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Veröffentlicht am 29.01.2022

Trivialer Roman, uninspiriert, farblos-flach

Gala und Dalí – Die Unzertrennlichen
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Eine neue Reihe im Aufbau Verlag will auf sich aufmerksam machen: Berühmte Paare – Große Geschichten. Begonnen wird mit dem Roman „Gala & Dali – Die Unzertrennlichen“, geschrieben von einem Künstler-Autoren-Ehepaar ...


Eine neue Reihe im Aufbau Verlag will auf sich aufmerksam machen: Berühmte Paare – Große Geschichten. Begonnen wird mit dem Roman „Gala & Dali – Die Unzertrennlichen“, geschrieben von einem Künstler-Autoren-Ehepaar unter dem Pseudonym Sylvia Frank. Als gleichermaßen ambitionierte Kunst- und Sprachliebhaberin war ich sehr gespannt auf diesen Roman. Doch ich wurde bitter enttäuscht.

Der Roman umfasst die Zeitspanne zwischen 1929 und 1931. Gala ist verheiratet mit dem Dichter Paul Éluard. Um seine Schreibblockade zu überwinden, fahren beide nach Spanien in ein abgeschiedenes Fischerdorf, auch in der Hoffnung, die erkalteten Gefühle zueinander wieder beleben zu können. Gala begegnet dem 10 Jahre jüngeren Dalí, der hingerissen ist von Gala, von ihrer Schönheit, von ihrer Ausstrahlung. Dalí dagegen berührt Gala in seiner Unsicherheit und unbeholfenen Art, aber auch in seiner besonderen Sicht auf die Welt. Doch letztlich kehrt Gala mit Paul nach Paris zurück. Als sie allerdings Dalí in Frankreich wieder begegnet, wagt sie schließlich den Sprung heraus aus ihrer Ehe hin zu einem entbehrungsreichen Leben mit Dalí und im Dienst seiner Kunst.

Zwar weist das Autorenpaar ausdrücklich darauf hin, wie aufwändig ihre Recherche-Arbeit für diesen Roman war, doch von dieser Arbeit konnte ich beim Lesen kaum etwas spüren. Weder kann man beim Lesen etwas entdecken vom besonderen (politischen) Geist der Zeit der Dreißiger Jahre, noch von dem aufregenden zeitgeschichtlichen Wandel der Kunst dieser Zeit oder von den speziellen Impulsen, die von den Surrealisten ausgingen. Zwar werden etliche berühmte Maler und Literaten erwähnt, aber sie werden nirgends ausgearbeitet, sie bleiben platte Staffagen. Und leider bleiben auch die beiden Hauptpersonen farblos und flach. An keiner Stelle des Romans wird der Leser erfasst von Emotionen, die zwar beschrieben werden, aber so leblos angeboten werden wie Kochrezepte. Ebenso farblos bleiben die wenigen Passagen, die sich auf künstlerische Arbeiten von Dalí beziehen. Wirklich spürbar bleiben allein die sehr gelungenen Naturbeschreibungen, offensichtlich gespeist aus eigenem (Recherche)-Erleben der Autoren.

Fazit: Ein rundum enttäuschender, mäßig unterhaltsamer, uninspiriert geschriebener trivial-oberflächlicher Roman.

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Veröffentlicht am 29.01.2022

Detailreicher Kriminalroman mit Niveau

Gefrorenes Herz
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Auch wenn dem Kriminalroman der beiden dänischen Autorinnen, die von Beruf Journalistinnen sind, eine sorgfältige Kürzung gut getan hätte, habe ich ihn insgesamt gesehen sehr gerne gelesen.

Maria Just ...


Auch wenn dem Kriminalroman der beiden dänischen Autorinnen, die von Beruf Journalistinnen sind, eine sorgfältige Kürzung gut getan hätte, habe ich ihn insgesamt gesehen sehr gerne gelesen.

Maria Just ist Polizeihistorikerin, übrigens ein Beruf, von dessen Existenz ich bislang nichts wusste. Maria sucht noch den richtigen „Aufhänger“ für eine geplante Ausstellung zum Thema „100 Jahre ungelöste Mordfälle“ im Polizeimuseum von Kopenhagen. Da erschüttert ein bestialischer Mord die Stadt. Der Generalsekretär des Roten Kreuzes hängt wie gekreuzigt an einem Geländer, seine Haut versehen mit rätselhaften eingeritzten Zeichen. Maria entdeckt einen 50 Jahre zurückliegenden ungeklärten Doppelmord, der eine seltsame Verbindung zum aktuellen Mord an dem Generalsekretär aufweist. Die Ermittler Mikael Dirk und sein neuer Kollege Frederik Dahlin werden in ihrem Bemühen, dem Mörder auf die Spur zu kommen, mitten hineingezogen in ein ganz finsteres Kapitel der dänischen Geschichte und in einen Rachefeldzug ohnegleichen.

Der intelligente, herausfordernde Schreibstil von Line Holm und Stine Bolther gefällt mir sehr. Allerdings wird mir der Hang der beiden Autorinnen, alles, wirklich alles außerordentlich detailreich, geradezu ausufernd detailreich zu schildern, manchmal zu viel. Zwar konnte ich so ganz präzise der mühseligen, kleinteiligen Ermittlungsarbeit minutiös folgen, doch es nahm dem Kriminalroman mitunter auch die Spannung. Jedem Fahrweg, der mit dem Auto zurückgelegt wird, kann der Leser en detail verfolgen. Bewundernswert empfand ich dennoch die Schilderungskraft der Autorinnen. Bestes Beispiel hierfür ist die Schilderung der Szene mit der Wohnsituation und der Kunst von Marias Bruder Jakob. Auch die Protagonisten werden bis ins kleinste beschrieben, was sie in der Fantasie des Lesers sehr lebendig werden lässt. Abstoßende Einblicke in die Hasstiraden im Internet, erschreckende Darstellung von Politikern, die gleichermaßen feige und machtgeil agieren und so manch nachdenkliche Passagen über ethische Fragen heben diesen Kriminalroman weit heraus aus der Masse der üblichen Romane aus dem Whodonit-Genre.

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Veröffentlicht am 25.01.2022

Sensibel, feinfühlig und warmherzig erzählt

Aurora und die Sache mit dem Glück
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Aurora ist komisch. Jedenfalls sagt sie selbst das von sich, und das sagen die anderen Kinder über sie und meiden sie. Sie hat einige seltsame Angewohnheiten, die ihr helfen, mit Anspannung und Unsicherheiten ...


Aurora ist komisch. Jedenfalls sagt sie selbst das von sich, und das sagen die anderen Kinder über sie und meiden sie. Sie hat einige seltsame Angewohnheiten, die ihr helfen, mit Anspannung und Unsicherheiten zu recht zu kommen. Ihr Hund Duck ist ihr allerbester Freund, denn dem sind komische Angewohnheiten völlig egal. Als nachts ein Brand im Haus ausbricht, Aurora mit ihren zwei Müttern bei einer Bekannten unterkommen muss und Duck verschwunden ist und bleibt, weiß Aurora nicht mehr ein noch aus. Noch dazu hat sich Heidi zu Besuch angesagt. Um Heidi ranken sich viele Geschichten, die Aurora oft und oft von ihren Müttern erzählt bekommen hat. Aurora kennt Heidi bislang nicht, aber dass Heidi früher einmal angeblich das Glück zu ihren Müttern gebracht hat und dass viele Gedanken an die Essensvorbereitungen für Heidi verschwendet werden, verunsichert Aurora sehr. Wenn doch wenigstens Duck wieder da wäre…

Dieses Buch hat mich völlig gepackt. Es ist mit leichter Feder geschrieben, auch das Schwere, das Ernste wird in federleichte Sätze verpackt. Und gerade weil die Geschichte so schwebend leicht daher kommt, hat sie mich emotional sehr berührt. Es gibt ja tatsächlich kein größeres Glück, als sich geliebt zu wissen, aufgehoben in einem liebevollen, verständnisvollen Umfeld, und rundum so akzeptiert zu werden wie man ist. Aber wie wichtig es auch ist zu lernen, wie Freundschaft sich anfühlt. Und dass Selbstbewusstsein dazu gehört, auch das Komisch-Sein. Und was Tierliebe bedeutet.

Fazit. Ein sensibles, ein feinfühliges Buch, das in seiner Warmherzigkeit alle die umarmt, denen das Glück manchmal abhanden zu kommen scheint.

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Veröffentlicht am 22.01.2022

Vom Schauen zum Tun

Wieso? Weshalb? Warum? junior AKTIV - Feuerwehr
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Grundsätzlich halte ich die Reihe Wieso Weshalb Warum für eine sehr wertvolle Sachbuchreihe für Kinder unterschiedlicher Altersgruppen. Aber mit diesem Band aus der Reihe „junior aktiv“ kann ich mich ...


Grundsätzlich halte ich die Reihe Wieso Weshalb Warum für eine sehr wertvolle Sachbuchreihe für Kinder unterschiedlicher Altersgruppen. Aber mit diesem Band aus der Reihe „junior aktiv“ kann ich mich leider nur bedingt anfreunden.

Gut ist, dass das Buch nicht viel kostet. Denn es wird nicht als Buch wahrgenommen, sondern eher als reines Beschäftigungsangebot. In Händen von Zwei- und Dreijährigen ist es deshalb sehr schnell „aufgearbeitet“ und fliegt in die Ecke bzw. in den Müll, wenn es vollgemalt und ausgeschnitten und verklebt ist. Das Anschauen, möglichst unter Beteiligung von Erwachsenen, hält sich bei dieser Ausgabe sehr in Grenzen, weil die Ablenkung durch die gestellten Aufgaben sofort vom Schauen ins Tun verschoben wird. Schön und kindgerecht sind die klaren Abbildungen, auch wenn sie irgendwie etwas altmodisch wirken.

Fazit: Sorgfältig und altersgerecht gemacht. Doch mir sind für Kinder generell Bücher lieber, in denen steht „Sei lieb zu diesem Buch“, statt die kleinen Leser zu animieren, im Buch herumzumalen, es zu zerschneiden und zu verklebe . Das entspricht einfach nicht dem, was ich einem Kind vermitteln will, nämlich die Wertigkeit des Buches an sich, mit dem man sorgsam umzugehen hat.

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Veröffentlicht am 20.01.2022

Eine düstere Ode an die Liebe

Schwestern im Tod
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Schon lange lag dieser Psychothriller auf meinem Stapel der noch zu lesenden Bücher. Warum er immer wieder nach unten rutschte, ist mir unklar. Und jetzt, nachdem ich das Buch gelesen habe, umso unverständlicher. ...


Schon lange lag dieser Psychothriller auf meinem Stapel der noch zu lesenden Bücher. Warum er immer wieder nach unten rutschte, ist mir unklar. Und jetzt, nachdem ich das Buch gelesen habe, umso unverständlicher. Denn der Autor, von dem ich bislang noch nichts gelesen hatte, ist für mich eine großartige Entdeckung.

Kommissar Martin Servaz muss in größter Kälte nachts zu einem Tatort, wie er grausiger nicht sein könnte. Die Ermordete trägt ein weißes Kommunionkleid und ist die Ehefrau von Erik Lang, einem Krimi-Autor, mit dem Martin Servaz bereits vor 25 Jahren zu tun hatte. Damals waren zwei ermordete Schwestern gefunden worden, ebenfalls in Kommunionkleidern,. Diese Schwestern waren glühende Fans von Erik Lang gewesen, der den Bestseller „Das Kommunionkind“ geschrieben hatte. Was war damals, als es noch keine DNA-Analyse gab, übersehen worden? Und gibt es eine Verbindung zum neuen Fall?

Von Anfang an hat mich der Thriller gefesselt, und das durchweg bis zum Schluss. Denn es fehlte nicht an überraschenden, unerwartenden Wendungen und Twists. Schon allein die verstörende, düstere Handlung allein war überaus fesselnd. Großes Plus war auch, dass mir an keiner Stelle die Vorkenntnisse aus den Vorgängerbänden fehlte. Abgesehen von der nicht ablassenden Spannung gefiel mir jedoch ganz besonders der Sprachstil des Autors. Er versteht es, im wahrsten Sinn mit Worten zu malen. Mit seinen Beschreibungen schafft er Bilder von überaus eindringlicher Kraft, der man sich als Leser nicht entziehen kann. Mein persönliches Highlight: Bernard Minier beschreibt die Coda von Gustav Mahler’s Lied der Erde, gesungen von Kathleen Ferrier – meine Lieblingsaufnahme - so wunderbar, so eindringlich, so betörend, wie ich es von einem Thriller-Autor niemals erwartet hätte.

Fazit: Fesselnder, düsterer, wendungsreicher Psychothriller, in herausragendem Sprachstil geschrieben.

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