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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.01.2019

Zu viel gewollt

Er wird dich finden
1

Zuerst einmal: ich bin eigentlich ein großer Fan von Alexandra Ivy, ihre Fantasyromane habe ich förmlich verschlungen. Umso gespannter war ich darauf, mit ihr ein neues Genre zu entdecken.

Krimis und ...

Zuerst einmal: ich bin eigentlich ein großer Fan von Alexandra Ivy, ihre Fantasyromane habe ich förmlich verschlungen. Umso gespannter war ich darauf, mit ihr ein neues Genre zu entdecken.

Krimis und Thriller müssen sich normalerweise ordentlich ins Zeug legen um mich zu überraschen und von sich zu überzeugen; bei Liebesgeschichten drücke ich dagegen gerne mal ein Auge angesichts eines Logikloches zu.

Dass es bei diesem Buch so anders laufen würde, hätte ich nicht gedacht.

Die Geschichte um Jaci, die seit ihrer Jugend von einem Serienmörder mit blutigen Geschenken bedacht wird, liest sich spannend, flott und fesselnd. Niemand in ihrem Heimatort glaubt ihr, von allen wird sie nur müde belächelt, bis ein Sturm eine Frauenleiche freilegt.

Dieser Plott mit einem fanatischen Serienkiller, der unerkannt in einer Kleinstadt in unmittelbarer Nähe zu seiner Angebeteten lebt, hätte für einen guten, mich überzeugenden Thriller vollkommen ausgereicht. Es gibt genug Plot-Twists und Wendungen, die mich überraschen können und mich bei der Stange halten.

Diese zusätzliche Liebesgeschichte zwischen Jaci und dem aus ihrer Jugend bekannten Nachbarsjungen Rylan (mittlerweile erfolgreicher, entfernt lebender Mann auf Heimaturlaub) hätte für meinen Geschmack nicht sein müssen. Sie wirkt zu konstruiert und offensichtlich. Der Funke, der angeblich zwischen den beiden hin und her springt, ist für mcih einfach nicht ersichtlich, die Leidenschaft oder Liebe nicht spürbar.

Für mich fühlt es sich so an, als ob Alexandra Ivy mal was neues ausprobieren wollte ohne die Sicherheit des Vertrauten ganz loszulassen. Das neue Genre hat sie gut hinbekommen, versaut es aber durch das Festhalten am Altbekannten.

Ob eine Fortsetzung in der bestehenden Form nötig oder wünschenswert ist? Thriller von ihr gerne wieder, aber bitte ohne den Love-Interest. Das ist für knapp 300 Seiten einfach zu viel gewollt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Handlung
  • Charaktere
  • Erzählstil
  • Gefühl
Veröffentlicht am 05.01.2019

Endlich Gilly

Die Herren der Unterwelt 14: Schwarze Sehnsucht
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Wer die Reihe der "Herren der Unterwelt" aufmerksam verfolgt hat weiß, wie lange Gillian schona uf ihr Glück warten musste und wie schwer sie es bisher im Leben gehabt hat.

von ihrer Stief-Familie als ...

Wer die Reihe der "Herren der Unterwelt" aufmerksam verfolgt hat weiß, wie lange Gillian schona uf ihr Glück warten musste und wie schwer sie es bisher im Leben gehabt hat.

von ihrer Stief-Familie als Kind missbraucht hat sie irgendwann bei den Herren auf ihrer Burg Zuflucht gesucht und dabei William kennengelernt. Bändelang konnte der Leser sie bei ihrer Schwärmerei für William begleiten und ewig habe ich gehofft, dass die beiden ihr gemeinsames Glück endlich finden mögen. Und dann bringt Frau Showalter plötzlich Puck ins Spiel...

Prophezeiungen spielen in diesen Büchern ja immer eine ziemlich große Rolle und scheinen die Protagonisten regelmäßig ins scheinbare Unglück zu stoßen oder ihr unsterliches Leben zu bedrohen. Diesmal also trifft es Puck und seinen Bruder Sin, die im Kampf um die Herrschaft über ihr Königreich zu jedem noch so schmutzigen Mittel greifen. Eine der vielen Prophezeiungen sieht in Gillian das Mittel zum Sieg für Puck, dafür muss er nur den Bund (das unlösbare Ehe-Pendant in der Welt der Unsterblichen) mit ihr eingehen und sie damit William ausspannen. Gesagt, getan und damit beginnt das große Abenteuer...

Das Buch zeigt den schon gewohnten humorvollen, spitzzüngigen Erzählstil Gena Showalters, der es auch schafft, einen auf über 500 Seiten am Ball zu halten. Natürlich hätten es auch ein paar Seiten weniger sein dürfen, das hätte der Geschichte nichts an Spannung oder Inhalt geraubt. Allerdings macht es so unheimlich viel Spaß, die Streithähne (Puck und Willy, Gilly und Willy, Gilly und Puck, Puck und Sin,...-so viele Kombinationsmöglichkeiten) zu begleiten, dass die Seiten nur so dahinfliegen.

Obowhl es nun mittlerweile schon der 14. Band der Reihe ist, hat sie noch nichts an ihrem Schwung und Sinn verloren. Ich könnte ewig weiterlesen und freue mich schon unbändig auf den nächsten Teil der Herren der Unterwelt!

Veröffentlicht am 05.01.2019

Entstehungsgeschichte auf griechisch

Mythos
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Dass Stephen Fry ein begnadeter Erzähler ist, hat er mit diesem Buch wieder einmal hinlänglich bewiesen.

Eine Entstehungsgeschichte ist immer sehr komplex, egal wo man hinsieht: das haben sowohl die Bibel ...

Dass Stephen Fry ein begnadeter Erzähler ist, hat er mit diesem Buch wieder einmal hinlänglich bewiesen.

Eine Entstehungsgeschichte ist immer sehr komplex, egal wo man hinsieht: das haben sowohl die Bibel als auch Tolkien gezeigt. Die Griechen haben das Ganze aber irgendwie auf die Spitze getrieben. Zumindest haben sie für jegliches Naturphänomen, für jede Naturkatastrophe eine göttliche Begründung gefunden.

So kommt es, dass die griechische Mythologie neben ihren (eher bekannten) Hauptgöttern wie Zeus, Hera und Aphrodite auch unzählige Halbgötter, Nymphen und von Göttern gezeugte Kinder enthält. Da den Griechen irgendwann die Namen ausgegangen zu sein scheinen, doppeln sich manche zudem auch noch. Das Resultat ist ein scheinbar undurchdringlicher Dschungel aus Verwandschafts- und Zugehörigkeitsverhältnissen.

Stephen Fry nun hat es auf seine ganz eigene Art geschafft, Licht und eine annähernde Ordnung in dieses Dunkel zu bringen. Seine vielen Geschichten sind kurzweilig geschrieben, mit vielen persönlichen Anmerkungen udn Interpretationen gespickt. Besonders gefallen hat mir allerdings der Bezug zur Moderne. Nach und nach erkennt man den weltweiten Einfluss der Griechen, der bis heute andauert. Er reicht von den Naturwissenschaften über die Medizin bis hinein in die verschiedenen Religionen und Sprachen.

Die Griechen haben sich scheinbar universell ihre Mythologie als Erklärungshilfe zunutze gemacht.

"Mythos" erzählt längst nicht alle Geschichten, die die griechische Mythologie zu bieten hat, versammelt aber eine großartige Mischung aus bekannten und bisher unentdeckten Annekdoten, die definitiv Lust auf mehr machen.

Veröffentlicht am 05.01.2019

SciFi at its best

Terra
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Um meine Begeisterung für dieses Buch besser verstehen zu können: ich liebe die großen Weltraumabenteuer Hollywoods wie Alien oder Red Planet, außerdem lese ich gerne Dystopien, in denen eine mögliche ...

Um meine Begeisterung für dieses Buch besser verstehen zu können: ich liebe die großen Weltraumabenteuer Hollywoods wie Alien oder Red Planet, außerdem lese ich gerne Dystopien, in denen eine mögliche Zukunft der Menschheit extrem überspitzt dargestellt wird.

Terra vereint viele Merkmale dieser Werke. Von der ersten Seite an zieht es den Leser mit einer unheimlich beklemmenden Atmosphäre in seinen Bann. Das Leben und vor allem die winzige Unbedeutsamkeit eines einzelnen Menschen im Weltraum wird so erlebbar dargestellt wie nur möglich. So ist man ganz schnell mitten drin in der Geschichte:

Die Menschheit hat sich mittlerweile mehrere Außenposten aufgebaut. Obwohl der Großteil immer noch auf der Erde oder dem Mond lebt, gibt es ein paar Poniere, die daran arbeiten, ein Leben auf dem Mars zu ermöglichen. Für den Transport der dafür nötigen Ressourcen gibt es ein paar wenige Outlaws, die in großen Transport-Convois durch das Weltall pendeln.

Der Kampf und jegliches Augenmerk gilt der Überbevölkerung, doch welche Bedrohung lauert noch im Weltraum?

In erster Linie ist Terra ein gut geschriebener SciFi-Roman, der die Eroberung des Weltraums durch den Menschen sehr realistisch darstellt. Gleichzeitig werden aber auch so viele aktuelle Probleme angesprochen und in die fiktive Umgebung eingewoben, was einem zum Nachdenken animiert.
Und zu guter Letzt ist er einfach unheimlich spannend geschrieben. Die Figuren bleiben zwar etwas blass, stehen bei dieser Geschichte aber auch nicht im Vordergrund. Es geht nicht um die Heldentaten eines einzelnen, sondern eher darum, wozu die Menschen in der Lage sind, wenn sie zusammenarbeiten.

Fazit:
Superspannend, superaktuell und super geschrieben!

Veröffentlicht am 28.11.2018

Aufregung in den Highlands

Die Melodie der Schatten
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Maria W. Peter hat mit ihrem neuen Roman ein ganz besonderes Werk geschaffen, auch wenn der Klappentext zuerst mal etwas anderes vermuten lässt.

Fiona ist mit ihrer Tante auf dem Weg nach Inverness, als ...

Maria W. Peter hat mit ihrem neuen Roman ein ganz besonderes Werk geschaffen, auch wenn der Klappentext zuerst mal etwas anderes vermuten lässt.

Fiona ist mit ihrer Tante auf dem Weg nach Inverness, als ihre Kutsche überfallen, alle Insassen getötet und die Überreste verbrannt werden. Nur Fiona kann sich wie durch ein Wunder retten und sucht auf dem Herrensitz von Sir Aidan Zuflucht. Doch der Hausherr scheint einiges zu verbergen zu haben und gibt sich geheimnisvoll...

Was wie eine typische historische Romanze klingt, wird dank der vielen historisch belegten Hintergrundinformationen zu einem detailreichen Schottland-Roman.

Allerdings kommt die persönliche Entwicklung der Beziehung zwischen Fiona und Aidan ebenso wie die Auflösung der zahlreichen angedeuteten Geheimnisse für meinen Geschmack zu langsam in Fahrt. Besonders die erste Hälfte des Buches gestaltet sich ziemlich zäh und ergeht sich oft in Wiederholungen. Vielleicht erschien es mir auch nur so, da ich zu den Figuren nur schwer eine Verbindung aufbauen konnte.

Der Titel "Melodie der Schatten" passt für mich perfekt zu diesem Buch, allerdings spielt es eine Melodie, die mein Herz nicht erreichen konnte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Geschichte
  • Stimmung
  • Spannung