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Veröffentlicht am 28.07.2024

Vierter Streich

Relight My Fire
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Streiche können humorvoll sein, manchmal treffen sie einen eher dunklen Humor. Genauso ist es, ein Buch von C.K. McDonnell zu lesen. Sein unübertroffender Wortwitz entführt uns nun schon zum vierten Mal ...

Streiche können humorvoll sein, manchmal treffen sie einen eher dunklen Humor. Genauso ist es, ein Buch von C.K. McDonnell zu lesen. Sein unübertroffender Wortwitz entführt uns nun schon zum vierten Mal nach Manchester in die heiligen Hallen der Stranger Times.

Nach den Abenteuern des letzten Bandes hat sich das Team eigentlich eine Verschnaufpause verdient, doch leider hat die Welt andere Pläne. Stella darf endlich an der Uni studieren, stolpert aber schon bald in den ersten skurrilen Unfall. Währenddessen wird Banecorft von einem geheimnisvollen Pilger verfolgt. Und schon bald finden sich alle im nächsten großen Abenteuer wieder.

Man fragt sich, wo der Autor seine sprühenden Ideen her nimmt, aber beten wir einfach darum, dass sie ihm nie ausgehen mögen! Und dass ihn sein Talent für gelungenen schwarzen Humor nie verlassen mag. Wobei die Zusammenarbeit des irischen Autors mit seinem deutschen Übersetzer Andre Mumot entscheidend dazu beiträgt.

Und auch die Geschichte an sich kann wieder voll überzeugen. Neue Figuren, die man schneller als gedacht ins Herz schließt- und andere, denen man immer mehr den Tod oder doch zumindest ein möglichst schlimmes Schicksal an den Hals wünscht. Dazu ein paar lieb gewonnene Figuren, die nach vergangenen Bänden ihr Comeback feiern.

Dazu Hinweise und Szenensprünge, die die Spannung hochhalten und dafür sorgen, dass die
560 Seiten wie im Flug vergehen. Das Ende legt die Vermutung nahe, dass wir die Stranger Times schon bald in einer nächsten Ausgabe wiederlesen werden und ich kann es kaum erwarten!

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  • Fantasie
Veröffentlicht am 30.06.2024

Mystische Reise

Handbuch für den vorsichtigen Reisenden durch das Ödland
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Wer bei diesem wunderschönen Cover mit dem sehr kreativen Titel einen historischen Roman erwartet, könnte eventuell etwas enttäuscht werden.

Denn die Fahrt mit dem Transsibirienexpress von Peking nach ...

Wer bei diesem wunderschönen Cover mit dem sehr kreativen Titel einen historischen Roman erwartet, könnte eventuell etwas enttäuscht werden.

Denn die Fahrt mit dem Transsibirienexpress von Peking nach Sankt Petersburg führt den vorsichtigen Reisenden nicht nur durch das von einer hohen Mauer umgrenzte Ödland, sondern auch in die Tiefen der Fantasie und des Mystischen.

Im Zug trifft man nicht nur auf die betuchten Reisenden der ersten Klasse wie die geheimnisvolle Maria oder einen in Ungnade gefallenen Forscher, sondern auch auf das Personal des Zuges, die die Strecke und ihren Zug in und auswendig kennen. Und doch wird diese Fahrt einige Überraschungen für alle mit sich bringen- denn jeder scheint Geheimnisse zu haben.

Die Mischung aus Realismus, Historie und mystischen Elementen ist erstklassig gelungen. Die Spannung wird hochgehalten und die blumige Sprache zaubert wuderschöne, wenn auch düstere Bilder.

Weder die Passagiere noch der Lesende können zu Beginn erahnen, wohin die Reise gehen wird und was einen unterwegs erwartet und werden von deren Ende wahrlich überrascht sein.

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Veröffentlicht am 30.06.2024

Der dritte Streich

Das Dorf der acht Gräber
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Der Blumenbar-Verlag hat mit "Das Dorf der acht Gräber" bereits den dritten teil einer Kriminalreihe des wiederentdeckten japanischen Autors Seishi Yokomizo herausgebracht. In Japan ein gefeierter Autor, ...

Der Blumenbar-Verlag hat mit "Das Dorf der acht Gräber" bereits den dritten teil einer Kriminalreihe des wiederentdeckten japanischen Autors Seishi Yokomizo herausgebracht. In Japan ein gefeierter Autor, in Deutschland bisher relativ unbekannt, müssen er und seine Romane sich sicherlich nicht verstecken. Mit Privatdetektiv Kosuke Kindaichi hat er eine Hauptfigur erschaffen, die es mit der Klugheit von Columbo und Miss Marple aufnehmen kann. Kombiniert wird das Ganze mit japanischer Folklore und sehr viel Authentizität.

Dieses Mal geht es um ein Dorf, dessen Geschichte eng verstrickt ist mit dem Mord an acht Samurai und dem von ihnen versteckten Goldschatz.

Hinzu kommen Familienfehden, geheime Liebesbeziehungen, Neid und Misstrauen. So entsteht daraus eine Geschichte mit Spannung und einiger Brutalität, ohne dabei zu explizit zu werden.

Da die Geschichte aus der Sicht des Hauptverdächtigen geschrieben ist, rückt unser beliebter Hauptermittler leider etwas sehr in den Hintergrund. Erst zum Schluss erhält er noch einmal die Chance auf einen großen Auftritt.

Alles in allem aber ein Must read für jeden Fan von Cosy Crime und Old School-Who dunnit.

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Veröffentlicht am 30.06.2024

Spannend, aber zäh

Wendy, Darling – Dunkles Nimmerland (mit gestaltetem Farbschnitt)
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Den Namen Wendy Darling verbindet man sehr schnell mit einem der größten Kindheitshelden. Peter Pan, der Junge, der nie erwachsen werden will, wird wohl vielen Kindern ein Vorbild sein. Dass er aber vielleicht ...

Den Namen Wendy Darling verbindet man sehr schnell mit einem der größten Kindheitshelden. Peter Pan, der Junge, der nie erwachsen werden will, wird wohl vielen Kindern ein Vorbild sein. Dass er aber vielleicht doch nicht der strahlende Held ist, für den wir ihn immer gehalten haben, darauf deutet dieses Buch hin.

Wendy nimmt uns mit und lässt uns an ihren Erfahrungen teilhaben. Sie erzählt uns, wie es damals in Nimmerland war, aber auch, wie es ihr hinterher ergangen ist. Zu guter Letzt machen wir noch einen Sprung in die Zukunft und müssen erleben, wie ihre kleine Tochter Jane entführt wird- von Peter.

Einerseits ist es unheimlich interessant und bewegend, welch krasses Frauenbild hier gezeichnet wird. Man hätte doch meinen können, dass man Anfang des 20. Jahrhunderts, kurz nach Ende des 1. Weltkriegs, schon weiter gewesen wäre. Dass Wendy trotz all der Umstände zu einer starken, mutigen Frau geworden ist, ist bewundernswert zu lesen.

Dass sie aber gleichzeitig auch innerlich immer wieder mit Zweifeln, Enttäuschung und Wut zu kämpfen hat, ist dabei kaum verwunderlich.

Leider dreht sich ihr Gedankenkarussell dabei immer wieder in Kreise und zieht etliche Wiederholungsschleifen. Dadurch entwickelt der Roman einige Längen, die die Handlung zäh wie Gummi werden lassen.

Insgesamt hat er viele tolle Ansätze, die durch eine Straffung der Erzählung noch viel besser hätten zur Geltung kommen können.

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Veröffentlicht am 24.06.2024

Zu ich-weiß-nicht

Vor einem großen Walde
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Ich liebe es, wenn mich Bücher in neue Welten und unbekannte Länder entführen. Im Kopf zu reisen ist genauso gut, wie sich in den Flieger zu setzen und tatsächlich dorthin zu jetten.

Und allein für diese ...

Ich liebe es, wenn mich Bücher in neue Welten und unbekannte Länder entführen. Im Kopf zu reisen ist genauso gut, wie sich in den Flieger zu setzen und tatsächlich dorthin zu jetten.

Und allein für diese Reise hat sich das Buch gelohnt. Die Eindrücke und Einblicke, die man in das Land und die Kultur Georgiens bekommt, werden defintiv nachklingen und erhöhen meine Sehnsucht, vielleicht doch mal einen besuch zu wagen (allerdings erst, wenn der Zoo wieder vollzählig ist- iykyk). Verstärkt wird dieser Eindruck durch die berauschend bildhafte, fast plastische Sprache, die Leo Vardiashvilli gekonnt verwendet. Ohne zu beschönigen zeichnet er das Bild eines gebeutelten Landes, dessen Bewohner zu viele Schicksalsschläge hinnehmen mussten um noch "funktionieren" zu können.

Ginge es nur darum, wäre das Buch ein 10/10.

Da gibt es allerdings noch die eigentliche Handlung. Und diese hat mich einfach zu oft verloren, verstrickt sich in (vielleicht) nebensächlichen Erzählungen und verliert den roten Faden zu oft, sodass mein Interesse immer mehr schwand.

Ich wollte es lieben, dieses Buch, musste dann aber doch nach der Hälfte abbrechen.

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