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Veröffentlicht am 08.09.2017

Erschreckende Zukunftsversion

Marthas Widerstand
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Die 16jährige Martha wird verhaftet. Sie hat einen Mord zugegeben und nicht irgendeinen Mord, sie gibt an den stadtbekannten Wohltäter Jackson Paige erschossen zu haben.
Damit wird sie Teil des üblichen ...

Die 16jährige Martha wird verhaftet. Sie hat einen Mord zugegeben und nicht irgendeinen Mord, sie gibt an den stadtbekannten Wohltäter Jackson Paige erschossen zu haben.
Damit wird sie Teil des üblichen Strafverfahrens. Sieben Tage lang wird sie von einer Zelle in die nächste verlegt werden, neugierig von der Öffentlichkeit beobachtet bis sie am siebten Tag in der Todeszelle landet, Sieben Tage lang dürfen alle Bürger per Internet oder Telefonvoting über ihre Schuld abstimmen und damit letztendlich ihr Todesurteil fällen (oder sie eben freisprechen)
Ein Gerichtsverfahren gibt es nicht, keine Staatsanwälte oder Verteidiger, die Öffentlichkeit ist der alleinige Richter. Doch ist dieses System gerecht oder begünstigt es unverhältnismäßig diejenigen, die viel Geld für das teure Voting aufbringen können? Martha stammt aus den „Kratzern“, einer sozial schwachen Gegend, Jackson Paige war sehr reich und ein beliebter Wohltäter.
Marthas sieben Tage werden aus drei Perspektiven erzählt . Marthas Sicht der Dinge, die zudem Einblicke in die Vorgeschichte der Ereignisse gibt, die Sichtweise von Marthas psychologischer Betreuerin Eve, die Zweifel an Marthas Schuld hat und Nachforschungen anstellt und als dritter Blickwinkel dient die tägliche Show „Death is Justice“, die über die Zelleninsassen berichtet,wobei der Fokus natürlich auf Martha liegt. Es gibt vor-Ort-Reportagen, Einblicke in die Zelle(n) Interviews mit Freunden von Matha und Jackson im Studio und natürlich immer den aktuellen Stand der Abstimmung.
Während in der Show nichts davon zu sehen ist, enthüllen Martha und Eve dem Leser Stück für Stück die Vorgeschichte der Ereignisse, doch auch Marthas Leiden in den Zellen wird ausdrucksstark beschrieben.
Durch dieses allmähliche Herantasten an die Hintergründe entsteht ein kontinuierlicher Spannungsbogen. Besonders berührend sind dabei die sehr eindrucksvoll geschilderten Emotionen von Martha, sowohl was die vergangenen Ereignisse betrifft als auch ihr aktuelles Schicksal n den Zellen.
Sehr erschreckend fand ich die Skriptartig ausgeführten täglichen „Death ist Justice“Shows, die an auch jetzt schon vorhandene Formate erinnern, bei denen zwar keine Todesurteile gefällt, aber doch durch Abstimmungen Menschen zu „Prüfungen“gevotet werden, zur Unterhaltung der Zuschauer und zum Leiden der Teilnehmer.
Ein spannender Jugendroman mit einer erschreckenden Zukunftsversion, der zumindest bei mir, unter die Haut ging .

Veröffentlicht am 10.05.2018

Exotische, faszinierende Lebensgeschichte einer starken Frau

Die Magnolienfrau
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Die ersten drei Jahre ihres Lebens verbringt die Autorin, Sabrina de Stefani, in Deutschland,eingesperrt in ein Gipskorsett, nur kurz wird sie täglich davon erlöst, eine Fehlbildung soll korrigiert ...

Die ersten drei Jahre ihres Lebens verbringt die Autorin, Sabrina de Stefani, in Deutschland,eingesperrt in ein Gipskorsett, nur kurz wird sie täglich davon erlöst, eine Fehlbildung soll korrigiert werden. Ihre Großmutter umsorgt sie streng, aber liebevoll. Besonders genießt sie die Tage, in denen sie unter dem Magnolienbaum im Garten liegt. Ihren Vater hat sie nie kennengelernt, ihre Mutter besucht sie gelegentlich.In späteren Jahren lebt sie bei ihrer Mutter und deren neuen Lebensgefährten in der Schweiz, absolviert erfolgreich eine Lehre in einer Armani- Boutique. Doch dieses Leben erfüllt sie nicht, ihre Beziehungen scheitern.. So macht sie sich auf den Weg in ferne Länder um spirituelle Erfahrungen zu machen. In Indien findet sie die für sie passenden Lehren, besonders bei Shankar, dem indischen Guru, der zugleich die Liebe ihres Lebens wird. Ihren Lebensunterhalt verdient sie mit selbst gestaltetem Schmuck, den sie auf Reisen in die Heimat verkauft. Unschuldig und verraten gerät sie ins Gefängnis, doch auch hier gibt sie nicht auf.
Die Schilderungen sind sehr persönlich, beschönigen nichts und wirken überaus authentisch.
Die Landschaften und Personen sind sehr detailliert geschildert,man kann sich alles sehr gut vorstellen.
Mich hat die Lebensgeschichte dieser starken, unabhängigen Frau fasziniert und beeindruckt.
Das Eintauchen in die für mich fremde Welt indischer Heilslehren fand ich faszinierend und interessant,auch wenn sie mich persönlich nicht ansprechen.
Von mir eine klare Leseempfehlung und 5 Sterne.

Veröffentlicht am 07.05.2018

Aufregung in Neuharlingersiel,ein neuer Fall für Rosa, Rudi und Henner

Muscheln, Mord und Meeresrauschen
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Es geht gleich spannend los mit einem Brand im geplanten Wellnesscenter auf dem geerbten Bauernhof des Geflügelzüchters Johann Gehrken Schnell wird klar, es war ein Brandanschlag kein Unfall und tragischerweise ...

Es geht gleich spannend los mit einem Brand im geplanten Wellnesscenter auf dem geerbten Bauernhof des Geflügelzüchters Johann Gehrken Schnell wird klar, es war ein Brandanschlag kein Unfall und tragischerweise gab es sogar einen Toten, einen polnischen Arbeiter, der ungeplant dort übernachtete. Doch wer war der Täter? Waren es die besorgten Bürger, die unter dem Deckmantel eines Wellnesscenters anderes vermuteten? Oder die Rache eines Verwandten des Besitzers? Oder etwa Versicherungsbetrug?
Rosa, die aus den Vorgängerbänden bekannte Hobbydetektivin und Grundschullehrerin, beginnt sofort parallel zum Dorfpolizisten Rudi und dessen überheblichem Kollegen Schnepel mit den Ermittlungen und sie zieht auch den dritten aus dem Trio, den Postboten Henner mitsamt seinen 8 Schwestern dazu. Da passiert ein vorsätzlicher Mord, im Spa des Dorfes. Die Ermittlungen werden komplexer, der Kreis der Verdächtigen größer.
Rosa hat alle Hände voll zu tun und berät sich wie üblich, bei Tee und anderen Köstlichkeiten mit Rudi und Henner.
Auch wenn der Täter mir bis zum Ende unklar war und mich die Autorinnen ganz schön in die Irre führten, hat mich mehr noch als der Kriminalfall der eher heitere Grundcharakter des Buches begeistert. Der frische, lockere Schreibstil, die oft herrlich amüsanten Szenarien, z.B im Yogastudio, die liebenswert chaotische Rosa, der bodenständige Rudi und der fast nicht aus der Ruhe zu bringende Henner als witziges Ermittlertrio, die wirklich oft zum Schmunzeln reizenden Dialoge und die häufig vorhandene Situationskomik machten diese „Krimikomödie“ für mich zu einem absoluten Lesevergnügen.
Das Personenverzeichnis ist überaus hilfreich, um sich unter den Handelnden zurecht zu finden und dankenswerterweise finden sich die Rezepte von vielen der beschriebenen Köstlichkeiten im Anhang,
Von mir wohlverdiente 5 Sterne und eine uneingeschränkte Leseempfehlung.
Ich freue mich schon auf den nächsten Fall .

Veröffentlicht am 06.05.2018

Spannender, vielschichtiger Krimi

Krokodilwächter
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Die junge Julie wird von ihrem alten Nachbarn ermordet in ihrer Wohnung aufgefunden. Die Kommissare Jeppe und Annette beginnen mit den Ermittlungen. Bald stellt sich heraus, dass der Mord dem Krimi-Manuskript ...

Die junge Julie wird von ihrem alten Nachbarn ermordet in ihrer Wohnung aufgefunden. Die Kommissare Jeppe und Annette beginnen mit den Ermittlungen. Bald stellt sich heraus, dass der Mord dem Krimi-Manuskript von Esther de Laurenti, einer Professorin im Ruhestand, die ebenfalls in dem Haus wohnt, folgte. Ist sie die Täterin?
Wer hatte sonst noch Zugang zu dem Manuskript und vor allen Dingen, wer hatte ein Motiv?
Bald kristallisiert sich ein Verdächtiger heraus, doch dann geschieht ein zweiter Mord, der wieder alles infrage stellt.
Die Autorin überrascht den Leser mit immer neuen Wendungen und hält den Spannungsbogen stets hoch, bis zum Ende rätselt der Leser mit. Abwechslung entsteht auch dadurch, dass das Geschehen aus wechselnden Perspektiven geschildert wird. Bis auf wenige Szenen ist er nicht sehr „blutrünstig“, die beschriebenen, zu einem Krimi gehörenden Grausamkeiten, halten sich im Rahmen und werden nicht unnötig ausführlich beschrieben. Beim Ermittler-Duo gefällt mir, dass es von der klassischen Rollenverteilung abweicht, so fährt Anette stets den Wagen, Jeppe holt den Kaffee. Für Jeppe konnte ich keine großen Sympathien entwickeln. Die, zugegebenermaßen schwierige Trennung von seiner Frau warf ihn arg aus der Bahn und wurde für meinen Geschmack etwas zu sehr in den Vordergrund geschoben, und während der Ermittlungen verhielt er sich oft unprofessionell. Von Annette dagegen erfuhr man zu wenig, um sich in sie hinein fühlen und Sympathien aufbauen zu können. Bei den Hauptcharakteren gefiel mir Esther de Laurenti besonders gut. Eine starke Frau, die lebt, wie es ihr gefällt, manchmal am Boden ist, doch sich immer wieder aufrappelt.
Die Gesamtatmosphäre war deutlich weniger düster , nebelverhangen und depressiv, als ich es bisher von skandinavischen Krimis gewohnt war, insbesondere von der Walander-Reihe, für mich ein überraschender, aber sehr positiver Aspekt.
Insgesamt ein spannender, vielschichtiger , für meinen Geschmack sehr empfehlenswerter Krimi, ein hervorragendes Debüt der Autorin und der vielversprechende Beginn einer geplanten Reihe.
Von mir 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 05.05.2018

Faszinierendes Schicksal in einer gelungenen Fantasywelt

Morac
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Morac ist der Titel des Romans und gleichzeitig der Name des Hauptcharakters, dessen Lebensgeschichte hier erzählt wird. Der Roman ist in drei Abschnitte unterteilt, passend zu den Lebensphasen Moracs. ...

Morac ist der Titel des Romans und gleichzeitig der Name des Hauptcharakters, dessen Lebensgeschichte hier erzählt wird. Der Roman ist in drei Abschnitte unterteilt, passend zu den Lebensphasen Moracs.
Der erste Teil behandelt die Jugend. Der 12jährige Morac leidet unter immer wieder kehrenden Alpträumen. Der Drache, der seinen Vater tötete, erscheint ihm immer wieder im Traum. Schließlich entscheidet er sich, sich seinen Ängsten zu stellen und den Drachen zu suchen. Unterwegs findet er in einem Vogel und einer Wölfin interessante Weggefährten.
Im 2. Teil ist Morac ein junger Mann, sein Leben als Ehemann und Vater, aber auch seine Verantwortung für das Dorf, gerade im Zusammenhang mit den Auseinandersetzungen mit den Bergleuten, stehen im Mittelpunkt
Auch im dritten Abschnitt, in den gesetzteren Jahren macht Morac noch neue Erfahrungen, lernt eine neue Kultur kennen.
Es hat mir großen Spaß gemacht, Moracs Lebensweg zu begleiten, Der Autor ist durchaus einfallsreich, was Geschehnisse, aber auch Landschaften, Menschen, fantastische Geschöpfe und Kulturen angeht. Der Schreibstil ist unkompliziert und leicht lesbar, auch als Jugendbuch geeignet.
Besonders beeindruckt haben mich auch die pädagogischen Ansätze.
Sich seinen Ängsten stellen, Vorurteile überwinden, Verantwortung übernehmen und fremde Kulturen akzeptieren sind sehr gut in eine spannende Handlung eingebaute Themen.
Ein empfehlenswerter Debütroman.