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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.10.2025

Verliert leider nicht an Brisanz

Das wirst du bereuen
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Mit „Das wirst du bereuen“ liefert Amanda Maciel einen Jugendroman zum leider immer noch aktuellen Thema Mobbing unter Jugendlichen. Die zum einen in der Gegenwart und zum anderen in der Vergangenheitsperspektive ...

Mit „Das wirst du bereuen“ liefert Amanda Maciel einen Jugendroman zum leider immer noch aktuellen Thema Mobbing unter Jugendlichen. Die zum einen in der Gegenwart und zum anderen in der Vergangenheitsperspektive (als das Opfer noch lebte) erzählte Geschichte bewegt, bestürzt und will auf eine Art vielleicht auch den Standpunkt der (Mit-)Täterin verdeutlichen, die aber eigentlich selbst auch nur ein Opfer ist – nämlich von Gruppenzwang, Zugehörigkeitsstreben, Abhängigkeit von der wohlhabenderen „Freundin“ usw.

Sara und deren vermeintlich beste Freundin Brielle können Emma, die „Neue“ an der Schule, nicht ausstehen. Und das wird noch schlimmer, als sich Emma an Saras Freund heranmacht. Es folgen noch mehr Beleidigungen, Belästigungen, eine verleumderische Fake-Facebook-Seite, üble „Streiche“ und so weiter – bis Emma ihrem Leben schließlich ein Ende setzt.
Nun plötzlich wird Sara mit Anwälten, Therapeuten, Gerichtsverhandlungen konfrontiert – aber keine Spur von Einsicht, Reue oder Mitgefühl. Sie beharrt auf ihrer Ansicht, Emma sei doch selbst daran schuld und hätte ihnen nun diesen ganzen Schlamassel eingebrockt.

Auf spannende, aufrüttelnde und erschütternde Art wird dargelegt, wie sich alles so weit hochschaukeln konnte und wie Sara nun als von allen gemiedene Außenseiterin dasteht und niemand ihren Standpunkt verstehen will, wo doch „alle anderen“ ebenso mitgemacht hätten ...

Fazit: Hier wird ein wichtiges Thema angesprochen, denn in der heutigen Zeit ist Mobbing an Schulen leider an der Tagesordnung. Und sowohl Gruppenzwang als auch das Verlangen, dazuzugehören, machen ganz normale Jugendliche schnell zu garstigen und unerbittlichen Monstern, die sich unglaubliche Gemeinheiten einfallen lassen, um ihr Opfer zu schikanieren.

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Veröffentlicht am 08.10.2025

Zum Weinen, zum Lachen und zum Träumen

Glückliche Menschen küssen auch im Regen
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Nach dem schweren Verlust ihres Ehemannes und ihrer kleinen Tochter durchlebt Diane über ein Jahr lang eine schreckliche Trauerphase, isoliert sich von ihrer Umwelt, lässt sich gehen, raucht viel zu viele ...

Nach dem schweren Verlust ihres Ehemannes und ihrer kleinen Tochter durchlebt Diane über ein Jahr lang eine schreckliche Trauerphase, isoliert sich von ihrer Umwelt, lässt sich gehen, raucht viel zu viele Zigaretten und hat zu gar nichts mehr Lust – schon gar nicht auf ihr kleines Literaturcafé im Herzen von Paris. Auf das Drängen ihres besten Freundes beschließt sie schließlich – vielmehr aus Trotz –, ihrem bisherigen Leben den Rücken zu kehren und nach Irland zu gehen, das Traumziel ihres Mannes. Blind tippt sie mit dem Finger auf die Landkarte und landet schließlich im verschlafenen Örtchen Mulranny, wo es nichts gibt außer herzliche Bewohner – bis auf einen und der ist ausgerechnet ihr Nachbar. So sehr regt sie sich über dessen Macken und Unarten auf, dass sie schon bald ihren eigenen Trotz vergisst – und wie das Schicksal so spielt, regen sich nach und nach neben dem Zorn auch zarte Gefühle für diesen Mann, der sich ebenso von seinen Mitmenschen abschottet wie sie selbst. Aber welches Geheimnis hütet er? Und kann Diane die Vergangenheit bewältigen und wieder neue Hoffnung schöpfen?

Die Autorin entführt den Leser nicht nur in die unbändige Natur und die Herzlichkeit Irlands, sie bringt ihn auch zum Weinen, zum Lachen und zum Träumen. Ein absolutes Highlight für einen gemütlichen Winterabend am Kamin und eine Hommage an die Kraft der Liebe!

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Veröffentlicht am 08.10.2025

Aufrüttelnde, fundierte Anaylse unserer Gesellschaft

Weil ein Aufschrei nicht reicht
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Eine aufrüttelnde, fundierte Anaylse unserer Gesellschaft, die noch sehr weit von Gleichstellung und Toleranz entfernt ist.

Dieses Buch hat mich wirklich überrascht! Eine so junge Frau und ein so fundiertes ...

Eine aufrüttelnde, fundierte Anaylse unserer Gesellschaft, die noch sehr weit von Gleichstellung und Toleranz entfernt ist.

Dieses Buch hat mich wirklich überrascht! Eine so junge Frau und ein so fundiertes Wissen. Sie macht deutlich, dass es beim Feminismus von heute ganz und gar nicht um das verstaubte Klischee der männerhassenden, damenbärtigen und achselbehaarten Emanze geht, sondern vielmehr um eine in unserer Gesellschaft dringend benötigte Gleichstellung von und Toleranz gegenüber allen Menschen. Absoluter Höhepunkt war für mich die Timeline, bei der ich so manches Mal ungläubig den Kopf geschüttelt und festgestellt habe, dass alles vor nur wenigen Jahren ja noch schlimmer war und dringend etwas bewegt werden muss. Die Berichte und Quellen von Anne Wizorek regen an, tiefer in das Thema einzusteigen und als ersten Schritt zumindest im direkten Umfeld intoleranten und sexistischen Kommentaren Einhalt zu gebieten. Unbedingt lesenswert!!!

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Veröffentlicht am 08.10.2025

Auftakt einer interessanten Romanserie

Der Turm der toten Seelen
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Leo Junker, ein durch einen mysteriösen Komplott vom Dienst suspendierter Polizist, ermittelt auf eigene Faust, nachdem in seinem Haus ein geheimnisvoller Mord geschah. Aber das Opfer hielt etwas in der ...

Leo Junker, ein durch einen mysteriösen Komplott vom Dienst suspendierter Polizist, ermittelt auf eigene Faust, nachdem in seinem Haus ein geheimnisvoller Mord geschah. Aber das Opfer hielt etwas in der Hand, das Leo in seine Jugend zurückversetzt, alte Wunden aufreißt und letztlich ihn selbst in das Visier der Ermittler geraten lässt. Als er dann noch SMS-Nachrichten eines Unbekannten erhält, erinnert er sich an einen damaligen Freund, der jedoch als verschollen gilt. Ist er der Schlüssel zu diesem Fall und will er sich vielleicht an Leo rächen?

Voller Spannung wechselt die Geschichte zwischen Vergangenheit und Gegenwart, wenn auch ich sagen muss, dass ich mir einen „Thriller“ fesselnder vorstelle, „Krimi“ trifft es vielleicht eher. Für alle Fans von Schweden-Krimis ist dies aber bestimmt der Auftakt einer interessanten Romanserie rund um Leo Junker.

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Veröffentlicht am 08.10.2025

Nichts für zwischendurch

Der Ozean am Ende der Straße
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Dieses Buch ist nichts für zwischendurch. Hierfür sollte man sich Zeit nehmen wie für einen guten Freund – und dann eintauchen in dieses poetische Märchen für Erwachsene, das so voller Weisheiten über ...

Dieses Buch ist nichts für zwischendurch. Hierfür sollte man sich Zeit nehmen wie für einen guten Freund – und dann eintauchen in dieses poetische Märchen für Erwachsene, das so voller Weisheiten über das Leben, die Vergänglichkeit und den Menschen als Individuum steckt. Die Geschichte des namenlosen Protagonisten beginnt an einem Teich in der Gegenwart, der eigentlich ein Ozean ist und an dem er von Erinnerungen an seine Kindheit heimgesucht wird, die längst vergessen schienen. Er kehrt zurück in die Vergangenheit und dem Leser bietet sich ein wahres Märchen voll Zauberei. Auch gute Feen und böser Gestalten dürfen natürlich nicht fehlen. Mich hat dieses philosophische Meisterwerk vom ersten bis zu letzten Wort gefesselt und ich habe mich so manches Mal in die urige Küche der drei Damen gesehnt.

Wer „Sofies Welt“, „Zeit deines Lebens“, „Pala und die seltsame Verflüchtigung der Worte“ oder „Nur einen Tag noch“ mag, wird auch von diesem Roman angetan sein und am Ende am liebsten noch einmal von vorn beginnen wollen.

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