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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.08.2023

Großartig, ergreifend und nachhallend

Simone
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Die Autorin Anja Reich begibt sich nach über 20 Jahren nach dem Tod ihrer Freundin Simone auf Spurensuche, warum sich Simone im Alter von nur 27 Jahren das Leben nahm. Anja stellt sich die Frage, ob sie ...

Die Autorin Anja Reich begibt sich nach über 20 Jahren nach dem Tod ihrer Freundin Simone auf Spurensuche, warum sich Simone im Alter von nur 27 Jahren das Leben nahm. Anja stellt sich die Frage, ob sie es hätte erkennen müssen, dass Simone selbstmordgefährdet war, oder hätte sie sogar den Tod verhindern können, wenn sie beim letzten Telefonat für Simone Zeit gehabt hätte. Fragen für dessen Antworten sich Anja auf eine Reise in Vergangenheit macht. Mit Hilfe von Simones Familie, ihren Tagebüchern, Bildern, Kalendern, Freunden, Weggefährten und Ärzten erstellt sie eine Biographie ihrer Freundin. Sie stellt Fragen, versucht die Ursachen zu ergründen, forscht in ihren eigenen Erinnerungen nach und taucht dabei auch in ihre eigene Vergangenheit ein.

Mit einem klaren, präzisen und emotionalen Schreibstil arbeitet die Autorin die Geschichte von Simone von der Geburt bis zu ihren Suizid auf. Privilegiert aufgewachsen, hübsch, intelligent, weltoffen und doch aus dem System gefallen.

Das Buch verdeutlicht sehr gut, wie manche Menschen von den vorgegebenen Strukturen der DDR abhängig waren und nach dem Mauerfall ihren Halt verloren, sich umorganisieren mussten oder wie Simone, die ewig Suchende war. Der Satz "Ich bringe mein Leben in Ordnung" hallt nach.

Trotz des traurigen und schweren Themas konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen. Es ist ein sehr persönliches Werk und ich bin beeindruckt, dass die Autorin nach so vielen Jahren, wahrscheinlich war der Abstand auf die Sicht der Dinge notwendig, ein so bewegendes Buch über ihre Freundin Simone geschrieben hat. Absolut empfehlenswert.

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Veröffentlicht am 29.07.2023

Altes Stück auf neuer Bühne

Eine vollständige Liste aller Dinge, die ich vergessen habe
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Doris Knecht ist mir als Autorin ein Begriff, doch ich kam noch nie in den Genuss, ein Buch von ihr zu lesen. Titel und Cover haben mich sehr angesprochen und so habe ich mich auf die Geschichte der namenlosen ...

Doris Knecht ist mir als Autorin ein Begriff, doch ich kam noch nie in den Genuss, ein Buch von ihr zu lesen. Titel und Cover haben mich sehr angesprochen und so habe ich mich auf die Geschichte der namenlosen Protagonistin eingelassen.

Dieses Buch beschreibt den Prozess vom Gedanken sich verändern zu müssen bis zum Ankommen in einem neuen Leben.
Nachdem die Zwillinge der alleinerziehenden Ich-Erzählerin ihre Matura gemacht haben und das heimische Nest verlassen wollen, steht sie vor einer lebensveränderten Entscheidung. Grundsätzlich sind ihr Veränderungen zuwider, doch die viel zu große und nicht bezahlbare Wohnung kann sie nicht behalten, andere Wohnungen sind kaum erschwinglich und so macht sie sich mit dem Gedanken vertraut, in ihre sehr kleine Werkstatt umzuziehen.

All die Dinge, die sie eine lange Zeit begleitet haben, müssen sortiert, aussortiert, verkauft oder verschenkt werden. Die damit verbundenen Erinnerungen lassen sie auf ihr bisheriges Leben zurückblicken und für den Leser noch einmal Revue passieren. Kindheitserlebnisse, ihr Verhältnis zu den Eltern und Geschwistern, Studienzeit, eine gescheiterte Ehe und die Herausforderungen einer berufstätigen alleinerziehenden Mutter von Zwillingen. Ausdrucksstarker Schreibstil, sachlich, schonungslos, sehr authentisch und realitätsnah, aber wenig emotional.

Die Handlung fokussiert sich auf die starke Protagonistin, alle weiteren Charaktere werden nur oberflächlich karikiert. Diesen klar strukturierten Schreibstil mag ich sehr, da ich mich als Leserin nicht mit irgendwelchen Nebensächlichkeiten auseinandersetzen muss.

Ich habe wirklich überlegt, ob einige Passagen hier vielleicht autobiographisch sind, denn ich konnte mich mit einigen Gedanken, Gefühlen und Betrachtungsweisen der Ich-Erzählerin gut identifizieren.
Dies ist eine schöne Lektüre für zwischendurch, kurze Kapitel, schnell zu lesen – empfehlenswert.

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Veröffentlicht am 23.07.2023

Die Magie der Worte

Wenn ein Satz dein Leben verändert
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Können Sätze ein Leben verändern? Ja, mit der richtigen positiven Affirmation, den stetigen Wiederholungen und dem Glauben an sich selbst ist dies möglich.

Der erste Teil des Buches vermittelt dem Leser ...

Können Sätze ein Leben verändern? Ja, mit der richtigen positiven Affirmation, den stetigen Wiederholungen und dem Glauben an sich selbst ist dies möglich.

Der erste Teil des Buches vermittelt dem Leser ein spannendes Hintergrundwissen. Die Autorin erzählt von persönlichen Begebenheiten in diesem Buch, wie unser Denken von der Umwelt geprägt wird und wir lange Zeit in diesem Denken festsitzen können. Sie gibt uns einen klitzekleinen Einblick in die Gehirnforschung und räumt mit Mythen und Zweifeln auf. Um zu einem erfolgreichen Ergebnis zu kommen, hat die Autorin acht Regeln aufgestellt, sie nennt sie Erfolgsbausteine. Eine positive Wirkung haben auch in Kombination mit den Glaubenssätzen Farben, Musik und Bewegung auf uns. Sicherlich wird man nicht von einem auf den anderen Tag eine Veränderung bei sich feststellen, doch die positive Grundeinstellung, die Kontinuität und die richtige Anwendung der methodischen Impulse werden zum Erfolg führen.

Der zweite noch größere Teil beinhaltet einen reichhaltigen Schatz von Affirmationen für jeden Lebensbereich, schön gegliedert nach Themen und Problemen. Die Autorin hat hier wirklich an alles gedacht.

Das Buch hat eine handliche Größe, eine harmonische Farb- und Bildgestaltung und ich habe festgestellt, dadurch nehme ich es öfters zur Hand und lasse die Impulse, die mir diese Lektüre bietet, sehr gerne auf mich wirken. Einfach der Magie der Worte vertrauen und den Blick für das Positive entdecken.

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Veröffentlicht am 10.07.2023

Vitamin D - ein Booster für unser Immunsystem

Vitamin D
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Durch die eigene Krankengeschichte ist die Autorin Susanne Sander erst auf die essentielle Wirkung von Vitamin D bei Autoimmunerkrankungen aufmerksam geworden. Begleitet wird ihre Therapie von der zertifizierten ...

Durch die eigene Krankengeschichte ist die Autorin Susanne Sander erst auf die essentielle Wirkung von Vitamin D bei Autoimmunerkrankungen aufmerksam geworden. Begleitet wird ihre Therapie von der zertifizierten Protokollärztin Dr. med. Beatrix Schweiger, die hier im Buch auch als Co-Autorin auftritt. Dieses Buch vermittelt in unvergleichlicher Weise, dass durch gezielte Therapieoptionen mit dem Coimbraprotokoll Autoimmunerkrankungen in Remission gebracht werden können. Grundlegende Daten und Fakten, die hier eindrücklich dargestellt werden, vermitteln dem Leser, es ist Zeit selbst zu handeln, denn wir Deutschen sind in der Regel mit Vitamin D unterversorgt. Auch wenn uns glauben gemacht wird, dass unsere Blut-Analyse-Befunde keine Auffälligkeiten aufweisen, so sollte jedem klar sein, dass gerade die Vitamin D Werte nicht gemessen werden, da sie keine Kassenleistung sind. Aktuelle Studien zeigen bei Vitamin D-Mangel sogar Zusammenhänge zu Demenz, Krebs und sogar Covid-19 auf und sehen darin ganz neue Behandlungsansätze.

Betroffene Autoimmunerkrankte finden hier Lösungsansätze, um ihre eigene Krankheit durch die Supplementation mit Vitamin D zu verbessern und im besten Fall in Remission zu bringen. Leider wird es für die Betroffenen eine Herausforderung sein, einen Arzt zu finden, der zusätzlich zum zertifizierten Protokollarzt, die begleitende Behandlung übernimmt und dem Coimbraprotokoll aufgeschlossen gegenübersteht. Gerade die Krankengeschichte der Autorin zeigt doch, dass immer noch viele Ärzte auf die Schulmedizin fixiert sind und alternative Behandlungsmethoden ablehnen.

In jedem Fall hat das Buch dazu beigetragen, dass ich meine eigene Medikation mit Vitamin D überdenken werde, denn die von meinem Arzt verschriebene Dosis ist schon seit Jahren zu gering und keiner hat es für nötig gehalten, mich mal darüber aufzuklären. Ich kann nur sagen, lassen Sie sich von dem sonnengelben Cover leiten, um es in die Hand zu nehmen und ihren eigenen Weg zu einer Therapie oder den Erhalt ihrer Gesundheit zu finden. Ich kann es nur empfehlen und werde es in meinem Freundes-, Bekannten- und Literaturkreis schnellstmöglich vorstellen, damit auch andere Betroffene von der Wirkungsweise des Vitamin D’s und dem Coimbraprotokoll erfahren.

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Veröffentlicht am 02.07.2023

Ein Trauma und seine Folgen - spannend

Apfelmädchen
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Eine weitere schwedische Autorin, die mit ihren Debütroman einen guten Auftakt hingelegt hat. Ich würde die Handlung eher in die Krimi-Kategorie einordnen.
Ein Mord und zwei Entführungen. Die Autorin beschreibt ...

Eine weitere schwedische Autorin, die mit ihren Debütroman einen guten Auftakt hingelegt hat. Ich würde die Handlung eher in die Krimi-Kategorie einordnen.
Ein Mord und zwei Entführungen. Die Autorin beschreibt die Geschichte in zwei Handlungssträngen, so dass sich die Gegenwartsabschnitte mit den Geschehnissen, die 1975 ihren Anfang nahmen, abwechseln. Mich haben tatsächlich die vielen Namen sehr irritiert. Manche Kapitel haben gleich mit einem neuen Namen bzw. Person begonnen, den/die ich nicht gleich zuordnen konnte.
Die Protagonisten wurden gut mit ihren Eigenheiten und Stärken charakterisiert. Sie waren mir nicht unsympathisch, leider konnte ich keinen direkten Bezug zu ihnen aufbauen, da hat wirklich noch das letzte Quäntchen gefehlt. Alle weiteren Personen waren gut beschrieben und ausgearbeitet, so dass sie der Geschichte eine ganz eigene Individualität verliehen haben. Grundlage dafür ist eine fundierte Recherche der Autorin über Glaubensgemeinschaften und der schwedischen Gesetzgebung.
Ich mag Handlungen, die auf zwei Zeitebenen beginnen und sich dann zum Ende hin zu einer Einheit verbinden. Da bleibt die Spannung lange konstant erhalten, hier auf einem guten mittleren Niveau.
Auch der flüssige Schreibstil der Autorin konnte mich überzeugen. An der einen oder anderen Stelle war die Geschichte etwas zu langatmig, doch der Showdown am Ende hat mich als Leser wieder dafür entschädigt.
An die Covergestaltung muss man sich erst gewöhnen. Ich finde den Autorennamen etwas zu überdimensioniert, aber das ist Geschmackssache und hat auf jeden Fall einen Wiedererkennungswert. Das Hintergrundbild und der Titel, mit dem ich erst nicht sehr viel anfangen konnte, sind sehr genre- und schwedentypisch. Nachdem ich jetzt das Buch gelesen habe, muss ich sagen, dass der Titel wirklich sehr passend gewählt wurde, gefällt mir gut. Alles in allem ein guter Kriminalroman. Ich bin gespannt auf den nächsten Teil.

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