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Veröffentlicht am 27.05.2024

Spannende neue, bodenständige Krimireihe rund um Carla Seidel

Die Sehenden und die Toten
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Auf den ersten Seiten hat „Die Sehenden und die Toten“ rund um die Ermittlerin Carla Seidel für mich fast zu viele Punkte auf der "typisch Thriller/Krimi" Liste erfüllt: eine alleinerstehende Ermittlerin, ...

Auf den ersten Seiten hat „Die Sehenden und die Toten“ rund um die Ermittlerin Carla Seidel für mich fast zu viele Punkte auf der "typisch Thriller/Krimi" Liste erfüllt: eine alleinerstehende Ermittlerin, Umzug von der Stadt aufs Land, Landleben, das sich als eher weniger beschaulich herausstellt, in neue Mordermittlungen einbezogen werden... der Plot erschien mir ziemlich vergleichbar.

Ein Funken Neugier hat mich trotzdem gepackt – zum Glück! Denn der Auftakt der Reihe hat mir dann doch super gefallen. Ein solider, bodenständiger Krimi mit einem gut recherchierten Fall. Gefallen hat mir besonders der Perspektivwechsel von Carla zu ihrer Tochter Lana – zwei ganz unterschiedliche Persönlichkeiten mit einer unterschiedlichen Wahrnehmung voneinander. Auch Carla als Ermittlerin ist interessant – auf der einen Seite tough und souverän, auf der anderen ängstlich, verletzlich und aufbrausend.

Während der Geschichte scheint immer wieder Carlas Vergangenheit durch. Ich bin gespannt, ob diese in weiteren Bänden noch aufgegriffen wird. Zum eigentlichen Fall möchte ich gar nicht zu viel verraten.
Mein Fazit – ganz klar „typisch Thriller“, aber fesselnd geschrieben mit sympathischen Protagonist*innen – perfekt als Sommer- oder Urlaubslektüre. Ich würde auch die nächsten Fälle wieder lesen und sehe noch etwas Luft nach oben – daher 4 von 5 Punkten!

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Veröffentlicht am 10.05.2024

Runder Abschluss für das Dezernat Q

Verraten
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„Man soll gehen, wenn es am schönsten ist“ – diesen Spruch nimmt sich Jussi Adler-Olsen zu Herzen und bringt seine Reihe rund um Ermittler Carl Mørck und das Dezernat Q zu einem Ende.

Das Serienfinale ...


„Man soll gehen, wenn es am schönsten ist“ – diesen Spruch nimmt sich Jussi Adler-Olsen zu Herzen und bringt seine Reihe rund um Ermittler Carl Mørck und das Dezernat Q zu einem Ende.

Das Serienfinale widmet sich einem Fall, der sich seit Band 1 wie ein roter Faden durch die Reihe zieht: Es geht um den Druckluftnagler-Fall, der dazu führte, dass Carls Kollege Hardy schwer verletzt wurde und sein Kollege Anker starb. Carl selbst sitzt wegen möglicher Verstrickungen in kriminelle Aktivitäten rund um diesen Fall zu Beginn des Serienfinales in Untersuchungshaft. Die Handlung setzt hier unmittelbar nach dem Vorgängerband Natriumchlorid ein. Beide Bände direkt hintereinander zu lesen, kann hier von Vorteil sein. Ich war zu Beginn des Finales erstmal damit beschäftigt, die Handlungsstränge zu sortieren.

Ganz ehrlich gesagt, schlich sich im ersten Drittel bei mir leise Enttäuschung ein – irgendwie fesselte mich das lang ersehnte Finale nicht so richtig. Erst später wurde mir klar, woran das liegt – dadurch das Carl isoliert im Gefängnis sitzt, kommt die typische Dezernat Q Dynamik nicht so richtig auf. Auch der Rest des Teams – Assad, Rose und Gordon – bekommen aufgrund vieler, langer Nebengeschichten nicht so viel „Showtime“ wie gewünscht.
Der weitere Verlauf der Geschichte konnte mich jedoch versöhnen – Action, Tempo, Teamwork und spannende Twist warten in gewohntem Adler-Olsen Stil. Alle losen Enden werden noch einmal aufgenommen und Carl stellt sich seiner Vergangenheit.

Damit wird „Verraten“ für mich doch noch zu einem runden und würdigen Abschluss der Serie und bekommt vier Sterne von mir – auch wenn es wohl nicht zu meinem Lieblingsbuch der Reihe werden wird. Ein Ende für eine derart erfolgreiche Reihe zu schreiben, ist aber sicher auch keine einfache Aufgabe.

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Veröffentlicht am 10.05.2024

Gegen das Vergessen

Wären wir Vögel am Himmel
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Drei starke Frauen begleitet Erin Litteken in „Wären wir Vögel am Himmel“ durch die harten Kriegsjahre des zweiten Weltkrieges in der Ukraine.

Halya, etwas naiv, und noch ein Kind, muss auf dem Weg in ...

Drei starke Frauen begleitet Erin Litteken in „Wären wir Vögel am Himmel“ durch die harten Kriegsjahre des zweiten Weltkrieges in der Ukraine.

Halya, etwas naiv, und noch ein Kind, muss auf dem Weg in die Zwangsarbeit schnell erwachsen werden. Lilija, eine Heranwachsende mit dem Kopf voller Träume, verliert ihre ganze Familie, aber entwickelt auch zarte Gefühle der Liebe. Vika, Lilijas Tante und Mutter, kämpft für ihre Familie und stellt ihr eigenen Bedürfnisse immer hinten an.

Die drei Protagonistinnen stehen an ganz unterschiedlichen Punkten in ihrem Leben, werden jedoch alle drei unweigerlich aus ihrer vertrauten Umgebung gerissen. Durch den Perspektivwechsel gelingt es Litteken gut, einen Querschnitt der Bevölkerung abzubilden. Bis ich eine Verbindung zu den Protagonistinnen herstellen konnte, hat es aber etwas gedauert. „Wären wir Vögel am Himmel“ ist durch die Schwere der Thematik kein Buch, das man „mal eben“ nebenbei im Urlaub liest. Es hat etwas gedauert, bis ich den richtigen Zugang zu dem Thema hatte und mich auf die Geschichte einlassen konnte. Dann kann die Geschichte fesseln. Ab der zweiten Hälfte fand ich es schwer das Buch aus der Hand zu legen. Auch wenn das Buch Einzelschicksalen folgt, erinnert es beim Lesen auf erschütternde und wachrüttelnde Weise an die Geschichte der gesamten Ukraine und der Displaced Persons.

Warum ich dem Buch trotz dem spannenden Schreibstil und der historischen Relevanz keine fünf Sterne gebe? Die Schwere und Tragik des Buches, die im ersten Teil entstehen, gingen für mich leider im letzten Drittel verloren. Ich möchte nicht zu viel vorwegnehmen, aber für mich entwickelte sich das Buch zu sehr in Richtung historischer Liebesroman. Hier hätte ich mir andere Entscheidungen der Autorin gewünscht, die hier allerdings ihre persönlichen Familiengeschichte folgt.

Mein Fazit – ein sehr lesenswerter Roman, gerade um sich die Geschichte der Ukraine ins Gedächtnis zu rufen.

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Veröffentlicht am 09.04.2024

Sehr schönes Buch für Gartenanfänger

Einfach mehr ernten
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„Einfach mehr ernten“ von Sasha Singh hat mich direkt angesprochen, obwohl unsere Gartendevise im Moment lautet: Erstmal überhaupt was ernten!
Aber von Anfang an: Das Buch aus dem Löwenzahn Verlag ist ...


„Einfach mehr ernten“ von Sasha Singh hat mich direkt angesprochen, obwohl unsere Gartendevise im Moment lautet: Erstmal überhaupt was ernten!
Aber von Anfang an: Das Buch aus dem Löwenzahn Verlag ist sehr schön gestaltet und macht Lust auf Gartenarbeit! Die Fotos sind natürlich, grün und zeigen einen „echten“ Garten mit Ecken und Kanten. Layout, Cover und Gestaltung sind frisch und modern.
Das Buch ist sehr sinnvoll gegliedert, sodass man es einfach als Nachschlagewerk nutzen kann und nicht alles lesen muss. Neben vielen Pflanzenportraits gibt es auch nützliches Hintergrundwissen und vor allem auch Infos von Sasha, mit Tipps, was er lieber von Anfang an anders gemacht hätte. Diese sind für mich besonders wertvoll, da wir unseren Garten gerade erst neu anlegen und somit im ersten Schritt nochmal unsere Planung überdenken konnten.
Allein aus Zeit- und Budgetgründen, werden wir in diesem Jahr nicht alles aus dem Buch umsetzen können. Eine kleine Gemüsegarten Ecke ist jedoch jetzt angelegt. Wir haben uns nun für einige wenige erste Projekte entschieden und werden jetzt Jahr für Jahr ergänzen. Das Buch ist ins Bücherregal gewandert und wird uns sicher jetzt noch viele Jahre begleiten! Ich würde es daher auf jeden Fall auch absoluten Gartenanfängern empfehlen, die über einen Gemüsegarten noch nachdenken!

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Veröffentlicht am 29.02.2024

Solider dritter Fall für Elma

Verborgen
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In den beiden Vorgängerbänden durfte ich Eva Björg Ægisdóttirs Ermittlerin Elma schon kennenlernen und habe ich mich über ihre unaufgeregte, bodenständige Art gefreut. Mit "Verborgen" liefert Ægisdóttirs ...

In den beiden Vorgängerbänden durfte ich Eva Björg Ægisdóttirs Ermittlerin Elma schon kennenlernen und habe ich mich über ihre unaufgeregte, bodenständige Art gefreut. Mit "Verborgen" liefert Ægisdóttirs einen soliden dritten Teil der Serie rund um die Ermittlerin ab. Das Cover ist dem Vorgängerband sehr ähnlich, modern, reduziert und fängt das raue, isländische Leben perfekt ein. Die Stimmung spiegelt sich auch in der kalten, unheimlichen Anfangsszene wider. Ein Hausbrand in der Kleinstadt Akranes wird zunächst als Unfall eingestuft, erscheint dann aber schnell unstimmig. Wie auch schon in den Vorgängerbänden handelt es sich hier nicht um eine temporeiche Suche nach einem blutrünstigen Serientäter, sondern spielen vor allem die Zwischentöne eine große Rolle. Ægisdóttirs baut geschickt eine bedrückende, psychologische verstrickte Spannung auf. Keine Beziehung ist so, wie sie auf den ersten Blick erscheint.
Neben dem eigentlichen Fall entwickelt sich auch das Team rund um Elma weiter und begleiten wir ihr persönliches Leben. Sehr sympathisch finde ich hier, dass auf außergewöhnliche Eigenschaften und Marotten der Ermittler*innen verzichtet wurde. Elma ist bodenständig und „durchschnittlich“ – eigentlich jemand, mit dem man sich einfach identifizieren kann. Leider hat mir beim Lesen trotzdem manchmal die Nähe zu den Protagonisten gefehlt und blieb eine Distanz immer bestehen. Der Fokus liegt so eindeutig auf dem Fall.
Mein Fazit: Spannende Unterhaltung und ein schöner Thriller für gemütliche Lesestunden.

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