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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.04.2021

Die braune Gefahr lauert überall

Bornholmer Falle
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Alles fängt ganz gemächlich an auf der Ferieninsel Bornholm. Eine Familie vermisst ihren gerade volljährigen Sohn. Da ich aber schon einige Bücher von Katharina Peters gelesen habe, ist klar, dass es auch ...

Alles fängt ganz gemächlich an auf der Ferieninsel Bornholm. Eine Familie vermisst ihren gerade volljährigen Sohn. Da ich aber schon einige Bücher von Katharina Peters gelesen habe, ist klar, dass es auch hier nicht auf einen beschaulichen Regionalkrimi hinauslaufen wird. Zwar kenne ich den ersten Band dieser Bornholmer Reihe nicht, aber auch so werden die Zusammenhänge schnell verständlich. Die zuständige Polizistin Sarah Pirohl hatte Deutschland bewusst verlassen, nachdem sie ihren Vater wegen rechtsnationaler Umtriebe hinter Gitter gebracht hat. Doch die Thematik lässt Sarah auch in Dänemark nicht los, denn der verschwundene Junge ist nur die Spitze eines Eisbergs eines internationalen Geflechts rechtsradikaler brutaler Strukturen, die ihre Erfüllungsgehilfen auch in der deutschen Polizei untergebracht haben.
Katharina Peters hat wieder einen sehr spannenden, weitverzweigten Plot entworfen. Ihre Personen bekommen auch ein privates Umfeld, sodass man sie sich lebendig vorstellen kann, ohne dass sie sich in Nebenschauplätzen verzetteln. Ihr Schreibstil ist klar verständlich und mitreißend. Das Ende hätte ich mir vielleicht etwas früher dafür ausführlicher gewünscht. Der Cliffhanger jedenfalls ist ein Knaller! Absolute Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 11.04.2021

Ein namenloses Skelett

Das Grab in den Schären
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Von der Reihe um Thomas Andreasson habe ich einige Folgen schon gelesen. Mir gefällt, wie er ermittelt und wie sich sein Privatleben verändert. 
Diesmal wird bei Bauarbeiten auf einer bislang unbewohnten ...

Von der Reihe um Thomas Andreasson habe ich einige Folgen schon gelesen. Mir gefällt, wie er ermittelt und wie sich sein Privatleben verändert. 
Diesmal wird bei Bauarbeiten auf einer bislang unbewohnten Schäreninsel ein Skelett gefunden. Ob männlich oder weiblich, man weiß es lange Zeit nicht. Vorsorglich geht man zwei länger zurückliegenden Vermisstenfällen nach. Schnell fokussiert sich das Ermittlerteam auf den angeblichen Selbstmord einer verheirateten Frau. Doch Nora, Staatsanwältin im Krankenstand und gute Freundin von Thomas Andreasson ermittelt auf eigene Faust in Sachen eines jungen Mädchens. Astrid war vor dem Zeitpunkt ihres Verschwindens oft eine zuverlässige Babysitterin bei Noras Kindern. Nora überschreitet ihre Befugnisse, bringt sich, die Ermittlung und ihre Karriere durch ihr eigenmächtiges Handeln in Gefahr.
Es hat einige Seiten gedauert, bis ich mich diesmal in die Handlung eingelesen hatte. Doch dann nimmt die Handlung an Fahrt auf. Es werden immer Kapitel aus dem Leben der vermissten Frauen eingeschoben. Beide sind damals auf einen gefährlichen Punkt in ihrem Leben hingesteuert.
Nora lernt man diesmal von einer ganz neuen Seite kennen, depressiv und alkoholabhängig, kompensiert sie ihre Probleme, indem sie ihre Befugnisse überschreitet.  Alle drei Handlungsstränge sind wie immer sehr spannend und verknüpfen sich zu einem logischen Finale. Trotz der ganzen Verbrechen hängt für mich bei Viveca Sten Krimis immer ein Hauch Urlaubsfeeling in der Luft. Weil die Personen alle so natürlich agieren und trotz ihrer Fehler sympathisch bleiben, fühle ich mich in ihrer Welt sehr wohl. Deswegen freue ich mich schon auf eine Fortsetzung.

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Veröffentlicht am 08.04.2021

Cleverer Anwalt

Rattenbrüder für Greetsiel
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Jan de Fries ist ein Anwalt mit grossem Gerechtigkeitssinn. Weil er noch Einkünfte aus seiner ehemaligen Kanzlei bezieht, kann er es sich leisten, Fälle anzunehmen, die weder großes Ansehen noch großen ...

Jan de Fries ist ein Anwalt mit grossem Gerechtigkeitssinn. Weil er noch Einkünfte aus seiner ehemaligen Kanzlei bezieht, kann er es sich leisten, Fälle anzunehmen, die weder großes Ansehen noch großen Geldsegen versprechen. Es ist ihm im aktuellen Buch wichtig, einem skrupellosen Brüderpaar das Handwerk zu legen. Die beiden haben sich mit hinterhältigen Methoden die besten Grundstücke in Greetsiel angeeignet.Weil die beiden und ihre Handlanger quasi über Leichen gehen, hat diese Folge noch wesentlich mehr Tempo und Action als das Buch davor. Zum Lesespaß tragen die lebensechten Charaktere viel bei. Natürlich ist Jan de Fries ein Sympathieträger, aber schon seine Mandantin ist dagegen eine regelrechte Kratzbürste. Jede Person hat ihren Wiedererkennungswert. Dazu kommt noch das typisch friesische Küstenflair, sodass ein rundum gelungener Regionalkrimi entstanden ist, der noch viel aufregender ist, als der erste Eindruck vermuten lässt. Ich jedenfalls werde Jan de Fries auch weiterhin im Auge behalten.

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Veröffentlicht am 31.03.2021

Junge Liebe in Nürnberg

Der große Sommer
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Wie eine frische Brise wirkt der neueste Roman von Ewald Arenz auf mich. Ein Mann, Friedrich, erinnert sich an den Sommer seines Erwachsenwerdens, der zeitgleich den Beginn seiner großen Liebe markiert. ...

Wie eine frische Brise wirkt der neueste Roman von Ewald Arenz auf mich. Ein Mann, Friedrich, erinnert sich an den Sommer seines Erwachsenwerdens, der zeitgleich den Beginn seiner großen Liebe markiert. Friedrich ist ein ganz normaler Junge, der irgendwie den Anschluss in der Schule verpasst hat und nun den ganzen Sommer für die alles entscheidende Nachprüfung büffeln muss. Er verbringt die Nachmittage mit seinen Freunden, aber die Zeit ist nicht nur unbelastet, sondern sein bester Freund tickt plötzlich völlig aus.

Der Autor bringt trotz der Leichtigkeit seiner Sprache eine Tiefe in die Handlung, die diesen Roman von Trivialliteratur absetzt. Man spürt den Umbruch in der Persönlichkeit Friedrichs, der mehr und mehr Verantwortung nicht nur für sein eigenes Leben übernimmt und der alle Gefühle des ersten bittersüßen Verliebtseins auskosten kann.

Ein schönes Buch, das mich inspiriert, mehr von diesem Autor zu lesen.

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Veröffentlicht am 31.03.2021

Gemütlicher Friesenkrimi

Nasses Grab (Zwischen Mord und Ostsee, Küstenkrimi 1)
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In der Flensburger Förde wird eine Leiche gefunden, die augenscheinlich gewaltsam zu Tode kam. Zum Glück verzeichnet die Flensburger Mordkommission zwei Neuzugänge, die sich sofort um diesen Fall kümmern ...

In der Flensburger Förde wird eine Leiche gefunden, die augenscheinlich gewaltsam zu Tode kam. Zum Glück verzeichnet die Flensburger Mordkommission zwei Neuzugänge, die sich sofort um diesen Fall kümmern muss, der zu Beginn der Tourismussaison denkbar ungünstig liegt. Die beiden, Ina und Jörn, kennen sich überraschenderweise von früher und auch zu ihrem Vorgesetzten gibt es mit Ina eine interessante Vorgeschichte. Es gibt also eine Reihe privater Verwicklungen und familiäre Nebenschauplätze, die in der Erzählhierarchie den gleichen Stellenwert haben wie die eigentliche Mordermittlung. Diese läuft erst mal sehr zäh an. Sie führt in die Menschenschmugglerszene zwischen Deutschland und Dänemark. Den Beteiligten ist so schnell nichts nachzuweisen und schon gar nicht ein Mord. Ina und Jörn finden schnell zu einer harmonischen Arbeitsweise, die zu einem erfolgreichen Einstand in die Mordkommission führt.
Um es vorwegzusagen: Rasant ist dieser Krimi nicht, eher im Gegenteil. Die ganzen familiären Episoden entschleunigen, sind aber auch sehr interessant. Gerade so ein pubertierender Teenie wie Jörns Tochter, kann allerhand Zündstoff bergen. Alles, was den Mordfall betrifft, hätte ich mir noch etwas ausführlicher und spannender gewünscht, doch immerhin bleiben am Ende keine offene Fragen übrig.
Der Schreibstil des Autors ist gleichbleibend ruhig. Irgendwie passt das allerdings auch zu dem friesischen Flair, den friesischen Protagonisten und vor allem den wortkargen Seeleuten.
Mir hat es in der Flensburger Mordkommission ganz gut gefallen und sicher gibt es bald mehr von dort zu lesen.

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