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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.03.2026

Wholesome

Zum ersten Mal
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In "Zum Ersten Mal" erzählen Gesina Demes und Annika Prigge vom Aufwachsen als Frau. Die beiden sprechen unterschiedliche Themen an und erzählen jeweils abwechselnd die individuell gemachten Erfahrungen ...

In "Zum Ersten Mal" erzählen Gesina Demes und Annika Prigge vom Aufwachsen als Frau. Die beiden sprechen unterschiedliche Themen an und erzählen jeweils abwechselnd die individuell gemachten Erfahrungen zu einem bestimmten Thema/Lebensbereich/Gefühl.
Für mich hat sich das Lesen wie eine warme Umarmung angefühlt und ich hatte durchgehend das Gefühl, dass schon alles gut werden wird. Mich hat das richtig hoffnungsvoll gestimmt.
Die beiden Autorinnen haben sich mit dem Buch unheimlich vulnerabel gemacht und das bewundere ich ganz doll.
Ich konnte eigentlich durchgehend mitfühlen und ich hätte am Ende sogar gerne noch über mehr Lebensbereiche der beiden gelesen.
Der Schreibstil ist locker leicht, die Kapitel sind nicht zu ausführlich, aber auch nicht zu wenig und man kommt super durch.
Von mir ganz klar eine Empfehlung!

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Veröffentlicht am 19.02.2026

Erdrückend

Ich, die ich Männer nicht kannte
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Eine namenlose Erzählerin lebt zusammen mit 39 weiteren Frauen in einem Käfig tief unter der Erde. In dem Raum befinden sich lediglich noch ein paar Wächter. Als einziges Kind unter den älteren Frauen ...

Eine namenlose Erzählerin lebt zusammen mit 39 weiteren Frauen in einem Käfig tief unter der Erde. In dem Raum befinden sich lediglich noch ein paar Wächter. Als einziges Kind unter den älteren Frauen kennt sie nur das Leben im Käfig, die wiederum vorher normale Leben gelebt haben. Eines Tages ertönt ein Alarm und durch Zufall gelingt den Frauen die Flucht. Nach Jahren sind diese frei - was sie mit dieser Freiheit jedoch erreicht haben, ist nicht ganz das, was sie jemals zu hoffen gewagt haben.
"Ich, die ich Männer nicht kannte" wirft viele Fragen auf, die auch am Ende nicht beantwortet werden. So entsteht viel Raum für Interpretationen. Für mich hatte der kurze Roman eine regelrechte Sogwirkung und man beginnt ganz automatisch, über das Leben nachzudenken und wie man selbst in der geschilderten Situation gehandelt hätte.
Eine moderne Dystopie, die ich auf jeden Fall empfehlen kann!

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Veröffentlicht am 30.01.2026

Charlie was hast du nur getan...

Gelbe Monster
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Dieser kurze Roman war mit so viel Inhalt echt was ganz Besonderes. Das war so spannend, weil abwechselnd aus der Vergangenheit und Gegenwart erzählt wurde und ich beim Lesen die ganze Zeit wissen wollte, ...

Dieser kurze Roman war mit so viel Inhalt echt was ganz Besonderes. Das war so spannend, weil abwechselnd aus der Vergangenheit und Gegenwart erzählt wurde und ich beim Lesen die ganze Zeit wissen wollte, was denn nun dazu geführt hat, dass Charlie einer Antiaggressionsgruppe beitritt.
Charlie ist voller Selbstzweifel und Unsicherheiten und mehrere Punkte führen dazu, dass sie schlussendlich gewalttätig wird.
Gelbe Monster lässt sehr viele Punkte offen und vieles wird angedeutet oder angeschnitten - das hat mir aber so gut gefallen. Es ist klar, dass die Beziehung, die Charlie führt, hochgradig toxisch ist, aber wer was für eine Schuld daran trägt wird auch nie klar benannt und niemand wird verurteilt, das fand ich richtig gut geschrieben.
Das Ende war ein Knaller wow damit hab ich nicht gerechnet das hat mich fassungslos gemacht.

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Veröffentlicht am 23.01.2026

Ein Highlight

Alle glücklich
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Alle glücklich hat mich auf den ersten Blick direkt angesprochen, aber so ein Highlight habe ich dann doch nicht erwartet - bin begeistert!
Abwechselnd werden die Leben und Gedanken der vier Familienmitglieder ...

Alle glücklich hat mich auf den ersten Blick direkt angesprochen, aber so ein Highlight habe ich dann doch nicht erwartet - bin begeistert!
Abwechselnd werden die Leben und Gedanken der vier Familienmitglieder Holtstein erzählt: Mutter Nina hinterfragt ihre Rolle als Haus- und Ehefrau, Vater Alexander stellt als Chefarzt seine Familie seit Jahren an zweite Stelle, Student Ben wünscht sich nichts sehnlicher als endlich auszuziehen und Freunde bzw. eine Freundin zu finden und Schülerin Emilia hat einen neuen älteren Freund, der ihr ganzes Denken bestimmt.
Kira Mohn porträtiert hier eine "typische" Vorzeigefamilie, die nach außen hin das perfekte Bild abgibt, im inneren konflikt- und spannungsgeladener gar nicht sein könnte. Sie zeigt auf, wie jeder mit eigenen Sorgen beschäftigt ist und alle ständig nur nebeneinander her leben. Wie wichtig eine offene Kommunikation wäre, und die doch einfach ausbleibt.
Durch die kurzen Kapitel, die jeweils ein anderes Familienmitglied beleuchten, war Alle glücklich so spannend erzählt und hat sich am Ende in einem großen Knall entladen.
Von mir eine klare Empfehlung!

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Veröffentlicht am 22.01.2026

Eine wahre Lesefreude

Niemands Töchter
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In Niemands Töchter erzählt Judith Hoersch die Lebensgeschichte von vier unterschiedlich alten Frauen, deren Leben jeweils auch untereinander miteinander verbunden sind.
Gabriele wünscht sich Anfang der ...

In Niemands Töchter erzählt Judith Hoersch die Lebensgeschichte von vier unterschiedlich alten Frauen, deren Leben jeweils auch untereinander miteinander verbunden sind.
Gabriele wünscht sich Anfang der 80-iger Jahre nach mehreren Fehlgeburten nichts so sehr wie endlich Mutter zu werden, circa 40 Jahre später fühlt sich Gabrieles Tochter Alma in ihrer eigenen Familienkonstellation nicht mehr willkommen - das Verhältnis zu ihrer Mutter hat sich grundlegend geändert.
Marie hat den Sommer ihres Lebens und ist voll mit Liebe, erlebt dann jedoch etwas tragisches und findet nicht mehr so ganz den Weg zurück und später ist Maries Tochter Isabell selbst Mutter und ist mittlerweile in ständiger Angst um ihr eigenes Kind.
Der Roman ist in viele kürzere Kapitel unterteilt, die jeweils das Leben einer der vier Frauen behandeln, was eine tolle Abwechslung reingebracht hat.
Die Mutter-Tochter Beziehungen wurden so greifbar und nachvollziehbar erzählt, dass ich richtig in der Geschichte gefangen war und den Roman kaum aus der Hand legen konnte. Der Schreibstil hat mich auch überzeugt und ich kann kaum glauben, dass dies ein Debüt ist. Freue mich auf alles weitere, was von Judith Hoersch kommt!

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