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Veröffentlicht am 14.10.2024

Klein aber fein

Tee auf Windsor Castle
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Die junge Kate, die aus einfachen Verhältnissen stammt, besucht auf großen Wunsch ihrer Freundin gemeinsam mit dieser eine Führung durch die Räume des Schlosses Windsor Castle. Als Kate einem menschlichen ...

Die junge Kate, die aus einfachen Verhältnissen stammt, besucht auf großen Wunsch ihrer Freundin gemeinsam mit dieser eine Führung durch die Räume des Schlosses Windsor Castle. Als Kate einem menschlichen Bedürfnis nachgehen muss, entfernt sie sich von der Touristengruppe, verläuft sich in den unübersichtlichen Fluren des Schlosses und trifft dabei zufällig auf eine alte Frau namens Betty, scheinbar eine schon ewig dort lebende Dienstbotin. Betty bietet Kate eine Tasse Tee an, und die beiden geraten ins Plaudern. Zu den Royals haben die beiden Frauen ganz unterschiedliche Ansichten, und auch sonst denken sie über das eine oder andere komplett anders, doch Kate merkt schnell, dass es sich lohnt, Dinge auch mal aus einem anderen Blickwinkel als dem üblichen zu betrachten. Bettys odfenbar reicher Schatz an Lebenserfahrung beschert ihr Interessante Denkansätze und bringt sie das eine oder andere Mal zum Nachdenken. Die beiden beleuchten ernstere Themen, lachen aber auch viel, und ein zartes Band der beginnenden Freundschaft bildet sich. Die Frauencharaktere sind großartig und sehr authentisch gezeichnet, man sieht Betty und Kate quasi die ganze Zeit direkt vor sich. Der leichte Schreibstil lässt einen das gerade mal 160 Seiten lange Büchlein in einem Rutsch durchlesen. Das eigentlich fast schon hervorsehbare Ende hat meinem Lesegenuss keinen Abbruch getan. Allerdings war ich zugegebenermaßen etwas traurig, dass die Geschichte nicht ein klein wenig länger war! Trotzdem gibt es natürlich eine Leseempfehlung für diese Lektüre, die sich hervorragend für einen verregneten Herbstnachmittag bei einer schönen Tasse Tee eignet!

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Veröffentlicht am 10.10.2024

Eine alte Dame erzählt.......

Nur nachts ist es hell
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Der neuste Roman der großartigen Autorin Judith W. Taschler "Nur nachts ist es hell" knüpft an ihr Buch "Über Carl reden wir morgen" an. Ich finde, man sollte dieses kennen, auch wenn es keine unbedingte ...

Der neuste Roman der großartigen Autorin Judith W. Taschler "Nur nachts ist es hell" knüpft an ihr Buch "Über Carl reden wir morgen" an. Ich finde, man sollte dieses kennen, auch wenn es keine unbedingte Voraussetzung ist. Die ganze Familiengeschichte der Bruggers, die uns hier als Leser präsentiert wird, wird erzählt aus,der Sicht der einzigen Tochter Elisabeth. Diese hat sie für ihre Großnichte Christina aufgeschrieben. Die Autorin wählt dafür die Perspektive der Ich Erzählerin, die sich durch eine große Offenheit auszeichnet und uns sehr sehr viele intime Details aus ihrem Leben schildert. Zeitlich befinden wir uns im letzten Jahrhundert, beginnend vom ersten Weltkrieg bis in die 50er Jahre. Elisabeth wächst mit drei Brüdern auf, zum einen die Zwillingsbrüder Carl und Eugen, zum anderen Gustav, wobei ihr jedoch Eugen der nächste war. Dieser zeigte sich für die Schwester immer extrem verständnisvoll. Wir erleben aus,der Sicht der Protagonistin Freud und Leid, vor allem aber auch viele kleine und große Familiengeheimnisse. Man muss hierbei bedenken, dass eine alte Dame quasi rückblickend erzählt, deshalb passiert dies nicht immer unbedingt chronologisch, und es gibt immer wieder diverse Zeitsprünge, die den einen oder anderen verwirren. Ich fand es in keiner Weise störend. Mich hat das alles sehr bewegt, ich musste das Buch stellenweise zur Seite legen, um das Gelesene zu überdenken und zu verarbeiten. Gut gefallen hat mir auch, dass die Autorin viel historisches Zeitgeschehen mit in die Handlung einfließen lässt, das hat das Ganze zusätzlich interessant gestaltet.

Ich fühlte mich auf eine ruhige und doch fesselnde Art und Weise sehr gut unterhalten und möchte deshalb eine Leseempfehlung aussprechen!

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Veröffentlicht am 07.10.2024

Neuer Roman von Hanna Caspian bietet perfekte spannende Leseunterhaltung

Im Takt der Freiheit
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Natürlich war ich auf den neuen Roman von Hanna Caspian sehr gespannt, zählt sie doch zu meinen absoluten Lieblingsautorinnen! Man denke nur an ihre Familiensaga um Gut Greifenau und die Trilogie um Schloss ...

Natürlich war ich auf den neuen Roman von Hanna Caspian sehr gespannt, zählt sie doch zu meinen absoluten Lieblingsautorinnen! Man denke nur an ihre Familiensaga um Gut Greifenau und die Trilogie um Schloss Liebenberg, alles Bücher, die ich geradezu verschlungen habe. Im neusten Buch "Im Takt der Freiheit" befinden wir uns Ende des 19. Jahrhunderts, eine Zeit, in der es gesellschaftlich als anerkannt galt, dass eine Frau ausschließlich eine standesgemäße Hochzeit, Mann und Kinder im Sinn hatte, Bildung erlangte man als Frau einzig und allein über die Schule für höhere Töchter, aber auch nicht die Art von Bildung, die wir heutzutage für angemessen halten. Im Mittelpunkt steht die junge Felicitas, gerade einmal 19 Jahre, und ihr Vater (die Mutter ist früh verstorben) hat nichts anderes im Kopf, als einen passenden wohlsituierten Gatten zu finden. Durch die Heirat soll Felicitas und somit auch ihr Vater endlich in adlige Kreise aufsteigen. Doch die junge Frau hält von diesen Plänen rein gar nichts, sie möchte frei sein, ihren eigenen Weg gehen. Als sie während eines Spazierganges mit ihrer Gouvernante im Berliner Tiergarten den Studenten Lorenz Schwerdtfeger kennenlernt, der sie mit der relativ neuen Kunst des Fahrradfahrens bekannt macht, ist Felicitas Feuer und Flamme und nicht mehr zu halten. Doch wie soll sie ihren Vater von seinen Plänen abbringen und ihre eigenen Wünsche verwirklichen? Hanna Caspian hat hier einen extrem spannenden, abwechslungsreichen Roman geschrieben, der nicht nur eine schöne Liebesgeschichte bietet, sondern so wie wir es von der Autorin gewohnt sind, auch aufgrund ihrer perfekten und ausführlichen Recherchearbeit interessante historische Hintergründe in die Handlung einbaut. Ich fühlte mich großartig unterhalten, konnte das Buch kaum aus der Hand legen, habe mit Felicitas mit gefiebert und möchte an dieser Stelle eine unbedingte Leseempfehlung aussprechen und mich bei der Autorin für die kurzweiligen Stunden bedanken!

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Veröffentlicht am 03.10.2024

Judith Potts ermittelt wieder

Mrs Potts’ Mordclub und der tote Bürgermeister
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Da ich die beiden Vorgänger Teile der Reihe rund um Mrs Potts' Mordclub kenne und mochte, war die Lektüre des neusten Falles des englischen Damentrios rund um die alte Lady Judith Potts quasi ein Muss! ...

Da ich die beiden Vorgänger Teile der Reihe rund um Mrs Potts' Mordclub kenne und mochte, war die Lektüre des neusten Falles des englischen Damentrios rund um die alte Lady Judith Potts quasi ein Muss! Und auch diesmal wurde ich nicht enttäuscht! Robert Thorogood legt wiederholt einen abwechslungsreichen nett zu lesenden Cosycrime-Krimi vor, der gemütliche Leseunterhaltung bietet. Wir befinden uns wie gewohnt im kleinen englischen Städtchen, wo die drei Frauen, Judith Potts, Becks und Suzie, leben und bereits zum dritten Mal als Hobbyermittler der Polizei in einem Mordfall unter die Arme greifen. Diesmal wird der Bürgermeister der kleinen Gemeinde umgebracht, und dass obwohl alle ihn ausnahmslos als einen allseits beliebten eigentlich unangreifbaren Charakter beschreiben. Besonders schwer zu lösen also die Frage, wer hatte offenbar einen Grund, Geoffrey Lushington nach dem Leben zu trachten? Die drei Laienermittlerinnen machen sich an die Arbeit u. sind auch wie immer der Polizei regelmäßig mindestens einen Schritt voraus. Sie befragen unermüdlich einen nach dem anderen aus dem Umfeld des Bürgermeisters und decken dabei viele Geheimnisse auf, auch wenn diese nicht unbedingt immer etwas mit dem Tod des Opfers zu tun haben. Robert Thorogood erzählt diesen angenehm unblutigen Kriminalfall mit viel britischen Humor. Bis zum Schluss habe ich mit gerätselt und fand die letztendliche Auflösung äußerst originell. Gerne spreche ich eine Leseempfehlung für alle Cosycrime Fans aus u. freue mich schon jetzt auf den hoffentlich nächsten Fall für Judith Potts!

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Veröffentlicht am 02.10.2024

Kann man lesen, muss man aber nicht

Geile Zeit
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Zwar hatte mir das Cover des Buches "Geile Zeit" von Niclas Seydack nicht allzu gut gefallen, aber ein Hingucker ist es irgendwie schon, und auch der Titel hatte mich irgendwie neugierig werden lassen. ...

Zwar hatte mir das Cover des Buches "Geile Zeit" von Niclas Seydack nicht allzu gut gefallen, aber ein Hingucker ist es irgendwie schon, und auch der Titel hatte mich irgendwie neugierig werden lassen. Da ich die beschriebene Zeitspanne eines sogenannten Millennials natürlich intensiv miterlebt habe, auch wenn es nicht meine eigene Kindheit und Jugend war, bin ich doch ein kleines Stück älter als der Autor. Aufgrund des extrem lockeren Schreibstils ist man auch sofort in der Geschichte drin, die allerdings gar keine richtige Geschichte ist, und hier mein erster Kritikpunkt, sondern nur eine Aneinanderreihung von kleinen Episoden. Ein wirklicher roter Faden hat mir bei dieser Autobiografie irgendwie tatsächlich gefehlt. Und auch wenn ich natürlich viele Details aus den Schilderungen von Seydack wiedererkannt habe, war mir seine Sichtweise doch insgesamt viel zu männlich, ich finde, das hätte auch irgendwie neutraler sein können. Hinzu kommt der permanent negativ, irgendwie ein Stück weit auch genervte Unterton, da ist jemand mit der eigenen Biografie alles andere als versöhnt und mit sich nicht im Reinen. Dazu passt dann vielleicht auch, dass für meinen Geschmack zu viele Begriffe aus dem Gossenjargon verwendet werden, ich denke nur an den Fußball Podcast, mit dem der Protagonist sich als Klassenclown etablieren möchte, und es permanent um "Pisse" und "Ficken" geht. Tut mir leid, aber damit könnte man mich nicht wirklich abholen, ich hatte mir von diesem Buch eindeutig zu viel versprochen! Interessante Idee, für mich nicht überzeugend umgesetzt.

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