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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.03.2025

Gestern und heute

Vor hundert Sommern
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Hundert Jahre liegen zwischen der Lebensgeschichte von Clara und Anja. Zwei Frauen, die durch die Umstände, in denen sie leben, viel Mut und Kraft beweisen müssen. Claras Geschichte beginnt 1924. In Armut ...

Hundert Jahre liegen zwischen der Lebensgeschichte von Clara und Anja. Zwei Frauen, die durch die Umstände, in denen sie leben, viel Mut und Kraft beweisen müssen. Claras Geschichte beginnt 1924. In Armut lebt sie mit ihrer Familie in Berlin-Neukölln. Tapfer arbeitet sie sich hoch, von der Flaschenspülerin in der Kindl-Brauerei bis zur Besitzerin eines eigenen Hundesalons in Charlottenburg. Doch auch dieses Glück wird schwer vom Nationalsozialismus erschüttert. Anjas Mutter Elisabeth ist die Nichte von Clara. Sie ist hochbetagt, aber möchte ihrer Tochter und Enkelin Lena, Claras Geschichte erzählen. In der Gegenwartsebene werden wir mit dem aktuellen Zeitgeschehen konfrontiert. Und leider zeigen sich entsetzliche Parallelen. Während vor fast hundert Jahren Bücher brannten, muss Anja sich nun mit Hassbotschaften in Büchern jüdischer Schriftsteller ihrer Bibliothek auseinandersetzen. Und Lena ist entsetzt über die Stimmungsmache ihrer Kommilitonen gegen Andersdenkende. Mit diesem Generationenroman ist Katharina Fuchs ein tolles Zeitenbild gelungen. Zuerst war ich etwas skeptisch, ob die Fülle der Themen den Roman nicht etwas überfrachten könnten. Aber zum Ende hin fand ich alle Handlungsstränge gut gelöst und das Kernthema hervorragend abgebildet. Clara war für mich die interessanteste und schillerndste Figur des Buches. Anja und Lena standen hier etwas hintenan. Ein wirklich schönes Buch, dass ich empfehlen kann.

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Veröffentlicht am 24.03.2025

Langweilig

Das Institut
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Irgendwo an einem geheimen Ort in Main/USA steht das Institut. Hier werden Kinder gefangen gehalten. Kinder mit paranormalen Fähigkeiten. Das Institut ist schon ziemlich in die Jahre gekommen, aber das ...

Irgendwo an einem geheimen Ort in Main/USA steht das Institut. Hier werden Kinder gefangen gehalten. Kinder mit paranormalen Fähigkeiten. Das Institut ist schon ziemlich in die Jahre gekommen, aber das Konzept scheint zu funktionieren. Wozu sie hier eingesperrt sind, erschließt sich den Kindern erst nach und nach. Zudem werden Tests an ihnen durchgeführt, sie bekommen Spritzen und werden in einem Wassertank bis zur Bewusstlosigkeit untergetaucht. Die Pfleger und Ärzte in diesem Institut sind grausam und unbarmherzig. Und doch ist da dieser Junge, der sich nicht fügen will.
Puh, an diesem Buch habe ich jetzt bestimmt zwei bis drei Jahre gelesen. Immer wieder habe ich es monatelang weggelegt, um es dann doch irgendwann wieder hervorzuholen. Ich habe schon viel von Stephen King gelesen und mochte es fast immer. Aber das hier war einfach episch. Die Geschichte war überladen mit ewig langen Dialogen und Beschreibungen, die nichts mit der Handlung zu tun hatten. Von den gut 750 Seiten dümpelten 600 gemächlich vor sich hin. Der Showdown brachte dann endlich Spannung und Action, zog sich aber auch noch einmal 150 Seiten weiter hin. Wahrscheinlich hätte ich es einfach abbrechen sollen, aber dass liegt irgendwie nicht in meiner Natur und nun kann ich wenigstens sagen: Es hat mir nicht gefallen.

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Veröffentlicht am 21.03.2025

Lebensnah und umsetzbar

Wie Arbeit glücklich macht
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Der Grundsatz lautet: Love it, change it or leave it! Etwas, dass man bestimmt auf viele Lebensbereiche ausdehnen könnte, zu unserer Arbeitsstelle passt es aber perfekt, ist eingängig und verständlich. ...

Der Grundsatz lautet: Love it, change it or leave it! Etwas, dass man bestimmt auf viele Lebensbereiche ausdehnen könnte, zu unserer Arbeitsstelle passt es aber perfekt, ist eingängig und verständlich. Im ersten Abschnitt erfahren wir, welche Gegebenheiten vorliegen müssen, um mit unserer Arbeit zufrieden sein zu können. Wie wichtig unter anderem die Autonomie und ein gesundes und konfliktarmes Arbeitsumfeld sind. Ich habe viel gelernt darüber, welche Faktoren meine Zufriedenheit beeinflussen können ohne, dass es mir von vornerein bewusst war. Vor allem fand ich gut, zu begreifen, wo stehe ich selbst eigentlich. Den zweiten Abschnitt (change it) fand ich persönlich am interessantesten. Denn hier wird auch mal über den Tellerrand geschaut. Mir wurde bewusst, dass man auch ganz viel selbst in der Hand hat und sein Glück auch in Dingen finden kann, die nicht sofort offensichtlich sind. Sehr gut fand ich auch, dass jemand mal verdeutlichte, dass manche Gegebenheiten einfach zur heutigen Arbeit dazugehören. Das es normal ist, neue Dinge lernen zu müssen, da sich auch das Berufsfeld ständig verändert und erneuert. Ebenso auch mal an den eigenen Schwächen zu arbeiten, anstatt sich gegen ungeliebte Aufgaben zu wehren. Natürlich unter der Voraussetzung, dass das eigene Outcome stimmt. Der letzte Abschnitt ist wohl der, der am schwersten fällt und am radikalsten ist. Aber auch hier gute Gedanken, Tipps und eine Art Checkliste an der Hand zu haben, hat mir sehr gut gefallen. Ich habe dieses Buch sehr gerne gelesen, denn der Schreibstil ist sehr locker und eingängig. Die Fakten sind mit vielen Praxisbeispielen umrahmt, in denen ich mich teilweise wiederfinden konnte. Es ist keiner dieser Ratgeber, der verspricht, führe diese Punkte durch und du wirst glücklich sein, sondern ein Buch, dass sehr nahe an der Realität ist. Mit viel Verständnis für die menschliche Vielfalt und der Lebenssituationen und mit Hilfe zur Selbsthilfe. Mir hat dieses Buch viel Denkanstöße geliefert und ich bin sehr froh es gelesen zu haben.

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Veröffentlicht am 14.03.2025

Das Schicksal in der Hand

Die Löwin vom Tafelberg. Catharina Ustings' kühner Weg in die Freiheit
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1662: Catharina lebt in Lübeck bei der Kneipenwirtin Magda. Diese hat sich ihrer angenommen, als ihre Mutter starb. Doch gut wird sie nicht von ihr behandelt. Als sie dann auch noch einen Widerling heiraten ...

1662: Catharina lebt in Lübeck bei der Kneipenwirtin Magda. Diese hat sich ihrer angenommen, als ihre Mutter starb. Doch gut wird sie nicht von ihr behandelt. Als sie dann auch noch einen Widerling heiraten soll, beschließt sie zu fliehen. Doch nichts erscheint ihr weit genug, um in Sicherheit zu sein. So besteigt sie, als Mann verkleidet, ein Schiff in Richtung Batavia. Doch als das Schiff am Kap der guten Hoffnung, Rast einlegt, zwingen sie die Umstände dort zu bleiben und in der rauen und von Männern dominierten Welt, um ihr Überleben zu kämpfen.
Die Protagonistin dieses Buches ist einer realen Person nachempfunden. Und ich muss sagen, ich bin schwer beeindruckt, wie es Frauen schon damals geschafft haben sich in der Welt zu behaupten. Ihr Leben ist so unglaublich ereignisreich, dass es für vier Leben reichen würde. Auch das Buch, mit seinen rund 450 Seiten, war an keiner Stelle langweilig oder langatmig. Ich hatte das Gefühl, von einer Situation in die nächste geworfen zu werden. Gerade war die Gefahr gebannt, da stellte sich schon wieder das nächste unlösbare Problem Catharina in den Weg. Not und Tod waren der damalige ständige Begleiter, aber auch die Konflikte innerhalb der Kolonie als auch mit den Ureinwohnern. Bedroht wurde Catharinas Leben vor allem von machthunrigen Männern die Frauen als Besitz sahen. Die Autorin erzählt uns Catharinas Geschichte so spannend und facettenreich, dass sie mich damit total gefesselt hat. Die Vergangenheit wird damit so nahbar und real. Ein wirklich tolles Buch, nicht nur für Fans von historischen Romanen.

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Veröffentlicht am 09.03.2025

Gefesselt

Die Dämmerung (Art Mayer-Serie 2)
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Dies ist der zweite Teil der Art Mayer-Reihe. Ich hatte etwas Sorge, ob ich wieder reinfinden würde in die Reihe, da zwischen dem ersten und zweiten Band bei mir ziemlich viel Zeit vergangen ist. Aber ...

Dies ist der zweite Teil der Art Mayer-Reihe. Ich hatte etwas Sorge, ob ich wieder reinfinden würde in die Reihe, da zwischen dem ersten und zweiten Band bei mir ziemlich viel Zeit vergangen ist. Aber ich muss sagen, Marc Raabe versteht es perfekt, Erinnerungen zu wecken und den Leser abzuholen. Im Wald wird eine weibliche Leiche gefunden. Brutal ermordet und entstellt. Es handelt sich dabei um die Charity-Königin von Berlin. Ihre Tochter die Umweltaktivistin Leo, ist nicht zimperlich, und steht in Verdacht, mit dem Verbrechen zu tun zu haben. Art und seine hochschwangere Kollegin Nele nehmen die Ermittlungen auf und stoßen damit in ein Wespennest aus Intrigen und Machtspielchen. Ich war bereits ab der ersten Seite total gefesselt von der Story und konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Mich konnten sowohl die gut gemachten Twists, als auch das Tempo mitreißen und begeistern. Das war wieder ein Marc Raabe ganz nach meinem Geschmack. Ich mochte den ersten Teil dieser Reihe, aber diesen hier liebe ich. Ein Buch zum Durchsuchten und Abtauchen!

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