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Veröffentlicht am 27.05.2024

Ein Zeugnis unerträglicher Brutalität

Feuer
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Der Autor Ron Leshem ist unter anderem Journalist und lebt mittlerweile in Boston. Geboren in Israel und mit regelmäßigem Kontakt in seine Heimat, macht ihn das zu einem Kenner der Situation vor Ort. „Feuer“ ...

Der Autor Ron Leshem ist unter anderem Journalist und lebt mittlerweile in Boston. Geboren in Israel und mit regelmäßigem Kontakt in seine Heimat, macht ihn das zu einem Kenner der Situation vor Ort. „Feuer“ ist also ein Sachbuch, das nicht nach Hörensagen geschrieben wurde.

Wer heute behauptet, dass die Hamas eine harmlose „Befreiungsorganisation“ sei, der sollte dieses Buch lesen. Minutiös zeichnete der Autor auf, was am 07.10.2023 geschah. Und er schrieb im Anhang, dass die grausamsten Taten noch gar nicht erwähnt seien. Das ist gut so, sonst hätte ich nach dem Lesen gar nicht mehr schlafen können. Es war auch so schon unmenschlich und kaum zu ertragen.

Herr Leshem zeigt beide Seiten des Konfliktes. Ohne Beeinflussung kann der Leser sich ein eigenes Bild machen. Erschreckend für mich, dass die Täter in Boston nahezu frenetisch gefeiert wurden. Und das, als die Menschen in Israel noch zitternd um ihr Leben bangten. Aber auch die Zerrissenheit des Volkes ist Thema des Buches. Wie zwei „Lager“ gegeneinander argumentieren und ausgerechnet die ruhigeren Menschen aus dem Nichts angegriffen wurden. Aber, war es denn tatsächlich aus dem Nichts? Gab es keine ernstzunehmenden Zeichen eines nahenden Überfalls? Auch auf diese Fragen geht der Autor ein. Für mich eins der besten Sachbücher, das ich in diesem Jahr bisher las.

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Veröffentlicht am 18.05.2024

Sehr lebendig und ehrlich geschrieben

Eine Blume ohne Wurzeln
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Nada Chekh lebt mit ihren Eltern in einer Siedlung. Die Häuser wurden mit staatlicher Unterstützung gebaut. Nada versteht nicht, warum ihre Eltern so streng und mit dem Glauben so stark verwachsen sind. ...

Nada Chekh lebt mit ihren Eltern in einer Siedlung. Die Häuser wurden mit staatlicher Unterstützung gebaut. Nada versteht nicht, warum ihre Eltern so streng und mit dem Glauben so stark verwachsen sind. Sie will raus. Raus aus der Enge und der Strenge ihre Mutter.

Schon beim Lesen der ersten Seiten war ich gefangen. Von der erfrischenden Art dieser Autorin. Mir war, als säße sie neben mir und wir unterhielten uns. Dabei ist ihre Geschichte so aktuell als wurde sie gestern geschrieben. Die Probleme der heranwachsenden Frau sind so gravierend, dass ich es kaum glauben konnte. Eigentlich sollten Eltern immer wieder erkennen, dass Druck stets Gegendruck erzeugt.

Locker geschrieben und voller unglaublicher Erlebnisse. Das Buch werde ich auf jeden Fall noch einmal lesen. Zu viele wichtige Dinge habe ich gewiss übersehen. Schwierig für mich war wiederum diese einseitig Sicht auf die Situation in Palästina. Aber das ist wohl normal, wenn der Vater dort geboren wurde.

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Veröffentlicht am 18.05.2024

So war das also damals im Nachbarland

Isabels Geheimnis.
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1937 im Salzkammergut. Isabel Unger ist das „Teufelsweib“ und sie spielt ihre Rolle sehr gerne. Mit der kleinen Theatergruppe vor einem begeisterten Publikum. Gut, dass sie hier leben darf und von den ...

1937 im Salzkammergut. Isabel Unger ist das „Teufelsweib“ und sie spielt ihre Rolle sehr gerne. Mit der kleinen Theatergruppe vor einem begeisterten Publikum. Gut, dass sie hier leben darf und von den Unruhen in der Hauptstadt nicht so viel mitbekommt.

Rona und ihre Großmutter Isabel machen sich im Jahr 2000 auf den Weg in die Vergangenheit. Sie wollen Ronas Mutter helfen und das können sie nur, indem sie ihren Vater finden. Isabel hielt seinen Namen bisher geheim. Aber jetzt darf sie nicht mehr schweigen. Es hängt das Leben ihrer Tochter Martha davon ab.

Es dauerte eine Zeit, bis ich mich mit dem Buch anfreunden konnte. Aber dann gefiel es mir gut. Die Beschreibung der Landschaft und die bildhafte Sprache gefielen mir. Auch der Stil, in zwei Zeitebenen zu schreiben, war passend. Die Autorin kennt sich mit Kräutern aus und das zeigt sie bei jedem Kapitel. Immer wieder erwähnt sie Wirkstoffe der Pflanzen und wie sie bei Erkrankungen unterstützen können.

Die Ereignisse und Orte wechseln häufig und schnell. Das ist am Anfang gewöhnungsbedürftig, ich war aber rasch damit vertraut. Einige Fragen sind noch offen, da kann ich dann meiner Phantasie freien Lauf lassen. Aber die Recherche und das Kennenlernen der Situation in Österreich damals, das mochte ich.

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Veröffentlicht am 18.05.2024

Welch ein berührendes Buch

Das Lied des Schmetterlings
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Acht Jahre war sie alt als Sera Jams das Kunstwerk zum ersten Mal sah. Gemeinsam mit ihrem mittlerweile verstorbenem Vater besuchte sie eine Galerie und das Bild geht ihr nicht mehr aus dem Sinn. Heute ...

Acht Jahre war sie alt als Sera Jams das Kunstwerk zum ersten Mal sah. Gemeinsam mit ihrem mittlerweile verstorbenem Vater besuchte sie eine Galerie und das Bild geht ihr nicht mehr aus dem Sinn. Heute ist sie selbst Galeristin und sucht immer noch. Wer ist diese Frau mit dem kahlen Kopf und den ausdrucksstarken Augen? Was war ihr Schicksal?

Im Dezember 1942 entkommt Adele von Bro nur sehr knapp ihren Verfolgern, die mit geladenen Pistolen hinter ihr her sind. Sie flüchtet zu einem befreundeten Arzt. Der behandelt ihre Verletzungen und schickt sie nach Hause. Adele ist die Tochter zweier Berühmtheiten. Die Mutter ist Klaviervirtuosin, der Vater General bei den Soldaten des „Führers“. Wenn die Eltern wüssten, dass sie Nachts unterwegs ist, um jüdischen Mitbürgern bei ihrer Flucht aus Österreich zu unterstützen, sie würde in ihrem Zimmer eingesperrt. Oder, noch schlimmer, ihr Vater würde sie bei seinen Kollegen anschwärzen.

"Das Lied des Schmetterlings" erzählt vom Mut einer jungen Frau. Ich habe sie so sehr bewundert, da sie wusste, wie gefährlich ihre Einsätze für die jüdischen Mitbürger waren. Ihre Erlebnisse während ihres Aufenthalts im KZ und dass auch dort niemand ihren Stolz brechen konnte, Respekt. Die Grausamkeit der Einrichtung in Auschwitz wird so anschaulich dargestellt, dass ich oft mit den Tränen kämpfen musste.

Das Buch ist nicht nur aufwühlend. Die Spannung wird ebenfalls auf einem hohen Level gehalten. Der Leser erfährt auch, wie viele Künstler im KZ untergebracht waren und wie diese ihre Schätze vor den Nazis verstecken konnten. Einen Sternenregen und eine absolute Leseempfehlung von mir.

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Veröffentlicht am 16.05.2024

Sehr spannend und immer realitätsnah

Tode, die wir sterben
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Linda, so hieß seine Frau. Tödlich verunglückt vor wenigen Tagen. Unbegreiflich für ihn, dass sein Freund und engster Kollege neben ihr im Auto saß und ebenfalls getötet wurde. Was hatten die beiden miteinander ...

Linda, so hieß seine Frau. Tödlich verunglückt vor wenigen Tagen. Unbegreiflich für ihn, dass sein Freund und engster Kollege neben ihr im Auto saß und ebenfalls getötet wurde. Was hatten die beiden miteinander zu tun? In e i n e m Auto? Wo sie doch zum Pilateskurs wollte? Für Außenstehende offensichtlich, aber Jon Nordh will es nicht wahrhaben. Gut, dass ein neuer Fall auf den Tisch kommt und er hoffentlich ein wenig vom Grübeln abgelenkt wird.

Ein Teenager wird ermordet und die Empörung ist riesig. War er tatsächlich ein Opfer von skrupellosen Dealern oder ein versehentlich Getroffener? Das ungleiche Ermittlerpaar macht sich auf die Suche nach dem oder den Tätern. Was zunächst wie ein klarer Fall aussieht, entpuppt sich als mühsames Zusammenfügen von Puzzleteilen. Zumal es in
"Tode,die wir sterben" weitere Opfer gibt und auch die Ermittler gefährdet sind.

Der Krimi hatte alles, was ich von ihm erwartete. Gleichbleibende Spannung, keine unmöglichen Scharmützel und keine ausschweifenden Darstellungen von Geschlechtsverkehr. Sämtliche Schilderungen von Tat und Ermittlung sind für mich nachvollziehbar und glaubwürdig. Klare Leseempfehlung.

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