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Veröffentlicht am 26.02.2018

Ein Bilderbuchschatz für Kinder, Tierliebhaber und alle Guten Feen

Komm nur herein!
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Kennt ihr das, wenn man besonders liebe Menschen in seiner Umgebung als gute Fee bezeichnet? In diesem Buch wohnt eine Gute Fee zusammen mit einer kleinen Maus in einem Märchenhaus. Die Gute Fee versteht ...

Kennt ihr das, wenn man besonders liebe Menschen in seiner Umgebung als gute Fee bezeichnet? In diesem Buch wohnt eine Gute Fee zusammen mit einer kleinen Maus in einem Märchenhaus. Die Gute Fee versteht die Sprache der Tiere und kann ihnen Geschichten erzählen. Die kleine Maus genießt diese Zweisamkeit und ist ziemlich entsetzt, als eines Tages eine Katze vor der Tür steht und die Gute Fee sie hineinbittet. Vor Schreck versteckt sich die kleine Maus unter der Komode. Als wenn das nicht reichen würde, kommt dann auch noch ein Hund dazu. Ob die Maus ihre Angst überwinden kann und werden sich Hund und Katz vertragen?

Mit diesem Buch ist mir ein richtiger kleiner Schatz in die Hände gefallen. Die Gute Fee, die sich liebevoll um die Tiere kümmert und alle versorgt aber auch dieses zuckersüße Mäuschen, mit dem man mitleidet und sich dann aber auch mitfreut, waren mir auf Anhieb sympatisch. Hinzu kommt, dass es sich bei der Guten Fee nicht um ein graziles Wesen handelt, sondern um eine grauhaarige und etwas fülligere Frau, eben wie die Gute Fee aus der Nachbarschaft, die für jeden ein offenes Ohr und ein freundliches Wort hat. Die Widmung in diesem Buch fasst es gut zusammen, was Max Bolliger sich bei dieser Geschichte gedacht hat:

"Diese Geschichte widme ich nicht nur den Kindern, sondern auch den Müttern, allen Guten Feen." Max Bolliger (1929-2013)

Ich sehe dieses Buch nicht nur als Kinderbuch, sondern auch als Geschenkbuch für gute Feen und auch in der Seniorenarbeit. Während die Kinder sich vor allem mit der kleinen Maus identifiziert haben, ist die Gute Fee im Buch die Identifikationsfigur für ältere Leute. Und ich weiß auch schon für wen ich ein zweites Exemplar als Geschenk besorgen werde: für meine Oma, denn ich erkenne sie in der Guten Fee absolut wieder!

Fazit: Ein wunderbar poetisches Buch über Gute Feen! Lihie Jacob hat die Gedanken der Geschichte erfasst und exzellent illustriert. Ein Buch für alle Tierliebhaber und Guten Feen!

Veröffentlicht am 26.02.2018

Ein unterhaltsames Dorfleben und ein fast vergessenes Geheimnis

Tante Dimity und der verlorene Schatz
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Lori, gebürtige Amerikanerin, hat vor vielen Jahren ein Cottage in England geerbt. Dort wohnt sie nun mit ihrem Mann, den Zwillingssöhnen Will und Rob, Baby Bess sowie ihrer verstorbenen Tante Dimity (von ...

Lori, gebürtige Amerikanerin, hat vor vielen Jahren ein Cottage in England geerbt. Dort wohnt sie nun mit ihrem Mann, den Zwillingssöhnen Will und Rob, Baby Bess sowie ihrer verstorbenen Tante Dimity (von der sie auch das Cottage geerbt hat). Ja, ihr habt richtig gelesen, die Tante ist schon verstorben, aber auf unerklärliche Weise lebt noch ein Teil von ihr in einem Buch. Wenn Lori sich mit dem Buch unterhält, erscheinen Dimitys Antworten auf den Seiten des Buchs. Das Cottage steht im kleinen Dörfchen Finch, das sich irgendwo in der Nähe von Oxford befinden muss. Und wie es in einem Dorf so ist, jeder kennt jeden, es gibt den Dorfklatsch und wenn jemand hinzuzieht, wird das sofort genau unter die Lupe genommen. Und so haben sich viele der Dorfbewohner gaaaanz zufällig in der Nähe des Cottages getroffen, um den Einzug eines älteren Paares zu beobachten. Als Kisten mit der Aufschrift Museum gesichtet werden, entsteht sofort das Gerücht, der Neue will ein Museum eröffnen. Womöglich auch noch mit Museumscafé, was Konkurrenz für die anderen Geschäfte bedeuten könnte. Es stellt sich dann aber heraus, dass James‘ Sondengänger ist und mit seinen Metalldetektor verschiedene Sachen aufspürt und sammelt. Dieses Hobby wird schnell zum neuen Trend im Dorf und befördert so einiges zu Tage.

Auch Lori findet auf dem Speicher ihres Cottages einen längst vergessenen Armreif ihrer Tante Dimity. Als sie Dimity darauf anspricht, kommt heraus, dass diese das Schmuckstück von einem Verehrer in ihrer Londoner Zeit geschenkt bekommen hat. Sie bittet Lori, ihren alten Freund wiederzufinden und den Armreif und eine Nachricht zu übermitteln. Allerdings kennt sie nur dessen Spitznamen Badger und nicht den richtigen Namen. Einziger Anhaltspunkt ist ein kleines Café in London. Ob Lori nach so langer Zeit Badger noch finden kann?

„Tante Dimity und der verlorene Schatz“ ist nun schon der 21. Band dieser Reihe. Es war nicht mein erster Band, ich kenne aber auch nicht alle. Man kann die Bücher durchaus unabhängig voneinander lesen, aber ich denke, es macht mehr Spaß, wenn man in etwa die Reihenfolge einhält und so auch die Entwicklung von Loris Familienleben besser verfolgen kann. Nancy Atherton hat einen unterhaltsamen und leicht lesbaren Schreibstil und man fühlt sich schon fast wie ein Teil des kleinen Dörfchens. Ich freue mich jedenfalls jedes Mal, wenn ich Finch und Lori mit ihrer Familie besuchen darf. Wie jedes Dimity-Buch hat übrigens auch dieses wieder ein Rezept zum Nachbacken im Anhang.

Dass die Reihe jetzt unter Wohlfühlkrimi vermarktet wird, halte ich für etwas übertrieben. In diesem Fall sollte Lori jemanden aus Dimitys Vergangenheit finden. Ja, dafür braucht es etwas detektivischen Spürsinn, aber im Vordergrund der Geschichte steht nicht wirklich ein Fall wie ihn ein eingefleischter Krimifan erwarten würde, wenn er das Wort Krimi liest. Im Vordergrund steht mehr das Mit- und Gegeneinander im Dörfchen Finch, was sehr unterhaltsam ist. Dimitys Auftrag bringt Spannung in die Geschichte, aber ich würde es nicht als Krimi titulieren.

Fazit: Ein unterhaltsamer neuer Band über das Dörfchen Finch!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Charaktere
  • Lesespaß
  • Authentizität
  • Spannung
Veröffentlicht am 23.02.2018

Ein absolutes Lieblingsbuch!

Echte Bären fürchten sich nicht
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Tief im Wald liegt eine Bärenfamilie, bestehend aus Mama, Papa und 3 Kindern, in ihren Betten. Plötzlich wacht Baby-Bär Bobo auf. Er hat ein Grunzen gehört und ruft aufgeregt um Hilfe. Das kann schließlich ...

Tief im Wald liegt eine Bärenfamilie, bestehend aus Mama, Papa und 3 Kindern, in ihren Betten. Plötzlich wacht Baby-Bär Bobo auf. Er hat ein Grunzen gehört und ruft aufgeregt um Hilfe. Das kann schließlich nur ein Monster sein! Also beschließt Papa Bär, seine Familie zu überzeugen, dass es keine Monster gibt. Bewaffnet mit einer Laterne machen sich die fünf Bären auf den Weg durch den Wald, denn echte Bären fürchten sich nicht. Was sie da alles finden und ob Papa Bär bei seiner Meinung bleibt, dass ein echte Bär sich nicht fürchten, bleibt erstmal mein Geheimnis.

Als mein kleiner Räuber das Buch zum ersten Mal in den Händen hielt, war er total hin und weg von der goldenen Schrift und den goldenen Akzenten. Dieses Gestaltungsmittel hat ihn sofort begeistert. Auch die Illustrationen im Inneren konnten uns überzeugen. Die Emotionen der einzelnen Figuren lassen sich sofort erkennen. Auch mit der Schrift wurde gestaltet, sprich einzelne Worte in größerer Schrift gesetzt, was nicht nur schön aussieht, sondern auch eine Hilfestellung bei der Betonung für den Vorleser ist.

Geradezu ein Geniestreich vom Verlag war es, Paul Maar für die deutsche Version des Buchs zu gewinnen. So manches schöne englische Original verlor durch die Übersetzung ins Deutsche seinen Charme bzw. lies sich nur holprig lesen. Bei dem Namen Paul Maar kann man sich sicher sein, dass an den Reimen nichts auszusetzen ist. Paul Maar ist in der deutschen Kinderliteratur ein Qualitätssiegel.

Es ist eins dieser Bücher, wo der kleine Zuhörer nach dem Ende kräht "Nochmal, nochmal!", was meines Erachtens das größtes Kompliment ist, dass ein Kind einem Bilderbuch machen kann. Die Spannung wird durch gezielte Wiederholungen und die Übertragung des letzten Worts im Reim auf die nächste Seite gesteigert. Nach einigen Leserunden fing der kleine Räuber dann von selbst an, die Reime beim Umblättern zu ergänzen. Ein bisschen erinnert mich das Buch an die erfolgreichen Bilderbücher des Duos Julia Donaldson/ Axel Scheffler. Wer die Bücher der Beiden liebt, wird in "Echte Bären fürchten sich nicht" einen neuen Liebling für das Kinderbuchregal finden. Unbedingte Empfehlung!

Fazit: Bei dieser witzigen und spannenden Geschichte wurde alles rausgeholt was geht. Das Ergebnis ist ein geniales Bilderbuch mit tollen Reimen und schönen Illustrationen. Ein Lieblingsbuch!

Veröffentlicht am 22.02.2018

Ein spannender Auftakt mit mutigen Kindern, vielen Geheimnissen und magischen Düften

Die Duftapotheke (1). Ein Geheimnis liegt in der Luft
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Luzie und Benno ziehen mit ihren Eltern in eine alte Villa in einem kleinen Städtchen. Während die Villa Evie für Luzie einfach eine Bruchbude ist, stellt sie für ihre Mutter die Erfüllung eines Traums ...

Luzie und Benno ziehen mit ihren Eltern in eine alte Villa in einem kleinen Städtchen. Während die Villa Evie für Luzie einfach eine Bruchbude ist, stellt sie für ihre Mutter die Erfüllung eines Traums dar. Auf ihrer Entdeckungstour durch die Villa, zu der auch bald Nachbarsjunge Mats dazukommt, finden sie aber jeder Menge geheimnisvolle Sachen und Verstecke, die auch Luzies Neugier anfachen. Und dann ist da auch noch dieser seltsame Gärtner, der auf dem Grundstück der Villa ein großes Gewächshaus betreibt. Leider hat er gar nichts für Kinder übrig. Was er wohl für ein Geheimnis verbirgt?

Im Laufe der Geschichte finden die Kinder die geheime Duftapotheke. Jede Menge geheimnisvolle Flakons lagern hier und tragen Namen wie Duft der Endlichkeit, ein Hauch Mitgefühl, eine Brise Angst, ein Duft von Kälte, ein Hauch Zeitverschiebung oder Rückspulender Dampf. Aber nicht alle Düfte sind ungefährlich. Riecht das nicht nach einem spannenden Abenteuer?

Die Geschichte wird uns von Luzie erzählt. Sie wurde aus ihrem Leben in Berlin entwurzelt und vermisst ihre beste Freundin ganz schrecklich. Nun muss die Großstadtpflanze in der kleinen Stadt ganz von vorn beginnen. Der Nachbarsjunge Mats knüpft schnell Kontakt zu ihr, scheint aber auch ein ausgeprägtes Interesse an der Villa Evie zu haben und er verbirgt ein Familiengeheimnis. Und dann ist da noch der kleine Benno. Fünfjährige kleine Brüder können für große Schwester ganz schön nervig sein, aber als Mutter muss ich Luzie auch ein großes Kompliment machen, wie sie sich um Benno sorgt, mit ihm spielt und ihn beschützt. Eine wirklich tolle große Schwester! Letztendlich trägt auch der Kleinste des Dreiergespanns seinen Teil beim Entschlüsseln der Rätsel und Geheimnisse bei.

Neben den sympathischen und auch authentischen Charakteren (natürlich haben die Kinder auch ihre Schwächen und machen Fehler) hat mich das Setting der alten Villa sehr begeistert: geheime Verstecke, unterirdische Tunnel, ein versteckter Fahrstuhl und vieles mehr. So ein geniales Haus! Und für die Kinder ist es natürlich super zum spielen und entdecken.

Die Illustrationen von Claudia Carls ergänzen das Buch auf stimmungsvolle Weise. Auch das Cover finde ich sehr gelungen, auch wenn es mich gefreut hätte, wenn auch Mats und Benno ihren Platz darauf gefunden hätten.

Fazit: Ein spannender Auftakt einer Trilogie mit mutigen Kindern, vielen Geheimnissen, Gegenspielern und magischen Düften. Ich bin gespannt, was uns in Band 2, der im Herbst erscheinen soll, erwarten wird!

Veröffentlicht am 21.02.2018

10 schöne Geschichten mit einem sprechenden Waschbären und einer innovativen Verpackung

Villa Wunderbar. Ein Waschbär zieht ein
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Die Villa Wunderbar ist eine schöne Familienvilla, wo Matilda und Joschi mit ihren Eltern und Großeltern wohnen. Die beiden sind Cousin und Cousine, besuchen dieselbe Klasse, machen zusammen Hausaufgaben, ...

Die Villa Wunderbar ist eine schöne Familienvilla, wo Matilda und Joschi mit ihren Eltern und Großeltern wohnen. Die beiden sind Cousin und Cousine, besuchen dieselbe Klasse, machen zusammen Hausaufgaben, spielen zusammen – sprich sie sind ein Herz und eine Seele. Im Erdgeschoss der Villa betreibt die Oma der beiden Kinder einen Waschsalon mit Cafè-Anschluss. Vor kurzen ist auch ein ganz besonderer Untermieter eingezogen: Henri, ein sprechender Waschbär. Eines Tages fanden sie ihn in einer Wäschetrommel und seit dem wirbelt er das Leben der Familie kräftig durcheinander.

In diesem Umfeld spielen nun 10 kleine Geschichten, die alle mit dem Satz „In der Villa Wunderbar ist überhaupt kein Tag wie der andere.“ beginnt. In den Episoden werden vermeintliche Diebe verfolgt, Henri hilft der Kunst nach, Joschi versucht mit Henris Hilfe im Schach zu gewinnen und vieles mehr. Martin Baltscheit verleiht jeder Figur eine eigene Stimme, ohne dass das Ganze überdreht wirken würde. Seine warme Stimme passt hervorragend zu den Geschichten.

Das Hörbuch wird ab 4 Jahren empfohlen und dem möchte ich mich anschließen. Da es sich um kleine Geschichten handelt, kann man die CD auch gut in kleinen Portionen hören. Ein echter Hingucker ist die CD-Hülle. Denn diese lässt sich ganz einfach in eine kleine Villa umbauen und so kann man mit ein paar Accessoires aus den Spielkisten die Geschichten nachspielen oder sich eigene ausdenken. Danach lässt sich das Spielhaus ganz schnell und einfach wieder in eine schmale Hülle umbauen. Ich bin absolut begeistert von diesem innovativen und durchdachten Verpackungsdesign.