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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.04.2023

Indien vor 60 Jahren

Der Geheimnishüter von Jaipur
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Dieser Roman ist eine Fortsetzungsgeschichte. Im ersten Band, den ich nicht kenne, geht es um eine Frau, die sich als Hennakünstlerin ihren Lebensunterhalt verdient. Doch jetzt geht es um ihren Ziehsohn ...

Dieser Roman ist eine Fortsetzungsgeschichte. Im ersten Band, den ich nicht kenne, geht es um eine Frau, die sich als Hennakünstlerin ihren Lebensunterhalt verdient. Doch jetzt geht es um ihren Ziehsohn Malik, den sie zur Ausbildung nach Jaipur an den Palast zu Verwandten schickt. Als ein großes Bauprojekt in einer Tragödie mit vielen Verletzten endet, trägt Malik maßgeblich zur Aufklärung bei.
Ein weitere Handlungsstrang befasst sich mit Nimmi, einer jungen einheimischen Witwe mit zwei Kindern, in die sich Malik unsterblich verliebt hat. Sie entstammt einem Hirtenvolk, wird aber mithilfe von Maliks Ziehmutter Lakshmi sesshaft. Zwischen den beiden Frauen entwickelt sich eine unterschwellige Rivalität, die aber wegen ungeschriebener Regeln von Achtung und Höflichkeit nicht recht an die Oberfläche kommen darf. Als Nimmi in einen gefährlichen Goldschmuggel verwickelt wird, zeigt sich jedoch, dass sie sich auf einander verlassen können.
Ganz zu Anfang wird der Leser mit Namen und Verwandtschaftsbeziehungen erschlagen. Ich habe die Audioversion gehört. Deswegen hatte ich leider keine Möglichkeit, Unklarheiten in einem eventuell vorhandenen Glossar zu klären.
Der eigentlichen Handlung fehlt mir der Pfiff. Die Autorin kann mich weder in eine fremde, exotische Welt hineinziehen, noch einen Bezug zu ihren Hauptfiguren herstellen.
Meine Kritik richtet sich explizit auf den Hörbuchdownload. Die Sprecherin Charlotte Puder vermag es nicht, den Sätzen Leben einzuhauchen. Vielleicht hätte mir der Roman als Print mit einem Glossar besser gefallen, so aber kann ich nur mit mageren 3 Lesesternen dienen.

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Veröffentlicht am 29.04.2023

Cyberjagd

Going Zero
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Ein stilisierter Fingerabdruck prangt groß auf dem Cover, stellvertretend für den digitalen Fingerabdruck, den jeder Internet-User im World Wide Web hinterlässt.
Cy Baxter ist der neue Social-Media Star. ...


Ein stilisierter Fingerabdruck prangt groß auf dem Cover, stellvertretend für den digitalen Fingerabdruck, den jeder Internet-User im World Wide Web hinterlässt.
Cy Baxter ist der neue Social-Media Star. Sein Imperium ist schon riesig, aber er will noch mehr. Eine Zusammenarbeit mit den Geheimdiensten wäre nicht nur finanziell die absolute Krönung seiner Karriere. Aus diesem Grund startet er einen Wettbewerb, bei dem zehn handverlesene Freiwillige (ein Querschnitt durch die Bevölkerung angefangen vom Normalbürger bis zum Berufsspion) sich einen Monat lang unauffindbar verstecken müssen. Es winken 3 Millionen Dollar Siegprämie.
Von Anfang an liegt der Focus des Romans auf der Bibliothekarin Kaitlyn, die mit unfassbarer Raffinesse immer wieder durch die Maschen der Überwachung schlüpft. Leider werden die Stories der neun anderen Mitspieler ziemlich oberflächlich abgehandelt, da hätte ich gern mehr Spannung gehabt. Überhaupt ist der Spannungsbogen ein Schwachpunkt in meinen Augen. Solange die Erzählperspektive auf Kaitlyn liegt, hat man auch Action und Emotionen, aber Baxters Gedankengänge sind mir stellenweise zu sehr geschwafelt. Sehr gut getroffen ist der schmale Grat zwischen Genie und Hybris, den Baxter mit seiner Gier betritt.
Erschreckenderweise sind die Möglichkeiten der digitalen Überwachung mittlerweile tatsächlich schon sehr weit gediehen. Ich glaube, dem normalen Menschen ist das nicht bewusst. Gerade solche Romane rücken wieder den normalen Menschenverstand zurecht, sodass man nicht mehr ganz so leichtsinnig mit seinen persönlichen Daten hausieren geht. Ansonsten muss man darauf vertrauen, dass Gesetze den digitalen Missbrauch in Schranken halten.
Mit kleinen Einschränkungen hat mich das Buch fasziniert. Es ist wirklich lesenswert und macht neugierig auf die bereits geplante Verfilmung.

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Veröffentlicht am 28.04.2023

Ein vermisstes Kindermädchen

SYLTKRIMI Dünengrab
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Bente Broderson ist die neue Leiterin der Polizeistation auf Sylt. Sie bekommt keine Eingewöhnungszeit, denn am selben Tag wird ein Kindermädchen als vermisst angezeigt. Eine blutige Strickjacke ist die ...

Bente Broderson ist die neue Leiterin der Polizeistation auf Sylt. Sie bekommt keine Eingewöhnungszeit, denn am selben Tag wird ein Kindermädchen als vermisst angezeigt. Eine blutige Strickjacke ist die einzige Spur.
Als noch einige Morde geschehen, wird der Fall immer undurchsichtiger ...
"Dünengrab" ist der Auftakt einer ganzen Sylt-Serie. Das Buch hat weniger als 250 Seiten und ist somit auch flott ausgelesen. Die neue Kommissarin ist eher der brummige Typ, scheint aber das Herz auf dem rechten Fleck zu haben, aber vor allem hat sie einen netten Hund, genannt Ulrike. Auch die Kollegen sind soweit sympathisch. Allerdings brauchen sie ziemlich lange, ehe sie die gelegten Spuren richtig deuten können. Als Leser hat man schon längst eine Ahnung, ehe die Polizei den Verdachtsmomenten nachgeht.
Für mich ist die Handlung alles in allem etwas flach geblieben. Es fehlte mir das typische Sylt-Flair und nur die sympathischen Protagonisten bringen den vierten Lesestern.
Die Sprecherin des Hörbuchs, Ilka Sehnert, liest sehr sensibel und angenehm.

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Veröffentlicht am 25.04.2023

Frauen mit Geheimnissen

One of the Girls
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Sechs unterschiedliche Frauen erleben statt eines fröhlichen Wochenendes einen Albtraum, der sich vorher schrittweise angekündigt hat:
Bella richtet für ihre Freundin Lexi den Junggesellinnenabschied aus. ...

Sechs unterschiedliche Frauen erleben statt eines fröhlichen Wochenendes einen Albtraum, der sich vorher schrittweise angekündigt hat:
Bella richtet für ihre Freundin Lexi den Junggesellinnenabschied aus. Mit einer Luxusvilla in Griechenland konnte sie eine Traumlocation an Land ziehen. Auf den ersten Blick meint man, in einen oberflächlichen Frauenroman geraten zu sein. Aber der Eindruck täuscht, wie man schnell merkt. Jede der sechs Frauen zeigt schon bald viel von ihrer Persönlichkeit und richtig spannend wird es, als der Leser hinter die Fassade schauen kann. Jede hat nämlich ihre privaten Geheimnisse und manch eine hat im Stillen einen Plan im Hinterkopf.
Zwar weiß der Leser, dass es irgendwann eine Leiche geben wird, aber es ist nutzlos, darüber zu grübeln. Die Autorin hat den Plot viel zu raffiniert gestrickt.
Der Schreibstil von Lucy Clarke ist sehr lebensecht und ihre Charaktere ebenso. Von Anfang an klebt man als Leser am Plot, weil man einen Bezug zu den Frauen hat und ihre Handlung nachvollziehen kann. Ja, man entwickelt sogar Sympathien zu der schrillen, selbstsüchtigen Bella, wenn man um ihre Vorgeschichte weiß.
Dieses Buch ist unterhaltsam und spannend zugleich. Es macht süchtig bis zur letzten Seite.
Die Hörbuchversion wird hervorragend vorgetragen von Julia von Tettenborn und Corinna Dorenkamp, die den Text nicht nur vorlesen, sondern miterleben.

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Veröffentlicht am 24.04.2023

Gefährliche Sekte

Wolfskinder
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Das Cover trifft die Örtlichkeit recht gut: ein karger, unbezwingbarer Fels. Jakobsleiter ist ein nur sehr schwer zu erreichender Ort hoch in den Bergen. Hier lebt eine Handvoll Siedler mit ihrem religiösen ...

Das Cover trifft die Örtlichkeit recht gut: ein karger, unbezwingbarer Fels. Jakobsleiter ist ein nur sehr schwer zu erreichender Ort hoch in den Bergen. Hier lebt eine Handvoll Siedler mit ihrem religiösen Führer. Sie haben sich dem Weltlichen abgewandt und folgen ihren eigenen Gesetzen. Nur zwei Jugendliche haben durch den Schulbesuch und gelegentliche Einkäufe Kontakt mit dem Dorf. In dieser schroffen Gegend verschwinden seit Jahren immer wieder Frauen, doch die Verbrechen werden nicht aufgeklärt.
In wechselnden Perspektiven von Dörflern und Jugendlichen aus der Sekte wird nun ein Krimi erzählt, der absolut haarsträubend ist. Während die erste Hälfte des Buches noch verhältnismäßig ruhig verläuft, und der Leser irritierende Einblicke in das Leben der isolierten Gemeinschaft erhält, gewinnt das Rätsel der verschwundenen Frauen mit dem weiteren Verlust einer Schülerin und der engagierten Dorflehrerin deutlich an Fahrt und findet mit der Aufklärung einen grausamen Höhepunkt.
Es ist faszinierend, wie die Autorin in den jeweiligen Abschnitten die Charaktere der Personen wiedergibt. Ob es das schlaue kleine Naturmädchen ist oder die entführte Rebekka, die in ihren Qualen beschrieben wird, jeder der einzelnen Erzähler hat einen unverwechselbaren Charakter und ist authentisch mit seinen Handlungen.
Dem Plot kann man gut folgen, er hat keine logischen Brüche. Der Schreibstil ist flüssig, gut verständlich und trägt gut zu der sich allmählich steigernden Spannung bei. "Wolfskinder" ist ein psychologischer Thriller, der von mir eine klare Leseempfehlung erhält.

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