba, die beiden Brüder, erwachsen sind, macht sich der Vater allein auf die Reise, die Mutter zu finden. Doch vom Vater verliert sich schnell jede Spur. Also folgt der älteste Sohn, um Mutter und auch den Vater zu finden. Doch auch er gibt bald kein Lebenszeichen mehr. Nun macht sich Saba auf den Weg, und der Leser begleitet ihn auf eine gefährliche Suche, erst durch Tiflis, dann durch Georgien, dann sogar in Ossetien. Die Erlebnisse haben etwas Wahnhaftes an sich, Realität wechselt sich ab mit Zwiegesprächen mit längst verstorbenen Menschen aus Sabas Kindheit. Fast verliert man als Leser den Zweck dieses Umherstreifens aus den Augen, denn Bilder einer bitterarmen Stadt mit Bewohnern ohne Hoffnung nehmen Überhand. Es fließt viel Alkohol, überall lauert die Gefahr von Verhaftung durch eine willkürliche Polizeimacht. Mich hat der Roman verstört zurückgelassen. Er ist eine einzige Anklage gegen die bestehenden Verhältnisse in Georgien. Es bleibt einfach nur eine bleierne Depression, wenn man die letzte Seite fertig hat. Es muss jeder selbst wissen, ob ihm diese Art des Erzählens liegt, mir hat es nicht gefallen.

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