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Veröffentlicht am 25.12.2022

Weihnachten mit dem geliebten Feind

Remember Last Christmas
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Alexis will auf eigenen Beinen stehen – selbst wenn das bedeutet, solch demütigende Jobs als Weihnachtselfe annehmen zu müssen. Allerdings zieht sie ernsthaft in Erwägung, den Job wieder an den Nagel zu ...

Alexis will auf eigenen Beinen stehen – selbst wenn das bedeutet, solch demütigende Jobs als Weihnachtselfe annehmen zu müssen. Allerdings zieht sie ernsthaft in Erwägung, den Job wieder an den Nagel zu hängen, als sie ihrem Kollegen – Santa – gegenübersteht. Denn dieser ist niemand geringeres als Maron – ihr One-Night-Stand vom Dezember letzten Jahres.
Maron hat sich danach nie wieder gemeldet und Alexis so das Herz gebrochen – unwissentlich, denn er kann sich scheinbar an nichts erinnern. Wohl oder übel zieht Alexis den Job durch – es sind ja nur fünf Tage und danach muss sie ihn nie wieder sehen.
Blöd nur, dass Maron andere Pläne hat und einfach nicht müde wird, sie zu bequatschen. Und noch blöder, dass die fünf Tage sich unerwartet in die Länge ziehen…

REMEMBER LAST CHRISTMAS wird aus Alexis Sicht in der ersten Person erzählt. Ohne Probleme findet man so seinen Einstieg in die Geschichte und erfährt richtig viel aus ihrer Gefühlswelt. Alexis ist manchmal sehr mürrisch und hat einen großen Sturkopf, aber das ändert nichts an ihrer Liebenswürdigkeit. Alexis‘ Beweggründe werden darüber hinaus sehr detailliert und anschaulich beschrieben, sodass die Geschichte auf mich sehr plausibel und authentisch wirkte.
Der Hauptteil der Geschichte beginnt erst nach der Arbeit als Elfe und Santa in einer Mall und diese etwa 150 Seiten spielen auch nur an einem einzigen, langen Abend. Wieso, und was das zu bedeuten hat, möchte ich nicht verraten, das müsst ihr selbst herausgefunden. Nur so viel: Was Alexis und Maron gemeinsam erleben, ist der Traum vieler Kinder. Bei den beiden hat das Erlebnis aber zuweilen einen Albtraum-Touch.
Maron ist zu Beginn ein wenig schwierig einzuschätzen. Aber man merkt, dass dies von der Autorin genau so beabsichtigt wurde und es ergibt Sinn, dass man ihm zunächst mit Misstrauen begegnet. Nach und nach aber verliert man beim Lesen immer mehr das Herz an Maron. Er ist ein ganz typischer Bookboyfriend und seine Freundin würde er wirklich auf Händen tragen – im wörtlichen, wie im übertragenen Sinne.

Der Roman ist relativ kompakt und perfekt für einen langen Winterabend. REMEMBER LAST CHRISTMAS bietet humorvolle Unterhaltung, romantisches Feeling und weihnachtliche Vibes. Allzu viel Tiefgang braucht man zwar nicht erwarten, aber das ist auch nicht die Intention des Romans. Wenn man den witzigen Dialogen und somit dem Wunsch zum Weiterlesen widerstehen kann, bietet sich das Buch mit seinen 24 Kapiteln sogar als Adventskalender an!
Mein einziger Kritikpunkt ist eigentlich, dass ich bei dem Preis eine etwas schönere Aufmachung als ein schlichtes Taschenbuch erwartet habe. Aber dafür kann die Autorin schließlich nichts.

Mein Fazit:
Ob als Lektüre an ein, zwei Abenden oder über den Dezember verteilt – REMEMBER LAST CHRISTMAS ist ein Weihnachtsbuch, wie man es sich vorstellt. Mit Witz und Gefühl bringt es jeden Leser problemlos in Weihnachtsstimmung und zum Träumen. Ich kann das Buch an alle Weihnachts-Fans und Romantiker empfehlen und vergebe 4,5 Weihnachtssterne.

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Veröffentlicht am 19.12.2022

Von der Schönheit der Bücher und der Rauheit der Realität

Because It's True − Tausend Momente und ein einziges Versprechen
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Über BECAUSE IT’S TRUE wusste ich nicht allzu viel, bevor ich es zu lesen begonnen habe. Die Grundidee war mir bekannt: Ein in den sozialen Medien trendendes „Spiel“ – nenne eine Wahrheit, eine Lüge und ...

Über BECAUSE IT’S TRUE wusste ich nicht allzu viel, bevor ich es zu lesen begonnen habe. Die Grundidee war mir bekannt: Ein in den sozialen Medien trendendes „Spiel“ – nenne eine Wahrheit, eine Lüge und etwas, von dem du dir wünschst, es wäre entweder wahr oder gelogen. Ein sehr spannendes Spiel, wie ich finde. Noch dazu bietet es ganz viel Potential für die vielfältigsten Geschichten. Und vielfältig, dass sind TAUSEND MOMENTE und EIN EINZIGES VERSPRECHEN definitiv.

Beginnen wir einmal mit der ersten Kurzgeschichte – TAUSEND MOMENTE von Kelly Moran. Solltet ihr euch von der Handlung nicht (wie ich) überraschen lassen wollen, hier eine kleine Inhaltsbeschreibung:
Rosemary liebt ihren Beruf – sie ist Englischlehrerin mit Leib und Seele. Sie bringt ihren Schülern die Liebe zum geschriebenen Wort näher. Drei ihrer Schülerinnen sind davon so angetan, dass sie ihrer Lieblingslehrerin etwas zurückgeben wollen. Rosemary lebt allein, doch laut ihren Schülerinnen soll sich das bald ändern. Sie planen, die Lehrerin mit dem Besitzer der städtischen Bibliothek, Sheldon, zu verkuppeln. Aber Sheldon hat auch ohne die Liebe bereits einige Sorgen…
Diese Kurzgeschichte war die erste Geschichte überhaupt, die ich von Kelly Moran gelesen habe. Dementsprechend musste ich mich erst ein wenig an ihren Stil gewöhnen. Die Geschichte wird aus der dritten Person erzählt und der Erzählstil ist hierbei sehr bildhaft und detailreich. Sicherlich waren es ein wenig viele Details, doch letzten Endes waren sie der Grund für solch ein Gefühl der Entschleunigung beim Lesen. Trotz der wenigen Seiten hat die Autorin es geschafft, ganz viel Emotionen, Tiefgang und Liebe in die Geschichte hineinzulegen. Zugleich ist TAUSEND MOMENTE eine absolute Wohlfühlgeschichte nach einem stressigen Tag. Es geht sehr romantisch zu – und sehr „bookish“. Wofür mir die Geschichte im Kopf bleiben wird, das ist eindeutig die Dynamik zwischen Rosemary und Sheldon. Die beiden sind für mich der Inbegriff von Seelenverwandten und ihre Kommunikation hat mir extrem gut gefallen. Die zwei sind wohl zu meinem Lieblingspaar geworden :)

Kira Mohns Geschichte steht Kellys komplett gegensätzlich gegenüber. Wo TAUSEND MOMENTE uns Zeit und Raum zum Durchatmen verschafft, wird der Leser in EIN EINZIGES VERSPRECHEN mit der harschen, traurigen Realität konfrontiert.
Jack ist seit einem Jahr mit der Schule fertig. Doch statt wie andere aufs College zu gehen, steht er Abend für Abend im Pub seiner Familie und kümmert sich zugleich als einziger um seinen kleinen Bruder Finlay. Jacks Vater trinkt und sein älterer Bruder ist nie da. Jack weiß gar nicht mehr, wo ihm der Kopf steht – dennoch schlägt er sich seit einiger Zeit auch noch mit Gefühlen rum, die nicht sein sollen. Er braucht seine beste Freundin Vic viel zu dringend an seiner Seite, um diese Freundschaft wegen der Liebe zu riskieren.
Jacks Geschichte war besonders für mich, weil sie ausschließlich aus seiner Perspektive geschrieben ist. Durchgängig die männliche Sichtweise ist ungewöhnlich in Liebesromanen – aber es hat natürlich wunderbar funktioniert. Kira Mohns Schreibstil ist sehr angenehm und durch die Ich-Perspektive dauert es nur wenige Sätze, bis man in der Geschichte drin ist. Die Story ist eine sehr tiefgründig-emotionale. Man wird mitgerissen und leidet vor allem mit. Hierbei steht aber nicht die Liebe im Vordergrund.

Generell möchte ich noch eine kleine Anmerkung machen. Ich habe beide Geschichten sehr geliebt. Beide auf eine ganz andere Art. Dennoch stehen die Geschichten weniger für sich, als man denkt. Sie sind eher der Prolog – zu Kellys neuer Reihe über Rosemarys drei Lieblingsschülerinnen und zu Kiras Reihe über Vic und ihre Mutter. TAUSEND MOMENTE kann gut und gerne unabhängig von der Reihe gelesen werden. EIN EINZIGES VERSPRECHEN dagegen hat bisher noch keinen (runden) Abschluss gefunden. Ich hatte das irgendwie anders erwartet. Eigentlich bin ich froh, die Charaktere noch nicht so schnell wieder gehen lassen zu müssen. Dennoch ist es vielleicht für manche wichtig, dies bereits im Voraus zu wissen ;)

Mein Fazit:
Der erste Teil der BECAUSE IT’S TRUE – Reihe hat mich nicht enttäuscht. Die zwei Kurzgeschichten waren genau die richtige Unterhaltung für jeweils einen gemütlichen Leseabend. Die zwei Liebesgeschichten unterscheiden sich total voneinander – und deshalb ergeben sie ein derart facettenreiches Buch wie BECAUSE IT’S TRUE. Wer neuen Lesestoff der beiden Autorinnen kaum erwarten kann oder einfach mal eine knackig-kurze Liebesgeschichte lesen möchte, der ist mit diesem Buch perfekt beraten. Von mir gibt es volle fünf Sterne.

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Veröffentlicht am 17.12.2022

„Cameron und Aspen“ wird eher nicht das neue „Romeo und Julia“

Never Be My Date (Never Be 1)
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Als Cameron seinen Doppelgänger Jasper trifft, könnten die Umstände nicht unpassender sein. Cameron hat auf das College verzichtet, um zu arbeiten und damit seine Familie durchzubringen. Doch es kommen ...

Als Cameron seinen Doppelgänger Jasper trifft, könnten die Umstände nicht unpassender sein. Cameron hat auf das College verzichtet, um zu arbeiten und damit seine Familie durchzubringen. Doch es kommen immer mehr Ausgaben auf ihn zu – er kann gar nicht anderes, als Japsers (gut bezahltes) Angebot anzunehmen, die Rollen zu tauschen.
Doch das Waterbury College ist DER Hotspot für Rich-Kids. Schon bei seiner Ankunft dort, muss Cameron feststellen, wie schwierig es werden wird, einen Upperclass-Kerl nachzuahmen. Noch dazu, wenn dieser ihm scheinbar wichtige Informationen bewusst vorenthält. Cameron sieht seine einzige Chance darin, sich unauffällig stets am Rande des Geschehens aufzuhalten. Leider hat er dabei seine Rechnung ohne eine neugierige Blondine mit knallroten Lippen gemacht. Und Aspen will alles daran setzen, hinter Cams Geheimnis zu kommen…

Zwei Dinge waren es, dich mich an NEVER BE MY DATE auf Anhieb neugierig gemacht haben: Zum einen die Doppelgänger-Nummer, zum anderen das Dating-Spiel BE MY DATE.
Die Thematik, dass jeder von uns mindestens einen Doppelgänger hat, finde ich unfassbar spannend. Ich weiß, dass es dazu bereits einige Bücher gibt – ich habe allerdings noch keines davon gelesen. Es war somit Neuland für mich und ich hatte entsprechend viele Fragen. Wie koordiniert man einen Rollentausch? Was muss alles beachtet werden? Was muss man voneinander wissen? Nimmt Japser dann Cams Leben auf – oder wohin setzt er sich ab?
Leider fühlte ich mich in dieser Hinsicht ziemlich in die Geschichte „hineingeworfen“. Es gab einen Prolog mit Jasper und dann verschwand der Kerl erstmal wieder von der Bildfläche. Ich wusste nicht so ganz, worauf ich mich jetzt einstellen sollte und habe entsprechend lange gebraucht, wirklich in die Geschichte einzusteigen.
Zweites Thema: Das Dating-Spiel. Im Gegensatz zu dem oben beschriebenen Thema, habe ich zu diesem hier tatsächlich schon ein Buch gelesen – und es ist zu einem Lieblingsbuch von mir geworden. Womöglich war das auch der Grund, weshalb ich nicht gerade mit geringen Erwartungen an NEVER BE MY DATE herangegangen bin. Dann jedoch folgte die erste Ernüchterung: Das Dating-Spiel beginnt erst verhältnismäßig spät im Roman. Zusätzlich gab es für mich einige kleinere und größere Unstimmigkeiten, was das Thema betraf. Es kam zu Manipulationen – welche dem Feeling einige Abstriche verpassten.
Grundsätzlich spielte das Dating-Spiel eine eher kleinere Rolle. Viele Problematiken laufen zwar am Ende darauf hinaus, aber es war einfach zu nebensächlich für meinen Geschmack. Was echt schade ist, denn die Grundidee war absolut genial und unfassbar kreativ.

Ich habe bereits erwähnt, dass ich lange gebraucht habe, um in die Geschichte reinzufinden, und das gibt auch tatsächlich die größten Abstriche in meiner Bewertung. Für gewöhnlich gefällt mir beinahe jedes Buch für die ersten hundert Seiten, und erst im Mittelteil oder zum Ende hin wird es dann holprig. Bei NEVER BE MY DATE war das genau anders herum. Der Start verlief enorm holprig und ich habe nach 150 Seiten echt nicht mehr daran geglaubt, jemals noch ins Buch hineinzufinden. Erst im Mittelteil konnte mich die Geschichte dann doch noch etwas catchen und auch bis zum Schluss halten. Der Schreibstil war hierbei eigentlich kein Problem, er ist von Anfang bis Ende ironisch und flüssig – genau so wie ich es mag. Gestört hat mich eher die Handlung, die am Anfang direkt Vollgas gibt und einem gefühlt davonrast. Ich bin den schnellen Wendungen nicht hinterhergekommen und habe das Feeling eines Liebesromans vermisst. Erst als es allmählich ruhiger wurde, konnte ich den Faden wieder aufnehmen. Dass die Handlung sich dann so viel im Kreis dreht, war wiederum etwas langwierig.

Generell kam mir im Buch das Feeling zu kurz – beziehungsweise es kam einfach nicht bei mir an. Ein Grund hierzu ist definitiv, dass ich mit Cameron zwar von Anfang an gut klargekommen bin, mit Aspen aber einfach nicht warm wurde. Wo ich Cams trocken-sarkastische und zugleich sehr bodenständige Art mochte, war Aspen zu wenig zugänglich. Sie war mir zu neugierig, zu aufdringlich und wirkte dadurch schrecklich unhöflich. Auch wurden die Päckchen, die sie zu tragen hat, für meinen Geschmack sehr spät beleuchtet – und dadurch hat Aspen einfach zu wenig Tiefe abbekommen. Die Geschichte wird abwechselnd aus Cams und Aspens Sich erzählt – wobei ich Cams Sicht entsprechend lieber mochte. Der einzige Knackpunkt bei ihm war eigentlich, dass ich nicht Verstand, was genau er in Aspen sah – außer ansprechende Lippen und eine nette Optik. Vermutlich lag das auch daran, dass ich Aspen einfach nicht so sehr schätzte. So oder so – die Liebesgeschichte des Romans war mir zugleich zu viel und doch zu wenig. Auch die kreative Anlehnung an „Romeo und Julia“ konnte das leider nicht wettmachen.

Mein Fazit:
Ich sage es ganz ehrlich – ich hatte mir von dem Buch mehr erwartet. Die Thematiken wurden deutlich anders umgesetzt als erwartet. Normalerweise lasse ich mich gerne überraschen und vermutlich hätte ich mich auch mit der unerwarteten Umsetzung arrangiert – wenn denn der Rest gepasst hätte und ich das Feeling der Geschichte besser nachvollziehen hätte können. Ich vergebe 3 Sterne für Camerons sympathische Art, den angenehmen Schreibstil und die Steigerung zum Ende hin. Ich bereue es auf keinen Fall das Buch gelesen zu habe, weil ich einfach total neugierig war, und es definitiv den schönsten Farbschnitt besitzt, den ich kenne. Eine Leseempfehlung würde ich aber nur mit ein paar Vorbehalten aussprechen. Wer völlig erwartungsfrei an das Buch herangeht, hat vermutlich die besten Chancen.

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Veröffentlicht am 25.11.2022

Von wertvollen Geschichten, wichtigen Themen und besonderen Wörtern

Dark Ivy – Wenn ich falle
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„Aber es sind die Geschichten, die etwas wertvoll machen.“
Als Eden in Woodford ankommt wünscht sie sich nichts sehnlicher als einen Neuanfang. Sie hat unfassbar hart für ihr Stipendium gekämpft, und das ...

„Aber es sind die Geschichten, die etwas wertvoll machen.“
Als Eden in Woodford ankommt wünscht sie sich nichts sehnlicher als einen Neuanfang. Sie hat unfassbar hart für ihr Stipendium gekämpft, und das soll nicht umsonst gewesen sein. Doch Eden ist noch nicht mal ganz auf der Academy angekommen, da wird ihr schon bewusst, wie fehl am Platz sie dort ist. Allein in der Fremde zwischen Studenten, die schon zuvor auf Privatschulen waren – wie soll sie hier Anschluss finden? Doch was mit unangenehmen Missgeschicken und einigen Missverständnissen beginnt, wird bald zu etwas sehr Schönem.
Aber noch sind die Freundschaften sehr frisch und fragil – halten sie all die bedrückenden Geheimnisse aus, die Eden mit sich herumschleppt? Und kann Eden jemals wieder einen Mann küssen, nachdem ihr letzter Kuss ihr Leben in die Tiefe gerissen hat?

WENN ICH FALLE ist der erste Band der DARK IVY – Dilogie. Schon der Epilog verrät, wie spannend und herzzerreißend die Reihe werden wird, doch zunächst geht die Geschichte sehr entspannt los. Innerhalb von nur wenigen Sätzen war ich in der Geschichte drin. Sie wird ausschließlich aus Edens Perspektive erzählt und liest sich absolut flüssig. Das Buch war nicht das erste, welches ich von Nikola Hotel gelesen habe, aber es ist schon eine Weile her, seit ich zuletzt etwas von ihr gelesen habe. Nichtsdestotrotz war mir direkt wieder klar, weshalb ich ihre Romane so sehr liebe: Sie entwickeln sich innerhalb von nur wenigen Sekunden zu Pageturnern und man spürt von der ersten Seite an das Lieblingsbuch-Potential.

Die Figuren machen es einem sehr leicht, sich in sie und die Geschichte hineinzufühlen. Was mich an Eden direkt überzeugt hat, war ihr durchdachtes Handeln. Sie hat Hoffnung in den Neuanfang, aber diese Hoffnung macht sie nicht naiv. Eden hinterfragt und ist vorsichtig – und das macht sie zu einem sehr authentischen Charakter, den man sehr gerne über hunderte von Seiten hinweg begleitet.
Auch William war mir auf Anhieb sympathisch, obwohl ich dafür eigentlich keine Erklärung habe. Irgendwo zwischen den Zeilen vermittelt das Buch einfach direkt den Eindruck, dass er einer von den Guten ist. Und deshalb habe ich ihn direkt ins Herz geschlossen. Generell mag ich die Art, wie Nikola Hotel die männlichen (Haupt)Charaktere in ihren Romanen gestaltet. Sie haben kein Badboy-Image notwendig, um interessant zu sein. Im Gegenteil – William ist einfühlsam, zeigt Gefühle und ist rundum DER Bookboyfriend schlechthin.

Was ich an DARK IVY außerdem besonders hervorheben möchte, das ist die Atmosphäre. Dark-Academia-Romane sind für mich persönlich noch ziemliches Neuland. Ich war zugleich neugierig und ein wenig vorsichtig. Ich habe mir ein wenig dunkle Stimmung gewünscht – es passt einfach auch zur aktuellen Novemberstimmung. Zugleich aber fürchtete ich, dass es ZU düster werde könnte. Dem war allerdings nicht so. Die Autorin hat genau das richtige Maß an Altertümlichkeit gefunden, um Woodford und dem Buch eine majestätisch-dunkle Stimmung einzuhauchen. Zugleich wurde das aber mit ganz viel heiteren Szenen und unfassbar lustigen Dialogen aufgelockert. Sehr gefallen haben mir auch all die Beschreibungen, mit denen die Stimmung perfekt eingefangen wird. Hier wurde die Architektur erklärt, dort der Kleidungsstil, dann ein wenig Kunst und dazwischen ein paar historische Fakten. Das alles ergab eine super ausgewogene Mischung. Man erhielt immer nur so viele Infos, damit die Neugierde zwar weiter angestachelt, die Geschichte aber nicht langatmig wurde.

So wird WENN ICH FALLE zu einem Buch, das man gut und gerne innerhalb von ein, zwei Tagen liest. Die Woodford Academy heißt den Leser ebenso herzlich willkommen, wie Eden und William und die vielen Nebenfiguren. Und je weiter man liest, desto mehr wächst einem die schrullig-herzliche Truppe ans Herz. Daher ist es wenig wunderlich, dass die tragischen Thematiken einem sehr nahegehen. Dennoch bin ich auch großer Fan der Thematiken – egal ob es die zentralen sind, oder eher nur stellenweise erwähnte Themen. Nikola Hotel hat enorm wichtige Schwerpunkte gesetzt und ich finde es absolut richtig, dass diese Themen in Romanen behandelt werden. Trotzdem möchte ich erwähnen, dass der Roman nicht ohne Grund eine Triggerwarnung besitzt.

Wer schon das ein oder andere Buch der Autorin gelesen hat, weiß sicherlich, dass man sich nicht nur stets auf ein kleines Wiedersehen mit „alten Bekannten“ freue darf. Nein, davon abgesehen sind Hotels Bücher auch stets ein ganz eigenes Kunstwerk. Es gab bereits Handletterings und Daumenkinos. In DARK IVY erwartet den Leser nun wunderschöne Blackout Poetry. Ich selbst kannte mich mit dieser Kunst vor dem Buch noch gar nicht wirklich aus, aber ich habe die kunstvollen Seiten total geliebt und war fasziniert, wie die Autorin diese Kunstwerke in die Geschichte eingewoben hat.

Mein Fazit:
WENN ICH FALLE ist eine emotionsreiche Geschichte, die mich von der ersten bis zur letzten Seite gepackt hat. Sie ist reich an Emotionen jeglicher Art und spart auch nicht an spicy Szenen. Die lustigen Szenen sind so witzig und die traurigen Szenen so ergreifend, dass man beim Lesen oft den Tränen nahe ist. Es ist wohl kein Wunder, dass dieser erste Band mit einem emotionalen Cliffhanger endet – allerdings hat es mich dann doch kalt erwischt, dass wir noch FÜNF Monate auf ein Wiedersehen mit Eden und William warten müssen. Diese viel zu lange Wartezeit ist allerdings der einzige Kritikpunkt, den ich an der Geschichte haben könnte ;)
Von mir gibt es daher natürlich volle und wohlverdiente fünf Sterne und eine ausdrückliche Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 17.11.2022

Eine unvergleichbar intensive Geschichte

So viel Zorn und so viel Liebe
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Pakistan ist nicht mehr mein Zuhause. Juniper war es nie.
Aber Salahudin – Salahudin fühlt sich wie ein Zuhause an.
Also bleibe ich.
Salahudin und Noor waren schon immer anders als die anderen. Aber zusammen, ...

Pakistan ist nicht mehr mein Zuhause. Juniper war es nie.
Aber Salahudin – Salahudin fühlt sich wie ein Zuhause an.
Also bleibe ich.

Salahudin und Noor waren schon immer anders als die anderen. Aber zusammen, da waren sie unschlagbar. Salahudin akzeptierte, dass Noor nicht über alles sprechen wollte. Noor akzeptierte, dass Sal nicht angefasst werden wollte.
Aber dann war da dieser eine Sommerabend, der alles veränderte. Sie kamen sich so nahe – doch nun ertragen nun die Anwesenheit des anderen nicht mehr.
Dann jedoch stirbt Salahudins Mutter. Während er um die Existenz von ihm und seinem Vater kämpfen muss, kämpft Noor um ihre Zukunft. Immer wieder drohen sie beide zu scheitern. Nur zusammen bleiben sie stark.
Zumindest solange, bis sie einander gegenseitig in die Tiefe reißen.

Zugegeben, meine Beschreibung des Inhalts klingt absolut abstrakt und poetisch. Aber ich fand es angemessen, die Geschichte auf diese Weise zu beschreiben, weil sie genau das ist: Poetisch. Und in gewisser Weise auch abstrakt. Alles an der Geschichte machte auf mich einen besonderen Eindruck.
Es fängt direkt beim Cover an, das es mir total angetan hat. Ich liebe die gedeckten Farben –umso mehr, seit ich das Buch gelesen habe. Das nächtliche Bild passt einfach perfekt zu der eher bedrückenden Grundstimmung. Und der Schimmer am Horizont – das sind Sal und Noor.
Eine weitere Auffälligkeit ist der Aufbau der Geschichte. Das Buch ist in fünf Teile gegliedert und vor jedem Teil findet sich die Strophe eines Gedichts. Doch erst mit der Zeit versteht man die Bedeutung des Gedichts für den Roman voll.

Die Geschichte wird hauptsächlich aus der Sicht von Salahudin und Noor erzählt. Beide Perspektiven haben ganz eigene Schwerpunkte und doch liebte ich beide Perspektiven gleichermaßen. Zusätzlich gibt es eine dritte Perspektive – die Sicht von Salahudins Mutter in Form von Rückblicken. Auch diese POV habe ich von Anfang an sehr geschätzt, weil man nochmal ein tieferes Verständnis für Salahudins Familiengeschichte erhält. Aber auch hier wird erst mit der Zeit klar, dass noch viel mehr hinter den Rückblicken steht. Und erst am Ende zeigt sich das letzte Puzzlestück, dass die Bedeutung der gesamten Handlung nochmals komplett verändert.

Insgesamt haben mir an der Handlung ganz besonders die vielen Wendungen gefallen. Das Buch ist unvorhersehbar und spannend. Bis zum Ende war ich mir unsicher, wie es mit Salahudin und Noor ausgehen würde. Allerdings kommt es bei SO VIEL ZORN UND SO VIEL LIEBE nicht (nur) auf den Ausgang an. Es ist ein Buch, bei dem wirklich der Weg das Ziel ist.
Man liest die Geschichte zwar sehr gebannt. Ist total fasziniert von dem Schreibstil, welcher einen jugendlichen Unterton mit lyrischen Worten und bildhaften Beschreibungen verknüpft. Dennoch ist es kein Buch, das man eben mal an einem Tag durchliest. Stattdessen muss man immer wieder eine Pause einlegen, um die neuen Erkenntnisse zu verarbeiten und all die Emotionen, die das Buch in einem aufwirbelt, zu ordnen.
Die Geschichte hat eine Triggerwarnung zu diversen Themen, welche sie auch benötigt. Doch selbst wenn einen die einzelnen Themen nicht direkt triggern, sollte man vorbereitet sein auf die geballte Ladung an bedrückenden und ergreifenden Gefühlen, die einen in SO VIEL ZORN UND SOP VIEL LIEBE erwarten. Die Stimmung der Geschichte und die Schicksale der Figuren haben mich auf eine Weise berührt, gerührt und getroffen, wie ich es schon sehr, sehr lange in keinem Buch mehr erlebt habe. Vielleicht habe ich es sogar noch nie derart intensiv erlebt. Ich war beim Lesen an manchen Stellen mindesten so am Boden zerstört oder zornig aufgebracht, wie die Charaktere selbst.
Und mit all diesen Gefühlen kamen auch die Momente und Aspekte, die mich zum Nachdenken brachten. SO VIEL ZORN UND SO VIEL LIEBE macht es einem eigentlich unmöglich, NICHT nachzudenken. Und es stimmt den Leser auf eine prägende Weise nachdenklich. Dadurch ist dieser Roman einer, der den Leser wohl nie mehr so ganz loslassen wird und seine Spuren hinterlässt.

Mein Fazit:
SO VIEL ZORN UND SO VIEL LIEBE habe ich mit einer Neugier auf die, mir fremde, pakistanische Kultur begonnen. Außerdem wollte ich mehr über die Freundschaft von Noor und Salahudin erfahren und darüber, ob da mehr als Freundschaft zwischen ihnen ist. All das habe ich auch erfahren – aber zudem soviel darüber hinaus. Auf jede erdenkliche Art und Weise beweist die Geschichte, dass das Leben nicht nur schwarz und weiß ist. Das ist einigen bestimmt schon klar, aber wirklich verstehen lehren uns das erst Noor und Salahudin. Dabei besitzt das Buch eine unvergleichliche Schönheit, die es zu einem Highlight macht. Eine Schönheit, die sich aus Schmerz und Traurigkeit und der bitteren Realität zusammensetzt. Aber eben auch aus der Kraft von Freundschaft, Familie, Gerechtigkeit und Liebe.
Ich könnte noch ewig weiter über das Buch schwärmen und würde doch nie Worte finden, die der Geschichte gerecht werden. Daher ganz kurz und knackig: Volle fünf Sterne und eine ausdrückliche Leseempfehlung.

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