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Veröffentlicht am 10.12.2024

Ist es Liebe?

Love Letters to a Serial Killer
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Die zentrale Frage des ganzen Romans: Ist es Liebe? Liebe zwischen der Protagonistin und ihrem "Brieffreund". Selbstliebe, die sie für sich selbst empfindet. Liebe, die man als Lesende zu ihr entwickelt.

Hannah ...

Die zentrale Frage des ganzen Romans: Ist es Liebe? Liebe zwischen der Protagonistin und ihrem "Brieffreund". Selbstliebe, die sie für sich selbst empfindet. Liebe, die man als Lesende zu ihr entwickelt.

Hannah ist gelangweilt von ihrem Leben, enttäuscht von sich selbst (auch wenn sie sich das nicht eingestehen kann). Stattdessen hängt sie seit 10 Jahren in ihrem ungeliebten Job fest, kann keine dauerhafte Beziehung zum männlichen Geschlecht aufbauen und ihre Freundinnen verlassen sie nach und nach. Da kommt das Verschwinden einer jungen Frau gerade recht. Endlich etwas, worin sie sich vertiefen kann, wo sie sich reinsteigern kann. Vor allem als nach und nach weitere Frauen verschwinden und an genau der gleichen Stelle wieder auftauchen wie die erste Leiche. Es gipfelt in einem Briefwechsel mit Anwalt William, den man bald als Mörder verhaftet.

Hannah ist eine ganz klar psychisch kranke Frau, die sich in obsessive Beziehungen hineinsteigert, bis hin zum Stalking. Das zeigt sich allein schon in ihrer aufkeimenden Beziehung zu einem Serienkiller. Man kann zu ihr keine positive Verbindung aufbauen, aber das soll man vermutlich auch nicht.

Die ganze Geschichte lässt einen vielmehr zum ungewollten Voyeur werden. Zum Beobachter einer Frau, die immer mehr die Kontrolle über ihr Leben verliert und sich stattdessen in eine ebenso aussichtslose und ungesunde Beziehung zu diesem Mann und seiner Familie verrennt.

Ist es realistisch? Ich hoffe nicht. Ist es glaubwürdig? Nicht immer, vor allem je mehr man sich dem Ende nähert. Ist es unterhaltsam? Und wie! Fesselnder Erzählstil und eine Geschichte wie ein Unfall, bei dem man einfach nicht wegschauen kann.

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Veröffentlicht am 27.11.2024

Nett und nicht schlecht

Five Broken Blades
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Allein das Äußere dieses Buches macht schon viel her. Schicker Farbschnitt, Goldgeprägter Einband, sowie hübsche Bilder und eine Karte im Inneren. Man könnte jetzt böse sein und argwöhnen, dass damit über ...

Allein das Äußere dieses Buches macht schon viel her. Schicker Farbschnitt, Goldgeprägter Einband, sowie hübsche Bilder und eine Karte im Inneren. Man könnte jetzt böse sein und argwöhnen, dass damit über den lückenhaften Inhalt hinweggetäuscht werden soll. Dem würde ich wirklich nur ganz, ganz leise zustimmen.

Grundsätzlich kann die Geschichte über sechs verschiedene Figuren (Diebin und Leibwächter, Giftmörderin und Fürstensohn, sowie Prinz und Spion) mit viel Spannung und Unterhaltung aufwarten. Auch die Romantiker unter den Lesenden werden definitiv auf ihre Kosten kommen (auch wenn die Story das aus meiner Sicht mal wieder nicht gebraucht hätte).

Und doch fehlt irgendwie das letzte Quäntchen um aus einem ziemlich netten Buch einen absoluten Knaller zu machen. Möchte ich deshalb unbedingt, dass es weitergeht? Joa, wäre schon nett, in diese Welt zurückzukehren. Ich wäre aber auch mit diesem einen Band zufrieden.

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Veröffentlicht am 13.11.2024

Austauschbar

Skyhunter – A Silent Fall
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Marie Lu hat ein Buch geschrieben. Einen Fantasyschmöker mit einer mehr oder weniger zarten Liebesgeschichte. Es geht um ein kleines Land, das sich gegen die Übermacht seines verfeindeten, brutalen Nachbarlandes ...

Marie Lu hat ein Buch geschrieben. Einen Fantasyschmöker mit einer mehr oder weniger zarten Liebesgeschichte. Es geht um ein kleines Land, das sich gegen die Übermacht seines verfeindeten, brutalen Nachbarlandes zur Wehr setzt und eine Heldin, die sich trotz ihres Handycaps als große Hoffnung erweist.

So weit, so austauschbar. Immer wieder hat man das Gefühl, diese Geschichte so oder so ähnlich schon einmal gelesen zu haben. Dabei hat der Plot eigentlich ein paar ganz nette Ideen, versinkt aber immer wieder in Klischees.

Dabei bleiben leider auch die Figuren etwas blass und vor allem die Hauptfigur Talin verliert sich zu oft in Wiederholungen.

Die Vertonung des Hörbuchs tut dann ihr übriges, um mich immer wieder genervt durchatmen zu lassen. Vielleicht liegt es also tatsächlich an Dagmar Bittner, dass mir das Buch nicht so gut gefallen hat wie erhofft.

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Veröffentlicht am 13.11.2024

Zu recht ausgezeichnet

Pi mal Daumen
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Die unabhängigen Buchhandlungen küren jedes Jahr ihr Lielingsbuch, in diesem Jahr (2024) haben sie sich für das neuste Werk von Alina Bronsky entschieden- und ich muss sagen, das hat es absolut verdient!

In ...

Die unabhängigen Buchhandlungen küren jedes Jahr ihr Lielingsbuch, in diesem Jahr (2024) haben sie sich für das neuste Werk von Alina Bronsky entschieden- und ich muss sagen, das hat es absolut verdient!

In "Pi mal Daumen" geht es um den 17-jährigen Oscar, der in seiner ersten Mathevorlesung plötzlich die 52-jährige Moni sitzen hat. Auch wenn er sich nicht vorstellen kann, dass die quirlige Oma dreier Enkel sich tatsächlich fürs Mathestudium eingeschrieben hat (und es vor ihrer Familie verheimlicht), bilden sie schnell eine Zweckgemeinschaft, die bald zu einer ganz ungewöhnlichen Freundschaft wächst.

Frau Bronskys große Stärke sind ihre Figuren. Meist unangepasst, nicht immer sympathisch und direkt, doch trotzdem auf ihre ganz eigene Art und Weise liebenswert. Das trifft auch auf Oscar mit seinen autistischen Zügen zu. Die Gegensätze sind es, die die ungewöhnliche Kombination aus ihm und der im schönsten Sinne gewöhnlichen Moni zu etwas liebenswertem machen.

Nebenbei schafft sie es, Mathe fast etwas poetisches abzugewinnen und zumindest in Teilen verständlich zu machen, dass es tatsächlich Menschen gibt, die Mathematik lieben und darin versinken können (ich bin es defintiv nicht).

Insgesamt ist dieses Buch wie eine etwas zu feste Umarmung und ich kann absolut verstehen, dass es der Liebling der Unabhängigen 2024 geworden ist!

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Veröffentlicht am 11.11.2024

Old School Krimi

Mord in der Charing Cross Road
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Ich liebe sie, diese ruhig erzählten, wenig blutigen Krimis aus den 50ern, die in den letzten Jahren ihr großes Comeback gefeiert haben. Nun bekommt also die Reihe von Henrietta Hamilton ihren großen Auftritt.

Das ...

Ich liebe sie, diese ruhig erzählten, wenig blutigen Krimis aus den 50ern, die in den letzten Jahren ihr großes Comeback gefeiert haben. Nun bekommt also die Reihe von Henrietta Hamilton ihren großen Auftritt.

Das Antiquariat in der Charing Cross Road hat eine Vielzahl an Mitarbeitenden und leitenden Angestellten, darunter den unangenehmen Mr Butcher. Bis er eines Morgens tot aufgefunden wird. Buchhändlerin Sally und Juniorchef Johnny versuchen den Fall zu klären, bevor einer von ihnen unschuldig verurteilt wird.

Ich mag die ausgefeilte, detailreiche Erzählweise. Die Autorin beweist ein Händchen für die scheinbaren Nebensächlichkeiten und schafft es dabei noch, auch ernstere Themen dieser Nachkriegszeit einzubinden.

Die Figuren könnten etwas mehr Tiefe vertragen, bekommen diese aber vermutlich in den folgenden Bänden. Bei der Vielzahl an unterschiedlichen Figuren, kombiniert mit der relativ geringen Seitenzahl ist es aber nicht verwunderlich und für mich verschmerzbar.

Insgesamt eine nette Rätsellektüre für zwischendurch.

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