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Veröffentlicht am 03.02.2025

Außergewöhnlich, und außergewöhnlich gut

Stadt der Hunde
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Solange Nicole nicht sprach und ihre schrille Stimme nicht bei jeder Unterhaltung störte, war für ihn alles in Ordnung. Sie war die Mutter seiner Tochter. Dem Kind, das nicht „geplant“ war. Lea, sein Ein ...

Solange Nicole nicht sprach und ihre schrille Stimme nicht bei jeder Unterhaltung störte, war für ihn alles in Ordnung. Sie war die Mutter seiner Tochter. Dem Kind, das nicht „geplant“ war. Lea, sein Ein und Alles hätte es nie gegeben, wenn er Nicole nicht geehelicht hätte. Abtreiben? Nein, das war nie eine Option für ihn. Er, das ist der weltbekannte Gehirnchirurg Jaap Hollander. Er ist eine Kapazität und aus dem Grund wird er vom Premierminister Israels angesprochen. Er soll einen lebensgefährlichen Eingriff durchführen. Bei einer jungen Frau. Nein, keine „gewöhnliche“ Patientin. Sie ist die Tochter des Prinzen von Saudi-Arabien. Gelingt die OP, dann schwimmt er in Geld. Stirbt die Patientin, dann wird er getötet.

Für Jaap Hollander undenkbar, dass er nicht einmal im Jahr den Ort aufsucht, an dem die letzte Spur seiner Tochter gefunden wurde. Vor 10 Jahren verschwand sie und es gibt keinerlei Erkenntnisse über ihr Verschwinden. Ja, es wurde ein Rucksack gefunden. Vor einer Höhle, die bei starken Regenfällen völlig überflutet wird. Selbst wenn sie nicht mehr leben sollte, wo sind dann ihre Knochen zu finden? Und wo noch Reste ihrer Kleidung?

Leon de Winter schreibt über das Leid des Vaters, der sein Kind bereits 10 Jahre lang sucht. Und das so eindrucksvoll, dass mich dieser Roman

StadtderHunde tatsächlich gefangen nahm. Ich nahm nicht nur Anteil mit Jaap. Auch die Sorgen des Prinzen aus Saudi-Arabien konnte ich ein wenig nachvollziehen. Es spielt also keine Rolle, welchen Reichtum jemand angehäuft hat. Wer sehr krank ist, der kann sich seine Gesundheit nicht kaufen.

Das Buch ist außergewöhnlich. Es zeigt deutlich, wie sehr unser Gehirn von äußeren Gegebenheiten beeinflusst werden kann. Ich las es mit Begeisterung und gebe eine absolute Leseempfehlung.

NetGalleyDE

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Veröffentlicht am 03.02.2025

Erneut konnte mich ein Roman von Petra Schier sehr gut unterhalten

Die Wächterin von Köln
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Britti kommt aus Bonn und ist nach Köln gereist. Sie möchte als „Hübschlerin“ im Haus von Elsbeth arbeiten. Erst 14 Jahre alt und schon eine Hure? Nein, das gefällt Elsbeth so gar nicht. Sie möchte, dass ...

Britti kommt aus Bonn und ist nach Köln gereist. Sie möchte als „Hübschlerin“ im Haus von Elsbeth arbeiten. Erst 14 Jahre alt und schon eine Hure? Nein, das gefällt Elsbeth so gar nicht. Sie möchte, dass das Mädchen sich zunächst auf andere Weise nützlich macht. Dass sie bestens mit Nadel und Faden umgehen kann, imponiert der Bordellbesitzerin ganz besonders. Elsbeth weiß was es heißt, sich als ganz junges Mädchen den Männern anbieten zu müssen. Aus dem Grund ist sie auch sehr auf das Wohl ihrer Mitarbeiterinnen bedacht.

Die Geschichte um Elsbeth ist spannend und unterhaltsam dargestellt. Schon als 16jährige verdingt sie sich als Hübschlerin im Haus namens „Zur schönen Frau“. Die Chefin ist streng und in meinen Augen ungerecht. Aber vielleicht war das ja damals üblich. Neben dem Leben im Freudenhaus wird auch die Situation auf den Straßen Kölns beschrieben. Hier gibt es Reiche und Bettelarme und auch die Kriminalität blüht.

Für mich war interessant, dass es ein „Wiedersehen“ mit etlichen Personen aus der „Lombardenreihe“ gab. Die Geschichte wird durch Dialoge in „kölscher“ Sprache aufgelockert. Im Epilog schreibt die Autorin nochmals sehr ausführlich über realistische Ereignisse damaliger Zeit sowie Geschehnisse, die ihrer Fantasie entsprungen sind.

Die Bücher von Petra Schier überzeugen durch eine akribische Recherche und das fundierte Wissen um das Leben im Mittelalter. Die Autorin kennt sich in den Gassen von Köln sehr gut aus. Dass sie immer wieder weiß, wie sie den Spannungsbogen straff gespannt hält, ist ein weiterer Pluspunkt ihrer Bücher. Das Cover unterscheidet sich wohltuend von den momentan üblichen Deckblättern. Es ist schlicht und dennoch außergewöhnlich.

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Veröffentlicht am 01.02.2025

Solider Thriller, der durchaus lesenswert ist

Racheritual
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Jamal wollte doch nur ein wenig Stoff schnorren. Für heute Abend. Zum Runterkommen und Abhängen. Vielleicht würde der ja auch noch für seine Freundin reichen. Dann hätten sie einen tollen Abend. Doch ehe ...

Jamal wollte doch nur ein wenig Stoff schnorren. Für heute Abend. Zum Runterkommen und Abhängen. Vielleicht würde der ja auch noch für seine Freundin reichen. Dann hätten sie einen tollen Abend. Doch ehe er sich versieht, befindet er sich auf einer Ladefläche. Der Lieferwagen rattert sofort los. Wie dämlich kann man sein? Jamal ist fassungslos. Dabei kennt er doch die Gefahr und hat normalerweise eine gute Nase für ein Risiko.

Oh je, die Nachfahren Odins treiben ihr Unwesen. Nicht nur, dass sie Menschen töten. Nein, sie glauben sogar an ihren Auftrag und ihr Tun sehen sie als notwendig und richtig an. Im ersten Abschnitt verfolgt Baxter mit seinem Kollegen den Führer der selbsternannten „Berserker“. Später dann handelt er auf eigene Faust. Er verabschiedete sich vom Polizeidienst.

„Racheritual“ war mein erstes Buch des Autors Ethan Cross. Zunächst musste ich mich an seinen Stil gewöhnen aber dann gefiel er mir gut. Es gibt etliche Wendungen, die nicht vorhersehbar sind. Die humoristischen Einlagen sollen wohl für Lockerheit sorgen. Da das Buch sehr viele Seiten hat, ist die Handlung zwischendurch auch recht lang gezogen.

Die Gestaltung des Buches ist richtig gut. Der limitierte, Farbschnitt und das ausdrucksstarke Cover sind außergewöhnlich und fallen sofort ins Auge. Trotz einiger Schwächen bewerte ich das Buch als sehr gut und empfehle es bedenkenlos weiter.

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Veröffentlicht am 29.01.2025

Wer lügt hier eigentlich?

Beste Freundin - Niemand lügt so gut wie du
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Jess ist Journalistin und freut sich auf ihre neue Aufgabe. Als sie aber erfährt, worin diese besteht, zögert sie zunächst. Sie soll zu einem Fall recherchieren, bei dem ihre einst beste Freundin als Mörderin ...

Jess ist Journalistin und freut sich auf ihre neue Aufgabe. Als sie aber erfährt, worin diese besteht, zögert sie zunächst. Sie soll zu einem Fall recherchieren, bei dem ihre einst beste Freundin als Mörderin feststeht. Die Indizien sprechen eine eigene Sprache und es besteht für die Polizei kein Zweifel. Heather hat die beiden Menschen ermordet. Mit ihrem Gewehr. Sie selbst liegt im Krankenhaus. Nicht ansprechbar, also im Koma.

Es dauert eine Weile, bis Jess wieder Zugang zur Mutter der angeblichen Mörderin erhält. Diese Frau war damals ihre Ersatzmutter und einzige Bezugsperson. So oft übernachtete sie dort. Und jetzt soll Heather eine Mörderin sein? Die Fakten sprechen dabei für sich. Es gibt eigentlich keinen Zweifel.

Gelesen wird das Buch von 5 Sprecherinnen und nein, nicht alle gefielen mir. Die Story ist spannend aber sehr langatmig. Das Ende war für mich dann doch zu sehr an den Haaren herbeigezogen. Wobei ich anmerke, dass diese vielen Wendungen durchaus zur Unterhaltung beitragen und mich zu einer Empfehlung veranlassen.

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Veröffentlicht am 29.01.2025

So spannend kann das Mittelalter sein

INFAMIUM
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Der junge Ignatius hängt sehr an seinem Ziehvater. Kein Wunder also, dass er völlig niedergeschlagen ist, als dieser verstirbt. War er doch noch einen Tag vorher bei ihm. Hat sich mit ihm unterhalten und ...

Der junge Ignatius hängt sehr an seinem Ziehvater. Kein Wunder also, dass er völlig niedergeschlagen ist, als dieser verstirbt. War er doch noch einen Tag vorher bei ihm. Hat sich mit ihm unterhalten und ein Versprechen gegeben. Bodowin, so heißt der Tote, bat ihn um einen Gefallen. Er möge ein Buch an sich nehmen und es still und heimlich an einen Ort bringen, dessen Name niemand wissen dürfe. Der Ort heißt Lauresham. Ignatius zögert keinen Moment und begibt sich auf die gefahrvolle Reise.

„Infamium“ wird in zwei Zeitspannen erzählt. Einmal die Reise des Ignatius im Heute und das Lesen des Buches von Bodowin in der Vergangenheit. Es ist eine lange Reise ins Mittelalter, die mich zu jedem Zeitpunkt fesselte. So lebendig wird sie erzählt. Viele Intrigen und auch einige Anschläge gilt es zu überwinden. Wie Ignatius seine Prüfungen besteht und auf welche Weise er das Buch an seinen Bestimmungsort bringt, ist äußerst unterhaltsam geschildert. Klare Empfehlung von mir, denn auch die Sprecher haben mich mitgenommen und zu keinem Zeitpunkt gelangweilt.

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