Platzhalter für Profilbild

fredhel

Lesejury Star
offline

fredhel ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit fredhel über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.06.2023

Magische Teezeremonie

A Magic Steeped in Poison – Was uns verwundbar macht
0

Gerade habe ich diesen Roman ausgelesen. Die Geschichte findet einen wunderbaren Abschluss, wenn da nicht diese letzte halbe Seite gewesen wäre, die einen ungeduldig auf den zweiten Teil dieser Dilogie ...

Gerade habe ich diesen Roman ausgelesen. Die Geschichte findet einen wunderbaren Abschluss, wenn da nicht diese letzte halbe Seite gewesen wäre, die einen ungeduldig auf den zweiten Teil dieser Dilogie warten lässt.
Ning lebt in China, das durch einen todkranken Kaiser stark geschwächt ist. Hinter den Kulissen brodeln die Intrigen, nicht nur am Kaiserhof, sondern im ganzen Land sorgen Giftanschläge auf Chinas Nationalgetränk Tee für Instabilität. Die Mutter ist schon qualvoll an dem Gift gestorben, und jetzt ist Nings große Schwester ebenfalls erkrankt.
Ning schmuggelt sich in einen Wettkampf um den besten Tee-Zeremonienmeister am kaiserlichen Hof ein, um ein Gegengift zu finden, und plötzlich sieht sie sich im Auge des Orkans der politischen Ränkespiele.
Diese Inhaltsangabe klingt sehr sachlich, dabei ist der Schreibstil der Autorin wirklich romantisch angehaucht. Die Teezeremonien werden sehr ausführlich beschrieben, jede Ingredienz, jeder Duft, jede Farbe. Fast ist es schon zu viel des Guten. Es gibt auch eine zarte Liebesgeschichte mit einem gefährlichen Mann, die hoffentlich im Folgeroman ein gutes Ende findet. Sehr gut gefallen haben mir die magischen Momente in den Teeritualen. Zusammen mit dem exotischen Setting ist "A Magic Steeped in Poison" ein ganz zauberhafter Roman, der aus dem Rahmen fällt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.06.2023

Ein Rhön-Krimi

Totes Moor
0

Nach seiner Schulzeit konnte Kriminalkommissar Janosch Janssen sein enges Heimatdorf Grimmbach nicht schnell genug verlassen. Eine Mitschülerin, ausgerechnet auch noch sein heimlicher Schwarm, blieb nach ...

Nach seiner Schulzeit konnte Kriminalkommissar Janosch Janssen sein enges Heimatdorf Grimmbach nicht schnell genug verlassen. Eine Mitschülerin, ausgerechnet auch noch sein heimlicher Schwarm, blieb nach der Abiparty vermisst und ausgerechnet Janoschs Vater war der Hauptverdächtige. Die ermittelnde Beamtin Diana Quester nahm ihn damals so gnadenlos in die Mangel, dass er nur im Selbstmord einen Ausweg sah.
Jetzt sind gut zehn Jahre vergangen. Janosch hat sich in die alte Heimat zurückversetzen lassen, weil seine Mutter nicht mehr alleine leben kann. Ausgerechnet jetzt wird die Leiche der vermissten Schülerin gefunden. Diana Quester ist immer noch im Dienst. Sie will sich ihre Karriere nicht durch Fehler aus der Vergangenheit verderben. Janosch schafft es zwar in ihre Sonderkommission, aber sein verbissener Ehrgeiz wird nicht gern gesehen.
Doch es ist hauptsächlich sein Verdienst, dass die Vorkommnisse von damals restlos aufgeklärt werden können.
Bis dahin ist es ein schwieriger Weg, der auf viele der Beteiligten kein gutes Licht wirft. Der Autor hat einen scharfen Blick auf die Charaktere, aber es gelingt ihm zudem, die Atmosphäre in dieser ziemlich einsamen Moorgegend einzufangen. So ist ein sehr bodenständiger, dennoch spannender Regionalkrimi entstanden.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.06.2023

Fremde Genüsse

Das Restaurant der verlorenen Rezepte (Die Food Detectives von Kyoto 1)
0

Der ehemalige Polizist Nagare und seine Tochter Koishi betreiben ein versteckt gelegenes Restaurant nur für Insider. Wer nach einem Rezept von einer Speise aus seiner Vergangenheit sucht, der wendet sich ...

Der ehemalige Polizist Nagare und seine Tochter Koishi betreiben ein versteckt gelegenes Restaurant nur für Insider. Wer nach einem Rezept von einer Speise aus seiner Vergangenheit sucht, der wendet sich an die beiden.
So erzählt der Autor von insgesamt sechs Recherchen.
Der Ablauf ist immer der gleiche:
Der Ratsuchende muss als erste Hürde das Lokal erst einmal finden, denn es gibt keine genaue Adresse. Dort wird er freundlich empfangen, erhält das Tagesgericht zu einem festen Preis und kann im Anschluss daran Koishi alles berichten, was er von seinem Lieblingsgericht noch in Erinnerung hat. Nun hat Nagare zwei Wochen Zeit, um wie ein Detektiv den Hinweisen zu folgen. Oft genug gilt es auch, die psychologischen Aspekte zu berücksichtigen. Wenn der Kunde dann zum eigentlichen Essen erscheint, wird das Gericht, aber ebenso das Porzellan, detailgenau beschrieben. Immer ist der Gast überwältigt und verlässt glücklich das Haus.
Zwar kann sich der Leser das Mahl optisch dank der guten Schilderung gut vorstellen, aber ein Nichtkenner der japanischen Küche, muss beim Geschmack dieser exotischen Speisen passen, was den Reiz der Lektüre deutlich schmälert.
Natürlich spielt auch die persönliche Geschichte des Kunden eine wichtige Rolle, aber die bleibt leider doch recht oberflächlich.
In Japan scheinen Nagore und Koishi eine große Fangemeinde zu haben. Das ist gut vorstellbar, weil die Menschen dort ihre Gerichte kennen, aber hier füllt dieser Roman eher eine Nische aus.


  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.06.2023

Ritterspiele

Der Dornenthron
0

Endlich kommt Teil 2 der Gargoyle-Queenserie auf Deutsch in den Verkauf.
Wieder stimmt ein schönes Cover auf den Inhalt ein, denn Dornen werden einen Wendepunkt in das Romangeschehen bringen. Die Hauptakteure ...

Endlich kommt Teil 2 der Gargoyle-Queenserie auf Deutsch in den Verkauf.
Wieder stimmt ein schönes Cover auf den Inhalt ein, denn Dornen werden einen Wendepunkt in das Romangeschehen bringen. Die Hauptakteure kennt man ja wahrscheinlich noch aus Band 1, aber auch Quereinsteiger haben ihre Chance, weil immer Rückblenden sehr geschickt die Lücken zur Vergangenheit schließen.
Gemma, die Andvarische Prinzessin, ist wieder die Erzählerin. Sie muss diesmal sehr diplomatisch handeln, weil auf einem Gipfeltreffen der befreundeten Länder die Herrscherin Maeven erneut ihre gefährlichen Ränke schmiedet. Diesmal schickt sie ihren Sohn Leonidas in ein mittelalterliches Ritterturnier, um eine Ehe zwischen Gemma und Leonidas zu erzwingen. Die beiden lieben sich doch schon längst, aber die tiefe Feindschaft ihrer beider Familien verbietet eigentlich solche Gefühle. Vor allem Gemma steht sich dabei selbst im Weg, bleibt voller Misstrauen und sieht alle Probleme übergroß.
Die Prüfungen, die Leonidas durchlaufen muss, bringen Pep in die Handlung. Noch mehr aber sorgt Milo mit seinen heimtückischen Experimenten und gefährlichen Wunderwaffen für Spannung, die in einen wüsten Kampf mündet. Hier zeigt sich, dass Gemma körperlich und geistig das Zeug zur Regentin hat, wenn ihr Großvater und ihr Vater später einmal abdanken werden.
Jennifer Estep spielt wieder wunderbar mit Fantasy-Elementen. Gedankenübertragung und andere magische Fähigkeiten bieten ein wunderbares Szenario für die Handlung, die in erster Linie jedoch von der Liebesgeschichte dominiert wird.
Dieser Fantasyroman ist von der ersten Seite an voller Spannung, Magie und ganz viel Emotionen. Klare Leseempfehlung!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.06.2023

Kinderwünsche

Salzburger Abgründe
0

Ein Mediziner aus einer Kinderwunschklinik wird im Garten erschlagen aufgefunden, nachdem ihn einige Tage zuvor eine geheimnisvolle Frau aufgesucht hat. Das Arbeitsklima in der Klinik ist ziemlich aufgeladen, ...

Ein Mediziner aus einer Kinderwunschklinik wird im Garten erschlagen aufgefunden, nachdem ihn einige Tage zuvor eine geheimnisvolle Frau aufgesucht hat. Das Arbeitsklima in der Klinik ist ziemlich aufgeladen, es gibt eine Facebookgruppe von "Retortenkindern", die nach der Wahrheit forschen und vor allem noch weitere rätselhafte Todesfälle.
In kurzen, knackigen Kapiteln rollt die Autorin Jenna Theiss einen Krimi auf, der von der ersten Seite an den Leser packt. Mit den Protagonisten wird man schnell vertraut. Es sind Menschen wie du und ich. Ein herziger Schäferhund stiehlt allen die Schau. Vor allem aber ist der Plot ungewöhnlich, aber nicht abgehoben. Einen realitätsnahen Krimi, der das Gegenteil von fadenscheinig ist, findet man eher selten.
Die Handlung ist zwar in Salzburg angesiedelt, aber für meinen Geschmack könnte es einen Hauch mehr Lokalkolorit geben. Allerdings ist der Schreibstil typisch österreichisch, obwohl die Autorin im Hochdeutschen bleibt. Das hat mich am meisten beeindruckt.
"Salzburger Abgründe" sticht in meinen Augen aus den üblichen Regionalkrimis hervor. Klare Leseempfehlung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere