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Veröffentlicht am 23.05.2025

Ein unterhaltsamer aber auch nachdenklicher Roman über neue Liebe im hohen Alter und neues Glück.

Jünger geht immer!
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"Manchmal wünschte ich, jemand würde mir auf die Schulter klopfen und sagen: April, April, das ist gar nicht dein Leben."

Kapitel 5

Gerade jetzt ist so ein Moment. Akribisch hat Anne die Feier zur goldenen ...

"Manchmal wünschte ich, jemand würde mir auf die Schulter klopfen und sagen: April, April, das ist gar nicht dein Leben."

Kapitel 5

Gerade jetzt ist so ein Moment. Akribisch hat Anne die Feier zur goldenen Hochzeit ihrer Eltern organisiert, dekoriert, geplant. Und jetzt verkündet ihre Mutter - statt liebevoller Worte - die Trennung von ihrem Vater! Als wäre das nicht genug, lernt Anne kurz darauf Johannes, den neuen Lebensgefährten ihrer Mutter, kennen. Und der ist 15 Jahre jünger. Gemeinsam mit ihrer Walking-Gruppe sagt Anne dieser Beziehung den Kampf an. Denn dass der Neue der Liebe wegen bei ihrer Mutter bleiben wird, können sie sich nicht vorstellen. Um auf Nummer sicher zu gehen, möchte Anne auch noch Tom, Johannes Sohn, mit ins Boot holen.

Doch der hat vollstes Verständnis für seinen Vater und Annes Mutter, und irgendwie will er Anne nicht mehr aus dem Kopf. Sie beginnt, ihre lieblos gewordene Ehe zu hinterfragen ...

Auch wenn das Cover eher humorvoll ist, so sind Ellen Bergs Bücher immer ein wenig ernster als erwartet. Gibt es ein "zu spät" für eine neue Liebe, für ein neu ausgerichtetes Leben? Anne ist es gewohnt, zu funktionieren. Ob im Büro als Angestellte ihres Mannes oder Tochter oder Mutter ihren Kindern gegenüber. Sie wagt neu Outfits, eine neue Frisur - und das Interesse der Männer lässt nicht lange auf sich warten. Doch will sie das überhaupt? Natürlich schmeichelt es, wenn ein jüngerer Mann einem Komplimente macht. Aber gilt das, was sie ihrer Mutter über Beziehungen zu einem deutlich jüngeren Mann sagt, nicht auch für sie selbst?

Wie immer fliegen die Seiten nur so dahin, trotz des manchmal auch traurigen Themas unterhaltsam und lustig, und mit ein paar romantischen Szenen! Anne verrennt sich völlig und will unbedingt einen Keil zwischen Johannes und ihre Mutter treiben. Denn wenn diese im hohen Alter eine neue Liebe wagen kann, warum sie selber nicht auch?

Mir hat "Jünger geht immer" gut gefallen und ich freue mich jetzt schon auf Ellen Bergs nächstes Buch!

Fazit: Ein unterhaltsamer aber auch nachdenklicher Roman über neue Liebe im hohen Alter und neues Glück.

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Veröffentlicht am 15.05.2025

Herausfordernde aber faszinierende Geschichte über eine bewegte Vergangenheit und zwei Autoren, die versuchen, diese und einander zu greifen.

Great Big Beautiful Life
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"Verstehe", antworte ich. "Aber versuche heute, die anderen Quadrate zu ignorieren. Ich möchte wissen, wie es war, du zu sein."
Sie lächelt breit. "Eine Zeit lang", sagte sie, " war es zauberhaft."
Seite ...

"Verstehe", antworte ich. "Aber versuche heute, die anderen Quadrate zu ignorieren. Ich möchte wissen, wie es war, du zu sein."
Sie lächelt breit. "Eine Zeit lang", sagte sie, " war es zauberhaft."
Seite 235
Ja, es war zauberhaft, das Leben von Margaret Ives. Nachfahrin einer Mediendynastie, reiche Tochter, die mit jeder Faser feierte und lebte. Bis sie verschwand, völlig von der Bildfläche und aus Skandalblättchen, ihren Aufenthaltsort scheint niemand zu kennen.
Doch Alice Scott ist hartnäckig, seit jeher fasziniert von der Geschichte der Ives und findet eine Spur. Als sie eingeladen wird, Margarets Biografie zu schreiben, ist sie überglücklich. Bis sie auf Hayden Anderson trifft. Pulitzer-Preis-Träger und ebenfalls bemüht, dieses Buch zu schreiben. Margaret verpflichtet sie zu einem Probemonat, getrennt voneinander will sie den beiden ihre Geschichte erzählen. Doch sie verrät immer nur Bruchstücke. Und den beiden Autoren ist es strikt untersagt, sich auszutauschen.
Dennoch laufen sich Alice und Hayden immer wieder über den Weg - und in die Arme, denn die Anziehung zwischen den beiden lässt sich nicht leugnen ...
Der neue Roman von Emily Henry dreht sich um zwei Handlungsstränge - einerseits die bewegte Vergangenheit von Margaret Ives und ihrer Familie und Alice und Scott, die versuchen, diese einzufangen. Normalerweise verschlinge ich Emily Henrys Bücher fast in einem Rutsch, bei diesem habe ich Häppchen gebraucht. Margarets Geschichte ist langatmig und reicht weit in die Vergangenheit, erst sehr spät wird klar, warum das nötig ist. Ich hatte etwas Mühe, mir all diese Personen zu merken und sie einzuordnen. Ehrlich gesagt hätte ich gerne einen Auszug aus dem Stammbaum der Family Ives zum Nachblättern gehabt.
Ganz anders die Begegnungen von Alice und Hayden. Die beiden haben mich vom ersten Aufeinanderprallen weg fasziniert. Ein typischer Grumpy/Sunshine Trope, wobei die zwei vielschichtig sind und wir langsam erfahren, warum sie so sind, wie sie sind. Beide sind fest entschlossen, diesen Auftrag zu bekommen und sich streng an ihre Verschwiegenheitsklausel zu halten. So lernen sie sich abseits der Arbeit kennen, ihre Schicksale, ihre Gefühle, ihre Familien und bald tritt die Konkurrenz um diesen Traumjob in den Hintergrund - und schwebt doch wie ein Damoklesschwert über ihnen.
Ich mag es, dass die Autorin keine einfachen, glatten Protagonisten zeichnet, sondern reale Menschen, mit Ecken, Kanten und Problemen.
Auf den letzten Seiten überschlagen sich die Ereignisse, lose Fäden werden zu einem dicken Strang und ich hatte mehr als einen Überraschungsmoment.
Und so reiht sich "Great big beautiful life" - trotz meiner kleinen Schwierigkeiten mit Margarets Vergangenheit - nahtlos in die Reihe meiner Lieblingsbücher ein. Wenn Emily Henry draufsteht, muss ich´s lesen!
Fazit: Herausfordernde aber faszinierende Geschichte über eine bewegte Vergangenheit und zwei Autoren, die versuchen, diese und einander zu greifen.

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Veröffentlicht am 12.05.2025

Eine liebenswerte Romance mit Humor und Tiefe.

The Fake Out – Sie will ihr Leben in den Griff bekommen ... aber ist er die Lösung?
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"Wie war es nur so weit gekommen? Vielleicht würde das irgendwann der Titel meiner Autobiografie."
Ja, wie war es nur soweit gekommen? Eigentlich ist Maes Alltag von viel Arbeit und wenig Abwechslung geprägt. ...

"Wie war es nur so weit gekommen? Vielleicht würde das irgendwann der Titel meiner Autobiografie."
Ja, wie war es nur soweit gekommen? Eigentlich ist Maes Alltag von viel Arbeit und wenig Abwechslung geprägt. Als Bibliothekarin verdient sie nicht genug, um die Arztrechnungen ihrer Mutter zu bezahlen, also arbeitet sie nach Feierabend als Bedienung. Dazwischen bleibt nicht viel Zeit. Und jetzt? Seit NFL-Star Chris in ihr Leben getreten ist, überschlagen sich die Ereignisse.
Ich mochte Mae von Anfang an. Fleißig, fast schon zu hilfsbereit, und als Bibliothekarin genau der Typ Frau, von dem man als leidenschaftliche Leserin gern erzählt bekommt. Ihr ist der Status von Chris völlig egal, und das beeindruckt ihn.
Chris ist liebenswert, ein durchtrainierter Schrank von einem Mann, mit dem Herz am rechten Fleck. Nach einem Skandal hat er sich in Maes Heimatörtchen zurückgezogen. Um seinen Ruf wieder herzustellen, macht er Mae ein unverschämtes Angebot - das sie dennoch nicht ausschlagen kann.
Ich habe mir eine locker-leichte Romance versprochen, mit lustigen Szenen. Doch ich habe viel mehr bekommen! Mae versucht alles alleine zu stemmen, denn von ihrem Vater hat sie nur gelernt, dass man sich auf niemanden verlassen kann. Und Chris würde alles tun für die Menschen, die er mag. Und er mag Mae, ihre unkonventionelle, freche Art, ihren Humor.
Sie tut sich sehr schwer damit, seine Hilfe anzunehmen - und ihre eigenen Gefühle. Mae hat keine Modelmaße und steht perfekt dazu, das hat mir sehr gut gefallen.
Die zwei zusammen lassen die Funken fliegen und haben doch Tiefe. Beide haben ihre Gründe, so zu sein, wie sie sind. Ihnen dabei zuzusehen, wie sie sich näher kennenlernen, anziehen, wegstoßen, füreinander da sind, war herzerwärmend und unterhaltsam.
Die Geschichte fließt nur so dahin, mit ein paar unvorhergesehenen Wendungen, prickelnd aber nicht zu spicy.
Klare Empfehlung.
Fazit: Eine liebenswerte Romance mit Humor und Tiefe.

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Veröffentlicht am 23.04.2025

Ein bewegender Nordseeroman mit schweren Themen, sehr lesenswert.

Meerglück, friesisch blau
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"Ich atmete die salzige Luft ein, die sich heilsam um mein Herz legte. Der frische Wind weitete meine Gedanken und pustete mir die letzten dunklen Flecken von der Seele. Ja, ich würde die Hürde überwinden, ...

"Ich atmete die salzige Luft ein, die sich heilsam um mein Herz legte. Der frische Wind weitete meine Gedanken und pustete mir die letzten dunklen Flecken von der Seele. Ja, ich würde die Hürde überwinden, die mich bis heute davon abgehalten hatte, meinem Traumberuf weiter nachzugehen."
Seit einem traumatischen Ereignis schafft Liv es nicht mehr, ihren Traumberuf Möbelrestauratorin auszuüben. Ihr Mann weigert sich, in die Scheidung einzuwilligen und ihre Tage sind eintönig mit Geschäftigkeit ausgefüllt. Da lädt ihre Freundin Kristin sie nach Föhr ein. Dort betreibt diese mit Astrid eine Pension und Liv soll ihr helfen, die alten Möbelstücke wieder zum Leben zu erwecken.
In der Scheune findet Liv eine wunderschöne Skulptur und macht sich auf die Suche nach dem Besitzer. Dieser - Matthis - ist überglücklich, sie wiederzuerhalten.
Sonne, Sand, Salz, Meer und ein Geheimnis, was will man als Leserin mehr?! Liv ist eine entzückende Protagonistin mit Ecken und Kanten, die sich mühsam wieder ins Leben kämpft. Die Zeit auf Föhr tut ihr gut, auch die Beschäftigung mit den Möbeln, die Freundschaft mit Kristin - und Matthis. Wie ähnlich sich ihre Schicksale sind und wie sehr sie die Verletzungen des anderen verstehen, wird ihnen langsam klar. Und dass man, wenn man am Boden liegt, auch wieder aufstehen darf, nein, muss.
Matthis und seine entzückende Tochter kommen Liv sehr nahe, die Chemie zwischen den dreien ist greifbar und war schön mitzuerleben. Auch der Nordseeflair, mit Krabben und Fischen kommt nicht zu kurz und hat mich träumen lassen. So hat mich das Buch gut unterhalten, aber auch bewegt.
Denn auf den ersten Blick verspricht "Meerglück friesisch blau" einen locker leichten Nordsee-Roman. Doch es werden ganz schön harte Schicksale thematisiert, deshalb meine
Trigger- und Spoilerwarnung:
In diesem Buch geht es viel um Schwangerschaft, Komplikationen bis hin zur stillen Geburt. Horche gut in dich hinein, ob du dich mit diesen Themen auseinandersetzen willst.
Fazit: Ein bewegender Nordseeroman mit schweren Themen, sehr lesenswert.

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Veröffentlicht am 18.04.2025

Eine außergewöhnliche und lesenswerte Geschichte, voller Metaphern und skurrilen Momenten.

Der Duft des Wals
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"Eine Walkette vielleicht? Selbstgemacht, aus einem Zahn von dem Wal, der hier gestrandet ist. Eine schöne Erinnerung! Einzigartig."

Nein, die Urlauber wollen vieles, nur sicher keine Erinnerung an den ...

"Eine Walkette vielleicht? Selbstgemacht, aus einem Zahn von dem Wal, der hier gestrandet ist. Eine schöne Erinnerung! Einzigartig."

Nein, die Urlauber wollen vieles, nur sicher keine Erinnerung an den Wal ...

Hugo und Judith reisen mit ihrer Tochter Ava in ein All-inclusive-Hotel nach Mexiko, um ihre Ehe zu retten. Doch der Urlaub steht unter keinem guten Stern. Die Streitigkeiten reisen unbemerkt mit im Koffer und in der ersten Nacht im Traum-Resort strandet ein Wal - und explodiert. Über allem liegt der Geruch des verwesenden Wals, unsichtbar aber dennoch nicht abzuschütteln. Unsichtbar wie die stille Mitreisende von Flugbegleiterin Céleste, die seit einem traumatischen Erlebnis von einem Geist verfolgt wird. Um ihn und ihre Schuldgefühle loszuwerden geißelt sie sich - im wahrsten Sinne des Wortes.

Dann ist da auch noch Waldemar, der die Gäste abholt und unsterblich in das Zimmermädchen Belén verliebt ist, die wiederum fällt ohne Vorwarnung immer wieder in einen Dornröschenschlaf.

Klingt skurril? Versprochen, ist es auch. Ich liebe eigenwillige Geschichten, die einen gut unterhalten und nach dem Umschlagen der letzten Seite schmunzeln und den Kopf schütteln lassen. Genau so eine Geschichte hat Paul Ruban mit "Der Duft des Wals" geschaffen.

Der Gestank des Wals als ist wohl Sinnbild für den Verfall, der Ehe, der Träume, der Vorstellungen vom Traumurlaub.

Der Roman ist abwechselnd aus den Perspektiven von Hugo, Judith, Ava, Waldemar und Céleste geschrieben - mit einem kurzen Auftritt von Belén. Das lässt einen besonders tiefen Blick in die Beweggründe der Protagonisten, verhindert aber auch ein Stück weit, dass man sich mit einem identifizieren kann. Dass diese von unterschiedlichen Sprechern dargestellt werden, sorgt für zusätzlichen Reiz.

Mein unangefochtener Liebling ist aber - ein Nasenbär! Dazu noch die Giraffenfrau - aber ich will nicht zu viel verraten.

Einzig Ava macht mir etwas Kopfzerbrechen. Einerseits porträtiert sie ihre Umgebung ständig mit ihrem Etch A Sketch (eine Variante der Zaubertafel), andererseits spricht sie oft als wäre sie viel älter. Das machte es mir schwer, ihr Alter einzuschätzen.

Das Ende hat mich nochmal eiskalt erwischt, ebenso absurd wie die ganze Geschichte, rundet es sie perfekt ab.

Alles in allem eine außergewöhnliche und lesenswerte Geschichte!

Fazit: Eine außergewöhnliche und lesenswerte Geschichte, voller Metaphern und skurrilen Momenten.

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