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Veröffentlicht am 31.05.2021

Flucht und Heimat

Stay away from Gretchen
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Eine ungewöhnliche Liebesgeschichte

Tom Monderath ist erfolgreicher Journalist und oft international tätig. Stets kehrt er in seine geliebte Heimatstadt Köln zurück und lässt sich dort feiern. Als angehender ...

Eine ungewöhnliche Liebesgeschichte

Tom Monderath ist erfolgreicher Journalist und oft international tätig. Stets kehrt er in seine geliebte Heimatstadt Köln zurück und lässt sich dort feiern. Als angehender Fernsehstar genießt er den Ruhm und die Frauen, die sich ihm geradezu vor die Füße werfen.

Als seine Mutter Greta im Alter von 84 Jahren beschließt, einen kleinen Roadtripp mit ihrem Auto zu machen, geht das gewaltig in die Hose. Tom kann es nicht fassen als bei seiner Mutter Demenz festgestellt wird. Die so resolute Greta verschwindet von Tag zu Tag und wird zu dem jungen Gretchen und durchlebt ihre Jugend während des zweiten Weltkrieges erneut.

Tom hilft wo er kann, ist aber sichtlich genervt von der Situation und beschließt, in seinem Elternhaus erst mal für Ordnung zu sorgen. Er stößt dabei auf ein altes Kinderfoto von Greta.

Greta, in ihrer Kindheit gefangen erzählt vom Leid der Eltern. Von der Flucht mit all ihren Begleiterscheinungen und der scheinbaren Rettung bei einer Tante in Heidelberg. Doch auch hier hat der Krieg seine Spuren hinterlassen.

Die wieder zusammengefundene Familie kann sich nur notdürftig am Leben halten. Dank Gretas Talent auf dem Schwarzmarkt und ihrer burschikosen Art geht es nach und nach aufwärts.

Dank ihrer guten Kontakte zu Bobby Cooper, einem schwarzen Militär, der das okkupierte Anwesen Gretas Tante bewacht, kommt die Familie ein wenig zur Ruhe. Doch dann steht der nächste Schicksalsschlag für Greta vor der Tür.

Szenenwechsel erzählen zwischendurch von Toms aufregendem Leben. Seine Reisen durch die Welt, seine stets scheiternden Beziehungen und dann den Fund einer alten Fotographie. Das kleine dunkelhäutige Mädchen darauf entpuppt sich als seine ältere Schwester und Toms journalistische Ader kennt keine Grenzen mehr.

Susanne Abel erzählt zwei Geschichten in Szenenwechsel. Krieg, Armut und Unterdrückung begleiten Greta wie auch Bob. Obwohl Greta sich gut durch die Nachkriegszeit schlägt, kommt sie nicht zur Ruhe und verliebt sich schließlich in Bob, der für sie standhaft, ehrlich und innige Liebe für sie bereithält.

Die Nachkriegszeit stellt sich aber für die beiden Verliebten als weiteren Schauplatz von Naivität, Neid und Überforderung heraus. Ihre Liebe hat keine Zukunft.

Abel gelingt es mit Leichtigkeit, aus dem Journalisten Tom einen Menschen mit Gespür und plötzlichem Interesse an seiner eigenen Vergangenheit zu machen, obwohl es dem Hörer anfangs nicht gerade leichtfällt, an diesem Snob gefallen zu finden.

Greta hingegen will man ständig schütteln, damit sie wieder zurück in die Spur findet und wenn auch spät, ihr Leben in den Griff bekommt.

Quer über Kontinente hinweg beginnt eine Suche nach Familie, nach Heimat und nach Liebe.

Die immerhin stolzen 14 Stunden Hörbuch fliegen nur so hinweg, zauberhaft vertont von Vera Teltz.

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Veröffentlicht am 25.05.2021

Was macht das Leben lebenswert

Die Schrecken des Paradieses
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Epikur liefert den Einstieg in die Geschichte. Esther Vilar schreckt aus in diesem Buch vor nichts zurück.

Was passiert nach dem Tod? Beginnen wir ein neues Leben, kehren wir Wiedergeboren wieder zurück? ...

Epikur liefert den Einstieg in die Geschichte. Esther Vilar schreckt aus in diesem Buch vor nichts zurück.

Was passiert nach dem Tod? Beginnen wir ein neues Leben, kehren wir Wiedergeboren wieder zurück? Fragen über Fragen, die wir uns als Menschen immer wieder erneut stellen.

Ist das Leben also wirklich so lebenswert, sodass wir nach dem Tod gleich ein neues Leben beginnen müssen? Vilar stellt sich diese Frage ohne Scheu und wagt sich dabei gewohnt weit aus dem öffentlichen Fenster.

Ganz nebenbei betreten wir die Welt der Engel. Sind sie so perfekt wie jahrhundertelang erzählt? Ausgestattet mit fabelhafter Haut, bezaubernder Kleidung und selbstverständlich top gepflegtes Federkleid auf den Flügeln.

Zusammenfassend packt dann Vilar all ihre Erlebnisse in ein Theaterstück und lässt dabei tief blicken. Definitiv sehenswert und ein Bühnenprojekt wert.

Vilar ist immer eine Leseminute wert. Ihre weltoffene Art eckt an und lässt stets von viel Humor begleitet etwas zurück, was zum Nachdenken und Besinnen anregt.

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Veröffentlicht am 22.05.2021

Verlorene Engel

Verlorene Engel. Ein Fall für Max Heller
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Der sechste Fall lässt Max Heller wieder sehr an sich selbst zweifeln.

1956 ist in Dresden nach langer Zeit endlich ein wenig Ruhe eingekehrt. Doch dann werden im Herbst am Abend immer wieder Frauen ...

Der sechste Fall lässt Max Heller wieder sehr an sich selbst zweifeln.

1956 ist in Dresden nach langer Zeit endlich ein wenig Ruhe eingekehrt. Doch dann werden im Herbst am Abend immer wieder Frauen brutal vergewaltigt.

Der oder die Täter verschwinden spurlos. Als unter einer Brücke dann eine Frauenleiche von einem Hausmeister der nahgelegenen Schule gefunden wird, wird die Bevölkerung unruhig und Max Heller soll mit seinem Team den Mörder hinter Gitter bringen.

Sämtliche Ermittlungsspuren führen ins Nichts bis Max beschließt, es mit neuen unkonventionellen Ermittlungsansätzen zu versuchen.

Er findet in einer neuen Kollegin den perfekten Lockvogel und lässt diese mehrfach an unterschiedlichen Gegenden abends durch die dämmrigen Straßen laufen.

Die Truppe kann tatsächlich zuschlagen. Jedoch entpuppt sich der scheinbare Täter als psychisch labil und kommt für Heller nicht wirklich als Täter infrage. Max zweifelt an sich und seinen neuen Ideen und muss sich mehrfach dem DDR-System unterwerfen.

Der Inhaftierte bringt ihn dabei auf eine neue Spur, die der Chefetage im Amt so gar nicht gefällt.

Ein Westdeutscher steht jetzt unter verdacht und Heller muss mit viel Feingefühl an die Sache herangehen. Doch da sind ja auch noch die Freundinnen der Toten, deren Leben Max Heller nicht so wirklich greifen kann.

Mitten im Fall bürden sich Hellers die Nachbarstochter Vera auf, bis Anni spurlos verschwindet….

Fazit

Frank Goldammer gelingt es wieder spielend, einen an den neuen Fall zu fesseln. Max Hellers innere Unruhe und seinen Hang zu Gerechtigkeit und Ordnung lässt diesen jedoch immer mehr wanken. Der Keim der Rebellion scheint aufzugehen und die Auflehnung gegen das System brodelt tief in ihm.

Überwachung, Kontrolle und Haftandrohung gehen tagein und tagaus mit dem Volk zur Arbeit und nachhause.

Heikko Deutschmann verleiht Max Heller wie auch den restlichen Charakteren wieder die gewohnte Stimme.

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Veröffentlicht am 21.05.2021

Vor der eigenen Hundehütte

Bärenklau
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Ein Diebstahl ruft die örtliche Polizei an den Tatort. Ein Buch wurde gestohlen und der Ermittler ist ratlos. Das gestohlene Objekt entpuppt sich als geheimes Rezeptbuch.

Bösenschreck, Expolizist, wird ...

Ein Diebstahl ruft die örtliche Polizei an den Tatort. Ein Buch wurde gestohlen und der Ermittler ist ratlos. Das gestohlene Objekt entpuppt sich als geheimes Rezeptbuch.

Bösenschreck, Expolizist, wird mit der Suche nach dem gestohlenen Buch beauftragt. Mit dem ruhigen Hundeleben ist es also vorbei. Dank der Heirat mit der wohlhabenden Barbarella hatte er sich einen wohligen Ruhestand mit hochgelegten Pfoten erhofft.

Seine Ermittlungen führen Bösenschreck ausgerechnet in sein Elternhaus und er kann es nicht fassen, dass seine Eltern ihm prompt auch noch den Mord an einem berühmten Fernsehkoch gestehen.

Um Butscher, seinem Nachfolger bei der Polizei, muss er sich nicht wirklich Gedanken machen. Der überfütterte Kollege ist schon mit dem Atmen überfordert.

Bösenschreck erhofft sich Hilfe bei Fitzekrams, seinem ehemaligen Kollegen aus der Forensik, doch auch der hat seine ganz eigenen Pläne.

Mit Rainer Waiblinger stolpern wir über Kopfgeldjäger, Headhunter und diverse Mafiabanden.
Bösenschreck muss über diverse offene Rechnungen, alte schwelende Rache und viel Geld immer mal wieder mit seiner kalten Schnauze hinwegsehen nur um festzustellen, dass man stets zuerst vor der eigenen Hundehütte kehren sollte.

Ich hätte mir aufgrund der ausgefuchsten Tierpersönlichkeiten ein Namensregister gewünscht.

Ein saustarker Hundekrimi mit skurrilen Figuren und ausgezeichneter Story.

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Veröffentlicht am 10.05.2021

Rache

Eis bricht
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Henning Saalbachs Sohn Marc wird in der eigenen Wohnung ermordet. Die Maschinerie der Strafverfolgung tritt in Kraft. Doch für Henning kommt es anders als erwartet. Der Täter wird nur zu zwölf Jahren Haft ...

Henning Saalbachs Sohn Marc wird in der eigenen Wohnung ermordet. Die Maschinerie der Strafverfolgung tritt in Kraft. Doch für Henning kommt es anders als erwartet. Der Täter wird nur zu zwölf Jahren Haft verurteilt und das ist Henning für seinen Sohn Marc natürlich nicht genug.

Sein Plan steht fest. Er, der selbst zur Erfassung des Mörders beigetragen hat, muss den Tod seines Sohnes selbst rächen, wenn das System schon versagt. Zwölf Jahre lang schmiedet er Pläne.

Am Tag der Entlassung will Henning dann sein endgültiges Werk vollbringen. Doch dann geht alles schief. Er steckt tief in seiner Verzweiflung fest, als er Franziska kennenlernt. Die bringt ihn gemeinsam mit ihrer Tochter wieder ein wenig auf die richtige Spur.

Henning muss feststellen, dass sein Sohn nicht das einzige Opfer des Mörders war. Überraschend für ihn ist allerdings, dass es scheinbar auch andere Personen auf den demnächst in Freiheit lebende Kindermörder abgesehen haben.

Fazit

Raimond Weber nimmt uns mit auf eine spannende Hetzjagd. Als Leser ist man stets bemüht, das positive an unserem Rechtssystem zu sehen, versteht jedoch auch ganz selbstverständlich den Drang der Eltern, ihre Kinder selbst zu rächen.

Doch hier weiß niemand ganz so genau, wer hier der Jäger und wer hier der Gejagte ist.

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