Profilbild von jamjam

jamjam

Lesejury Star
offline

jamjam ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit jamjam über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.10.2024

Eine fantasievolle Geschichte über Spuren aus der Vergangenheit.

Flaschenpost vom Leben
0

"Manchmal dauert es wohl einfach."
"Klar", sagte Pixie, "sonst gäbe es ja keine Geschichten, wenn alles schon am Anfang gut wäre."
Und momentan ist es nicht gut für Pixie. Bis jetzt hat sie phantastische ...

"Manchmal dauert es wohl einfach."
"Klar", sagte Pixie, "sonst gäbe es ja keine Geschichten, wenn alles schon am Anfang gut wäre."
Und momentan ist es nicht gut für Pixie. Bis jetzt hat sie phantastische Geschichten geschrieben, die durch die sozialen Medien zum Erfolg wurden. Doch nun scheint sie irgendwie festzustecken. Da bekommt sie das Angebot, für Remy und ihre Zeitschrift mehr über deren verstorbenen Verwandten Flömer herauszufinden. Die einzige Spur in seine Vergangenheit: Ein Flaschenschiff mit einer versteckten Botschaft.
Pixie folgt Flömers Strömungen und landet an der ostfriesischen Nordseeküste, nach einigen Umwegen auf einem alten Gulfhof. Dort ist sie Flömer näher, als sie ahnt. Finanziell steckt der Gulfhof in Schwierigkeiten und so tritt die Geschichte rund um die Flaschenpost ein wenig in den Hintergrund. Feeke und Sebo vom Gulfhof lehren Pixie viel über die alten friesischen Sagen und Lichtgestalten und letzten Endes findet Pixie nicht nur einen guten Weg für den Hof, sondern auch für sich selbst.
Es ist eine magische Welt, in die Patricia Koelle uns entführt, ich durfte sie als Hörbuch kennenlernen, gesprochen von meiner unangefochtenen Lieblingssprecherin Eva Gosciejewicz. Ehrlich gesagt weiß ich nicht, ob mir die zahlreichen Nebenstränge beim Lesen nicht zu viel geworden wären. Denn Pixies Reise spielt an einigen Schauorten, mit vielen unterschiedlichen Menschen mit "alten" Namen, die für mich sehr fremd klangen und an die ich mich erst ein wenig gewöhnen musste. Die Geschichte rund um den Gulfhof, aber auch um die Roseburg, in der Pixie zu Beginn arbeitet, nimmt viel Raum ein und obwohl Pixie wohl für das Recherchieren rund um Flömer ihr Einkommen findet, passiert in diese Richtung eine Zeit lang wenig. Doch es ist wie Flömer sagte, folge den Strömungen und letzten Endes werden die unterschiedlichen Handlungsstränge zu einem schönen Garn.
Pixie selbst ist ein wenig verloren, die Geschichten, die sie unter einem Pseudonym schrieb, scheinen sie im Moment nicht mehr so zu berühren, wie sie es früher taten. Sie hat keine Eltern mehr und scheint nicht nur Flömers Wurzeln zu suchen, sondern auch ihre eigenen.
Obwohl ich sie bis zuletzt nicht ganz greifen konnte, ist sie mir doch ans Herz gewachsen. Die "mystischen" Einschläge wie die Lichtgestalten und Geschichten über alte Häuptlinge fand ich interessant, sie geben dem Buch etwas ganz Besonderes. Und der Gedanke an die Luchtwieven war für mich tröstlich. Themen wie nachhaltiger Tourismus werden am Rande unauffällig eingebaut, was mir gut gefallen hat, ebenso wie der Flair in den friesischen Dörfern.
"Flaschenpost vom Leben" ist der Auftakt zu einer Reihe, und so endet die Geschichte zwar am Gulfhof, Pixies Suche aber scheint noch weiterzugehen.
Fazit: Eine fantasievolle Geschichte über Spuren aus der Vergangenheit.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.10.2024

Leicht zu lesen, aber sehr viele Zitate und Lebensgeschichten, wenig Praktisches für mich.

Die Kunst des InnSæi
0

"Wenn wir die Verbindung zur Natur verlieren, sind wir nicht mehr inspiriert, wir existieren nur noch und nehmen weniger Anteil. Darum ist es so wichtig, in Kontakt mit InnSaei zu sein. Es erfüllt uns ...

"Wenn wir die Verbindung zur Natur verlieren, sind wir nicht mehr inspiriert, wir existieren nur noch und nehmen weniger Anteil. Darum ist es so wichtig, in Kontakt mit InnSaei zu sein. Es erfüllt uns mit Licht und befähigt uns auch, aus dem Chaos einen Kosmos zu erschaffen (...)."

Seite 20

"Die Kunst des InnSaei - Der isländische Weg zu Intuition und innerer Mitte", so das Versprechen des Buches. Eins vorneweg, Hrund Gunnsteinsdóttir schreibt locker und leicht, ihre Buch ist durchflochten von vielen Lebensgeschichten.

Dennoch bleibt das Buch weit hinter meinen Erwartungen zurück. Nach über 230 Seiten tue ich mir noch immer schwer damit, überhaupt zu beschreiben, was InnSaei ist oder sein kann. Es wird nicht mit Zitaten gespart, viele aus dem Film der Autorin zum gleichen Thema. Und sehr vielen Auszügen aus Studien, davon für mich eindeutig zu viele, mit denen dann nicht wirklich weitergearbeitet wurde. So interessant ich die Lebensgeschichten auch fand, für mein Leben war darin wenig Inspirierendes zu finden. Meinen Alltag schon Monate im Voraus auf die Stunde genau zu planen, diese Freiheit mögen manche Menschen haben, der normale Arbeitende in einem Familienverband wird sich wohl schwer damit tun.

Tipps wie "Definieren Sie ihre "Warum"-Aussage und nutzen Sie sie, um zu entscheiden, wie Sie Ihre Zeit und Energie priorisieren." klingen nett. Für mich (und das mag jetzt bitter klingen, aber ich hoffe, ihr wisst was ich meine) als berufstätige Mutter ist die Antwort darauf ganz oft "Weil ich will, dass es meiner Familie gut geht" oder "Weil ich sehr gerne meine Rechnungen pünktlich bezahlen kann".

Des Weiteren ist die Autorin eine ganz große Anhängerin des Tagebuchschreibens, viel mehr braucht man anscheinend nicht, um mit sich selbst in Verbindung zu gelangen. Das lag mir noch nie. Ich hab jetzt zwar motiviert wieder mal ein neues Notizbuch gekauft, aber es - wie empfohlen - immer bei mir zu tragen und immer mal wieder zu notieren, was mir durch den Kopf geht oder worauf ich gerade achte, ist einfach kaum umsetzbar. So sind die Seiten leer, auch irgendwie meine Erkenntnisseiten im Kopf.

Das Buch wird aufgelockert durch kleine Atemübungen und Kurzmeditationen, nichts, was ich nicht schon in dieser oder sehr ähnlicher Form gelesen habe. Manchmal sind die Boxen mit diesen Tipps in den Fließtext eingearbeitet, etwas, was ich von der Gestaltung her gar nicht mag. Wo mache ich jetzt eine Pause, um zu der Box zurückzukehren um sie zu lesen?

Am Ende habe ich viel gelesen, mir kaum etwas gemerkt und leider wenig gelernt. Schade, ich habe mir mehr erwartet.

Fazit: Leicht zu lesen, aber sehr viele Zitate und Lebensgeschichten, wenig Praktisches für mich.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.10.2024

Ein lebensbejahendes Buch, bewegend, berührend und sehr bereichernd!

Für immer und ein Jahr
0

"Wenn ich nicht mehr bin ..."
Er wollte das nicht hören. (...)
"Ich möchte, dass du sie anrufst. Ein Jahr lang."
"Alle? Wen alle?"
"Alle, die in meinem Kalender stehen."
(Kapitel "Ein Kalender für die ...

"Wenn ich nicht mehr bin ..."
Er wollte das nicht hören. (...)
"Ich möchte, dass du sie anrufst. Ein Jahr lang."
"Alle? Wen alle?"
"Alle, die in meinem Kalender stehen."
(Kapitel "Ein Kalender für die Ewigkeit")
Kaya ist tot. Was Jan bleibt, ist ein Haus voller Erinnerungen, ein Schlafzimmer, das er nicht betreten kann und der Geburtstagskalender seiner verstorbenen Frau. Samt dem Versprechen, das er Kaya an einem ihrer letzten Tage gegeben hat. Ein Jahr lang jeden, der darin Platz gefunden hat, anzurufen. Keine E-Mails, kein WhatsApp, anrufen. Wie soll Jan das schaffen? Er war nie kommunikativ, und seit Kayas Tod fehlen ihm die Worte...
Widerwillig ringt er sich durch, seinen Alltag zu durchbrechen, den Telefonhörer zu ergreifen und teilweise Wildfremden zum Geburtstag zu gratulieren. So schwer es ihm auch fällt, sie haben doch alle eine Botschaft für ihn, ein unerwartetes Geschenk, ein passendes Wort, einen Denkanstoß, den er benötigt.
"Für immer und ein Jahr" ist ein sehr bewegendes Buch und trotz seiner Traurigkeit lebensbejahend. Es zeigt, dass es ein Leben über den Tod hinaus gibt, nicht nur für die Verstorbenen, sondern vor allem für die Überlebenden. Ich mochte Jan mit all seinen Unzulänglichkeiten. Oft weiß er nicht, wie er die Tage schaffen, wie den Kontakt zur Außenwelt und vor allem den Draht zu seinen Kindern aufrecht erhalten soll. Manchmal ist es Kayas Stimme, die ihn lenkt, teilweise Elke, Kayas Mutter, die auf einmal mit einem Hippie-Bus samt neuem Lebensabend-Weggefährten, Klangschalen und Yogamatten im Hof steht. Und oft gerade die erst unliebsamen Telefonate. Gespräche mit Menschen, mit denen Jan normalerweise kaum ein Wort gewechselt hat, bringen ihm Erkenntnisse, über das Leben vor Kayas Tod und wie es danach weitergehen könnte.
In Rückblenden erfahren wir auch das Kennenlernen der beiden, ihre schwierigen Familiengeschichten und ihr gemeinsames Leben, das sie sich genauso mühselig, wie sie ihr Haus renoviert haben, gemeinsam aufgebaut haben.
Der Roman ist trotz des schweren Themas leicht zu lesen, bringt viele Denkanstöße und bewegt und berührt gerade wegen seiner Unaufgeregtheit. Das Leben ist dramatisch genug, auf künstliche Dramen wurde verzichtet, dafür auf viel Gefühl und Subtiles gesetzt.
Eine Bereicherung!

Fazit: Ein lebensbejahendes Buch, bewegend, berührend und sehr bereichernd!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.10.2024

Ein verzwickter Mordfall in der Toskana - Spannung und Flair garantiert!

Vino, Mord und Bella Italia! Folge 4: Ein Mörder zu viel
0

"Commissario, es hilft nichts, wir müssen ..."
"Sagen Sie es nicht."
"Doch. Wir müssen zusammenarbeiten."
Kapitel 41
Tja, das ist wohl das Schlimmste für Commissario Vico Martinelli, dass er die deutsche ...

"Commissario, es hilft nichts, wir müssen ..."
"Sagen Sie es nicht."
"Doch. Wir müssen zusammenarbeiten."
Kapitel 41
Tja, das ist wohl das Schlimmste für Commissario Vico Martinelli, dass er die deutsche Journalistin Anna Wagner an den merkwürdigen Todesfall der Tänzerin Marcella Macchiavelli ran lassen soll. Denn einiges ist auffallend an den Umständen. Aus dem natürlichen Ableben einer betagten Dame wurde binnen kürzester Zeit eine verzwickte Geschichte, in der es vor Verdächtigen und Geständigen nur so wimmelt...
Dies ist der erste Fall, den ich mit Anna Wagner in Bella Italia lösen durfte - aber sicher nicht der letzte! Ich kenne die beiden Autoren schon von einer anderen Reihe und habe mich sehr gefreut, als ich diesen Band entdeckt habe. Es ist der vierte aus einer Serie, leider kenne ich die anderen (noch) nicht. Aber er ließ sich problemlos ohne die Kenntnisse aus den Vorgängern lesen.
Nachdem Anna nun offiziell die Polizei unterstützen darf, ist sie Commissario Vico ein noch größerer Dorn im Auge - dabei beweist sie einen guten Riecher und ihre unkonventionelle Art bringt mehr ans Tageslicht, als das steife Vorgehen der Polizei. In den anderen Polizisten hat sie gute Verbündete gefunden, die versuchen, Vico ein wenig einzubremsen. Denn ihm wäre es am Liebsten, wenn Anna im Archiv versauern würde. Da könnte sie ihm weder in die Quere kommen, noch sich selber in Gefahr bringen.
Neben viel italienischem Flair bringt das Buch auch einen interessanten Mordfall mit vielen Verdächtigen und Spuren bis weit in die Vergangenheit - Spuren, auf die Anna durch ihre manchmal fast zu forsche Art stößt. Die Seiten fliegen nur so dahin, und das Ende bringt eine schlüssige und doch nicht ganz vorhersehbare Auflösung.
Fazit: Ein verzwickter Mordfall in der Toskana - Spannung und Flair garantiert!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.10.2024

Lokalkolorit, Humor und Spannung gekonnt vereint - ich freue mich auf den nächsten Band.

Prost, auf Brunngries
0

"Freilich werde ich hier herumsitzen und nix tun. Da hast du dich aber sauber geschnitten, verehrter Herr Polizeioberrat Martin Schwenk."

Nein, herumsitzen und nix tun liegt so gar nicht in der Natur ...

"Freilich werde ich hier herumsitzen und nix tun. Da hast du dich aber sauber geschnitten, verehrter Herr Polizeioberrat Martin Schwenk."

Nein, herumsitzen und nix tun liegt so gar nicht in der Natur von Kommissar Tischler. Schon gar nicht in diesem Fall. Denn eine Frau wurde getötet - mit seinem Auto! Und er hat eine gemeinsame Vergangenheit mit der getöteten Katja Brendel...

Lange hatte er nichts mehr mit seiner ehemaligen Schulkollegin von der Polizeischule Katja zu tun - doch wie es aussieht, hat sie ihn im Auge behalten. Wem war sie nun im Weg? Bei ihrem Job als Security macht man sich kaum Freunde, ist ein gekränkter Discobesucher ausgeflippt? Und warum will der Täter Tischler die Schuld in die Schuhe schieben?

Wie bei so einem Tatverdacht üblich, ist er erst mal vom Dienst suspendiert. Das hält Tischler aber nicht davon ab, auf eigene Faust zu ermitteln - und rasch halten ihn auch seine Kollegen bei der Polizei Brunngrieß auf dem Laufenden!

Der Spuren gibt es viele und es wird eng für Tischler...

Wie immer habe ich meinen Ausflug nach Brunngries sehr genossen! Ob Spaziergänge mit Dackeldame Resi, Besuche im Wirtshaus Krause oder Zusammenstöße mit dem zwielichtigen Mechaniker Steiner, bei all dem durfte ich wieder dabei sein. Genau das liebe ich an Cosy Crime, dass es eben nicht nur um grauslige Details geht, sondern viel um Flair und - Butterbrezn! ;)

Auch durfte ich neue kulinarische Leckerein wie "Saure Würste" (wenn ich den Eigennamen schreibe, wird die Rezi wohl gesperrt) kennenlernen - ob ich sie tatsächlich probieren will, da bin ich mir noch nicht sicher.

Der Fall gestaltet sich als schwieriger als gedacht, sogar eine weitere Kollegin aus der Polizeischule eilt Tischler zu Hilfe, sehr zum Missfallen seiner Freundin Britta. Was mich besonders gefreut hat: der frisch beförderte Polizeihauptmeister Fink darf zeigen, was er so drauf hat. Er ist einer meiner Lieblingsfiguren, immer unterschätzt und als etwas döselig dargestellt, hat er doch den richtigen Riecher und ein gutes Gespür.

Kalpenstein schafft es wieder mal, Lokalkolorit, Humor und Spannung gekonnt zu vereinen und ich freue mich auf den nächsten Band - und hoffentlich bald eine Verfilmung!

Wie immer möchte ich nicht zu viel über die Ermittlungen und vor allem das Ergebnis verraten, aber es ist wie immer stimmig und doch überraschend! Ein Muss für Fans von Dorfkrimis!

Fazit: Lokalkolorit, Humor und Spannung gekonnt vereint - ich freue mich auf den nächsten Band.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere