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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.08.2021

Nicht überzeugend

Alles wird gut
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"Don't judge a book by its cover"

Dieser Spruch trifft bei dem Roman "Alles wird gut" absolut zu.
Das blumige Cover strahlt Leichtigkeit und viel Positives aus. Leicht und schnell war die Geschichte ...

"Don't judge a book by its cover"

Dieser Spruch trifft bei dem Roman "Alles wird gut" absolut zu.
Das blumige Cover strahlt Leichtigkeit und viel Positives aus. Leicht und schnell war die Geschichte auch zu lesen, das stimmt. Aber ansonsten passt die Optik hier nicht zum Inhalt, finde ich. Meine Sorge war anfangs noch, es könnte sich hier um einen seichten Roman handeln. Das tut es nicht. Das Buch hat durchaus Tiefgang. Allerdings konnte mich die Lektüre trotzdem nicht wirklich erreichen.

Elin, Mitte 50, ist Allgemeinärztin und seit 20 Jahren verheiratet. Mit ihrem Mann Aksel verbindet sie allerdings nicht mehr viel.  Unterschiedliche Interessen führen dazu, dass Elin sehr spontan wieder Kontakt mit ihrer Jugendliebe Bjørn aufnimmt. Auf das erste Treffen folgt ein weiteres und schnell wird daraus mehr.

Lykke wird laut "Aftenposten" als eine moderne Jane Austen bezeichnet. Das hat mich unter anderem animiert, diesen Roman zu lesen. Leider konnte ich den eleganten Schreibstil Jane Austens hier nicht wiederfinden.
Irgendwie war mir die Protagonistin eher unsympathisch. Sehr zynisch erzählt sie über ihren Alltag, die Patienten, ihre Ehe und die damit verbundenen Probleme.
Nina Lykke wurde für "Alles wird gut" unter anderem mit dem Norwegischen Buchpreis ausgezeichnet und stand monatelang auf der Bestsellerliste. Ich bin gespannt auf die Rezensionen zu diesem Roman. Mich hat er leider nicht überzeugt.

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Veröffentlicht am 15.08.2021

Ein besonderes Buch

Der Panzer des Hummers
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Die Geschwistern Sidsel, Niels und Ea haben keine Gemeinsamkeiten mehr. Die Eltern sind tot, daher gibt es keinen Grund für die drei, miteinander in Verbindung zu bleiben. Ea, die Älteste, nimmt jedoch ...

Die Geschwistern Sidsel, Niels und Ea haben keine Gemeinsamkeiten mehr. Die Eltern sind tot, daher gibt es keinen Grund für die drei, miteinander in Verbindung zu bleiben. Ea, die Älteste, nimmt jedoch Kontakt zu einer Seherin auf und möchte dadurch ihre Mutter wieder "treffen". Es meldet sich allerdings nur der Vater und Eas Enttäuschung ist groß. Doch dann schließlich müssen die Geschwister sich mit ihrer Vergangenheit und ihren Problemen auseinandersetzen.

Der Schreibstil von Caroline Albertine Minor ist sehr besonders und großartig. Einfühlsam und berührend wird aus den Perspektiven der verschiedenen Protagonisten erzählt.
Entstanden ist ein Buch mit Tiefgang, das ich allen empfehlen kann, die gerne anspruchsvolle Lektüre mögen. Es ist ein toller Roman, der sich nicht unbedingt leicht lesen lässt, der jedoch lange nachklingt.
Besonders schön ist auch das klassische Cover, wie man es vom Diogenes Verlag kennt.

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Veröffentlicht am 13.08.2021

Eine Tote im Seniorenheim

Unguad
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Eine Tote im Seniorenheim - sowas soll es geben. Allerdings handelt es sich in diesem Fall nicht um eine Bewohnerin, sondern um eine Angestellte. Elvira war Pflegerin im Altenheim Sonnenhügel und liegt ...

Eine Tote im Seniorenheim - sowas soll es geben. Allerdings handelt es sich in diesem Fall nicht um eine Bewohnerin, sondern um eine Angestellte. Elvira war Pflegerin im Altenheim Sonnenhügel und liegt dort eines Morgens tot in der Abstellkammer. Gefunden wird die Leiche von Karin Schneider, die bei ihren Eltern im Heim zu Besuch und lediglich auf der Suche nach einer Blumenvase war. Nun steckt Karin mittendrin in einem neuen Fall und mischt bei den Ermittlungen mit, was das Kommissaren-Duo nicht gerade erfreut.

Ingrid Werner hat mit "Unguad", dem zweiten Fall um Karin Schneider, wieder einen kurzweiligen Regionalkrimi geschrieben, der uns erneut ins Rottal entführt. Das Buch liest sich leicht und schnell und ist gleichzeitig spannend bis zur letzten Seite.
Mir hat die Lektüre kurzweilige Stunden bereitet und ich kann sie uneingeschränkt empfehlen. Auch wenn man den ersten Band nicht kennt, kann man der Geschichte problemlos folgen.

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Veröffentlicht am 07.08.2021

Ein Buch, das zu Herzen geht

Die Bücher des Monsieur Picquier
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Monsieur Picquier - genannt "der alte Buchhändler" - lebt im Seniorenheim. Die Wände seines Zimmers sind vollgestellt mit Regalen, in denen sich um die 3000 Bücher befinden. Restbestände aus seiner Buchhandlung, ...

Monsieur Picquier - genannt "der alte Buchhändler" - lebt im Seniorenheim. Die Wände seines Zimmers sind vollgestellt mit Regalen, in denen sich um die 3000 Bücher befinden. Restbestände aus seiner Buchhandlung, die er aufgeben musste.
Selbst lesen kann der alte Herr aus gesundheitlichen Gründen leider nicht mehr. Parkinson und Grüner Star verhindern es.
Doch da taucht Grégoire auf. Er ist achtzehn und arbeitet im Seniorenheim als Hilfskoch. Mit Büchern konnte der junge Mann bisher nichts anfangen. Doch dies ändert sich, als er Monsieur Picquier regelmäßig besucht und beginnt, ihm vorzulesen.

Mit "Die Bücher des Monsieur Picquier" ist Marc Roger ein wunderbar warmherziger Roman gelungen. Es ist das Erstlingswerk des Autors und erzählt auf anrührende Weise über die Liebe zu Büchern und zum Lesen, über Freundschaft und Vertrauen.
Eine kleine, aber feine Lektüre, die zu Herzen geht, die einen berührt und verzaubert.
Absolut empfehlenswert!

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Veröffentlicht am 28.07.2021

Tolle Lektüre

Inneres Wetter
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Der Vater wird im Herbst 77 - für Bettina Melker ein Grund, sich im Frühling bei ihren beiden Geschwistern zu melden, um sich gemeinsam Gedanken über einen Überraschungsbesuch und die Geburtstagsfeier ...

Der Vater wird im Herbst 77 - für Bettina Melker ein Grund, sich im Frühling bei ihren beiden Geschwistern zu melden, um sich gemeinsam Gedanken über einen Überraschungsbesuch und die Geburtstagsfeier zu machen.
Alles fängt mit einer E-Mail an, die Bettina an Huberta und Sebastian schreibt, die Schwägerin Mora ins CC gesetzt. Hier stellt sich die Frage, warum nimmt man die Frau des Bruders "nur" ins CC. Ist es eine geringere Wertschätzung oder möchte man sie einfach nicht mit der Organisation belasten, sondern nur informieren?

Solche Feinheiten wie diese ziehen sich durch die Geschichte. Absolut treffend und ausdrucksstark beschreibt Elke Schmitter abwechselnd aus der Sicht der drei Geschwister, die alle Anfang bis Mitte 50 sind, deren Leben, deren Alltag mit all seinen Problemen. Zwischendurch kommt auch der Vater zu Wort. Sprünge zurück in die Vergangenheit, in die Kindheit von Bettina, Hubert und Sebastian, erinnern an alte Zeiten.
Mit einer Sprachgewalt werden die Gedankengänge, Selbstgespräche und Dialoge der Protagonisten dargestellt.

Mir hat dieser Roman ein großes Lesevergnügen bereitet. Daher gibt's eine uneingeschränkte Leseempfehlung!
Die Lektüre ist im C.H.Beck Verlag erschienen und hat 202 Seiten.

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