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Veröffentlicht am 19.06.2024

„Ich habe noch nie so viel gelesen…. nur um zu 𝘭𝘦𝘴𝘦𝘯.“

Bücher und Barbaren
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Viv will kämpfen. Stattdessen hängt sie verwundetet in einem kleinen überschaubaren Örtchen mitten am Wasser fest, das eine kleine Buchhandlung zu bieten hat, die schon etwas in die Jahre gekommen ist ...

Viv will kämpfen. Stattdessen hängt sie verwundetet in einem kleinen überschaubaren Örtchen mitten am Wasser fest, das eine kleine Buchhandlung zu bieten hat, die schon etwas in die Jahre gekommen ist und mit der sie ursprünglich gar nichts zu tun haben will. Allerdings schleichen sich sowohl das Örtchen als auch die dazugehörigen Einwohner (darunter eine fluchende Ratten-Buchhändlerin mit ihrem ungewöhnlichen Haustier sowie eine aufgeweckte Zwerg-Bäckerin mit interessanter Vergangenheit) in Vivs großes Herz – und es gibt Gebäck!

Spätestens am Ende von Kapitel 3, in dem sich Viv trotz Skepsis gerade in einem Buch verliert, war für mich klar, dass mir Bücher & Barbaren mindestens so gut wie Magie & Milchschaum gefallen wird. Abschließend kann ich sagen: Ich fand’s sogar noch schöner!

Zum ersten Band, der zeitlich nach Bücher & Barbaren spielt, habe ich schon viele begeisterte Worte verloren, darf ich trotzdem nochmal schwärmen, wie cool es ist, dass die Protagonistin eine Ork-Kriegerin ist? Hier kommen außerdem noch die wachsende Liebe zu Büchern sowie die Magie der passenden Buchwahl hinzu! Es war so schön zu lesen, wie die Charaktere ihre Wohlfühlgeschichten finden & Inhalte diskutiert werden.

Zusätzlich gibt es einige witzige Momente, sowohl im Zusammenspiel mehrer Charaktere als auch zum Lesen: „Viv wünschte sich ständig, dass sie sich entweder prügelten oder ins Bett gingen, nur damit sie die Sache endlich regelten. Wenn sich das nicht bald änderte, wusste sie nicht genau, ob sie das Buch bis zum Ende schaffen würde.“ Fühle ich. 🌝

Natürlich gibt es auch wieder einen kleinen spannenden Strang, damit es nicht nur heimelig ist. Mich hat die Mischung überzeugt & für mich ist klar: Wenn noch weitere Bände kommen, bin ich direkt am Start – und ein weiteres Lieblingsbuch habe ich ebenfalls.

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Veröffentlicht am 19.06.2024

Überraschend!

Lil
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Lil hat nicht nur ein, wie ich finde, hübsches Cover und einen vielversprechenden Klappentext, sondern auch eine kleine Besonderheit: Die Erzählerin erzählt ihrer Hündin Miss Brontë die Geschichte ihrer ...

Lil hat nicht nur ein, wie ich finde, hübsches Cover und einen vielversprechenden Klappentext, sondern auch eine kleine Besonderheit: Die Erzählerin erzählt ihrer Hündin Miss Brontë die Geschichte ihrer Ururururgroßmutter Lillian »Lil the Kill« Cutting – und ihre Hündin formuliert durchaus an der einen oder anderen Stelle Einwände. Falls ihr eher der Einstellung seid, dass sprechende Tiere in Disneyfilme gehören: Hier kam es mir weder albern noch unpassend vor.🤞🏼

Anhand verschiedener Situationen in unterschiedlichen Lebensbereichen wird schnell deutlich, dass es Konsequenzen hat, sich nicht gemäß der gesellschaftlichen Erwartungen (gemessen an z. B. Geschlecht & Herkunft) zu verhalten.

Bleiben wir bei Lil, auch wenn es viele weitere Beispiele im Buch gibt: Lil ist nicht nur selbstbewusst und unabhängig (schlimm genug), sondern (was ein Skandal!) auch erfolgreich und sogar erfolgreicher als manch anderer (das kann es gar nicht geben). Ihre Weitsicht und Investitionen sind selbstverständlich wahnsinnige & irrsinnige Unterfangen (immerhin ist sonst niemand darauf gekommen) und damit ein Zeichen ihres geschundenen geistigen Zustands (was ein Elend, dass sie sich als clevere Schachzüge erweisen). Kurzum, man ist sich einig: Sie stört, muss weg und mit rechten Dingen geht hier auch nichts zu! Aber was, wenn sie plötzlich nicht mehr alleine dasteht?

Auf unter 300 Seiten werden wir mit vielen Themen konfrontiert: Macht, Moral, Gerechtigkeit, Würde, Emanzipation, Feindseligkeiten und Ungleichbehandlungen in vielen Formen, die Bedeutung von Geld… Ich habe mich zwischendurch durchaus aufregt.

Ein wenig schade fand ich, dass wir viel über Lil erzählt bekommen, aber keine Szenen „mit ihr“ erleben. Vom Klappentext aus war ich von einer größeren Nähe zur Figur ausgegangen. Diese gewisse Distanz ergibt sich im Übrigen bei allen Figuren. Mein Lesevergnügen blieb davon aber letztendlich ungetrübt, man muss sich nur darauf einlassen. Für mich ein überraschend gutes, wenn auch emotional nicht ganz einfaches, Buch!

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Veröffentlicht am 19.06.2024

Chaotischer Mix, der für mich nicht funktioniert hat

The Cloisters
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In 𝗧𝗵𝗲 𝗖𝗹𝗼𝗶𝘀𝘁𝗲𝗿𝘀 geht es unter anderem um Tarot, Kunst, Botanik & Schicksal – eine Kombination, die für mich unwiderstehlich ist. 🤭

„Wir wollen alle an etwas glauben, was größer ist als wir selbst.“

🏛️ ...

In 𝗧𝗵𝗲 𝗖𝗹𝗼𝗶𝘀𝘁𝗲𝗿𝘀 geht es unter anderem um Tarot, Kunst, Botanik & Schicksal – eine Kombination, die für mich unwiderstehlich ist. 🤭

„Wir wollen alle an etwas glauben, was größer ist als wir selbst.“

🏛️ akademische Rivalität
☕️ „all-consuming friendship“
📜 Wissenschaft & Unerklärliches

Ann kommt aus einem nicht-akademischen Haushalt, stößt auf Barrieren, brennt für ihr Thema, flüchtet vor ihrer Vergangenheit und wird ungewollt in aufwühlende Ereignisse gezogen. Das ist zumindest das, was zu Beginn erzählt wird. Tatsächlich verschließt sie die Augen, wenn es nützlich ist, romantisiert Red Flags und verlässt sich erstaunlich oft auf vage Erkenntnisse.

Die Idee für das Setting war dafür ziemlich genial, ich konnte mir wunderbar vorstellen durch die Gänge und Gärten zu schlendern. 🌿

Interessant fand ich auch, wie der Blick auf unterschiedlichen Chancen, unausgesprochene Regeln & Kalkül gelenkt wird. Allerdings haben andere Stellen für mich wieder weniger ins Gesamtbild gepasst, z. B. die Aussage, dass im akademischen Umfeld netzwerken keine Rolle spielen würden.

Der Mystery-Anteil der Geschichte dreht sich um die Faszination für Tarotkarten, Astrologie & Okkultismus – fast ein Selbstgänger. 🫢 Leider hat das Erzähltempo die Geschichte deutlich ausgebremst. Vor allem in der ersten Hälfte ist nahezu nichts geschehen, was mich an die Seiten gefesselt hätte. Außerdem haben mir oft Motive gefehlt, warum Charaktere in einer bestimmten Weise handeln und was sie neben den Archetypen ausmacht. Andere Teile waren (für mich) schlicht unglaubwürdig.

Ich hatte erwartet, dass Wissen und Atmosphäre eher subtil vermittelt bzw. aufgebaut werden. Dem war leider nicht so. Allgemein hatte ich das Gefühl, dass hier verschiedene Manuskriptversionen zusammengekommen sind, die losgelöst eine tolle Geschichte ergeben hätten, zusammen aber einen chaotischen Mix aus Genres, Motiven und Handlungssträngen ergeben.

Das Ende hätte mir aber gut gefallen, wenn's etwas besser zum Charakter gepasst hätte. 🤫

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Veröffentlicht am 19.06.2024

Cozy Fantasy fürs Herz

Miss Moons höchst geheimer Club für ungewöhnliche Hexen
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Kleine & große Hexen, wundersame Tränke, magisch verkürzte Autofahrten, ein treuer Hund, grumpy x sunshine, Umzug mit Teich, queere Charaktere, Found Family, bestärkender Tee & ganz viel Zucker: Cozy Fantasy ...

Kleine & große Hexen, wundersame Tränke, magisch verkürzte Autofahrten, ein treuer Hund, grumpy x sunshine, Umzug mit Teich, queere Charaktere, Found Family, bestärkender Tee & ganz viel Zucker: Cozy Fantasy ist für mich jedes Mal herzerwärmend.

In Miss Moons höchst geheimer Club für ungewöhnliche Hexen begleiten wir Mika, die ihren eigenen YouTube-Kanal zu Hexerei führt, ohne dass jemand ahnen würde, dass sie tatsächlich eine Hexe ist. Zumindest bis einer der Bewohner von Nowhere House über ihre Videos stolpert und sie kontaktiert: Ihre Fähigkeiten werden dringend gebraucht!

Mich hat die Geschichte zum Teil sehr bewegt. Da Hexen nicht zusammen leben sollen & sich zwar regelmäßig, aber nicht häufig treffen, spielt Einsamkeit eine große Rolle. An der einen oder anderen Stelle hatte ich daher durchaus Tränen in den Augen, gleichzeitig spendet die Geschichte aber viel Hoffnung.

Bevor es zu deprimierend wird: Es gab auch einige unterhaltsam und witzige Szenen! Die drei Junghexen sind in Kombination mit Mika z. B. ein explosiver Hexenkessel. Es wird geschimpft, gegrummelt, morbider Humor an den Tag gelegt, aber auch gelacht, beschützt und ein zartes Band geknüpft.

Die Liebesgeschichte hätte für mich etwas dezenter sein können (eher im Stil von Magie & Milchschaum), aber da die restliche Geschichte ohnehin überwiegt, fällt das für mich nicht weiter ins Gewicht.

Insgesamt war Miss Moons höchst geheimer Club für ungewöhnliche Hexen ein wunderbares Buch fürs Herz & zum Abschalten.

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Veröffentlicht am 14.05.2024

Vielversprechender Auftakt

Black Witch - Prophezeiung
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„Doch es hat mehr und mehr den Anschein, als würde das Leben sich auf verstörende Weise dagegen sträuben, sich in so schön einfache Kategorien einteilen zu lassen.“

In 𝗕𝗹𝗮𝗰𝗸 𝗪𝗶𝘁𝗰𝗵 werden wir früh mit ...

„Doch es hat mehr und mehr den Anschein, als würde das Leben sich auf verstörende Weise dagegen sträuben, sich in so schön einfache Kategorien einteilen zu lassen.“

In 𝗕𝗹𝗮𝗰𝗸 𝗪𝗶𝘁𝗰𝗵 werden wir früh mit den Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen konfrontiert. Entsprechend sind viele -ismen bzw. Formen von Gewalt & Unterdrückung zentraler Bestandteil der Geschichte. Gleichzeitig ist Elloren recht abgeschottet aufgewachsen, was ihr bestimmte Glaubensgrundsätze mitgegeben hat, die sie vor allem zu Beginn eher bestätigt sieht, zunächst allgemein wenig reflektiert und quasi „Auge um Auge“ als Motto verfolgt. Ich habe mich durch die längere Bestätigung der Vorurteile und die anhaltenden Auseinandersetzungen zwischenzeitlich leider etwas unbehaglich gefühlt. Langsam, aber immerhin stetig, erweitert sich Ellorens Bewusstsein für die Gesellschaft & Politik allerdings – also bleibt dran! Einerseits bietet dies viel Platz für Charakterentwicklung, andererseits hatte ich teilweise das Gefühl, dass man einige Themen inzwischen etwas bewusster verpacken würde.

In diesem Trubel gibt es auch einige Charaktere, die die Atmosphäre deutlich auflockern, z. B. Aislinn, die ihre Gedichtbände tarnt, herausfindet, dass ihre Leidenschaft von einer weiteren Figur geteilt wird & im Unterricht statt „Willst du mit mir gehen“-Zettelchen Gedichte weitergereicht bekommt. 🥹🫶🏻

Die Begabungen haben mir ebenfalls sehr gefallen. So gibt es z. B. verschiedene Affinitäten sowie praktische Fähigkeiten, wie sich verwandeln oder mit Vögeln kommunizieren zu können sowie Wege sich gegen die verschiedenen Formen von Magie zu schützen – auch wenn man über keinerlei Magie verfügt.

Leider haben sich einige Handlungsstränge und Charaktere im Laufe der Geschichte erstmal in Luft aufgelöst, ich bin aber gespannt, für wie lang sie in den nächsten Bänden wieder aus dem Hut gezaubert werden. Das letzte Viertel war nämlich so spannend, dass ich über das plötzliche Ende doch etwas empört bin. Ich bin gespannt, ob die Geschichte wirklich so verlaufen wird, wie ich es denke. ✨

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