Profilbild von libri-amici

libri-amici

Lesejury Star
offline

libri-amici ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit libri-amici über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.04.2018

Es erstaunt, wie klein ein menschliches Wesen sein kann und dennoch am Leben!

Tim lebt!
0

„Es erstaunt, wie klein ein menschliches Wesen sein kann und dennoch am Leben“

„25 Wochen, ganze sieben Monate, erlebte dieses Kind die vertraute Enge im Bauch seiner Mutter. Danach kämpfte es sechs Monate ...

„Es erstaunt, wie klein ein menschliches Wesen sein kann und dennoch am Leben“

„25 Wochen, ganze sieben Monate, erlebte dieses Kind die vertraute Enge im Bauch seiner Mutter. Danach kämpfte es sechs Monate lang, die meiste Zeit allein, im Großraum einer Intensivstation ums Überleben.“

Durch die Pränatal Diagnostik wurde im Jahre 1997 eine Schwangere mit einer erschreckenden Tatsache konfrontiert: eine Fruchtwasseruntersuchung bestätigte, dass ihr Kind mit dem Down-Syndrom (Trisomie 21) zur Welt kommen wird. Nach dem ersten großen Schock verweigerte die Frau ihrem Kind jegliche emotionale und körperliche Annäherung und verlangte, dass ihr ungeborener Sohn möglichst schnell „weggemacht wird“. Im Zuge einer eingeleiteten Spätabtreibung wurde Tim in der fünfundzwanzigsten Woche geboren. Da die Spätabtreibung nicht unverzüglich zum Tod des Kindes geführt hatte, wurde es „zum Sterben liegen gelassen“ und neun Stunden lang nicht versorgt. Durch diese „unterlassene Hilfeleistung“ muss Tim nun in seinem Leben nicht nur mit der Trisomie 21 fertig werden, sondern erlitt zudem auch noch schwere Schädigungen, die zahlreiche Operationen erforderlich machten und bis zum heutigen Tag zu gravierenden Beeinträchtigungen geführt hatten. Der Eintritt in diese Welt stand für den tapferen kleinen Jungen unter keinem guten Stern, doch als Familie Guido in sein Leben trat, bedeutete dies für Tim die Wende zum Guten. Obgleich Bernhard und Simone Guido zwei eigene, leibliche Kinder hatten, verliebten sie sich auf den ersten Blick in Tim und durften ihn nach einem längeren Aufenthalt in der Frühchen Station der Kinderklinik in Oldenburg als Pflegekind in ihre Familie aufnehmen. Es handelte sich hierbei um eine Bauchentscheidung gegen jegliche rationale Betrachtung und sämtliche Gegenargumente ihres gesamten Umfelds. Pablo und Marco Guido hatten nun einen kleinen, schutzbedürftigen und auf Hilfe angewiesenen Bruder bekommen, und für die Familie begann eine schwere Zeit des Lernens, Aneinander Gewöhnens, Aufeinander Rücksicht nehmen, was besonders für die Kinder keine leichte Aufgabe gewesen sein kann.

In diesem Buch erzählen die Guidos abwechselnd von ihrem Alltag mit einem schwerbehinderten Jungen, der bis zum heutigen Tage auf dem Entwicklungsstand eines Kleinkindes geblieben und auf Hilfe angewiesen ist. Sie berichten schonungslos offen von den anfänglichen Schwierigkeiten, mit denen sie nicht nur im täglichen Leben, sondern auch im Umgang mit Behörden und Ämtern konfrontiert wurden. Sie erzählen vom Zusammenhalt in der Familie und den Freunden, wie auch von der Distanz und der Reaktion der Öffentlichkeit, wenn sie als Familie unterwegs waren. Sie berichten voller Stolz von den kleinen Fortschritten, und lassen in ihrem Buch viele Menschen zu Wort kommen, die auf irgendeine Weise mit Tim zu tun hatten oder mit dem Jungen vertraut sind. In kursiver Schrift erzählen ehemals behandelnde Ärzte, Betreuer, Familienmitglieder oder Freunde und Verwandte von den Ereignissen um Tim aus ihrer eigenen Sichtweise. Besonders Simone Guido berichtet sehr viel über die intensive Beschäftigung mit Tims Krankheit und seiner Pflege. Sie betont aber auch die Notwendigkeit der Schaffung von Freiräumen und kleinen Auszeiten, die bei der Pflege eines schwer behinderten Kindes überlebensnotwendig sind, um nicht über die eigenen Grenzen zu gehen oder sie gar zu überschreiten. Sie gibt unumwunden zu, dass der Weg bis zum Eingeständnis, es alleine nicht mehr zu schaffen und Hilfe zu brauchen, ein schwerer Lernprozess für die Familie war.

Was mich bei diesem Buch besonders beeindruckt hat, war zunächst der offene Umgang mit Tims Einschränkungen, die schonungslose Schilderung der Alltagsprobleme, aber auch die Art und Weise, wie das Ehepaar auf Tims leibliche Eltern reagierte. Während Tims leiblicher Vater lange Jahre den Kontakt zu den Guidos aufrecht hielt, weigerte sich seine Mutter vehement, auch nur das Geringste mit ihm zu tun zu haben. Die Guidos verurteilen sie jedoch in keiner Weise, sondern versuchen, in ihrer Leserschaft Verständnis für die schwierige Situation zu aufkommen zu lassen, in der Tims Mutter sich vor seiner Geburt befunden hat. Sie plädieren für eine bessere Aufklärung, Beratung und Betreuung werdender Mütter, vor allem jener, die durch die Pränatal Diagnostik eine schwerwiegende Entscheidung zu treffen haben. Die ganze Problematik der ungewollten Kinder jener Mütter, die mit einer Behinderung nicht zurechtkommen, ist durch Tims Fall besonders ins Bewusstsein gerückt worden.

Ich muss gestehen, dass mich die detaillierte Beschreibung der Vorgehensweise der heute durchaus geläufigen Spätabtreibungen, die sogar noch bis zum Zeitpunkt des Einsetzens der Wehen stattfinden dürfen, zutiefst erschüttert hat. Ich hatte mich zuvor nie mit diesem Thema beschäftigt und war der Meinung, dass es nur in einem äußerst frühen Stadium und aufgrund medizinischer Indikation erlaubt sei, ungeborenes Leben zu töten. Fassungslos wurde ich in diesem Buch mit der grausamen Realität konfrontiert, dass Kinder noch im neunten Monat ermordet werden, weil bei einer Untersuchung vielleicht das Down Syndrom, zu kurze Arme oder Beine, oder eine Gaumenspalte diagnostiziert wurden. Für mich persönlich stellt sich hier die Frage, wie eine Spätabtreibung nicht nur vor Gott, seinem eigenen Gewissen oder dem Kind gegenüber gerechtfertigt werden kann, wenn das Gesetz dieses Leben NACH dem Zeitpunkt des Einsetzens der Wehen so konsequent schützt. Ist denn ein Kind wenige Stunden vor diesem Zeitpunkt kein menschliches Wesen, das Schutz bedarf?

An dieser Stelle möchte ich auch meinem Befremden Ausdruck verleihen, dass ein Buch, das in einem christlichen Verlag erschien, nicht den geringsten Bezug zum christlichen Glauben aufweist. Ich hätte mir zumindest zum kontroversen Thema der schockierenden Praxis von Spätabtreibungen in Deutschland eine Stellungnahme aus biblischer Sicht erwartet. Schade, dass dem nicht so war.

Abschließend möchte ich noch Passagen aus diesem zutiefst beeindruckenden Buch wiedergeben:

„Menschen mit Down-Syndrom sind aber viel mehr als die „Dumm-glücklichen Behinderten, die fröhlich und unbedarft durch die Welt laufen“. Sie sind Menschen mit besonderen Bedürfnissen, aber auch mit besonderen Fähigkeiten, die sich nicht nur auf ihre Herzlichkeit reduzieren lassen. Sie weisen auch eine spezielle Feinfühligkeit, einen anderen Blick auf die Welt, eine hohe soziale Kompetenz und eine Maßstäbe setzende Ehrlichkeit auf.“

„Damit insgesamt das Leben mit Behinderung in unserer Gesellschaft akzeptiert wird, müsste sich das Streben nach materiellen Dingen, das Streben nach Perfektion ändern, also ein Paradigmenwechsel in der Gesellschaft stattfinden.“

„Tim ist ein lebensfroher Mensch. Er bejaht das Leben hundert Prozent. Selbst wenn es ihm schlecht geht, sieht man ihm an, dass es ihm gefällt zu leben. Er ruht in seiner Mitte. Wenn wir4 es in einem Kernsatz bringen müssten, würden wir sagen: „Tim ist ein glücklicher Mensch“.

Dank den Guidos war es diesem Jungen möglich, in der Geborgenheit einer Familie aufzuwachsen. Ich würde ihm und seinen Geschwistern wünschen, dass er diese liebevolle Umgebung noch lange Jahre genießen darf.

Veröffentlicht am 16.04.2018

Bitte gib, dass mein Leben etwas bewirkt hat!

Das Lied des Hirten
0

„Bitte gib, dass mein Leben etwas bewirkt hat“

„Der Herr ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. Er erquicket meine Seele; er ...

„Bitte gib, dass mein Leben etwas bewirkt hat“

„Der Herr ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. Er erquicket meine Seele; er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen. Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich. Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein. Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.“

Ich habe bis zum aktuellen Zeitpunkt noch nie zuvor von den so genannten „Writing Sisters“ gehört bzw. gelesen. Die beiden Schwestern Betsy Duffey und Laurie Myers stammen aus einer Schriftstellerfamilie und veröffentlichten in einem Zeitraum von etwa zwanzig Jahren bereits fünfunddreißig Kinderbücher, die sie teilweise sogar gemeinsam verfassten. Ihren eigenen Aussagen zufolge ist es ihr vorrangiges Ziel, „mit ihren Büchern Menschen den liebenden Vater Gott vorzustellen und sein Wirken in der Welt deutlich zu machen.“ Ein großes Ziel, das die beiden sich gesetzt haben. Durch den dreiundzwanzigsten Psalm als Hauptthema ihres Buches stand den beiden Autorinnen eine Fülle von Inhalten zur Verfügung, die sie auf exzellente Art und Weise umzusetzen verstanden.

„Das Lied des Hirten“ beginnt mit der Geschichte der überzeugten Christin Kate McConnell, Ehefrau von John McConell, und „Mega-Mama“ ihres Sohnes Matt, der sich vom Glauben abgewandt hat. Kate liebt es unter anderem, wunderschöne Bibelverse aufzuschreiben und sie anschließend zu verschenken. Begleitet von innigem Gebet und mit großer liebevoller Zuwendung verfasste Kate einen kleinen Notizzettel, auf den sie mit wunderschönen Lettern den dreiundzwanzigsten Psalm schrieb, um ihn ihrem Sohn zu schenken. Mitten im fürchterlichsten Schneesturm in der Geschichte Baltimores entdeckt Kate plötzlich, dass der kostbare Zettel gemeinsam mit der Wolljacke ihres Sohnes Matt in der Reinigung abgegeben wurde. Kate kehrt um und wird in einen schlimmen Unfall mit vielen Toten und Verletzten verwickelt…

Das Autorenduo erzählt in Folge den langen, teilweise recht abenteuerlichen Weg, den dieser kleine Zettel mit der wichtigen Botschaft zurücklegt und von dem Guten, das der dreiundzwanzigste Psalm zu bewirken vermag. Beginnend mit Chris Benett, einem Angestellten der Reinigung, gelangt Kates handschriftlicher Schatz in viele verschiedene Hände, wobei die erstaunlichen Zufälle bei der Weitergabe, aber auch die jeweilige Lebensgeschichte der betreffenden Personen, in äußerst einnehmendem Schreibstil erzählt werden. Dieser winzige kleine weiße Zettel spendet einem Sterbenden im Krieg Trost und Zuversicht, bringt eine Familie von Kriegsflüchtlingen den Glauben an den Gott der Christen nahe, weist einem rebellischen jungen Sohn den Weg nach Hause zu seinem Vater – um nur einige Beispiele zu nennen. Die jeweiligen Empfänger des Zettels sind die Protagonisten des entsprechenden Buchkapitels, die ihrerseits eher kurzgehalten sind, aber dennoch sehr einprägsam eine Geschichte erzählen.

Die optische Aufmachung dieses Buches ist atemberaubend schön! Mit der Gestaltung des Buchcovers hat der Verlag ganze Arbeit geleistet. Die überwältigende Farbgebung und der in goldenes Licht getauchte Himmel sowie die im Abendrot leuchtende Felder links und rechts scheinen einen Wanderer regelrecht zu „umrahmen“. Die weißen, in geschwungener Zierschrift gehaltenen und erhobenen Lettern mit dem Buchtitel stellen einen eleganten Blickfang dar, der durch ein Ornament am Buchrand zusätzlich aufgewertet wird. Einzig der für meinen persönlichen Geschmack zu moderne Rucksack des einsamen Reisenden verkörpert einen winzigen Störfaktor, der nicht so ganz ins Gesamtbild passt.

Fazit: „Das Lied des Hirten“ ist ein beeindruckender Roman, in der von der Kraft des Glaubens und den Auswirkungen dieses berühmten Bibelverses auf so viele verschiedene Leben erzählt wird. Eine wunderschöne Lektüre, die mir großen Lesegenuss bereitet hat und nicht nur die Protagonisten dieses Buches, sondern auch das Herz des Lesers zu berühren vermag.

Veröffentlicht am 16.04.2018

Alles ist Gnade

Die Feuerprobe
0

Alles ist Gnade

„Gott braucht deine Fähigkeiten nicht, um dich zu führen. Aber du musst seiner Macht vertrauen, um seine Führung zu erkennen.“

Der Pastor Ed Underwood hat mit seinem bemerkenswerten Roman ...

Alles ist Gnade

„Gott braucht deine Fähigkeiten nicht, um dich zu führen. Aber du musst seiner Macht vertrauen, um seine Führung zu erkennen.“

Der Pastor Ed Underwood hat mit seinem bemerkenswerten Roman „Die Feuerprobe“ eine faszinierende Erzählung über das Wirken von Gottes Willen im Leben eines Menschen verfasst. Der Buchautor und ehemalige Lehrer an Bibelschulen und theologischen Seminaren liebt Rucksacktouren in der Wildnis, und hat als Schauplatz seines aktuellen Buches den malerischen Sequoia-Nationalpark in der kalifornischen Sierra Nevada im Westen der USA gewählt. Seine beiden Protagonisten Christopher und Susan stehen vor einer großen Entscheidung. Der Wirtschaftsprüfer Chris erhält ein Jobangebot von einem Unternehmen in Pasadena, das einen großen Karrieresprung sowie finanzielle Verbesserung für ihn verheißt. Die Familie ist jedoch mit ihrer Heimat Claremont fest verwurzelt, ein Umzug würde einen Schulwechsel für die beiden Kinder, eine räumliche Trennung von ihren Bekannten und Freunden, aber auch einen Wechsel in eine neue christliche Glaubensgemeinde mit sich bringen. In dieser schwierigen Situation empfehlen ihnen ihre beiden Freunde Mark und Victoria, sich für ihre Entscheidungsfindung an den alten Pastor Peter Lewis zu wenden, der als ehemaliger Feuerkämpfer eine Art lebende Legende darstellt. Peter erklärt sich dazu bereit, Susan und Christopher während einer gemeinsamen Wanderung durch den Nationalpark ein paar Grundsätze zu zeigen, nach denen das gläubige Ehepaar den Willen Gottes für ihr Leben erkennen kann. Wird das junge Paar eine konkrete Antwort auf die Frage erhalten, ob es nach Pasadena gehen soll?


Dieses Buch ist im Grunde ein Bericht über eine Wanderung dreier Menschen, darüber hinaus aber auch sehr viel mehr. Gottes Willen und Zeichen zu erkennen, sich damit auseinander zu setzen und sich letztendlich auch danach zu richten, ist das zentrale Thema der Handlung. Der Autor beschränkt sich im Großen und Ganzen auf seine drei Protagonisten, die er hervorragend charakterisiert und deren Entwicklung auf beeindruckende Art und Weise wiedergegeben wird. Ed Underwood schildert, wie Gottes Geist in Christopher, Susan, aber auch Peter wirkt. Er legt großes Augenmerk auf die Weisheit der Bibel und zitiert Bibelstellen und Psalmen. Da dieses Buch in Romanform und sehr flüssigem Schreibstil verfasst wurde, ist es weit davon entfernt, trocken oder langweilig zu werden. Die Ereignisse und vor allem die inneren Kämpfe der handelnden Figuren zogen mich als Leser vollends in den Bann. Aufgewertet durch den biblischen Inhalt stellte „Die Feuerprobe“ eine äußerst wertvolle Lektüre für mich dar, die ich uneingeschränkt weiterempfehlen möchte!

Abschließend möchte ich zwei Zitate hervorheben, die mich ganz besonders angesprochen und bewegt haben:

„Bleib im Kreis der Nähe zu Gott, und vertraue darauf, dass du damit punktgenau da bist, wo Gott dich nach seinem guten, vollkommenen Willen haben will.“

„Gott ist verantwortlich für den Zeitplan, nach dem sich die Dinge in der Geschichte der Menschheit vollziehen. Was in unserem Leben geschieht, geschieht nicht aus Zufall oder aufs Geratewohl; Gott verfolgt damit eine Absicht. Auch wenn wir die nicht immer und vollständig erkennen können, können wir doch wissen, dass er einen Plan verfolgt. Wir sollten also davon ausgehen, dass alles, was in unserem Leben geschieht, eine Bedeutung hat. Es gilt also: Lebe erwartungsvoll. Gottes Handschrift in dem, was uns geschieht, ist der Zeitpunkt.“

Veröffentlicht am 16.04.2018

Echte und dauerhafte Veränderung ist möglich!

Von innen nach außen
0

„Echte und dauerhafte Veränderung ist möglich!“

„Ich glaube, dass ein Blick nach innen nötig ist, wenn wir auf lange Sicht ein Leben in der Verantwortung vor Gott führen wollen, dass es dabei primär aber ...

„Echte und dauerhafte Veränderung ist möglich!“

„Ich glaube, dass ein Blick nach innen nötig ist, wenn wir auf lange Sicht ein Leben in der Verantwortung vor Gott führen wollen, dass es dabei primär aber nicht darum geht, unsere Selbstannahme zu fördern. Ziel einer Veränderung von innen nach außen ist weder die Anpassung an vorgegebene christliche Normen noch die Mehrung unseres Glücks. Beides sind vielmehr Nebenprodukte. Echte Veränderung dagegen führt zu Reife – jenem seltenen Wesensmerkmal, das allein zu wahrer Liebe befähigt.“


Lawrence J. Crabb weist im einleitenden Teil dieses Buches in sehr klaren, direkten Worten auf die „Heuchelei des modernen Christentums“ hin, bei dem bereits für die Zeit, die wir auf dieser Erde leben, vollkommene Freude und völlige Befriedigung verheißen wird. Der Ruf, Schweres zu ertragen, wird überhört, der Glaube soll dazu dienen, unser Wohlergehen zu sichern. Die Führung des eigenen Lebens wird oft nicht mehr in Gottes Hand gelegt, es wird vielmehr versucht, dies selbst in die Hand zu nehmen. In seinem Buch „Von innen nach außen“ schreibt Crabb sehr deutlich, dass es darin nicht um Linderung, sondern vielmehr um die Veränderung des eigenen Wesens geht. Er rät zu einem Blick „hinter die Kulissen, ins Innere, und zwar in Form einer schonungslosen Betrachtung auch unangenehmer Dinge in unserem Leben.“ Und genau dieser Blick kann zu einer echten Veränderung führen. Der Autor bietet in seinem Buch Ansätze bzw. stellt Konzepte zu einer Veränderung in biblischem Sinne vor. Er zeigt Wege auf, sich mit seinen Ängsten, seinem Schmerz und seinem Groll auseinander zu setzen. Und er legt hierbei besonders ab der zweiten Hälfte des Buches großes Augenmerk auf die Schutzmechanismen des Menschen – wie sie funktionieren, wie schwer es ist, sie zu erkennen, aber auch wie außerordentlich wichtig es ist, sich ihrer bewusst zu werden.

Crabb stellt sehr gezielte Fragen und bringt seine Leser dazu, sich diesen anschließend auch zu stellen, sich intensiv mit dem eigenen Innersten zu beschäftigen. Anhand von Beispielen zeigt er unter anderem auch auf, wie die Mitglieder einer christlichen Gemeinschaft sich gegenseitig auf konkrete Dinge hinweisen können, an denen sie noch arbeiten sollten. Zudem meint der Autor: „Wollen wir ein bequemes Leben (innerlich und äußerlich – vor allem aber innerlich), oder wollen wir in unserem Leben Gott erfahren? Beides zusammen geht nicht!“

Crabb konzentriert sich niemals ausschließlich auf den theoretischen Part, vielmehr bereichern zahlreiche Praxisbeispiele seine Ausführungen. Viele Fragen, die er stellt, sind zugegebenermaßen unbequem, fordern heraus und regen sehr viel zum Nachdanken an. Man beginnt als Leser unweigerlich, sich und seine eigenen Schutzmechanismen zu erforschen. Ein exzellentes Buch mit hervorragendem Inhalt, das für meinen Geschmack lediglich einen einzigen Kritikpunkt aufweist: die sehr kleinen Lettern und der ebenfalls sehr geringe Zeilenabstand tragen leider nicht gerade dazu bei, ein flüssiges Lesen zu gewährleisten. Die Lektüre war aus diesem Grund etwas mühsam für mich und ich hätte mir hier eine etwas lesefreundlichere Gestaltung gewünscht. Nichtsdestotrotz möchte ich dieses Buch jedem Christen ans Herz legen und kann es uneingeschränkt weiter empfehlen.

„Wir müssen aber erkennen, dass tiefgreifende Veränderung nicht so sehr dadurch zustande kommt, was wir tun und wieviel Mühe wir uns dabei geben, als vielmehr durch die Bereitschaft, sich den Realitäten des eigenen Innenlebens zu stellen. Persönliche Integrität, der feste Entschluss, sich nichts vorzumachen, sind Grundvoraussetzungen für die Veränderung von innen nach außen.“

Veröffentlicht am 16.04.2018

Geschichten, die inspirieren und Hoffnung bringen

Gottes Wunder im Taifun
0

„Geschichten, die inspirieren und Hoffnung bringen“

„Ein Buch mit wirklichen Geschichten über wirkliche Menschen, in denen das machtvolle Wirken Gottes deutlich wird.“

Dieses Buch stellt im Grunde eine ...

„Geschichten, die inspirieren und Hoffnung bringen“

„Ein Buch mit wirklichen Geschichten über wirkliche Menschen, in denen das machtvolle Wirken Gottes deutlich wird.“


Dieses Buch stellt im Grunde eine „Geschichtensammlung“ dar. Wie bereits erwähnt handelt es sich hierbei um reale Erlebnisse die erzählen, wie Gott Leben verändert. Es berichtete von Menschen aus dem ostasiatischen Raum, welche das Eingreifen Gottes erleben durften und ihr Leben Jesus Christus anvertraut haben. Die Missionare der christlichen Organisation „OMF International“ erzählen auf insgesamt 140 Buchseiten aus ihrem beruflichen Alltag. Die fünf Buchkapitel sind in einfachem, flüssigen Schreibstil gehalten. Im großzügig gehaltenen Anhang dieses Buches gibt es weiterführende detaillierte Informationen über die von Hudson Taylor gegründete Missionsgesellschaft „OMF International“.

Ein junges Thai-Mädchen namens Oruma muss beispielsweise als Empfangsdame in einem Hotel in Khao Lak einen gewaltigen Tsunami miterleben – als die erste Welle sie erfasst, richtet sie ein intensives Gebet an Gott und überlebt, während annähernd 230.000 Menschen während dieser schlimmen Katastrophe ihr Leben lassen mussten. Es wird in diesem Buch auch von der Arbeit des Ehepaares Matthias und Raphaela Holighaus berichtet, das für die christliche Organisation „OMF International“ tätig ist und für Waisen und ehemalige Straßenkinder sorgt. Die beiden bieten während der schrecklichen Katastrophe ihre Hilfe an und treffen auf Oruma, die ihnen ihre Geschichte erzählt. Im Buch wird darauf hingewiesen, wie das Mitgefühl und die uneigennützige Hilfe der christlichen Hilfsorganisationen das Ansehen des christlichen Glaubens in Ostasien verändert und eine Offenheit für das Evangelium bewirkt hat.

Ein weiteres Beispiel aus dem Buch ist die Geschichte eines beinahe fünfzigjährigen Mannes namens Erwin, der voller Energie und Leidenschaft die Aufgabe eines Hauslehrers in einem Studentenwohnheim am Rande von Bangkok übernimmt, darüber hinaus mit Straßenkindern arbeitet, eine Gemeinde gründet, schutzbedürftige Kinder rettet und das Evangelium verbreitet.

Besonders berührte mich das Wirken der tapferen Missionarin Jean Anderson, deren Herz vor allen Dingen den Leprakranken gehörte. Jean arbeitet als Krankenschwester in einer mobilen Ambulanz, versorgt die Kranken mit Medikamenten, macht Hausbesuche und erklärt die christliche Botschaft, wodurch viele Leprakranke zum christlichen Glauben finden. Jean erkrankt jedoch schwer an Kinderlähmung und bleibt trotz rascher medizinischer Hilfe gelähmt, vertraut dennoch unerschütterlich an Gott. Nach vierjähriger intensiver Therapie, ihrem starken Glauben und der Unterstützung durch zahlreiche Gebete lernt sie, in einem Rollstuhl, mit Prothesen und einem Spezialauto wieder eigene Mobilität zu erlangen. Und Jeans größter Wunsch geht in Erfüllung: sie kann wieder nach Thailand zurückkehren und empfindet es als ihre Hauptaufgabe, Nichtchristen das Evangelium weiter zu geben und den Glauben bereits Gläubiger zu stärken. Jean berichtet, dass sie ihre ernste Polio-Erkrankung als neuen Anfang für sich selber, aber auch für all jene, die durch sie zum Glauben kamen, empfindet.

Der interessierte Leser darf in diesem Buch auf Geschichten wie die soeben beispielhaft angeführten treffen – und von ergreifenden, erstaunlichen und oftmals sehr berührenden Schicksalen lesen. Ein höchst interessantes Buch über den Alltag von Missionaren und berührenden Zeugnissen des Eingreifen Gottes im Leben von Menschen.