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Veröffentlicht am 16.04.2018

Das Geheimnis des Turms

Wie Möwen im Wind
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Das Geheimnis des Turms

„“Et pourtant aimez-moi, tendre coeur! Amante ou soeur, soyez la douceur éphemère D’un glorieux automne ou d’un soleil couchant.“

Wunderschöne, tiefsinnige poetische Worte in ...

Das Geheimnis des Turms

„“Et pourtant aimez-moi, tendre coeur! Amante ou soeur, soyez la douceur éphemère D’un glorieux automne ou d’un soleil couchant.“


Wunderschöne, tiefsinnige poetische Worte in französischer Sprache – der Songtext eines meiner liebsten französischen Lieder der österreichischen Gruppe „Papermoon“ begegneten mir zu meiner allergrößten Überraschung in diesem faszinierenden Buch der Autorin Nicola Vollkommer. Ich erwartete einen Liebesroman mit einer Prise Abenteuer. Was mir jedoch im Buch „Wie Möwen im Wind“ geboten wurde, war erstklassige Unterhaltung mit tiefem Gefühl. Mutterliebe, Freundschaft, Liebe, doch auch Intrigen, Feindschaft und Hass waren gewichtige Themen in dieser Geschichte, die Anfang des 19. Jahrhunderts in der wildromantischen, gefährlichen Steilküste von Cornwall spielt.

Zentrum des Geschehens ist Birch Hollow, wo seit Generationen das Adelsgeschlecht der Greenwolds residiert, vertreten durch Lord Winston Greenwold und seiner Ehefrau, Lady Agnes, sowie den beiden Töchtern Lady Rosalinde und Lady Georgiana. Der eiskalte, geschäftstüchtige aber häufig durch Abwesenheit glänzende Lord von Birch Hollow sehnt sich nach einem männlichen Erben, den ihm seine Ehefrau nicht zu schenken vermag. Lady Agnes hasst sowohl ihren Ehemann, als auch ihre Tochter Georgiana, Zuneigung und innige Liebe findet das kleine Mädchen nur bei ihrer Amme und Pflegemutter Maggie, einer warmherzigen Frau aus dem Dorf. Maggie nennt die kleine Lady „Charlotte“ und neben ihrer mütterlichen Wärme erfährt das Mädchen durch Maggies Sohn Jake auch innige Freundschaft, darf unbekümmerte Kindheitstage verleben. Als Charlotte ins heiratsfähige Alter kommt, schmiedet ihr Vater Pläne und benutzt seine jüngere Tochter als Schachfigur auf seinem Spielbrett. Doch Charlotte hat ihren eigenen Kopf, und als sie es trotz der unheilvollen Gerüchte um den uralten Fluch altertümlicher Mönche wagt, einen Fuß in den alten Klosterturm zu setzen, zerplatzen all ihre Träume von einer hoffnungsvollen Zukunft und ihr gesamtes bisheriges Leben zerbricht in tausend Scherben…

Nicola Vollkommer ist es gelungen, mit dieser berührenden Mischung aus Romantik und Abenteuer eine äußerst einnehmende Geschichte zu erzählen. In ihrem Roman vermischt sie historische Tatsachen mit fiktiven Elementen und präsentiert ihren Lesern eine atemberaubende Story aus einem der dunklen Kapitel der Geschichte Cornwalls. Die Autorin punktet nicht mit unerträglichem Spannungsniveau, sie glänzt vielmehr mit ausgefeilten Protagonisten und vielschichtigen Nebenfiguren. Dabei bringt sie in einnehmendem Schreibstil auch christliche Werte ins Buch ein und gibt dem Glauben an Gott großen Raum. Ein emotionsgeladenes Werk, das Herzen zu berühren vermag und das ich weiter empfehle!

Veröffentlicht am 16.04.2018

Falsche Wahl

Falsche Wahl
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Der Wahlkampf ist zentrales Thema in Cape Refuge und beschäftigt die Gemüter der Einwohner. Ben Jackson, Sam Sullivan und Jonathan Cleary kandidieren jeweils für das Amt des Bürgermeisters und bereiten ...

Der Wahlkampf ist zentrales Thema in Cape Refuge und beschäftigt die Gemüter der Einwohner. Ben Jackson, Sam Sullivan und Jonathan Cleary kandidieren jeweils für das Amt des Bürgermeisters und bereiten sich auf eine entscheidende Podiumsdiskussion vor, als Ben Ehefrau Lisa plötzlich als vermisst gemeldet wird. Der Polizeichef des Cape Refuge Police Department, Matthew Cade, nimmt die Ermittlungen auf. Der Verdacht einer geschickten Wahlbeeinflussung durch bewusste Erregung der öffentlichen Aufmerksamkeit erweist sich rasch als nichtig, als die Leiche der Vermissten im Fluss entdeckt wird. Lisa wurde ermordet, Ben Jackson scheint am Boden zerstört. Matthew Cades Nachforschungen bringen brisante Details ans Licht. Es tauchen delikate Briefe einer angeblichen Geliebten Ben Sullivans auf, Alan Sims, Lisas Arzt für ihre Kinderwunschbehandlung, wird auf den Zahn gefühlt, und auch das Umfeld des Wahrsagers Carson Graham, der den Tatort in allen Einzelheiten verdächtig genau beschreiben konnte, wird überprüft. Es gibt viele Verdachtsmomente und unzählige Fährten, die Cade zu verfolgen hat, doch die Mittel der örtlichen Polizei sind begrenzt. In der Journalistin Blair Owens findet der sympathische Ermittler kluge und hilfreiche Unterstützung bei seinen Recherchen, als jedoch ein weiterer Mord geschieht, ist rasches Handeln gefragt. Ob Cade es schafft, die Identität des Mörders rechtzeitig herauszufinden?

Im dritten Teil der Cape Refuge Reihe erzählt Terri Blackstock die Geschichte eines tragischen Mordfalls, der die Gemüter der Insel erschüttert. Sie startet mit einer kleinen privaten Tragödie des Ehepaars Cleary und stellt ihren Lesern die handelnden Personen ihres Buches vor. Morgan Cleary, die von ihren kürzlich verstorbenen Eltern die Leitung des Hanover House übernommen hat, sieht den Gehorsam gegenüber Gott, Selbstdisziplin und Liebe als Segnung an und spiegelt dies in all ihren Handlungen. Hanover House gilt auf Cape Refuge als vorübergehendes Zuhause für Menschen, die versuchen, ihre Leben wieder in den Griff zu bekommen. Das Ehepaar bietet seinen Pensionsgästen ein Resozialisierungsprogramm und vermittelt in dem christlichen Haus kostenlos biblische Grundlagen. Morgans Ehemann Jonathan bietet auf Cape Refuge Fischfang-Touren an, arbeitet als Pastor in der kleinen Kirche der Insel, und konzentriert sich daneben auch noch auf seine Kandidatur für das Amt des Bürgermeisters.

Eine weitere wichtige Rolle in diesem hochspannenden Buch spielt der Polizeichef Matthew Cade, Jonathans bester Freund und zugleich die große Liebe von Morgans Schwester Blair. Blair Owens ist Inhaberin eines kleinen Zeitungsverlags auf Cape Refuge. Sie versucht, bei ihrer Arbeit die biblischen Grundsätze der Ehrlichkeit und der Liebe zu verwirklichen, berichtet mit Seriosität und gesundem Menschenverstand. Ihre große Neugier, ihre rasche Auffassungsgabe, ihr Talent, zuzuhören und im richtigen Moment die richtigen Fragen zu stellen, machen die junge Frau zu einer wertvollen Hilfe bei der Ermittlungsarbeit der Polizei.

Abgesehen von den vier Protagonisten bringt Terri Blackstock auch einige äußerst interessante Nebenfiguren in die Handlung ein. Der mit hohem Spannungsfaktor ausgestattete Mordfall ist mit den persönlichen Schicksalen der Clearys und deren Umfeld verwoben, wobei der Schreibstil der Autorin äußerst einnehmend und Interesse weckend ist. Die Tatsache, dass biblische Werte und der Glaube an Gott eine tragende Rolle in diesem Roman spielen, wertet den Inhalt zusätzlich auf. Was mich ganz besonders für dieses Buch erwärmt hat, waren die in die Tiefe gehenden und äußerst bereichernden Gespräche der handelnden Personen. Terri Blackstock ermöglicht es ihren Lesern, an der persönlichen Entwicklung ihrer Protagonisten teilzuhaben und bezieht sie auch emotional in die Geschichte ein.

„Falsche Wahl“ hat aufgrund meines Faibles für gute Kriminalromane und meiner großen Vorliebe für christliche Romane mein Interesse geweckt und ich wollte unbedingt erfahren, wie der Autorin die Vermischung dieser beiden Komponenten gelungen ist. Das vorliegende Buch hat mich in jeder Hinsicht überzeugt und ich kann diesen ausgezeichneten Spannungsroman mit WERTvollem christlichen Inhalt uneingeschränkt weiter empfehlen.

Bücher aus dem BOAS-Verlag repräsentieren für mich mittlerweile erstklassige Lektüre, und ich kann sie jedem nur ans Herz legen!

Veröffentlicht am 16.04.2018

Ein kleines Stückchen Seligkeit

Ein kleines Stückchen Seligkeit
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Der 25jährige Neil Fisher kommt nach seinem Theologiestudium und der absolvierten Ausbildung zum Gemeindepfarrer in eine beschauliche Kleinstadt in England, um sich für den Posten eines Vikars vorzustellen. ...

Der 25jährige Neil Fisher kommt nach seinem Theologiestudium und der absolvierten Ausbildung zum Gemeindepfarrer in eine beschauliche Kleinstadt in England, um sich für den Posten eines Vikars vorzustellen. In der St. Stephen’s Gemeinde in Dunbridge plant er ein dreijähriges Vikariat. Bei seiner Ankunft trifft Neil auf die Pfarrerin Margaret Prowse und taucht dank der quirligen Frau mit dem barschen Tonfall sofort tief in die Geschicke ihrer Schäfchen ein. Das Leben in Dunbridge weicht stark von allem ab, was er während seiner Ausbildung gelernt hat, denn nun zählt praktische Umsetzung, anstatt trockener Theorie.

Wer sich anhand des Coverfotos oder des Klappentextes eine beschauliche oder romantische Geschichte erwartet hat, wird von diesem Buch vielleicht enttäuscht sein. Pam Rhodes kann auch keinen hohen Spannungsfaktor aufweisen, es gibt keine schockierenden und unerwarteten Wendungen. Was dieser außergewöhnlichen Autorin jedoch gelungen ist, ist eine exzellente Charakterstudie von „echten“ Menschen mit „echten“ Problemen. Pam Rhodes liefert eine liebenswürdige Beschreibung von Gemeindemitgliedern, die sich um ihre Mitglieder und Nächsten kümmert. Die handelnden Personen sind keine „reichen, schönen und beinahe fehlerlosen Superhelden“. Sie sind Menschen von nebenan, und zudem derart einnehmend charakterisiert, dass sie mir im Verlauf des Buches unweigerlich ans Herz gewachsen sind. Der einnehmende Schreibstil, die warmen Töne zwischen den Zeilen, das Verständnis und die Hingabe, mit der sich die Autorin in ihrer Erzählung den handelnden Personen und deren Lebensgeschichten widmet, haben mich sehr berührt. Die Hauptfigur dieses Buches ist zweifellos der junge Vikar Neil Fisher. Pam Rhodes bringt aber zugleich auch zahlreiche Nebenfiguren in ihre Geschichte ein und widmet sich ihnen mit großer Liebe zum Detail und vielen Emotionen. In ihrem Buch spielt auch Humor eine Rolle, und einige Szenen brachten mich unweigerlich zum Schmunzeln. Mich auf eine der handelnden Personen festzulegen ist schwierig und beinahe unmöglich. Ganz besonders berührt hat mich jedoch die Geschichte der alten Dame namens Elsie, dicht gefolgt von Neils neuem Nachbarn Harry Holloway und seiner Familie. Als Neils kapriziöse und narzisstische Mutter Iris beschließt, ihren „verlorenen Sohn“ zu besuchen und ihn davon zu überzeugen, diese „Schnapsidee“ aufzugeben und einen „ordentlichen Beruf“ zu ergreifen, kommt mit ihrer Person auch Aufregung und Turbulenz ins Spiel.

Der Inhalt dieses Buches hat mich vollkommen für sich eingenommen. Ich kann diese feinfühlige, in wunderbarem Schreibstil dargebrachte Geschichte über die St. Stephen’s Gemeinde in Dunbridge jedem ans Herz legen, der leise Töne und liebevoll gezeichnete Personen mit ganz normalen Fehlern und Schwächen zu schätzen weiß. „Ein kleines Stückchen Seligkeit“ kann ich nur als wunderschöne Leseerfahrung, die mir große Freude bereitet hat, bezeichnen. Uneingeschränkte Leseempfehlung, und fünf Bewertungssterne dafür!

Veröffentlicht am 16.04.2018

Ein Traum wird wahr… oder doch nicht?

Prinzessin wider Willen
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„Ein Traum wird wahr… oder doch nicht?“

„Ihre Urgroßmutter Alice wurde am 10. Dezember 1897 als Ihre Königliche Hoheit Prinzessin Alice Stephanie Regina geboren, Erbin des königlichen Throns des Hauses ...

„Ein Traum wird wahr… oder doch nicht?“

„Ihre Urgroßmutter Alice wurde am 10. Dezember 1897 als Ihre Königliche Hoheit Prinzessin Alice Stephanie Regina geboren, Erbin des königlichen Throns des Hauses Augustin-Sachsen.
Im Namen unserer beiden Nationen ersuchen wir Sie inständig, Ihren rechtmäßigen Platz als die Erbin des Großherzogtums Hessenberg und seines Thrones einzunehmen“.

„Ihr hattet hundert Jahre Zeit, um euch einen Überblick über die königlichen Erben von diesem Hause Augustin-Schlagmichtot zu verschaffen, aber ihr habt die Sippe komplett aus den Augen verloren. Und jetzt kommst du angeschlichen und gibst mir ein paar Tage Zeit, mich zu entscheiden. Das ist doch wohl nicht fair?“


Die kluge und talentierte Regina Beswick hat trotz ihres exzellenten Abschlusses als Bachelor of Arts in Finanzwesen ihren Job als akkreditierte Wirtschaftsprüferin aufgegeben, um ihren Lebenstraum zu erfüllen, und Oldtimer zu restaurieren. In Reggies Werkstatt, einer kleinen alten Scheune am Blounstown Highway im westlichen Tallahassee schraubt sie mit ihrem Partner Al Love an edlen Karossen. Die Ankunft eines Boten aus dem Großherzogtum Hessenberg versetzte der jungen Frau einen regelrechten Schock. Die Amerikanerin Reggie Beswick soll in Wirklichkeit die lange verschollene Königliche Hoheit Prinzessin Regina Alice Beswick von Augustin-Sachsen und rechtmäßige Thronerbin sein. Als Hessenbergs Kulturminister Tanner Burkhardt sie in seine Heimat bringen möchte, kommt das Temperament der rothaarigen Frau mit den blitzenden blauen Augen zu Vorschein. Reggie mag keine Veränderungen, und sie hat es sich in ihren hübschen kleinen Kopf gesetzt, ihre erst kürzlich gegründete Werkstatt in Tallahassee weiter zu führen. Doch der charmante Tanner bringt ihre rigorose Ablehnung ins Wanken, als er Reggie die Konsequenzen vor Augen führt. Wie wird Reggie sich entscheiden? Wird sie die Verpflichtungen ihrer königlichen Familie gegenüber wahrnehmen, oder sich gegen ein Leben im Land ihrer Urgroßmutter Alice entscheiden?

Rachel Haucks Geschichte ist ein klassisches Märchen, von dem jedes junge Mädchen schon einmal geträumt hat: einmal Prinzessin zu sein, das normale Leben hinter sich zu lassen und diesen Traum zu leben. In humorvollem Schreibstil erzählt die Autorin von der flapsigen Amerikanerin, der nach und nach einige Bemerkungen und Geschichten ihrer Großmutter in den Sinn kommen, denen sie jedoch bislang kaum oder gar keine Beachtung geschenkt hatte. Ein Fehler, wie sich herausstellt.

Die Autorin hat mit dem Wirbelwind Reggie und dem selbstbewussten jungen Rechtsanwalt Tanner zwei charmante Protagonisten erschaffen, die zwar im Buch eine dominierende Stellung einnehmen, jedoch durch einige sehr sympathische Nebenfiguren bereichert werden. Reggies Arbeitskollegen Rafe, Ole Wally und Sergeant Al Love wachsen dem Leser bereits nach kurzer Zeit ans Herz, ebenso wie ihr zerstreuter, liebevoller Vater Noble und ihre Stiefmutter Sadie. Der 32jährige Tanner Burkhardt hütet seinerseits ein Geheimnis, das erst nach und nach langsam gelüftet wird, und durch die Person des Seamus Fitzsimmons präsentiert Rachel Hauck den Bösewicht dieses Buches.

„Prinzessin wider Willen“ ist eine fröhliche, turbulente Komödie, eine Geschichte um eine burschikose junge Amerikanerin, die als letzte Thronerbin wieder in den Palast ihrer Ahnen zurückkehren soll. Ein Traum wird wahr … oder auch nicht?! Ein lesenswertes, abwechslungsreiches Abenteuer mit viel Herz, Gefühl und vor allen Dingen viel Humor!

Veröffentlicht am 16.04.2018

Hüter des Erbes

Hüter des Erbes
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„An einem einzigen Tag, am 13. Tag des 12. Monats, des Monats Adar, sollen alle Juden getötet werden – Junge und Alte, Kinder und Frauen.“

Dieser unheilvolle Erlass des persischen Königs Xerxes erklärt ...

„An einem einzigen Tag, am 13. Tag des 12. Monats, des Monats Adar, sollen alle Juden getötet werden – Junge und Alte, Kinder und Frauen.“

Dieser unheilvolle Erlass des persischen Königs Xerxes erklärt die Juden zu seinen Feinden und bedroht das Leben der gesamten jüdischen Bevölkerung im Königreich. Initiator dieser furchtbaren Anordnung ist ein amalekitischer Prinz namens Haman, Sohn des Hammedata, des Agagiters, ein erklärter Feind der Juden, zugleich aber als Hauptverwalter des Königs auch dessen rechte Hand. Die Reaktion der jüdischen Einwohner Babylons auf dieses historisch belegte und auf biblischen Grundlagen basierende Ereignis ist das zentrale Thema dieses Romans aus der Feder Lynn Austins. In insgesamt 61 Kapiteln erzählt die Autorin die Geschichte des 35jährigen Thoralehrers Esra ben Seraja, der zeitlebens die heiligen Gesetze Gottes studierte und deutete und ein Leben in gelehrter Einsamkeit vorzog. Der Mann aus dem Stamme Levi wird von seinen Glaubensbrüdern bei Fragen zur Thora zu Rate gezogen, und als der unheilschwere Erlass wie ein Damoklesschwert über die Bevölkerung schwebt, wenden sich die Ältesten auch diesmal hilfesuchend an Rebbe Esra. Nach Wochen und Monaten des Bangens scheinen die inbrünstigen Gebete der Juden erhört zu werden: der König unterzeichnet einen weiteren Erlass, der den ersten zwar nicht aufzuheben vermag, den Todgeweihten jedoch neue Hoffnung schenkt. Sogar der lang ersehnte Herzenswunsch der jüdischen Glaubensbrüder, eine Rückkehr in ihre Heimat Jerusalem, scheint plötzlich wie durch ein Wunder in erreichbare Nähe zu rücken. In diesem prächtigen Epos erzählt die Autorin auf beinahe fünfhundert Romanseiten den Leidensweg der babylonischen Juden.

Lynn Austin hat mit diesem faszinierenden Buch demonstriert, wie Bibelgeschichte lebendig gemacht und spürbar erlebt werden kann. Anhand des sympathischen Protagonisten Esra ben Seraja sowie dessen Schwägerin Deborah verfrachtet sie die Ereignisse des Jahres 473 vor Christus in die Gegenwart und lässt ihre Leser tief ins Geschehen eintauchen. Die handelnden Personen sind niemals nur „Schwarz-Weiß“ gezeichnet, sie durchleben vielmehr zum Teil enorme Entwicklungen, wie man es besonders am Beispiel des Ruben ben David sieht. Das endomitische Mädchen Amina würde ich persönlich als meine erklärte Favoritin unter den Figuren dieses Buches bezeichnen – ihre beeindruckende Lebensgeschichte und ihr großer Glaube, der allen Widerständen trotzt und ihr immer wieder Trost und Zuversicht gibt, haben mich überwältigt.

Die exzellent recherchierten historischen Fakten werden anhand biblischer Grundlage in einem derart einnehmenden Schreibstil erzählt, dass man sich der Anziehungskraft dieser Geschichte kaum entziehen kann. Neben lebhafter und detaillierter Personenbeschreibungen und der erwähnten historischen Fakten erfährt man in Verlauf der Handlung auch viel über das Alltagsleben, die Sitten und Lebensgewohnheiten der jüdischen Bevölkerung, die von jener der Babylonier stark abwich. Der interessierte Leser bringt eine Menge über die jüdischen Bräuche in Erfahrung, der Glaube an Gott spielt eine tragende Rolle in diesem Buch. Lynn Austin versteht es ausgezeichnet, die historischen Entwicklungen nicht nur wiederzugeben, sondern sie auch mit unzähligen Zitaten aus der Bibel zu belegen.

Ich habe jede einzelne Seite dieser meisterhaft erzählten Episode aus dem Alten Testament genossen und hatte durch den eindrucksvollen Schreibstil der Autorin beinahe den Eindruck, mich mitten im Geschehen zu befinden. Ein kleines, aber wichtiges Detail stellte für mich das Glossar am Ende des Buches dar, das die verwendeten jüdischen Begriffe übersetzt bzw. erläutert.

Zu guter Letzt möchte ich auch noch auf das authentische Buchcover hinweisen, das die inhaltlich beschriebenen Personen ziemlich detailgetreu widergibt, ebenso wie die von einem Baum dominierte Landschaft im Hintergrund und das aus Steinen gebaute Haus. Aufgrund dieses anziehenden Titelbildes ist der Griff zum Buch bereits vorprogrammiert.

„Hüter des Erbes“ stellte für mich ein Leseerlebnis der ganz besonderen Art dar, und Lynn Austin katapultierte sich durch dieses grandiose Werk sofort an die Spitze meiner favorisierten Autoren im Bereich der Christlichen Romane. Erstklassige fünf Bewertungssterne – und eine uneingeschränkte Leseempfehlung!