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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.02.2025

Ein tolles Team

Ein Echo aus stählerner Zeit
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Auch noch ein Jahr nach Ende des Zweiten Weltkrieges liegt Deutschland in Schutt und Asche. Die Bewohner eines kleinen Dorfes in der Eifel versuchen ihren Alltag zu bewältigen und sich mit den Flüchtlingen ...

Auch noch ein Jahr nach Ende des Zweiten Weltkrieges liegt Deutschland in Schutt und Asche. Die Bewohner eines kleinen Dorfes in der Eifel versuchen ihren Alltag zu bewältigen und sich mit den Flüchtlingen des nahe gelegenen Lagers zu arrangieren. Als eine Explosion im Wald für Aufregung sorgt, sind es Karl, der junge Schmied und die Dorfschullehrerin, die zuerst an der Unglücksstelle ankommen. Sie machen einen grausigen Fund. Doch keiner glaubt so wirklich an einen Unfall. Die Schrecken des Krieges scheinen sich bis in den Frieden zu erstrecken. Mir hat dieser Krimi sehr gut gefallen. Zum einen sind die Charaktere sehr facettenreich und spannend. Die etwas schrullige aber zugleich neugierige Dorfschullehrerin und der junge, lebenslustige Karl geben ein witziges Gespann ab. Zudem fand ich auch die Zeit, in der dieser Krimi spielt, sehr interessant. Hier ist so einiges an geschichtlichem Hintergrund zu erfahren und man kann sich sehr gut in diese Aufbruchstimmung hineinversetzten. Die Menschen versuchen ihr Leben neu zu ordnen oder an alte Gewohnheiten anzuknüpfen, um den Krieg und seine Schrecken vergessen zu können. Andere müssen erst noch eine neue Heimat finden, um sich ein neues Leben aufbauen zu können. Hinzu kommen die Einflüsse durch die Besatzer. Regionalkrimis finde ich an sich ja schon spannend, aber hier auch noch in der Zeit versetzt zu werden hat mir richtig gut gefallen. Zum Glück ist dieses Buch ein Reihenstart und ich freue mich schon sehr auf ein Wiedersehen mit Karl, der Dorfschullehrerin und hoffentlich auch der taffen Pauline.

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Veröffentlicht am 02.02.2025

Schau genau hin!

Nichts als die UnWahrheit!
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Spätestens seit Fitzeks „Mimik“, interessiere ich mich dafür, wie man anhand ihrer Mimik und Gestik Lügner entlarven kann. Der erste Teil dieses Buches von Joern Kettler war bereits sehr informativ, den ...

Spätestens seit Fitzeks „Mimik“, interessiere ich mich dafür, wie man anhand ihrer Mimik und Gestik Lügner entlarven kann. Der erste Teil dieses Buches von Joern Kettler war bereits sehr informativ, den es startet mit den vier Grundaspekten der Persönlichkeit. Dies kannte ich bisher nur aus Erzählungen von Kolleginnen, die auf entsprechenden Schulungen waren. Und nach der Lektüre war mir auch so manch Unstimmigkeit in meinem Umfeld klar. Hätte ich mich also ruhig schon früher einmal damit beschäftigen können. Ein weiteres Kapitel, dass ich sehr spannend fand, war das über Narzissten. Und was mich ziemlich irritiert und verstört hat war dann der Abschnitt über Pick-Up Artists. Unglaublich mit welchen Störungen Menschen auf andere Menschen losgelassen werden. Ich habe aber auch so einiges über Manipulation und verschiedene Effekte unseres Denkens und Handelns gelernt. Einiges war mir bekannt, vieles aber auch neu. Und dann ging es zum Kernthema: Wie erkenne ich eine Lüge. Hier wurde sehr anschaulich das Repertoire unserer Mimik erklärt und an Bildern verdeutlicht. Über QR-Codes kann man sich kurze Videos ansehen, um die Mimik auch in Bewegung zu verfolgen. Als besonderes Schmankerl gab es am Ende des Buches noch prominente Lügner und die Analyse ihres Auftritts. Vor der Lektüre des Buches war mir gar nicht klar, wie vielfältig und interessant das Thema ist. Ich habe wirklich eine Menge gelernt und durch die Videos war alles sehr anschaulich und kurzweilig. Nun heißt es für mich üben, üben, üben. Ich bin gespannt, wann ich den ersten Lügner entlarve. In jedem Fall nehme ich die Gestik und Mimik meines Gegenübers nun bewusster war. Wer sich für dieses Thema interessiert, dem kann ich dieses Buch nur sehr empfehlen.

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Veröffentlicht am 29.01.2025

Durch den Dschungel

Paddington in Peru – Das Buch zum Film
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Meine Tochter ist ein großer Paddington Bär Fan. Also war klar, dass wir den neusten Film unbedingt sehen müssen. Und wie es so bei mir ist, möchte ich immer, dass sie zuerst das Buch liest, sofern es ...

Meine Tochter ist ein großer Paddington Bär Fan. Also war klar, dass wir den neusten Film unbedingt sehen müssen. Und wie es so bei mir ist, möchte ich immer, dass sie zuerst das Buch liest, sofern es eines gibt. Die Geschichte begann auch sogleich furchtbar niedlich und lustig, denn Paddington brauchte ein Foto für seinen Reisepass, um seine Tante Lucy in Peru zu besuchen. Und wie der kleine Bär so ist, ging schon dabei so einiges schief. Glücklicherweise ging Familie Brown mit ihm auf die Reise, den Tante Lucy war verschwunden. Um sie zu suchen ging die Reise quer durch den Dschungel. Ein echtes Abenteuer, für Familie Brown und Paddington. Wir lieben diesen Bären einfach, den kann man doch nur niedlich finden. Die Geschichte war spannend und unterhaltend geschrieben. Die Kapitel sind kurz und damit für Kinder ab der 4. Klasse gut zu lesen. Als Belohnung warten in der Mitte des Buches Fotos aus dem Film auf die kleinen Leser. Die Kapitelanfänge sind mit Illustrationen verziert. So etwas lockert den Text immer wieder auf und macht den Kindern Freude. Rundherum ein toller Lesespaß. Und nun geht’s ab ins Kino.

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Veröffentlicht am 28.01.2025

Niemand entkommt

Schneesturm
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Inishmore, eine kleine irische Insel, kurz vor Silvester. Cara und ihre Freunde treffen sich nach vielen Jahren hier wieder, um den Todestag von Caras Ehemann zu begehen. Doch die Insel wird von einem ...

Inishmore, eine kleine irische Insel, kurz vor Silvester. Cara und ihre Freunde treffen sich nach vielen Jahren hier wieder, um den Todestag von Caras Ehemann zu begehen. Doch die Insel wird von einem Schneesturm heimgesucht. Der Strom fällt aus und es gibt keine Möglichkeit die Insel zu verlassen. Plötzlich wird aus dem Meer eine Leiche geborgene und als Cara klar wird um wen es sich dabei handelt, ist dies ein Schock für sie. Und klar wird auch, der Täter muss noch auf der Insel sein, denn niemand kommt von ihr weg. Es beginnt eine spannende Story mitten im klirrendkalten Schneesturm.
Dieses Buch war für mich so ein richtiger Pageturner. Ganz viel Spannung und ein atemberaubend schönes Setting. Ich liebe den rauen Norden und dann noch versunken in Schnee und Eis, dass hat mir das graue Großstadtschmuddelwetter so richtig versüßt. Zu Beginn hatte ich etwas Mühe mit den irischen Namen, die wollten in meinem Kopf einfach keinen Klang annehmen. Aber im Laufe der Geschichte habe ich, sowohl die Namen als auch die irische Sprache, lieben gelernt. Die ließ die Autorin nämlich immer wieder mit einfließen. Das hat viel zu dieser reizvollen, nordischen, rauen Stimmung beigetragen. Man kann diesen Thriller bestimmt auch zu einer anderen Jahreszeit lesen, für mich hat er aber perfekt in den Winter gepasst. Sehr zu empfehlen, spannend und mit angemessenem Tempo.

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Veröffentlicht am 25.01.2025

Ab in die 80er Jahre

Das ist nicht das Rohe vom Ei
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Zurück nach West-Berlin in die 80er Jahre. Ludwig und seine Freunde leben im Hier und Jetzt. Ihre Tage und Nächte bestehen aus Biertrinken, Rauchen und Gelaber. Über ihre Zukunft denken sie wenig nach. ...

Zurück nach West-Berlin in die 80er Jahre. Ludwig und seine Freunde leben im Hier und Jetzt. Ihre Tage und Nächte bestehen aus Biertrinken, Rauchen und Gelaber. Über ihre Zukunft denken sie wenig nach. Als sie im „Linientreu“ Nicole und Steffi kennenlernen, wollen sie den Kunststudentinnen spontan bei einem Fotoprojekt helfen. Doch in einem unbeobachteten Moment wird Steffi von einem unbekannten belästigt, der den Freunden entwischt. Sofort werden Pläne geschmiedet, um den Täter dingfest zu machen.
Wow, das Buch war eine extreme Zeitreise für mich. Nicht nur, dass ich die im Buch genannten Orte kenne wie meine Westentasche, da ich selbst dort aufgewachsen und um die Häuser gezogen bin. Nein, für mich waren diese ganzen Gespräche und die Aktionen der Freunde wie ein Blick in meine Vergangenheit. Die ganze Sprache, der Zeitgeist und die Beschreibungen der Gegend waren einfach perfekt getroffen. Innerlich habe ich gejubelt, wenn Dinge wie der Durchsteckschlüssel, kaputte Fensterscheiben und angeranzte Treppenhäuser im Buch vorkamen. Diese Jungs hätten meine Freunde gewesen sein können. Diese Sorglosigkeit, das leben im Jetzt und die Normalität des Verlotterten beschreiben einfach unglaublich, das Berlin dieser Zeit. Da gab es noch keine Gentrifizierung, da hat man die Schuhe in der Wohnung von Freunden lieber angelassen und vorher die Couch auf Nässe überprüft, bevor man sich setzte. In den Kneipen jener Zeit haben sogar die Mädels gelernt im Stehen zu pinkeln und das Licht hat man auch lieber ausgelassen. Und niemand hat in den Neuköllner Hinterhäusern im Treppenhaus den Handlauf benutzt. Nicht nur aus hygienischen Aspekten, sondern auch wegen Absturzgefahr. Die Dialoge sind witzig und erinnern mich sehr an Sven Regners „Herr Lehmann“. Aber genau diese Gespräche haben wir so geführt. Tiefgründiges Geschwafel über Belanglosigkeiten die in Summe, unser Leben waren. Was für eine geniale Zeitreise!

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