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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.08.2020

Erschreckende Zukunftsperspektive

Paradise City
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Liina lebt in einem Deutschland der Zukunft, das so ganz anders ist, als wir es heute kennen. Durch Katastrophen, Pandemien und den Klimawandel ist die Bevölkerung stark geschrumpft. Auf dem Land leben ...

Liina lebt in einem Deutschland der Zukunft, das so ganz anders ist, als wir es heute kennen. Durch Katastrophen, Pandemien und den Klimawandel ist die Bevölkerung stark geschrumpft. Auf dem Land leben nahezu keine Menschen mehr, da dort die Versorgung mit Strom und Wasser nicht immer gewährleistet ist. Einzig die "Parellelen", die kein Teil der Gesellschaft sein wollen, leben dort. Es gibt einige wenige Megacities, in denen ein Großteil der Menschen lebt. An sich ist das Leben dort ganz bequem, solange man sich brav anpasst und nicht negativ auffällt, sonst ist mit Konsequenzen zu rechnen. Zusätzlich wird die Gesundheit jedes Menschen in der Stadt 24/7 überwacht. Alle haben einen Chip eingepflanzt und eine dazugehörige App, KOS, die ständig die Vitalfunktionen überwacht und automatisch die benötigten Medikamente schickt, wenn der Gesundheitszustand vom Normalwert abweichen sollte. Super Sache, oder etwa doch nicht...?

Frankfurt ist die größte der Megacities und dort lebt auch Liina. Sie arbeitet und schreibt für die einzige noch vom Staat unabhängige Zeitung und versucht, nicht staatlich geleiteten und zensierten Journalismus zu betreiben. Eines Tages wird sie von ihrem Chef in die Uckermark geschickt, um einen scheinbar unwichtigen Fall von Scharkalbissen zu untersuchen, stirbt er währenddessen, da er von Unbekannten vor den Zug gestoßen und überrollt wird und Liina und ihre Kollegen beginnen zu recherchieren und bringen dabei schreckliche Dinge zu Tage.

280 Seiten für so viel Inhalt fand ich persönlich fast ein bisschen wenig, man hätte auf jeden Fall noch mehr daraus machen können, Potenzial ist da. Nichts desto trotz und trotz des brisanten und eher schweren Themas hat sich das Buch sehr flüssig lesen lassen. Das Buch hat mich gefesselt und auch noch nach dem Lesen nicht direkt wieder losgelassen.
Liina ist eine sehr symapthische Protagonistin, die sich nicht öffentlich als Kritikerin am System outen kann, aber ihr bestes gibt, unabhängige Berichterstattung zu betreiben und die Leute nicht systemgesteuert über das Geschehen zu informieren. Aber das System macht es ihr natürlich nicht leicht und es werden ihr einige Steine in den Weg gelegt, von denen sie sich aber nie aufhalten lässt.

Eine nicht völlig unwahrscheinliches und deswegen besonders erschreckendes Szenario einer Zukunft, in der glaube ich keiner leben möchte. Es regt den Leser zum Nachdenken an, den Datenschutz zu schätzen zu wissen und nicht allzu sorglos durchs Leben zu laufen und nicht nur die positiven Seiten der fortschreitenden Digitalisierung zu sehen.
Kein klassischer Thriller, aber absolut lesenswert!

Veröffentlicht am 10.08.2020

Alles ist möglich

Die Liebe fällt nicht weit vom Strand
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Sophie ist studierte BWL-lerin und fristet ihr Dasein als Sekretärin der Filmfirma Triversal in Hamburg, was für sie nicht wirklich erfüllend ist. Ihr großer Traum ist es, eines Tages einen eigenen Foodtruck ...

Sophie ist studierte BWL-lerin und fristet ihr Dasein als Sekretärin der Filmfirma Triversal in Hamburg, was für sie nicht wirklich erfüllend ist. Ihr großer Traum ist es, eines Tages einen eigenen Foodtruck zu haben und mit ihrem Essen Leute glücklich zu machen. Als sie dann aus dem Nichts eine wichtige Marketingpräsentation übernehmen muss und so sehr überzeugt, dass sie befördert wird, findet sie sich plötzlich als Marketingleitung eines Films mit Filmset in Dänemark wieder und lässt gezwungenermaßen ihren Freund Tim in Hamburg zurück. Wie das Leben so spielt, lernt sie in Dänemark den traumhaften Nick kennen und plötzlich scheint ihr wieder alles möglich. Damit steht plötzlich ihr ganzes Leben in Frage und sie muss sich entscheiden, wie ihre Zukunft aussehen soll...

Das Buch liest sich sehr leicht und der Humor der Autorin gefällt mir sehr gut.
Ich habe während des Lesens sehr mit Sophie gelacht und gelitten und immer mitgefiebert, ob sie am Ende alles erreicht, was sie sich wünscht und die richtige Entscheidung treffen wird.
Die Landschaften sind malerisch und oft habe ich mich beim Lesen selbst nach Dänemark zum Meer und den Dünen gewüscht.
Einen großen Teil des Buches hat natürlich die Handlung rund um den Film eingenommen, wodurch andere Bereiche, wie das Thema Essen und Foodtruck, vielleicht etwas zu kurz gekommen sind, aber alles in allem war es eine sehr schöne Geschichte, die sich fast wie von selbst gelesen hat.

Ein perfekter Urlaubsroman für schöne Lesestunden im Strandkorb oder einfach im Sonnenstuhl, am besten mit Blick aufs Meer. Zum Träumen!

Veröffentlicht am 10.08.2020

Geschichten, die das Leben schreibt

City of Girls
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Vivian ist gerade einmal 19, als sie wegen schlechter Leistungen am College von heute auf morgen ihren Eltern zu ihrer Tante Peg ins weit entfernte New York geschickt. Vom Land in die Stadt, die niemals ...

Vivian ist gerade einmal 19, als sie wegen schlechter Leistungen am College von heute auf morgen ihren Eltern zu ihrer Tante Peg ins weit entfernte New York geschickt. Vom Land in die Stadt, die niemals schläft - diesen Kulturschock gilt es erst einmal zu verarbeiten. Peg betreibt ein kleines Theater, das Lily Playhouse, wo Vivian schnell Fuß fasst und sie gleichzeitig mit den verschiedensten Arten von Menschen konfrontiert wird, die es mit der Moral nicht immer alle so genau nehmen. Schnell wächst sie hinein in die Welt des Theaters und gewöhnt sich an das Leben in der Großstadt. Im Playhouse entdeckt sie auch ihre große Leidenschaft und ihr großes Talent zum Schneidern und wird bald unverzichtbares Mitglied des Teams, die aus allem, was sich ihr bietet, und sei es auch noch so schwierig, außergewöhnliche Kostüme für die Show kreiert. Im Showbiz wird schon gerne mal die Nacht zum Tag gemacht und schnell muss sie schmerzlich lernen, dass nicht immer alles Gold ist, was glänzt.

Die Geschichte wird von der 90-jährigen Vivian erzählt, die ihr Leben in Briefform noch einmal Revue passieren lässt. Sie berichtet über das Leben und Schaffen im Theater, über das Schneidern verschiedenster Kleider und Kostüme, über Liebschaften, Freundschaften und ganz allgemein das Leben in New York um den zweiten Weltkrieg.
Nicht alle ihrer Handlungen waren für mich unbedingt nachvollziehbar und da Vivian als Person sehr präsent war (natürlich, sie berichtet ja auch über ihr Leben), kamen die anderen Personen teilweise etwas zu kurz.
Im ersten Teil der Geschichte gab es teilweise ein paar Längen und durch die vielen ausschweifenden Erzählungen hat es etwas an Spannung gemangelt, was sich im laufe des Buches ins Gegenteil gewandelt hat, inklusive einiger Überraschungen.

Wenn man mit der Geschichte einmal warm geworden ist, kann man das Buch fast nicht mehr aus der Hand legen und will unbedingt wissen, wie es ausgeht. So ging es zumindest mir. Also durchbeißen, es lohnt sich!

Veröffentlicht am 04.08.2020

One Night Stand mit Folgen

Lessons from a One-Night-Stand
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Holly Radcliffe kommt aus dem sonnigen Florida in eine Kleinstadt in Alaska, da sie als Schwangerschaftsvertretung für ein Jahr die Stelle als Rektorin an einer High School übernehmen soll. Gleich am ersten ...

Holly Radcliffe kommt aus dem sonnigen Florida in eine Kleinstadt in Alaska, da sie als Schwangerschaftsvertretung für ein Jahr die Stelle als Rektorin an einer High School übernehmen soll. Gleich am ersten Wochenende lernt sie einen Mann kennen und hat mit ihm einen One Night Stand. Eigentlich rechnet sie damit, den Typen nie wieder zu sehen, was sie zu ihrem eigenen Leidwesen sehr bedauert. Doch ihre gemeinsame Nacht bleibt nicht unbemerkt: An ihrem ersten Schultag steht ihr plötzlich ihr One Night Stand vom Wochenende gegenüber: Austin Bailey, Biologielehrer, Baseball-Coach der Schulmannschaft und auch sonst ein Kerl zum verlieben. Dennoch bereitet ihr, nachdem der erste Schock vergangen ist, der Gedanke daran, ihm jeden Tag für ein ganzes Jahr über den Weg zu laufen nicht gerade Freude. Aber Meinungen können sich ja ändern...

Die Charaktere sind allesamt sehr sympathisch und der Einstieg in die Geschichte fiel sehr leicht. Der Schreibstil ist modern und leicht zu lesen und die Seiten haben sich praktisch wie von selbst umgeblättert.
Geschrieben sind die Kapitel abwechselnd aus der Sicht von Holly und Austin aus der Ich-Perspektive, was einen guten Einblick in Gedanken und Gefühle beider Protagonisten erlaubt.
Da es der Auftakt einer Trilogie um die Bailey-Brüder ist und man die gesamte Familie schon kennen lernen durfte, bin ich sehr gespannt auf den zweiten Band, der schon darauf wartet, von mir gelesen zu werden.

Veröffentlicht am 03.08.2020

Immer was los mit Renate Bergmann

Ans Vorzelt kommen Geranien dran
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"Ans Vorzelt kommen Geranien dran" ist der 14. Band um die allseits bekannte und beliebte "Online-Omi" Renate Bergmann, die den Leser immer wieder auf allerlei abenteuerliche Reisen mitnimmt und an ihren ...

"Ans Vorzelt kommen Geranien dran" ist der 14. Band um die allseits bekannte und beliebte "Online-Omi" Renate Bergmann, die den Leser immer wieder auf allerlei abenteuerliche Reisen mitnimmt und an ihren Erfahrungen teilhaben lässt. Diesmal geht es mit ihren alten Freunden, dem Ehepaar Ilse und Kurt, auf den Campingplatz. Aber natürlich nicht im Zelt auf der Isomatte, das machen die alten Knochen nicht mehr so mit, sondern ganz bequem im Wohnmobil, mit richtigen Betten. So ein Urlaub geht natürlich nicht einfach von statten, man fährt nicht einfach von heute auf morgen los, sondern es muss vorher Allerhand vorbereitet werden: Die Versorgung des Katers und der geliebten Blumen muss gesichert sein. Was nicht gegossen werden kann, wird kurzerhand mitgenommen, macht das Vorzelt ja ohnehin gleich bunter und das Vorzelt wohnlicher und gemütlicher. Auch die Genehmigung für den Ausflug muss bei Tochter und Neffe eingeholt werden. Nicht, dass sich einer noch Sorgen macht. Und natürlich geht auch auf dem Campingplatz Allerhand schief und Renate hat wieder die eine oder andere spannende oder lustige Geschichte zu erzählen.

"Ans Vorzelt kommen Geranien dran" ist nicht mein erster Renate-Bergmann Roman, deshalb wusste ich schon im Vorfeld, worauf ich mich einlasse. Wie gewohnt ist der schreibstil locker-leicht und lustig und die etwa 250 Seiten sind ruck-zuck durchgelesen. Natürlich dürfen viele altbekannte Figuren wie Renates Neffe Stefan mit samt Familie oder Renates esoterisch angehauchte Tochter Kirsten nicht fehlen, die - kaum angekommen - den beschaulichen Urlaub auf dem Campingplatz gehörig aufmischen.

Sehr lustige, kurzweilige Leküre, perfekt für die Urlaubszeit - nicht nur am Campingplatz, aber natürlich dafür besonders empfehlenswert.