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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.03.2026

4,5

Das Kalendermädchen
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Sebastian Fitzek liefert mit seinem diesem Psychothriller eine Story, die durch verschiedene Zeitebenen und Perspektiven sofort zum Mitdenken anregt. Man verliert sich regelrecht in dem Netz aus Ahnungen ...

Sebastian Fitzek liefert mit seinem diesem Psychothriller eine Story, die durch verschiedene Zeitebenen und Perspektiven sofort zum Mitdenken anregt. Man verliert sich regelrecht in dem Netz aus Ahnungen und Theorien, während man die verzweifelte Lage von Figuren wie Alma und Olivia mitfühlt. Der Schreibstil ist dabei gewohnt präzise und alles andere als monoton, wodurch eine beklemmende Atmosphäre entsteht, in der man den kühlen Wahnsinn des Täters förmlich spüren kann.

Inhaltlich werden heftige Themen wie Adoption, religiöser Fanatismus und das Schweigen der Gesellschaft aufgegriffen. Auch wenn manche Wendungen für mich etwas zu konstruiert und zufällig wirkten, hat mich der Plot so sehr gefesselt, dass ich das Buch in weniger als 24 Stunden beendet habe. Die Schockmomente sind gut platziert, auch wenn die psychologische Tiefe des Täters für noch mehr Gänsehaut hätte sorgen können.
Auch optisch ist das Buch ein Hingucker.

Das Cover wirkt durch den reduzierten Look fast schon steril, was den Kontrast zu den eingekratzten Buchstaben auf der Fensterscheibe nur noch verstärkt. Es vermittelt sofort dieses Gefühl von Eingesperrtsein und Beobachtetwerden, was super zum Inhalt passt.

Mein Fazit fällt sehr positiv aus, denn wer Lust auf einen temporeichen Pageturner mit Gänsehautgarantie hat, kommt an diesem Werk nicht vorbei. Es ist die perfekte Lektüre für alle, die sich gerne in psychologischen Abgründen verlieren, auch wenn man bei der Logik manchmal ein Auge zudrücken muss.

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Veröffentlicht am 01.03.2026

5

Two Can Play – Die spielerische Weiterentwicklung von Liebe
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In ihrer neuen Romance „Two Can Play“ schickt Ali Hazelwood die Lead-Designerin Viola Bowen in ein eingeschneites Ski-Retreat, das sich schnell als emotionales Minenfeld entpuppt. Viola muss dort ausgerechnet ...

In ihrer neuen Romance „Two Can Play“ schickt Ali Hazelwood die Lead-Designerin Viola Bowen in ein eingeschneites Ski-Retreat, das sich schnell als emotionales Minenfeld entpuppt. Viola muss dort ausgerechnet mit ihrem Erzrivalen Jesse Andrews und seinem Team kooperieren, um den Zuschlag für ein wichtiges Videospiel-Projekt zu erhalten. Während draußen der Schnee fällt, fliegen drinnen die Fetzen, denn Viola kann sich Jesses jahrelange Kälte ihr gegenüber einfach nicht erklären, obwohl sie früher einmal einen Crush auf ihn hatte.

Die Story punktet mit Hazelwoods typisch trockenem Humor und einer Protagonistin, die als selbstbewusste Frau in der Gaming-Branche genau weiß, was sie kann. Besonders spannend ist der Blick in Violas Gedankenwelt, die Jesses abweisendes Verhalten zunächst völlig falsch interpretiert, was die Neugier auf die wahre Geschichte dahinter ordentlich anheizt. Sobald die Fronten durch klärende Gespräche aufbrechen, zeigt sich hinter der kühlen Fassade ein absoluter Sympathieträger und eine Reihe skurriler Missverständnisse. Trotz der Kürze der Geschichte fühlt sich die Entwicklung zwischen den beiden authentisch an, und das winterliche Setting sorgt für die perfekte Rom-Com-Atmosphäre.

Das Cover ist ein echter Blickfang in leuchtendem Pink und Violett, wobei der Titel im trendigen Pixel-Design an klassische Videospiele erinnert. Die Illustration des Paares in einer verschneiten Bergkulisse fängt den spielerischen und gleichzeitig romantischen Vibe der Erzählung super ein.

Mein Fazit: Eine flott geschriebene Wohlfühl-Story, die zeigt, dass man manchmal erst im Schnee feststecken muss, um die Wahrheit zu erkennen. Wer Lust auf eine humorvolle Romance mit einer starken Heldin und einer ordentlichen Portion Herzklopfen hat, wird diese kurzweilige Flucht in die Berge lieben.

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Veröffentlicht am 01.03.2026

4,5

Der Nachbar
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In seinem Psychothriller „Der Nachbar“ spielt Sebastian Fitzek mit der Urangst, dass das eigene Zuhause kein sicherer Ort mehr ist. Die ehemalige Anwältin Sarah Wolff versucht gerade, sich in Berlin ein ...

In seinem Psychothriller „Der Nachbar“ spielt Sebastian Fitzek mit der Urangst, dass das eigene Zuhause kein sicherer Ort mehr ist. Die ehemalige Anwältin Sarah Wolff versucht gerade, sich in Berlin ein neues Leben mit ihrer Tochter aufzubauen, während sie gleichzeitig gegen ihre traumatische Vergangenheit und die Angst vor dem Alleinsein kämpft. Doch plötzlich passieren unheimliche Dinge: Jemand scheint heimlich in ihrer Wohnung zu sein, füllt ihren Kühlschrank oder stiehlt ihre privatesten Aufzeichnungen. Als sie dann noch mysteriöse Anrufe bekommt und sogar Leichen verschwinden, glaubt ihr niemand, nicht einmal die Polizei. Sarah beginnt, an ihrem eigenen Verstand zu zweifeln, während die Bedrohung immer näher rückt.

Besonders stark ist die Darstellung von Sarahs innerer Zerrissenheit, man fühlt ihren Mut und ihre Angst durchweg mit. Die verschiedenen Perspektiven laden dazu ein, selbst den „Schutzengel-Stalker“ unter den vielen Verdächtigen zu suchen. Auch wenn die Story nach einem rasanten Start etwas nachlässt und das Finale sehr konstruiert wirkt, bleibt die beklemmende Atmosphäre durch den gewohnt einfachen Schreibstil extrem packend. Wichtige Themen wie die mangelnde Ernsthaftigkeit gegenüber Stalking-Opfern geben der Geschichte eine bittere, reale Note.

Die Gestaltung des Buches ist ein echtes Highlight für das Sammlerregal. Das dunkle Cover mit den tiefblauen Blättern verströmt sofort eine düstere Stimmung und wirkt fast so, als würde man heimlich durch eine Hecke spähen, was den Inhalt perfekt trifft.

Mein Fazit: Ein packender Psychothriller, der dafür sorgt, dass man nach dem Lesen erst mal die Haustür doppelt checkt. Trotz kleinerer Logikschwächen am Ende ist es ein absolutes Muss für alle, die Lust auf hohes Tempo und ordentlich Gänsehaut haben.

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Veröffentlicht am 01.03.2026

4,5

Kill for Me
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In seinem neuen Thriller „Kill for Me“ stellt Steve Cavanagh eine moralisch extrem schwierige Frage: Wie weit würde man gehen, wenn das Gesetz versagt und die Mörder der eigenen Familie ungestraft davonkommen?
Wir ...

In seinem neuen Thriller „Kill for Me“ stellt Steve Cavanagh eine moralisch extrem schwierige Frage: Wie weit würde man gehen, wenn das Gesetz versagt und die Mörder der eigenen Familie ungestraft davonkommen?
Wir begleiten Amanda, die nach dem Verlust ihrer Tochter und ihres Mannes nur noch für die Rache lebt, und Ruth, die als traumatisierte Überlebende eines Serienkillers versucht, irgendwie zurück ins Leben zu finden. Als die beiden aufeinandertreffen, entsteht eine gefährliche Dynamik aus Schmerz und dem Wunsch nach Vergeltung, während Detective Andrew Farrow verzweifelt versucht, die Puzzleteile zusammenzusetzen, bevor die Situation vollends eskaliert.

Inhaltlich hat mich die Geschichte sofort gepackt, weil die Motivation der Frauen so unglaublich nahbar und menschlich ist. Man fühlt den Schmerz und die Wut von Amanda und Ruth förmlich mit, was die Frage nach Selbstjustiz sehr ambivalent macht. Die kurzen Kapitel sorgen für ein ordentliches Tempo, und besonders das letzte Viertel des Buches zieht die Spannungsschraube mit Zeitdruck und unvorhersehbaren Twists massiv an. Die Grundidee ist sehr intelligent durchdacht und regt stark zum Nachdenken über unser Justizsystem an.

Das Cover ist ein absoluter Eyecatcher, die blutrote Schachkönigin vor dem schwarzen Hintergrund und die liegenden weißen Figuren vermitteln sofort, dass hier ein tödliches Spiel gespielt wird. Es passt perfekt zum Titel und zur düsteren Atmosphäre des Buches.

Mein Fazit: Auch wenn es für mich nicht Cavanaghs stärkstes Werk ist, bleibt es ein absolut lesenswerter Thriller. Wer Lust auf psychologische Spannung und Charaktere mit viel Tiefgang hat, sollte hier zugreifen, auch wenn man zwischendurch ein bisschen Geduld mit den Beschreibungen braucht.

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