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Veröffentlicht am 06.06.2024

Guter, regionaler Krimi

Endstation Rursee
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Kommissar Fett und seine Assistentin haben mal wieder Stress. Die Tote im Pferdestall gibt so viele Rätsel auf und eine Fahrt durch die Voreifel bringt kaum Klarheit. Dabei sieht es so aus, als dass es ...

Kommissar Fett und seine Assistentin haben mal wieder Stress. Die Tote im Pferdestall gibt so viele Rätsel auf und eine Fahrt durch die Voreifel bringt kaum Klarheit. Dabei sieht es so aus, als dass es beim Tod der Frau nicht alleine um sie geht. Die Ermittler befürchten, dass es sich um etwas „ganz Großes“ handelt. Und mit der Zeit stellt sich raus, wie recht sie hatten.

Obwohl „Endstation Rursee“ bereits das siebte Buch einer Serie ist, konnte ich dem Geschehen gut folgen. Die Reise durch die Voreifel an Orte, die ich gut kennen, gefiel mir. Die Spannung hält sich gut, wobei sie mäßig ist und kaum Höhepunkte zeigt. Der Humor las sich für mich stellenweise recht mühsam. Will sagen, es kam mir vor, als wäre der Autor zu sehr darauf fokussiert, seine Akteure lustig erscheinen zu lassen.

Gut gefielen mir die Hinweise auf Georges Simenon und die Beschreibung der Charaktere von Voreifel und Rur. So kenne ich diese Menschen auch. Ein regionaler Krimi, der bestimmt einige Leser begeistert.

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Veröffentlicht am 02.06.2024

Gelungener 5. Band

Der Sturm: Verachtet
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Mascha fühlt sich noch immer beobachtet und will nicht weiter bei Tom schlafen. Sie befürchtet, dass sie seine Tochter in Gefahr bringt. Die beiden Toten auf dem Darß sind nicht identifiziert und Maschas ...

Mascha fühlt sich noch immer beobachtet und will nicht weiter bei Tom schlafen. Sie befürchtet, dass sie seine Tochter in Gefahr bringt. Die beiden Toten auf dem Darß sind nicht identifiziert und Maschas Bruder zeigt sich von seiner bösen Seite.

"Der Sturm verachtet" ist der 5. Band des Ermittlerduos Mascha und Tom. Das Lesen der ersten Bücher ist nicht zwingend notwendig, da die Autorin wichtige Ereignisse wiederholt. Durch die kurzen Kapitel mit eigenen Überschriften lässt sich das Buch flüssig lesen. Was mir nicht so gut gefiel, sind die vielen Wechsel von Orten und Personen.

Die Charaktere werden schlüssig dargestellt und auch die Fälle sind nachvollziehbar. Übermäßiges Grauen gibt es ebenfalls nicht. Die Spannung bleibt hoch und erst kurz vor dem Ende kommt es zu einer Auflösung. Da es weitere Bände der Reihe gibt, gehört der Cliffhanger selbstverständlich dazu.

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Veröffentlicht am 02.06.2024

Sie kämpfte gegen die verhassten Moffen

Wir waren nur Mädchen
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Hannie Schaft studiert an der juristischen Fakultät in Amsterdam. Sie ist zurückhaltend und kann nur schwer Kontakte knüpfen. Wie gut, dass es da zwei junge Frauen gibt, die auf sie zugehen. Rasch werden ...

Hannie Schaft studiert an der juristischen Fakultät in Amsterdam. Sie ist zurückhaltend und kann nur schwer Kontakte knüpfen. Wie gut, dass es da zwei junge Frauen gibt, die auf sie zugehen. Rasch werden die drei zu engen Freundinnen. Als Hitler die Niederlande vereinnahmt und das Leben für Juden auch hier unerträglich wird, fasst Hannie einen Entschluss. Sie will gegen die Ungerechtigkeit kämpfen und ihre Freundinnen vor Verrat und Tod schützen.
„Wir waren nur Mädchen“ gibt eine Zusammenfassung ihres viel zu kurzen Lebens.

Welch eine mutige Frau. Und wie sie waren viele jungen Menschen zur Zeit des Zweiten Weltkriegs. Sie stellten sich gegen Denunziation von Nachbarn und Bekannten. Dabei machte ihnen die Lebensgefahr, in der sie täglich schwebten, kaum etwas aus. Viele von ihnen wurden Jahre später geehrt. In Yad Vashem, als „Gerechte unter den Völkern.“

Und wieder mal musste ich feststellen, dass ich so viele Fakten aus dem letzten Weltkrieg nicht weiß. Hannie Schaft war mir kein Begriff und auch von ihren Mitkämpfern hörte ich bisher noch nichts. Das Buch wurde in Romanform geschrieben, zeugt aber von einer akribischen Recherche. Bis heute können die Spuren der Frau Schaft in den Niederlanden verfolgt und die Erinnerungsstätten aufgesucht werden. Ihr Tod war ein willkürlicher Akt der Invasoren und hätte nicht geschehen dürfen. Aber leider gab es zu der Zeit keine Gerichtsbarkeit, die den Deutschen das Handwerk legen konnte.

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Veröffentlicht am 30.05.2024

Das Buch macht Mut

Bevor uns die Luft ausgeht
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Es ist Sonntag und die ganze Familie sitzt am Frühstückstisch. Das sind Elsa und Finn, ihr Mann, mit dem sie seit 20 Jahren verheiratet ist, sowie ihre beiden Kinder Caro 19 und Mats 15 Jahre alt. Eigentlich ...

Es ist Sonntag und die ganze Familie sitzt am Frühstückstisch. Das sind Elsa und Finn, ihr Mann, mit dem sie seit 20 Jahren verheiratet ist, sowie ihre beiden Kinder Caro 19 und Mats 15 Jahre alt. Eigentlich ist es ein friedliches und liebgewordenes Ritual. Eigentlich. Heute aber überhaupt nicht. Die Meinungsverschiedenheiten zwischen Elsa und Caro stören die Ruhe und, was noch schlimmer ist, Mats, der Vater und Ehemann hält sich raus. Das bringt Elsa auf die Palme. Sie will nur noch weg.

Eine Auszeit von Kindern, Mann und Haushalt. Wie oft träumen gestresste Frauen davon. Elsa macht es wahr und das ist gut so. Astrid Töpfner schreibt Probleme an, die es in vielen Familien gibt. Es wird nichts beschönigt und auch nichts übertrieben. Dabei ist es keineswegs eine oberflächliche Geschichte. Hier geht es um mehr als überstrapazierte Mütter. Lebenslügen und Überfürsorge sind nur zwei Fakten, die hier Thema sind.

Der Stil ist wie bei allen Büchern von Frau Töpfner bildhaft und abwechslungsreich. Dass sie Spanien liebt, merke ich bei jedem ihrer Romane und das steckt an. Das Buch macht allen Frauen Mut, die sich aktuell überfordert fühlen. Es ist viel mehr als ein Schmöker für lange Sommerabende.

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Veröffentlicht am 27.05.2024

Ein Zeugnis unerträglicher Brutalität

Feuer
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Der Autor Ron Leshem ist unter anderem Journalist und lebt mittlerweile in Boston. Geboren in Israel und mit regelmäßigem Kontakt in seine Heimat, macht ihn das zu einem Kenner der Situation vor Ort. „Feuer“ ...

Der Autor Ron Leshem ist unter anderem Journalist und lebt mittlerweile in Boston. Geboren in Israel und mit regelmäßigem Kontakt in seine Heimat, macht ihn das zu einem Kenner der Situation vor Ort. „Feuer“ ist also ein Sachbuch, das nicht nach Hörensagen geschrieben wurde.

Wer heute behauptet, dass die Hamas eine harmlose „Befreiungsorganisation“ sei, der sollte dieses Buch lesen. Minutiös zeichnete der Autor auf, was am 07.10.2023 geschah. Und er schrieb im Anhang, dass die grausamsten Taten noch gar nicht erwähnt seien. Das ist gut so, sonst hätte ich nach dem Lesen gar nicht mehr schlafen können. Es war auch so schon unmenschlich und kaum zu ertragen.

Herr Leshem zeigt beide Seiten des Konfliktes. Ohne Beeinflussung kann der Leser sich ein eigenes Bild machen. Erschreckend für mich, dass die Täter in Boston nahezu frenetisch gefeiert wurden. Und das, als die Menschen in Israel noch zitternd um ihr Leben bangten. Aber auch die Zerrissenheit des Volkes ist Thema des Buches. Wie zwei „Lager“ gegeneinander argumentieren und ausgerechnet die ruhigeren Menschen aus dem Nichts angegriffen wurden. Aber, war es denn tatsächlich aus dem Nichts? Gab es keine ernstzunehmenden Zeichen eines nahenden Überfalls? Auch auf diese Fragen geht der Autor ein. Für mich eins der besten Sachbücher, das ich in diesem Jahr bisher las.

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