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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.07.2025

Es leben die 80er Jahre

Glitterschnitter
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Herr Lehmann ist zurück. So will er aber nicht genannt werden, auch nicht Frankie oder der kleine Bruder vom großen Lehmann. Sondern einfach nur Frank. Er putz im Café Einfall, wird aber von Erwin auch ...

Herr Lehmann ist zurück. So will er aber nicht genannt werden, auch nicht Frankie oder der kleine Bruder vom großen Lehmann. Sondern einfach nur Frank. Er putz im Café Einfall, wird aber von Erwin auch gerne für alles andere eingesetzt. Und doch ist er hier in der Wiener Straße nur eine Randfigur, die jedoch auch ihre Auftritte bekommt. Hauptsächlich begleiten wir das Künstlervolk. H.R. Ledigt baut eine IKEA-Musterwohnung nach, aus der Kneipe Intimfrisur möchten die Wiener P. Immel und Kacki ein Wiener Kaffeehaus machen und die neue Band Glitterschnitter wird gegründet, in der selbst die Bohrmaschine als Instrument herhalten muss. Während Erwins Nichte Chrissie versucht ihre Mutter und deren neuen Freund Wiemer loszuwerden.
Ich liebe die Texte von Sven Regener. Die spaghettiartigen Gedankengänge seiner Protagonisten, die sich um die Logikgabel drehen und mit einem überraschenden Genuss enden. Da darf dann auch gerne mal geblödelt werden und der Eierschneider mit auf die Bühne. Ist ja schließlich alles Kunst in der ArtArsch Galerie. Ich habe das Buch sehr genossen und die Zeitreise in die 80er Jahre gefeiert. Jedes Mal, wenn ich das Buch zu Hand nahm, hatte ich ein Lächeln auf dem Gesicht. Ich kann mir vorstellen, dass es dem ein oder anderem vielleicht zu wild ist, aber für mich ist es genau richtig. West-Berliner Kneipen Gelaber, so wie es sich gehört. Ich liebe es einfach!

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Veröffentlicht am 21.07.2025

Mein Thrillerjahreshighlight

Himmelerdenblau
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Theo ist 74 Jahre, als und an Demenz erkrankt. Bevor er völlig in das Vergessen abtaucht, ist sein sehnlichster Wunsch, herauszufinden was vor 20 Jahren mit seiner 16-jährigen Tochter Julie geschehen ist. ...

Theo ist 74 Jahre, als und an Demenz erkrankt. Bevor er völlig in das Vergessen abtaucht, ist sein sehnlichster Wunsch, herauszufinden was vor 20 Jahren mit seiner 16-jährigen Tochter Julie geschehen ist. Sie wurde damals aus ihrem Elternhaus entführt. Als sich das Verbrechen zum zwanzigsten Mal jährt, nehmen die beiden True Crime Podcaster Liv und Phil den Fall auf. Liv möchte Theo helfen seine Julie zu finden und ihm diesen letzten Wunsch zu erfüllen.
Oh man, dass war ein Thriller!!! Ich bin noch ganz geflasht! Romy Hausmann knüpft für mich damit an ihren Erfolgsthriller „Liebeskind“ an. Die Story hat genau das richtige Tempo und switched zwischen den Protagonisten hin und her. Wir befinden uns mitten in ihren Köpfen und lauschen ihren Gedanken. Auch den teilweise etwas wirren und verdrehten Gedanken des demenzkranken Theos. Aber alle erzählen uns nur, was sie uns erzählen wollen, ganz hinter die Fassade lassen sie uns zunächst nicht blicken und so gibt es nach und nach immer mehr Enthüllungen. Mit keiner davon habe ich gerechnet. Somit wurde ich mehrfach kalt erwischt und habe fassungslos weitergelesen. Ich kann nur sagen, dies war mein bisheriges absolutes Thrillerjahreshighlight! Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen und bin total begeistert. Freut euch drauf, es ist großartig!

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Veröffentlicht am 16.07.2025

Die goldene Stadt

Die schwarze Dame
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In diesem ersten Fall ermittelt der Versicherungsdetektiv Peter Hogart in Prag. Eigentlich wurde er engagiert, da die Detektivin, die zuerst nach Prag geschickt worden war, um einen großen Kunstraub aufzuklären, ...

In diesem ersten Fall ermittelt der Versicherungsdetektiv Peter Hogart in Prag. Eigentlich wurde er engagiert, da die Detektivin, die zuerst nach Prag geschickt worden war, um einen großen Kunstraub aufzuklären, spurlos verschwunden ist. Doch in der goldenen Stadt treiben zwei Serienmörder ihr Unwesen. Und schon bald vermischen sich die beiden Fälle und Hogart wird in diesen kniffligen Fall hineingesogen. Dies war der erste Thriller von Andreas Gruber, doch er reicht leider noch nicht an die Nachfolgerthriller, die man von dem Autor kennt, heran. Die Idee fand ich wirklich sehr gut und auch die Hintergrundstory war sehr ausgeklügelt und durchdacht. Leider war man gedanklich dem Protagonisten schon immer eine nasenlänge voraus. Überraschungsmomente gab es so leider nicht. Ich merkte auch wie ich mich beim Lesen immer wieder ablenken ließ, da mich die Geschichte einfach nicht packen konnte. Sehr schön fand ich das Setting. Prag ist einfach eine tolle Stadt und das kommt in diesem Thriller besonders zur Geltung. Man merkt, dass große erzählerische Potential in diesem Buch, leider bedarf der Umsetzung jedoch noch der gewissen Feinschlief.

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Veröffentlicht am 10.07.2025

Zarte Töne

Wie schwer wiegt ein Schatten
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Mia trifft David in Israel. Als Radioreporterin in Elternzeitvertretung kommt sie nach Tel Aviv. Was für sie zu Beginn eher ein Abenteuer ist, entwickelt sich bald zu einer Lebensphase, die ihr Leben verändert. ...

Mia trifft David in Israel. Als Radioreporterin in Elternzeitvertretung kommt sie nach Tel Aviv. Was für sie zu Beginn eher ein Abenteuer ist, entwickelt sich bald zu einer Lebensphase, die ihr Leben verändert. Denn nicht nur die zarte Liebe zu David verändert sie, sondern auch die Freundschaft zur besten Freundin ihrer Mutter. Mit sieben Jahren hat Mia ihre Mutter durch Selbstmord verloren. Sie blieb verwirrt und mit Schuldgefühlen zurück. Ruth die Freundin ihrer Mutter lebt in einem Kibbuz. Mia besucht sie dort oft und darf die alten Briefe ihrer Mutter lesen. So bekommt sie einen Zugang zum Leben und Fühlen ihrer Mutter. Mich hat diese Geschichte sehr berührt. Und der Ort für die Handlung hätte nicht besser gewählt sein können. Israel ist von Feinden umgeben. Diese ständige Bedrohung legt einen Schatten über dieses quirlige und lebendige Land. Und dieses Gefühl kommt auch auf, wenn man in Mias Geschichte eintaucht. Da ist zum einen die Liebe zu David, die auch nicht ohne Probleme ist und andererseits ihre schwere Vergangenheit. Und dennoch kann man hier viel Hoffnung und Zuversicht ausmachen. So wie es für junge Menschen typisch ist, deren ganzes Leben noch vor ihnen liegt und die noch Vertrauen in das Leben haben dürfen. Eine wirklich schön erzählte, zarte Geschichte.

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Veröffentlicht am 05.07.2025

Etwas verworren

Die verschwundene Schwester
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Sein ganzes Leben hat Pa Salt nach der einen letzten Schwester gesucht. Doch gefunden hat er sie nicht. Nun gibt es doch endlich Hinweise. Die sechs Adoptivtöchter von Pa Salt wollen sie nun endlich kennenlernen ...

Sein ganzes Leben hat Pa Salt nach der einen letzten Schwester gesucht. Doch gefunden hat er sie nicht. Nun gibt es doch endlich Hinweise. Die sechs Adoptivtöchter von Pa Salt wollen sie nun endlich kennenlernen und begeben sich auf die Reise. Doch die Mutter der vermeintlichen Schwester befindet sich auf Weltreise. In ihrem Gepäck ein Smaragdring, der als Beweis dienen soll. Glücklicherweise sind die Schwestern auch über die ganze Welt verteilt und reisen der Mutter Merry hinterher. Während Merry ihre alte Heimat Irland entdeckt und dort selbst so manches Geheimnis aufdeckt, versuchen die Schwestern verzweifelt mit ihr in Kontakt zu kommen. Dies war der vorletzte Teil der Sieben-Schwestern Reihe und ich war wahnsinnig neugierig darauf und vor allem auf die siebte Schwester, die wir noch gar nicht kennengelernt haben. Dieses Katz-und Maus Spiel fand ich jedoch irgendwann unspannend, da es vorhersehbar war. Irland zu entdecken, fand ich dann wieder aufregend. Zum Ende hin haben mich diese verworrenen Familienverhältnisse völlig durcheinandergebracht. Und ich dachte schon, dass wird wohl der schwächste Teil der Reihe, bis mich das Ende dann wieder total umgehauen hat. Das ist wirklich ein Buch, bei dem sich das Dranbleiben lohnt. Aber wer die anderen Bände gelesen hat, der muss diesen natürlich auch unbedingt lesen.

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