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Veröffentlicht am 19.12.2024

Zwischen Überforderung und Lebenslust

Zwischen Ende und Anfang
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Moyes ist bekannt für gefühlvolle, traurige, aber vor allem ehrliche Romane. Mit "Zwischen Ende und Anfang" starten wir vor allem mit dem traurigen Part. Gut die erste Hälfte wirkt der Roman erdrückend ...

Moyes ist bekannt für gefühlvolle, traurige, aber vor allem ehrliche Romane. Mit "Zwischen Ende und Anfang" starten wir vor allem mit dem traurigen Part. Gut die erste Hälfte wirkt der Roman erdrückend und dabei so unglaublich nachvollziehbar. Protagonistin Lila ist überfordert mit der Trennung ihres Partners, den Kindern, ihrer Arbeit und den Pflichten als Nachbarin und Mutter. Ihr Stiefvater wohnt nach dem Tod ihrer Mutter bei ihr und als Lilas richtiger Vater auftaucht, ist das Chaos perfekt. Es ist eine leicht chaotische Konstellation mit zahlreichen Facetten und einem Widerspiegeln der Realität. Wie viele Kleinigkeiten sich zu einer großen Überforderung auftürmen und wie man mit Situationen umgeht, aus denen es kein entrinnen gibt. Ich konnte Lilas Wutausbrüche und Trotzhandlungen teils nachvollziehen, teils nicht. Dennoch ist mir immer die Begründung wichtig und Moyes versteht sich drauf, ihre Charaktere transparent darzustellen. Ihnen Raum für Erklärungen zu bieten.

Lilas Geschichte bietet für den Leser keinerlei großen Überraschungen. Schnell weiß man, was passieren wird. Welche Wege das Buch einschlagen wird und nur wenig konnte mich wirklich überraschen. Doch das tut dem Inhalt keinen Abbruch, denn primär geht es um die Vermittlung von Gefühlen, von sozialen Strukturen und vielleicht auch einem Spiegel für den/die Leser*in. Eine Chance zu reflektieren.

Zusätzlich zu Lilas Sichtweise, bekommt auch ihre Tochter Celie Raum. Eine wohltuende Ergänzung, denn oft geht die Perspektive der Kinder und Teenager verloren. Sie wirken nervig, bockig, kritikresistent. Doch hinter diese Mauer zu schauen und die Beweggründe und Probleme der Jüngeren mal zu reflektieren, das bedarf einer Offenheit, die ich in diesem Buch sehr wertschätzte. Kein Stadium des Lebens ist wirklich locker und leicht. Jede Station bringt ganz eigene Probleme und vor allem Lösungsansätze mit. Das Leben ist nicht stringent, das Leben hat keinen zweifelsfreien Kompass, das Leben passiert und zu Lernen, sich dabei nicht selbst zu verlieren, ist eine Kunst. Eine Empfehlung für alle Leser, die es etwas ruhiger und vor allem ehrlich mögen.

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Veröffentlicht am 25.11.2024

Ernste Themen authentisch aufgearbeitet

Forbidden Truth - Vor uns das Licht
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'Forbidden Truth' ist ein Buch mit ernsten Themen. Es geht um Angststörungen und Identitätsfindung. Um all die kleinen und großen Probleme, die sich rund um diese Schwierigkeiten im Leben aufbauen. Die ...

'Forbidden Truth' ist ein Buch mit ernsten Themen. Es geht um Angststörungen und Identitätsfindung. Um all die kleinen und großen Probleme, die sich rund um diese Schwierigkeiten im Leben aufbauen. Die Autorin möchte Aufmerksamkeit schaffen und zeigt dies in einer ruhigen und doch aufregenden Art. Mittmanns Roman scheint wiederzuspiegeln, wie sich betroffene Personen fühlen.

Kim ist Anfang 20 und sollte eigentlich ihr Leben genießen. Doch ihre Realität sind Angstschübe in den alltäglichsten Situationen. Selbst Einkaufen stellt sie vor ein Problem. Doch wie viele Betroffene versucht sie dies zu verheimlichen und hört sich Vorurteile anderer Menschen an, während sie selbst stumm leidet. Sie findet Trost und Halt in einer Online-Bekanntschaft. Finn, der charismatische und lustige Basketballer, scheint Kim wirklich zu sehen. Doch Kim weiß nichts von Finns Job, denn auch er kämpft mit seinen Dämonen. Eine kardiologische Krankheit lässt ihn sein Leben hinterfragen und wichtige Entscheidungen treffen. Kim ist die Einzige, die ihn wirklich zu sehen scheint. Beide Charaktere sind so liebevoll gestaltet und völlig authentisch in ihrem Charakter und ihrem Umgang mit ihren Problemen. Das Buch wird aus beiden Perspektiven erzählt und beide mochte ich gleich. Die beiden Hunde sind süße, quirlige Sidekicks, die das Buch gerne mal auflockern.

Obwohl es sicherlich die ein oder andere Stelle gab, wo die beiden sich schon früher und besser hätten austauschen können, wirkte der finale Konflikt authentisch und nicht an den Haaren herbei gezogen. Die Entwicklung beider überzeugte mich und kann Betroffenen, sowie auch nicht Betroffenen sicherlich eine Stütze, ein kleiner Faden sein.

Durch die Angststörung spielt sich viel in den eigenen, sichereren vier Wänden ab. Obwohl die Schauplätze überschaubar waren, gab es doch immer spannende oder emotionale Kapitel. Es gibt durchaus noch weitere Orte und auch Personen und alle waren etwas besonderes und um die Charaktere zeichnet sich, trotz weniger Auftritte, ein recht klares Bild. Auf diesen 350 Seiten wird alles wichtige erzählt und das ist eine Kunst.

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Veröffentlicht am 25.11.2024

Herzerwärmend und schön gestaltet

Die Katze, die nach Weisheit sucht
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Eine Katze, die auf der Suche nach dem Baum des Friedens ist. Viele kleine Leben, die ihr auf diesem Weg begegnen. James Norbury erschafft einen weiteren Roman voller Frieden und Weisheit. Schon ab der ...

Eine Katze, die auf der Suche nach dem Baum des Friedens ist. Viele kleine Leben, die ihr auf diesem Weg begegnen. James Norbury erschafft einen weiteren Roman voller Frieden und Weisheit. Schon ab der ersten Seite erkennt man, wie viel Liebe und Frieden in diesem Buch steckt. Um diese Art von Botschaften zu vermitteln, muss auch der Autor in sich ruhen. Besagte Katze geht auf Reisen. Sie trifft viele Freunde. Rabe, Wolfsjunges, Affe, Tiger, Schildkröte und letztlich das Kätzchen. Für sie alle hatte die Katze eine Botschaft. Sie alle waren in einem Gebiet des Lebens im Unreinen, doch Katzen beherbergen bekanntlich die Weisheit und so half sie allen, den Blick auf die Dinge zu verändern. Ganz alltäglich, fast banal wirkend und doch so wichtig für jedermann. Die Katze möchte alleine sein, möchte in sich ruhen, doch mit einem jungen verspielten Kätzchen ist das nicht so einfach. Und so hat auch ein Tier der Weisheit noch eine Lektion zu lernen. Denn nie hat man ausgelernt und diese Botschaft kann sicherlich viele inspirieren ein neues Projekt in die Hand zu nehmen, oder das eigene Verhalten zu reflektieren. Ich kann dieses schöne Buch jedem empfehlen. Die Bilder sind detailreich und ich liebte die Anspielungen auf Norburys Bilderroman "Großer Panda und kleiner Drache". Wer einen kurzweiligen Moment Seelenfrieden und innere Ruhe sucht, der setzt sich genau mit diesem Buch abends auf die Couch.

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Veröffentlicht am 21.11.2024

Spannend, humorvoll und genau stimmig

Zwei Hexen und ein Whiskey
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Annette Maries "Guild Codex"-Reihe bringt alles mit, was für eine gute Fantasy-Geschichte notwendig ist: Action, Spannung, ein breites Worldbuilding, ausgefeilte Charaktere und die richtige Dosis Humor ...

Annette Maries "Guild Codex"-Reihe bringt alles mit, was für eine gute Fantasy-Geschichte notwendig ist: Action, Spannung, ein breites Worldbuilding, ausgefeilte Charaktere und die richtige Dosis Humor und Sarkasmus. Auch durch diesen Band bin ich regelrecht geflogen, denn Maries Schreibstil liest sich flüssig. Kein Kapitel endet in Langeweile, sondern birgt auf jeder neuen Seite eine neue Info oder einen neuen Vorfall. Die Charaktere sind breit gefächert. Kleine Drachen, freche Feen und Magier jeglicher Art. Dabei deckten sich gerade in diesem Band sehr viele Geheimnisse um die Protagonisten auf. Diese werden angerissen, sodass ich mich schon sehr auf den potenziellen Stoff in den Folgebänden freue. Und natürlich darf einer nicht fehlen: Druide Zac, der sich ziemlich schnell in mein Herz geschlichen hat und dessen Anwesenheit für mich beim lesen Freude bedeutet. Wie viele Autoren können das durch ihre Charaktere hervorrufen?

Das Buch startet gewohnt schnell in die Geschichte, wie ich es liebe. Natürlich gehören dazu auch im großen Maße ziemlich unüberlegte Handlungen seitens Tori. So wie wir sie eben kennen. Wieder bemerkte ich beim Lesen erfreut, wie die Autorin einen stinknormalen Menschen in eine Fantasywelt einwebt, ohne es überzogen darzustellen. Tori ist auf ihre Weise stark und so treibt dieser Band auch ihre Geschichte weit nach vorne. Für die Länge der Reihe war dies genau der richtige Zeitpunkt, um die Geschichte weiter zu entwickeln. Dabei kann ich weiterhin noch nicht genau sagen, was die Hauptstory ist. Der Leser lebt von einem magischen Ereignis ins nächste und es kristallisieren sich bestimmte Richtungen hervor, aber persönlich tappe ich noch im Dunkeln. Sehr gerne bleibe ich weiter dran und freue mich schon darauf, in nächsten Band mit Tori einen Martini zu trinken.

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Veröffentlicht am 04.11.2024

Idee zu komplex

Immortal Longings
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Die grandiosesten Geschichten werden aus innovativen Ideen und einem phänomenalen Worldbuilding geschaffen. Genau das erhoffte ich mir nach dem Klappentext zu Chloe Gongs 'Immortal Longings'.

Schnell ...

Die grandiosesten Geschichten werden aus innovativen Ideen und einem phänomenalen Worldbuilding geschaffen. Genau das erhoffte ich mir nach dem Klappentext zu Chloe Gongs 'Immortal Longings'.

Schnell merkte ich, dass es kein Buch für zwischendurch ist. Ich musste mich darauf einlassen, mir Zeit und Konzentration für diese komplexe Idee nehmen. Die Bewohner der Stadt San-Er können in die Körper anderer Leute springen. Eigentlich ist dies illegal, doch zu den jährlichen Tötungsspielen dürfen die Teilnehmer sich das Springen zunutze machen.

Zunächst klang die Idee wie etwas, was ich nie zuvor gehört hatte. Doch mit dem Fortschreiten des Buches eröffnet sich mir nur zahlreiche Fragezeichen und Logiklücken. Jede Szene musste ich hinterfragen, wichtige und spannende Infos kamen einfach nicht. Das Moralsystem ging Hand in Hand mit dem Springen und auch hier schien sich weder die Protagonistin, noch das Volk so ganz einig zu sein. Unsere Protagonistin lebt dafür, den König zu stürzen. Sie würde über Leichen gehen, aber gibt sich gleichzeitig als die empathische Prinzessin, die das Volk versteht und es retten möchte, während sie unter einer eiskalten Maske ein Blutbad nach dem nächsten forciert.

Hinzu kommt eine Liebesgeschichte. Meiner Meinung nach wieder völlig unnötig für die Idee selbst, aber die Autorin spinnt die Geschichte so, dass die Liebe essentiell wird. Leider ist diese fernab von glaubwürdig. Die Protagonistin Calla zeigte noch nie in ihrem Leben Gefühle, aber auf einmal tut sie dies von heute auf morgen. Zwischen Blut und Kampf. Mit schwersten Verletzungen werden Sexszenen inszeniert, die mich nicht abholen konnten. Ich habe mich sehr auf das Buch gefreut und bin neugierig drauf, ob meine Fragen sich in einem Folgeband aufklären würden.

Der Schreibstil ist großartig. Mitreißend, spannend, gut strukturiert. Doch die Idee der Autorin scheint mir etwas zu komplex und trifft wahrscheinlich auch nicht das Mindset der westlichen Welt.

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