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Veröffentlicht am 04.04.2023

Informativ und gut verständlich

Wo ist die Mitte des Weltalls?
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FAQs rund um das Universum: das bietet das Buch „Wo ist die Mitte des Weltalls?“ von Jorge Cham und Daniel Whiteson. Die beiden Autoren betreiben einen Podcast, auf dem sie Fragen rund ums Universum beantworten ...

FAQs rund um das Universum: das bietet das Buch „Wo ist die Mitte des Weltalls?“ von Jorge Cham und Daniel Whiteson. Die beiden Autoren betreiben einen Podcast, auf dem sie Fragen rund ums Universum beantworten – einige haben es nun zusammen mit ihren Antworten in die Buchform geschafft.

Neben der Frage, wo das Zentrum des Weltalls ist, werden ganz praktische Fragen beantwortet, etwa was mit E = mc² gemeint ist, wie das Universum entstanden ist oder wann die Sonne erlöschen wird.

Eine große Rolle spielen aber vor allem die Fragen, die auf den ersten Blick keine ernstgemeinten Fragen sind, sondern eher Science-Fiction-Filmen entstammen. Etwa, ob Zeitreisen eines Tages möglich sein könnten, Teleportation möglich sein wird, ob es Außerirdische gibt, unsere Welt nur eine Computersimulation sein könnte und viele mehr.

Die beiden Autoren hantieren bei ihren Antworten dabei mit Möglichkeiten und Wahrscheinlichkeiten – lassen unterschiedliche physikalische Antworten gelten und auch mal einen Ingenieur gegen einen Physiker antreten.

Dass es überwiegend ungewöhnliche Fragen sind, die dem Autorenduo gestellt werden, macht das Buch umso lesenswerter.

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Veröffentlicht am 31.03.2023

Reihenauftakt

Die Geschichtenwandler − Magische Tinte
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Kristen Perrin hat in ihrem ersten Band der „Geschichtenwandler“, „Magische Tinte“, eine alte Geschichte aufgegriffen: Was wäre, wenn wir die Gegenwart verändern könnten? Das Mädchen Enna bekommt diese ...

Kristen Perrin hat in ihrem ersten Band der „Geschichtenwandler“, „Magische Tinte“, eine alte Geschichte aufgegriffen: Was wäre, wenn wir die Gegenwart verändern könnten? Das Mädchen Enna bekommt diese Gelegenheit. Ihre Mutter betreibt eine Buchhandlung, in der plötzlich merkwürdige Dinge geschehen. Denn sie erhält wie von Geisterhand eine Einladung für die Aufnahmeprüfung der "Emerald Ink“. Mit deren grüner Geheimtinte hat es eine besondere Bewandtnis. Die Bücher können umgeschrieben werden – allerdings mit sehr negativen Folgen für die Gegenwart. Die 12-jährige Enna muss also handeln… Unterstützt wird sie dabei auch von ihrer Großmutter, die sie „Grams“ nennt – mir hat sehr gefallen, wie die Beziehung zwischen Enkel und Großmutter beschrieben ist.

Was die „Emerald Ink“ genau ist, bleibt noch etwas offen – „Magische Tinte“ ist schließlich erst der Reihenauftakt. Sehr gefallen haben mir die vielen literarischen Zitate im Buch. Ein Buch über die Bedeutung von Büchern.

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Veröffentlicht am 31.03.2023

Gelungener Reihenauftakt

Magic Kingdom. Im Reich der Märchen, Band 1 - Der Fluch der dreizehnten Fee
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Wenn das, was man in seinem Lieblingsbuch liest, plötzlich real wird, ist man ordentlich vor den Kopf gestoßen. So geht es auch der 12-jährigen Filomena Jefferson-Cho, als Mitten in Kalifornien ihr Figuren ...

Wenn das, was man in seinem Lieblingsbuch liest, plötzlich real wird, ist man ordentlich vor den Kopf gestoßen. So geht es auch der 12-jährigen Filomena Jefferson-Cho, als Mitten in Kalifornien ihr Figuren aus ihrem Lieblingsbuch „Magic Kingdom“ begegnen. Und das, wo ganz unerwartet ein Fortsetzungsband der Reihe nicht erscheint.

Und es hat einen Grund, dass Figuren der Märchenwelt plötzlich ganz diesseitig auf den Straßen von North Pasadena zu finden sind. Einen alles anderen als guten. Und aus Filomenas Leben wird ratzfatz ein Abenteuer, in dem einige Aufgaben zu bewältigen sind. Wie gut, dass sie Mitstreiter hat.

An manchen Stellen hätte ich mir weniger Abenteuer, die zu bestehen sind, gewünscht und mehr reflexierende Momente. Gelungen und witzig fand ich die Bezüge auf andere literarische Werke, allen voran natürlich Märchen.

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Veröffentlicht am 11.03.2023

Vielschichtiger Familienroman

Flugschnee
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Simon ist weg. Verschwunden. Seit mehreren Jahren schon. Grund genug, nicht nur seine Geschichte zu erzählen, sondern auch die seiner Schwester, seiner Eltern und auch Großeltern.

„Flugschnee“ ist der ...

Simon ist weg. Verschwunden. Seit mehreren Jahren schon. Grund genug, nicht nur seine Geschichte zu erzählen, sondern auch die seiner Schwester, seiner Eltern und auch Großeltern.

„Flugschnee“ ist der Titel dieses Familienromans von Birgit Müller-Wieland, einer österreichischen Schriftstellerin, die mittlerweile in München lebt. Symbolisch steht der Flugschnee für den Zustand der Familie: die Gefährdung des „Familienhauses“ wie auch die Kälte und Nässe, die sich in der Familie einnistete – durch Ungesagtes, Verschwiegenes und Verleugnetes.

In der Rahmenhandlung, die in der Gegenwart spielt, ist es Simons Schwester Lucy, die sich auf die Suche nach ihrem Bruder macht – herausfinden will, was mit ihm passiert ist, wer er überhaupt war und wer er ist. Lucy begibt sich auf eine Reise in die Vergangenheit, ihre früheste Kindheit. Bald schon landet sie bei einem Weihnachtsfest, an das sie sich kaum noch erinnern kann. Was ist damals passiert im Haus ihrer Großeltern in Hamburg?

„Flugschnee“ erzählt vielschichtig. Auf unterschiedlichen Zeitebenen und aus unterschiedlichen Perspektiven. Und ja: das Verschwinden Simons gerät mehr und mehr in den Hintergrund. Bruchstückhaft wird erzählt, was in der Zeit des Dritten Reichs geschah, was vor 20 Jahren. Die Geschichte der Großeltern und Eltern wird aus der Versenkung geholt. Stück für Stück. Einfach ist das nicht, denn Lucys Großmutter leidet an Demenz und es fällt ihr merklich schwer, aufkommende Erinnerungsbilder zu verstehen.

Beim Versuch, alles zu verstehen, schreitet Lucy nur langsam voran. Hinzu kommt, dass die Mutter-Tochter-Beziehung nicht ohne Konflikte ist. „Flugschnee“ greift ein breites Spektrum an Themen auf – ein weit ausholender Familienroman, der auch vor Themen wie Demenz, Abtreibung und Traumata nicht halt macht. Auch sprachlich erweist sich Birgit Müller-Wielands „Flugschnee“ als hohe Literatur.

„Flugschnee“ ist ein Buch, das man ein zweites Mal lesen muss, um all die verworrenen und doch miteinander verknüpften Fäden zu erkennen.

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Veröffentlicht am 18.02.2023

Gut geschriebenes Jugendbuch über Dietrich Bonhoeffer

Bonhoeffer
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Dietrich Bonhoeffers Leben für Jugendliche zu erzählen, ist kein leichtes Unterfangen. Alois Prinz ist es in seinem Buch „Bonhoeffer. Wege zur Freiheit“ gelungen.

Alois Prinz macht dabei aus Dietrich ...

Dietrich Bonhoeffers Leben für Jugendliche zu erzählen, ist kein leichtes Unterfangen. Alois Prinz ist es in seinem Buch „Bonhoeffer. Wege zur Freiheit“ gelungen.

Alois Prinz macht dabei aus Dietrich Bonhoeffer keine Heldenfigur. Im Gegenteil: Man kommt Bonhoeffer sehr persönlich nahe, denn Alois Prinz zeigt einen sehr nahbaren Bonhoeffer, mit seinen Eigenheiten, seinen Schwächen, seinen Zweifeln.

Prinz zeigt einen Bonhoeffer, der lieber allein ist, der sich auch bei Familienfesten zurückzieht, weil er zu viele Menschen nicht erträgt. Der Schwierigkeiten hat, seine Liebe zu finden. Der ein antiquiertes Frauenbild vertritt. Er zeigt aber auch einen Bonhoeffer, der konsequent ist und sich nicht mit faulen Kompromissen abspeisen lässt. Der ein kluger Kopf ist. Der auf der Suche nach dem richtigen Glauben ist.

Alois Prinz zitiert daher sehr häufig aus Briefen Bonhoeffers an seine Geschwister und vor allem an seinen Freund Eberhard Bethge: da trifft man den persönlichen Bonhoeffer viel mehr als in seinen Büchern. Allerdings lässt Prinz auch Schwieriges wie etwa Bonhoeffers fragmentarisches Buch „Ethik“ nicht außer acht. Auch auf Bonhoeffers Gedanken zum religionslosen Christentum geht Prinz ein. Sehr ausführlich auch auf seine Unterscheidung zwischen billiger und teurer bzw. wahrer Gnade.

Dennoch: Bonhoeffers Leben und seine Überzeugungen stehen im Vordergrund, keine theologischen Spitzfindigkeiten. Alois Prinz ist es genauso wichtig darzustellen, wie oft Bonhoeffer in seinem Leben umziehen musste. Dass die Familie trotz der Frömmigkeit der Mutter auf den sonntäglichen Kirchenbesuch verzichtete. Dass Bonhoeffer erst nach und nach seine Liebe für die Jugendarbeit entdeckte und als Sohn aus einer bürgerlichen Familie mit proletarischen Gemeinden anfangs seine Berührungsängste hatte. Dass Bonhoeffer ein sportlicher Typ war.

Theologische Tiefe zeigt Alois Prinz da, wo es das Leben Bonhoeffers unmittelbar berührt. Etwa bei der Frage des jungen Offiziers Werner von Haeften, ob man den Diktator Hitler erschießen dürfe, also Gewalt anwenden dürfe. Eine Frage, die sich bald genug Bonhoeffer selbst stellte.

Trotz seiner 270 Seiten, die das Buch umfasst, tippt das Buch manche Themen nur an. So macht es auf jeden Fall neugierig auf Dietrich Bonhoeffer. Da das Buch auch komplexere Themen aufgreift, dürfte ein Lesealter von ab 14 Jahren sinnvoll sein – auch für Erwachsene freilich ist es ein Gewinn.

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