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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.10.2022

Diese Geschichte hat Biss

This Charming Man
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„This Charming Man“ von C. K. McDonnal ist eine witzig, spitzige Geschichte rund um die gruseligen Gestalten der Vampire und die skurrilen Mitarbeiter der Stranger Times. Bei „This Charming Man“ handelt ...

„This Charming Man“ von C. K. McDonnal ist eine witzig, spitzige Geschichte rund um die gruseligen Gestalten der Vampire und die skurrilen Mitarbeiter der Stranger Times. Bei „This Charming Man“ handelt es sich um eine Fortsetzung der Geschichte „The Stranger Times“, die ich mir vor diesem Buch auch noch durchgelesen habe. Vorab kann ich sagen, beide Bücher haben mich echt gut unterhalten und mir ein paar schöne und auch humorvolle Stunden bereitet.

Manchester ist in heller Aufregung. Es geschehen mysteriöse Mordfälle, die auch die Polizei nicht aufzuklären vermag. Viele Rätsel ranken sich um die Toten, denn so wie diese zugerichtet sind, kann dies eigentlich nur eins bedeuten: Vampire. Doch an diese Möglichkeit möchte niemand glauben, nicht einmal die Wesen, die selbst nicht ganz „normal“ sind. Denn in Manchester treiben sich die skurrilsten Wesen der Welt herum. Viele mit großer Macht und viele, die ihre große Macht für böse Machenschaften missbrauchen. Diese Machenschaften wollen die Mitarbeiter der Stranger Times aufdecken. Die Stranger Times ist eine Zeitung für die abnormsten Dinge in der Geschichte der Menschheit und bringt Artikel, die ein „seriöses“ Blatt niemals in Erwägung ziehen würde. Betrieben wird diese Zeitung von einer ganz merkwürdig zusammengewürfelten Gruppe, deren Kopf der meist griesgrämige Banecroft ist. Außerdem findet man unter seinen Angestellten Ox mit seinem Mitbewohner Reggie, die gottesfürchtige Grace und die junge, rebellische Stella. Ganz neu im Team ist auch Hannah, die nach ihrer gescheiterten Ehe nun selbst auf Jobsuche gehen musste. Sie hätte nie gedacht, dass sie bei einer Zeitung wie der Stranger Times landen würde, ist allerdings schon seit drei Monate bei besagter Zeitung und hat auch schon allerhand Mysteriöses dort erlebt und gesehen. Gemeinsam mit ihren Kollegen musste sie in dieser kurzen Zeit schon einen Were bekämpfen und sich einem Mann stellen, dessen Magie sehr mächtig und groß ist. Das ging für alle Beteiligten inklusive dem DI Sturgess von der Manchester Police nochmal gut aus, aber wird es auch dieses Mal glimpflich für die Mitarbeiter der Stranger Times enden?

Wie oben bereits erwähnt bin ich ein großer Fan beider Bücher, die C. K. McDonnal bisher über das Universum rund um die Stranger Times rausgebracht hat. Damit ich auch wirklich auf einem guten Stand bin, habe ich mir vor „This Charming Man“ extra noch „The Stranger Times“ zugelegt und damit begonnen. Das hat mir schon unfassbar gut gefallen und der britische Humor ist wirklich köstlich und angenehm. Dass beide Bücher den gleichen Sinn für Humor haben und auch etwas skurril sind, hat mir auch gar nichts ausgemacht. Meist lese ich Bücher mit ernsteren Themen, Thriller oder auch Fantasy mit einem düsteren Touch. Vom Schreibstil hier war ich aber so überrascht und auch überzeugt, dass ich inständig hoffe, dass es einen dritten Teil in der Reihe geben wird. Die etwas über 500 Seiten sind nur so dahingeflogen und es war zu keinem Zeitpunkt langweilig oder öde. Das Buch hatte eine gewisse Spannung, die sich komplett durchgezogen hat und man wollte einfach bei jedem Kapitel wissen wie es weitergeht. Auch das Cover ist hier echt gut gewählt und hat Lust auf den Inhalt des Buches gemacht. Für mich also eine komplett gelungene Fortsetzung mit Suchtfaktor.

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Veröffentlicht am 17.10.2022

Schöne, magische Geschichte - aber leider zu wenig Tiefe für mich

Die Meerjungfrau von Black Conch
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“Die Meerjungfrau von Black Conch” von Monique Roffey ist ein Roman, der auf interessante Weise die Geschichte einer jungen, hübschen und vor allem verfluchten Frau erzählt. Die Story dahinter ist sehr ...

“Die Meerjungfrau von Black Conch” von Monique Roffey ist ein Roman, der auf interessante Weise die Geschichte einer jungen, hübschen und vor allem verfluchten Frau erzählt. Die Story dahinter ist sehr spannend und hat auf jeden Fall meine Aufmerksamkeit geweckt. Leider ist sie für mich persönlich nicht ganz so gut umgesetzt.



In Black Conch, welches unter anderem ein Fischerdorf ist, lebt der junge Mann David, der eines Tages auf See die Bekanntschaft der jungen, schönen Aycayia macht. Die Meerfrau taucht einfach so im Meer vor seinem Boot auf und hört ihm beim Singen zu. Gleich vom ersten Moment an haben die beiden eine besondere Verbindung zueinander. David ist direkt hin und weg von der schönen Meerjungfrau, kann sein Entsetzen über ihre Erscheinung aber auch nur schwer verbergen. Denn klar, wann trifft man denn einmal eine Meerjungfrau? David besucht die hübsche Aycayia von nun an regelmäßig auf dem Meer und singt für sie. Neugierig wagt auch die Meerfrau sich immer nähe an sein Boot. Bis sie eines Tages fälschlicherweise glaubt, dass David sie wieder besuchen kommt, es sich bei dem Boot aber um ein Fischerboot von zwei Amerikanern handelt. Diese sind sehen in der Meerfrau weniger ein lebendes Geschöpft, als eine überaus wertvolle Trophäe. Nach einem stundenlangen Kampf gelingt es den Amerikanern dann doch die Meerfrau einzufangen und sie in das Fischerdorf Black Conch zu bringen. Dort wird sie als DER Fang des Jahrhunderts ausgestellt und auch David bekommt mir, dass seine geliebte Meerfrau Jägern zum Opfer gefallen ist. Was wird David tun, um Aycayia zu retten? Wird er überhaupt einen Versuch unternehmen? Und was geschieht dann mit dieser großen Meerfrau? Denn an Land können die bekanntlich nicht lange überleben.

Nachdem ich mir zuerst die Leseprobe zu diesem Buch durchgelesen hatte, war ich schon etwas verwirrt über die Sprache und Ausdrucksweise. Da hat sie mich nicht sonderlich gestört. Ich dachte, dass es sich lediglich um einzelne Phasen im Buch handeln würde und nur in Davids Tagebucheinträgen vorkommt. Leider hat sich die seltsame Sprachweise durch das komplette Buch gezogen (wobei die Kapitel mit den Tagebucheinträgen von David aber wirklich am schwierigsten zu lesen waren). Es ist eine Art Slang, den die Bewohner von Black Conch nutzen und der dort immer gesprochen wird. Einerseits finde ich das natürlich sehr authentisch und die Sprache hat auch einen gewissen Charm. So ist man dem Buch und seiner Geschichte nämlich noch ein bisschen näher. Allerdings war das Lesen für mich so wesentlich schwerer und ich kam leider nicht so gut und schnell durch die Geschichte. Letztendlich war ich dann auch froh, dass das Buch nur diese 240 Seiten hat. Generell ist die Geschichte über die verfluchte Meerfrau Aycayia aber sehr spannend und mystisch. Das hat mich gleich angesprochen. An Übernatürlichem mangelt es dem Buch keineswegs und das mag ich sehr. Die Sagen und Mythen rund um die karibischen Inseln können schon sehr magisch und spannend sein, das beweist “Die Meerjungfrau von Black Conch” auch. Und auch wenn die Geschichte an sich ihren Reiz hat, hätte ich mir noch ein wenig mehr Tiefe gewünscht. Man erfährt viel über David und auch seine Verwandte Arcadia, die eigentlich nicht direkt ihren Ursprung auf Black Conch hat, deren Vorfahren allerdings irgendwann einmal die Inseln besiedelten. Auch das ist überaus spannend und trägt positiv zur Geschichte bei. Gerne hätte ich aber noch mehr über die Frauen erfahren, die Aycayia damals vor so vielen Jahrhunderten verfluchten. Was waren das für Frauen? Waren sie lediglich von Eifersucht getrieben? Und auch über die andere Verfluchte, die Aycayia als Lederschildkröte im Meer begleitete. Diese Themen wurden angeschnitten, aber ich hätte schon gerne mehr darüber erfahren. Da ich leider beim Lesen öfter gestolpert bin und auf Grund der Tatsache, dass ich mir etwas mehr Tiefe in der Geschichte gewünscht hätte, gibt es hier von mir leider nur 3 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 11.10.2022

Eine wahre Offenbarung!

Der Junge im Fluss
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Nestor T. Kolee hat mit seinem Roman „Der Junge im Fluss“ bei mir gerade genau den richtigen Nerv getroffen. Auch ich befinde mich aktuell in einer Zeit des Umschwungs und muss meine Vergangenheit und ...

Nestor T. Kolee hat mit seinem Roman „Der Junge im Fluss“ bei mir gerade genau den richtigen Nerv getroffen. Auch ich befinde mich aktuell in einer Zeit des Umschwungs und muss meine Vergangenheit und das Beständige loslassen. Denn genau darum geht es in diesem Roman, der so gefühlvoll und auf den Punkt genau geschrieben ist. Eine richtige Offenbarung! Denn die Veränderung kann auch weiterhin eine Bewahrung von Dingen sein.

Ben muss sich auf den Weg machen uns seine alte Heimat verlassen. An dieser hängt er sehr, denn er kennt alles dort und verbindet mit ihr viele, schöne Erinnerungen. Als er sich dann aber doch dazu entschließt sich auf den Weg ins Abenteuer und das Unbekannte zu machen, wird sein gesamtes Leben auf den Kopf gestellt. Ben glaubt nicht an Übernatürliches und würde am liebsten gar nichts in seinem Leben verändern. Denn was man kennt, das ist gut. Man verbindet damit eine gewisse Sicherheit, die einem niemand nehmen kann. Aber was passiert, wenn genau diese Sicherheit doch plötzlich verschwindet und man ganz von vorne anfangen muss? Ben macht diese Erfahrung und begibt sich auf einen langen Weg zu sich selbst. Auf diesem Weg lernt er viele Menschen kennen, die ihm helfen den richtigen Weg zu finden, aber auch Menschen, die ihm Steine in den Weg legen. Er ist auf sich alleine gestellt und wird lediglich von einem kleinen Kolibri begleitet. Dieser Vogel wird schnell zu einem wichtigen Symbol für Ben. Und er vertraut ihm und fühlt sich sicher, wenn er ihn in seiner Nähe erspäht. Am Ende wird Ben eine Erkenntnis treffen, die so groß ist, dass er sich diese nicht einmal in seinen Träumen vorstellen konnte.

Als ich den Klappentext zu diesem Roman las, wollte ich mehr über die Geschichte dahinter erfahren. Deshalb habe ich auch die Leseprobe sehr neugierig verfolgt und war dort schon komplett verloren in diesem wundervollen Buch. Hierbei handelt es sich nicht einfach nur um eine Lektüre für zwischendurch. Man muss diesem Buch seinen Raum und die nötige Zeit geben. Das hat es definitiv verdient und so wirkt es auch einfach viel besser auf den Leser. Ich habe mir Zeit für die Geschichte rund um Ben und seinen Weg aus dem Bekannten rein ins unbekannte Abenteuer genommen und es nicht bereut. Da ich mich selbst gerade in irgendeiner Weise auch in einer solchen Situation befinde, konnte ich Bens Gefühle, Sorgen und Ängste total nachvollziehen und reflektieren. Es ist immer schwer das Bekannte und Vertraute loszulassen und auf etwas Neues zu blicken. Aber manchmal ist genau das der Weg, den wir gehen müssen und dessen Ergebnis wir brauchen. Es gab in diesem Buch viele Aha-Momente, die mich auch für eine Weile nicht mehr losgelassen haben. Oft musste ich den Roman kurz zur Seite legen und das Gelesene auf mich wirken lassen.

Geschrieben ist das Buch gut. Der Text ist angenehm zu lesen und durch die nicht allzu langen Kapitel, kommt man auch gut durch. Ein weiterer Vorteil, dass die Kapitel so kurz sind ist, dass man nach jedem Kapitel erst einmal pausieren und das Gelesene noch einmal Revue passieren lassen kann. Für mich ein richtiges Juwel und ich bin froh dieses Buch gelesen zu haben. Für jeden, der vielleicht gerade an sich und dem Leben zweifelt und wichtige Entscheidungen zu treffen hat, ist die Lektüre sehr zu empfehlen. Nach dem Lesen sieht man vielleicht schon ein bisschen klarer und kann für sich selbst reflektieren.

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Veröffentlicht am 11.10.2022

Guter Einblick ins Jahr 1929

Kinderklinik Weißensee – Tage des Lichts (Die Kinderärztin 3)
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In dem historischen Roman „Kinderklinik Weißensee – Tage des Lichts“ (Band 3) von Antonia Blum geht die Geschichte um Marlene, ihre Schwester Emma und die Kinderklinik in Weißensee weiter. Da ich die beiden ...

In dem historischen Roman „Kinderklinik Weißensee – Tage des Lichts“ (Band 3) von Antonia Blum geht die Geschichte um Marlene, ihre Schwester Emma und die Kinderklinik in Weißensee weiter. Da ich die beiden ersten Teile nicht kenne, wurde ich quasi mitten ins Geschehen geworfen, was an sich allerdings nicht schlecht war. Es ist nicht unmöglich den Band zu lesen, wenn man die vorherigen Teile nicht kennt. Sinnvoller ist es in meinen Augen aber schon die beiden ersten Bücher mitzunehmen. Denn die Geschichte begleitet die beiden Schwestern Marlene und Emma auch beim Erwachsenwerden.

Der Kinderklinik in Weißensee stehen einige Veränderungen bevor. Mit der neuen Oberin ist nicht gut Kirschen essen und Marlene und ihrer Schwester Emma wohlbekannt. Und genau diese ist es auch, die den Elevinnen in der Klinik frei Hand lässt und das Augenmerk auf weniger klinikrelevante Dinge legt. Das führt dazu, dass unsauber und nicht mehr ordnungsgemäß gearbeitet wird. Was dann natürlich auch auf den guten Ruf der Kinderklinik geht. Schnell wird klar, dass sich etwas ändern muss. Auch Marlene und Emma haben natürlich mit der Arbeit in der Klinik zu kämpfen, aber auch privat haben die beiden wieder Probleme, die sich nicht so leicht beseitigen lassen. Marlene bekommt ihren Kinderwunsch immer noch nicht erfüllt und sie und ihr Mann Maximilian entfremden sich dadurch immer mehr. Schließlich muss Marlene sich sogar zwischen ihrem Privatleben und der Arbeit als Ärztin entscheiden. Auch Emmas Ehe läuft nicht so, wie sie sich das gewünscht hat. Sie hat große Zweifel an der Liebe ihres Mannes zu ihr, was sie schmerzlich an eine alte Beziehung in der Vergangenheit erinnert. Ihre Kinder verliert sie dadurch auch immer mehr aus den Augen und bemerkt nicht, in welche falsche Richtung vor allem ihr Sohn Theo läuft. Als wären diese Probleme nicht schon genug, taucht plötzlich Marlenes und Emmas Vater auf. Ganz unverhofft steht er vor ihnen und möchte Teil derer beiden Leben sein. Doch die Schwestern vertrauen nicht mehr so einfach und müssen schnell feststellen, dass die Vergangenheit sie immer wieder einholt.

Die Geschichte um die Kinderklinik ist an sich schon sehr spannend, denn sie spielt im Jahre 1929. Man erfährt viel über die damalige Zeit und welche Entdeckungen man zu dieser noch nicht gemacht hat und im Begriff war diese zu machen. Auch über den Klinikalltag in einer Kinderklinik zu dieser Zeit lässt sich viel lernen. Man erfährt auch einiges über die damaligen Krankheiten, die geherrscht haben. Erklärt wird dies auch super und sehr detailliert. Zu alldem kommen dann ja auch noch die Geschichten der einzelnen Protagonisten. Ich finde, dass die Geschichte spannend geschrieben ist und man immer weiterlesen möchte. Man möchte einfach erfahren, wie es weitergeht, sowohl bei Marlene, Emma und deren Beziehungen, als auch bei der Kinderklinik selbst. Geschrieben ist das Ganze auch angenehm, sodass man in kurzer Zeit einige Seiten gelesen bekommt. Der Schreibstil ist wirklich gut und es sind keine großartigen Zungenbrecher dabei, über welche man ständig stolpern würde. Ich mochte das Buch samt Geschichte sehr, auch wenn ich vielleicht die beiden ersten Teile vorher gelesen haben müsste. Mir persönlich ist ein solcher Zusammenhang bei Geschichten immer wichtig und eigentlich lese ich immer vorab den ersten Band. Wie schon gesagt, man muss die anderen beiden Bände vorab nicht lesen, aber es hilft schon die Geschichte und einzelnen Handlungsstränge besser zu verstehen.

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Veröffentlicht am 04.10.2022

Mitreißend und einfühlsam - sprachlich einfach grandios!

Der Klang von Licht
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„Der Klang von Licht“ von Clara Maria Bagus ist eine hinreißende Hommage an das Leben und das, was es erst so richtig lebenswert macht. Schon als ich das Cover gesehen habe, war mir klar, dieses Buch muss ...

„Der Klang von Licht“ von Clara Maria Bagus ist eine hinreißende Hommage an das Leben und das, was es erst so richtig lebenswert macht. Schon als ich das Cover gesehen habe, war mir klar, dieses Buch muss ich lesen. Nachdem dann auch der Klappentext und die Leseprobe mich überzeugen konnten einmal einen Blick in das Buch zu werfen, wurde ich auch definitiv nicht vom Inhalt enttäuscht.

Unsere Leben sind oft miteinander verwoben. Sie treffen sich in einer Sekunde und sind von da an nicht mehr zu trennen. Sie gehören einfach zusammen, das ist Schicksal. So ergeht es sicherlich nicht nur den Protagonisten aus diesem wundervollen Roman. Auch unser aller Leben sind oft vom Schicksal dazu bestimmt zusammen zu gehören. Vielleicht ist euch das selbst schon einmal passiert und ihr habt DEN Menschen gefunden, zu dem ihr einfach gehört. In der Geschichte von Clara Maria Bagus ist es ähnlich. Die Frauen Elodie und Juliette treffen an einem schicksalhaften Tag ein und dieselbe Entscheidung, die ihre Leben so verändern wird, wie sie es sich nicht vorstellen konnten. Auch Jean-Pierre wird eine Entscheidung treffen, mit der er absolut nicht gerechnet hätte. Sein Leben war, anders als das von Elodie und Juliette, bisher nahezu perfekt. Aber auch das scheint ihn nicht glücklich zu machen und es bahnen sich Veränderungen an. Neben diesen drei, sagen wir einmal Hauptcharakteren, gibt es noch weitere Charaktere, die alle miteinander verbunden sind. Auf die ein oder andere Art. Wie diese Verbindungen gesponnen wurden ist nahezu grandios und ich hatte hier doch den ein oder anderen Aha-Effekt.

Dieses Buch handelt vom Leben und vor allem vom sich selbst finden. Und genau dazu animiert der wirklich unfassbar gut geschriebene Text total! Ich war von dieser Sprache, die so wundervoll klingt, aber doch so leicht zu lesen ist, mehr als begeistert. Die Worte haben mich in meinem Innersten so berührt, wie es bisher noch kein anderes Buch geschafft hat. Und auch ihr Inhalt lässt einen grübeln. Haben wir aus unserem Leben wirklich das gemacht, was es sein sollte? Sind wir glücklich mit all unseren Entscheidungen, die wir im Laufe dieses Lebens getroffen haben? Ist da vielleicht noch mehr? Mehr zu erfahren, mehr zu entdecken? All diese Fragen stellt man sich selbst unweigerlich, nachdem man dieses Buch gelesen hat. Mit seinen 288 Seiten ging es wirklich schnell, auch wenn ich das so gar nicht wollte. Denn dieses Buch ist eindeutig etwas für die ruhige Minute und sollte einfach nicht in einem Rutsch durchgelesen werden. Doch andererseits fesselt die Geschichte, die aus gleich mehreren Geschichten besteht, doch total. Schon direkt am Anfang des Buches werden wir mit einem Bekannten konfrontiert, mit dem sicher jede und jeder von uns einmal eine Erfahrung gemacht hat. Auch wenn wir darauf gut und gerne verzichtet hätten… Dieser stellt sich im Buch allerdings als nicht ganz so düster dar, wie mir es vielleicht manchmal denken. Die Kapitel sind alle nicht besonders lang, weshalb man diese auch sehr angenehm lesen kann. Generell ist die Sprache einfach sehr gut geschrieben, wie bereits oben erwähnt.

Ich persönlich bin hin und weg von diesem Buch! Es ist einfach sehr gut geschrieben und gibt sicherlich vielen Menschen einen kleinen Denkanstoß, die vor Schwierigkeiten in ihrem Leben stehen oder ihr Leben gerade überdenken. Es gibt den Mut dazu auch mal in eine andere Richtung zu schauen und den Hinweis auch die eigenen Mitmenschen mal etwas genauer zu betrachten. Auch ist das Cover hier echt toll gewählt und passt auch noch zum Inhalt es Buches. Die goldenen Kraniche spielen eine Rolle im Buch und wurden hervorragend auf dem dunklen Hintergrund in Szene gesetzt. Alleine das Cover ist schon ein echtes Juwel.

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