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Veröffentlicht am 23.08.2020

Fröhlicher Sommerroman

Maike, Martha und die Männer
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Maike, Martha und die Männer ist ein herrlich, sommerfrischer Roman.

Während Maike noch frisch verliebt auf Wolke 7 schwebt, hat ihr neuer Freund Arne schon längst andere Pläne. Brüsk überfällt er sie ...

Maike, Martha und die Männer ist ein herrlich, sommerfrischer Roman.

Während Maike noch frisch verliebt auf Wolke 7 schwebt, hat ihr neuer Freund Arne schon längst andere Pläne. Brüsk überfällt er sie mit einer Reise in den Schwarzwald. In sein Elternhaus. Zu seiner Großmutter. Damit hat Maike nicht gerechnet. Sie hatte sich einen tollen Urlaub mit Sonne, Strand und Meer ausgemalt statt saftiges Grün auf Wiesen und Berge zu sehen. Doch was tut man nicht alles für die Liebe?







Maike hätte sich allerdings nie träumen lassen, dass Arne sie kurz darauf bei seiner Oma sitzenlässt und seine eigenen Urlaubspläne verfolgt.

Die Chance auf Urlaub lassen sich Maike und Großmutter Martha dann allerdings nicht entgehen und starten ihren eigenen Roadtrip quer über Frankreichs Autobahnen.



Birgit Schlieper erzählt diese Geschichte über die Liebe und die eigenen Wünsche und manch Irrglauben in einem lockeren Plauderton und mit jeder Menge Witz und Esprit. Schnell bin ich solidarisch an Maikes Seite und erlebe mit ihr eine Achterbahnfahrt an Gefühlen während es zunächst in den beschaulichen Schwarzwald geht und es Höhen und Tiefen zu meistern gilt. Dabei weiß Maike geschickt auch so manch unliebsame Situation ins Gute zu kehren. Ich habe die Zeit an ihrer Seite ehrlich genossen und mochte das Buch gar nicht aus der Hand legen. Auch nicht kurz.

Ein Grund dafür waren nicht nur die Handlung und der Schreibstil, sondern auch, dass es in dem Roman keine Kapitelunterteilung gibt. So war ich mir gar nicht sicher, wann ich im günstigsten Fall das Buch kurz an die Seite legen kann. Dabei kann von wollen nicht die Rede sein.

Die Geschichte ist sehr kurzweilig geschrieben, so dass ich - getreu dem Motto, wenn es am lustigsten ist, darf man Pause machen - dann das Buch zur Seite legte, wenn ich mal wieder herzlich gelacht habe. So konnte ich das Geschehen nachwirken lassen und mich auf den Fortgang dieser abenteuerlichen Reise freuen.



Fazit
Maike, Martha und die Männer kann ich allen ans Herz legen, die sich auf ein fröhliches Lesevergnügen freuen und im Plauderton gut und überaus kurzweilig unterhalten werden wollen.

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.08.2020

Die eigene Geschichte schreibt niemand außer Dir

BECOMING
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Becoming - Meine Geschichte
Autobiografie
Hörbuch
der Hörverlag
Autorin: Michelle Obama
Sprecherin: Katrin Fröhlich
ISBN 978-3-845-2966-1
2 mp3-CD
Laufzeit: 18 h 42 min
vollständige Lesung








Becoming ...

Becoming - Meine Geschichte
Autobiografie
Hörbuch
der Hörverlag
Autorin: Michelle Obama
Sprecherin: Katrin Fröhlich
ISBN 978-3-845-2966-1
2 mp3-CD
Laufzeit: 18 h 42 min
vollständige Lesung








Becoming - Meine Geschichte von Michelle Obama geschrieben und von Katrin Fröhlich gelesen, erlebe ich, als würde ich mit Michelle Obama gemütlich am Küchentisch sitzen während sie mir ihre Geschichte, ihren beruflichen Werdegang und den Verlauf der Präsidentschaftswahl mit den sich anschließenden familiären Herausforderungen nach der Wahl erzählen würde. - Dabei reicht der Platz gar nicht für eine gemütliche Sitzgelegenheit in meiner Küche, das Ambiente bringt sie gleich mit.







Beim Erzählen bemerke ich, wie wichtig Michelle Obama ihre eigene Geschichte ist. Es erinnert mich an ihre Aussage auf dem Booklet zum Hörbuch.




"Selbst dann, wenn das Leben weder schön noch perfekt ist. Selbst dann, wenn es realer ist, als einem eigentlich lieb wäre. Denn die eigene Geschichte ist etwas, das man hat, das man immer haben wird. Wir müssen sie nur für uns beanspruchen." - Klappentext


Michelle Obama erzählt ihre Geschichte in drei Lebensabschnitten.

Der erste Abschnitt beinhaltet ihre Kindheit, wie sie aufwuchs, was für Erfahrungen sie während ihrer Berufswahl gemacht hat. Ich werde nennt sie diesen Abschnitt und zeigt anhand ihrer Geschichte, welche Ausgangsmöglichkeiten sie durch ihre Entscheidungen und dem Zutun anderer Menschen hatte.

So lerne ich ihre Familie kennen und ihre Beweggründe, nicht lediglich die Arbeit zu machen, die ihr aufgetragen wird sondern den Job zu machen, für den sie brennt. - Auch wenn es mit finanziellen Einbußen einhergeht.

Im zweiten Abschnitt, dem Wir werden, erzählt sie, wie sie Barack Obama kennengelernt hat und den Herausforderungen, die ein Wir werden mit sich bringt. Zwei Menschen, die einander zugetan sind, sich lieben, die aber auch unterschiedlich und eigenständig sind. Die Kunst, unter den äußeren Einflüssen und damit auch unter sporadischen Trennungszeiten - im räumlichen Sinn - die Beziehung zu leben und die Freiräume zur Entwicklung, zum gemeinsamen Leben und des Erreichens der eigenen beruflichen und der gemeinsamen partnerschaftlichen und familiären Ziele zu meistern, war eine Erfahrung, die Michelle Obama in der Weise unvorbereitet traf.

Die Bedeutung, einen Mann, ihren Mann, zu unterstützen einen Wahlkampf zu gewinnen, auf den er sich jahrelang vorbereitet hat, ist nicht zu unterschätzen.

Gebannt hörte ich zu, als wäre die Stimme von Katrin Fröhlich die eigene Stimme von Michelle Obama, die an meine Ohren drang und es erfüllte mich mit Wehmut, wieder von ihr Abschied nehmen zu müssen, da sie ihre Geschichte bald erzählt haben wird. Katrin Fröhlich legt die Intensität, die Michelle Obama vermittelt, in die Stimme, so dass ich immer wieder erstaunt bin, wie wirklich und persönlich die Geschichte von Michelle Obama auf mich wirkt.

So war ich froh, dass im Anschluss an den zweiten Abschnitt noch der abschließende Teil ihrer Geschichte erzählt wurde: Mehr werden.

Mittlerweile waren Michelle und Barak Obama Eltern zweier Kinder. Ihre Töchter Malia und Sasha sollten so normal wie möglich aufwachsen, zur Schule gehen und Freunde treffen. Die nächste Herausforderung neben den eigenen Wünschen und Zielen für Michelle Obama, die nun ganz eigene und besondere Auflagen als First Lady zu befolgen hatte.
Auch dieser Abschnitt ist sehr eindrücklich und sehr persönlich erzählt. Und schnell wird klar: nur weil man im Weißen Haus lebt, hat man weder Narrenfreiheit noch schwimmt man plötzlich im Geld. Michelle Obama gibt einen Einblick in die Politik des Landes und lässt mich auch hinter die ach so hübschen Kulissen gucken.

Becoming - Meine Geschichte inspiriert mich zu Gedanken zu meiner Geschichte - wie es der Titel ja schon sagt. Und Michelle Obama lässt mich anhand ihrer Geschichte wissen: Setze Vertrauen stets in dich selbst. Werden bedeutet nicht ankommen, werden bedeutet sich zu entwickeln. Werden bedeutet Veränderung.

Michelle und Barack Obama haben das scheinbar Unmögliche geschafft. Und sie wirken immer noch weiter und werden - wenn auch nicht im Präsidentschaftsamt.

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.07.2020

Eine Geschichte, bunt, wie das Leben

Die Liebe kommt auf Zehenspitzen
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Die Liebe kommt auf Zehenspitzen
Roman
Bastei Lübbe AG
Autorin: Kristina Günak
ISBN 978-3-7325-8628-8
318 Seiten
Erscheinungsdatum: 29. Juni 2020


Ein herrlicher Roman.
Ich bin ganz verliebt in die ...

Die Liebe kommt auf Zehenspitzen
Roman
Bastei Lübbe AG
Autorin: Kristina Günak
ISBN 978-3-7325-8628-8
318 Seiten
Erscheinungsdatum: 29. Juni 2020


Ein herrlicher Roman.
Ich bin ganz verliebt in die Atmosphäre, die Kristina Günak darin erschaffen hat.



Die Liebe kommt auf Zehenspitzen ist die Geschichte von Lucy und Ben.




Lucy Bradford lebt allein in Hamburg. Statt den Trubel der Großstadt zu genießen, ist sie jedoch oft allein. Ihr Job ist ihr da auch nicht dienlich, ganz im Gegenteil. Sie arbeitet zu Hause als Übersetzerin von Liebesromanen.
Dafür hatte sie Glück und ein Verlag hat gleich ihren neuen, ihren ersten Roman gekauft. Zugegeben, dieser ist noch in Arbeit und es will auch noch nicht recht vorangehen. Doch sie hat Zeit bis nächsten Herbst und jetzt ist gerade mal Winter. Um genau zu sein, steht Weihnachten unmittelbar bevor.


Um zu ihrer Familie zu gelangen, hat sie sich eine Mitfahrgelegenheit gesucht: Benedict Greifenberg, ein junger Arzt im klapprigen, alten Auto.

Auf dem gemeinsamen Weg zu ihren Verabredungen - Lucy möchte ihre Eltern und ihren Bruder besuchen und Ben will zu seinen Freunden nach Husum - schlägt ihnen das Wetter jedoch ein Schnippchen. Dank des immer dichter werdenden Schneefalls und der bald darauf unpassierbaren Fahrbahn müssen sie auf einem Parkplatz halten und werden noch vor Beginn der Nacht von einem Friesen im Fendt gerettet.

Lucy und Ben kommen aufgrund des anhaltenden Schneefalls am Heiligen Abend nicht mehr zu ihren Verabredungen sondern landen auf dem Hof von Dorle Dormann. Dort erwarten Lucy und Ben ein marodes Haus, ein verschrobener Hund namens Helmut und eine warmherzige alte Dame: Dorle.

Nach einem spontanen und dennoch gemütlichen gemeinsamen Weihnachtsabend verlieren sich Lucy und Ben fast aus den Augen - bis sie im Frühjahr Post bekommen: sie haben den Dormannschen Hof geerbt. Gemeinsam. Und nur unter der Bedingung, dass sie zusammen auf dem Hof leben.

Mit dem Hof erben sie zusätzlich Geldmittel, die für das erste gemeinschaftliche Jahr reichen sollten. Klingt geradezu traumhaft, denn Ben ist der Job im Krankenhaus zu viel und Lucy wurde die Wohnung gekündigt.
So ziehen sie - unter der eigenen strikten Auflage als Freunde auf dem Hof zu leben- in das Haus von Dorle Dormann ein.

Statt eines beschaulichen, ruhigen Dorflebens, schlägt das Leben dort seine Kapriolen. Lucy und Ben müssen lernen den Hof zu führen und sind in dem ruhigen Dorf nun alles andere als allein.

Die Geschichte rund um das Dorfleben und das Kennenlernen der Dorfbewohner ist Kristina Günak mit viel Witz und Charme vollends gelungen. Die feine Wortwahl gemischt mit umgangssprachlichen Ausbrüchen der Protagonistin Lucy macht das Leben in dem Dorf zudem sehr lebendig.

Dadurch, dass Lucy die Geschichte erzählt, bin ich ihr sehr nahe. Obwohl sie sich gern unnahbar gibt, um nicht verletzt zu werden. Während Lucy nach außen sehr robust wirkt, ist Ben der sensible Part der Beiden. Er gibt Lucy Zeit und Raum für ihr Wirken und Werken. Während Lucy Ben häufiger mal einen Schubs in die richtige Richtung gibt. Es macht Spaß die beiden zu begleiten und zu sehen, wie sich eine echte, tiefe Freundschaft entwickelt.

Beide Charaktere haben Verletzungen davongetragen. Sie haben ihre Ängste, die sie im Alltag häufig verdrängen, statt sie genauer zu betrachten. Kristina Günak schafft scheinbar mühelos den Balanceakt eine fröhliche Geschichte zu erzählen und ihr dennoch Tiefe zu verleihen. Die Charaktere, die sie für den Roman entwickelt hat, sind lebendig. Sie bestechen mit ihrem eigenen Charme und können genau so gut unbequem sein. - Und das jeder auf seine Art. Ob grantig, freundlich oder beständig - jeder Dorfbewohner bringt seine Eigenart mit und wächst mir im Verlauf der Geschichte ans Herz. Das Buch birgt den Wunsch in genau dieses Dorf zu ziehen. Ich möchte Nachbarn wie Fredo und Millie. Fredo, der das Herz am rechten Fleck hat, es aber bloß nicht offen zeigt. Millie, die eine begnadete Kuchenbäckerin ist und Fredo von Herzen liebt - und ihn deshalb mehr als einmal in seine Schranken weist. Und die Dorfgemeinschaft hält noch weitere liebenswerte Charaktere vor.

"Fredo trug seinen verkniffenen Gesichtsausdruck und noch einen Klappstuhl, und Helmut trug nichts, legte Henriette aber sogleich die Nase auf das Bein, was für seine Verhältnisse einer stürmischen Begrüßung gleichkam." - Seite 143

Die Geschichte ist warmherzig erzählt und das macht - meiner Meinung nach - das wohlige Empfinden beim Lesen aus. Gespickt mit Esprit wird das Lesen zu einem wunderbaren Leseerlebnis.

"Wenn du versuchst zu kochen, muss man hinterher die Küche renovieren, aber das ist völlig okay." - Seite 183

Fazit

Ich habe beim Lesen der Geschichte jede Seite genossen.
Das Buch ist für alle, die lockerleicht unterhalten werden wollen und sich dem Ernst des Lebens und der Liebe nicht verschließen wollen.

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  • Gefühl
  • Geschichte
  • Figuren
Veröffentlicht am 27.06.2020

Spannend, köstlich und dieses Mal geht es mit Pierre Durand in die Camargue

Provenzalischer Stolz
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Provenzalischer Stolz ist der siebte Fall für Pierre Durand und spielt im Rhônetal, in der Camargue.

Diesen siebten Band kann man problemlos unabhängig von den Vorgängerromanen lesen. Die Entwicklung ...

Provenzalischer Stolz ist der siebte Fall für Pierre Durand und spielt im Rhônetal, in der Camargue.

Diesen siebten Band kann man problemlos unabhängig von den Vorgängerromanen lesen. Die Entwicklung der Charaktere und der Rückblick auf die Dorfbewohner von Sainte-Valérie erlebt man hautnah, wenn man von Anfang an dabei ist. Und dabei entdecke ich als Leser auch, wie vielfältig die Provence ist.



Mit diesem siebten Fall für Pierre Durand entführt mich die Autorin Sophie Bonnet in die Camargue und ich erfahre einiges über die Hintergründe im Rhônetal. Über die Geschichte des Landes, über die Geschichte des Glaubens, über die Tierwelt - insbesondere der Wasservögel im Étang de Vaccarès - einem Teil des Naturschutzgebietes.

Es sind in sich schon sehr spannende Themen, die Sophie Bonnet mit in diese Geschichte eingewoben hat. Dazu kommt der spannende Kriminalfall, mit dem Pierre Durand konfrontiert wird. Und das ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, in dem Pierre mit sich und seiner beruflichen Zukunft hadert und erst einmal Abstand gewinnen möchte. Ein ungebetener Gast auf dem Hausboot, das er für seine Mußestunden auserkoren hat, macht die Sache nicht einfacher. Es stellt sich heraus, dass dieser ungebetene Gast Zeuge eines Mordes gewesen war - nur leider mit einigen Gedächtnislücken.
Auch privat scheint Pierre sich gerade von seiner Lebensgefährtin Charlotte eher zu entfernen, als mit ihr weitere Zukunftspläne zu schmieden. Noch dazu ist ein Kettenbrief im Umlauf. Die Dorfbewohner sind sehr abergläubisch, daher verbreitet sich dieser Brief in Windeseile. Die wenigsten reagieren mit Gelassenheit darauf.

"Dabei war dieser Nostradamus ein Hochstapler und Schaumschläger sondergleichen. Ich wette, er lacht sich krumm und schief, weil er sich mit seinen Prophezeiungen den größten Witz des Jahrtausends ausgedacht hat." - Seite 128

Wie ernst muss man die in den Kettenbriefen enthaltenen Prophezeiungen nehmen? Nach dem ersten Mord stellt sich die Frage nach dem "wie ernst" nicht mehr, sondern nur: wer ist der nächste arme Sünder und wie kann man den Mord verhindern?

Da ist es kein Wunder, dass Pierre - auch wenn er als ehemaliger Dorfpolizist gerade vom Dienst suspendiert ist - sich die Frage stellt, ob er nicht zu nahe am Geschehen ist.

"Nähe macht blind, so lautete eine der ersten Lektionen auf der Polizeihochschule. Je näher man dem Bösen kam, desto weniger nahm man es wahr." - Seite 150

In den Ermittlungspausen der Kriminalgeschichte entführt Sophie Bonnet mich mit kulinarischen Köstlichkeiten und Landschaftsbeschreibungen. Beinahe kann ich die Hitze spüren an diesen heißen Tagen in der Camargue und angesichts der Köstlichkeiten läuft mir das Wasser im Munde zusammen. Als besonderes Highlight sind in den kulinarischen Krimis auch immer die Rezepte am Ende des Romans abgedruckt. Eine kurze Beschreibung über die Herkunft des Gerichts und anschließend folgen Zutatenliste und Zubereitungshinweise.

Wer möchte, kann sich also durchaus über die Kriminalgeschichte hinaus mit dem Buch befassen. Sei es, um die tollen Rezepte auszuprobieren oder um die im Buch beschriebene Gegend besser kennenzulernen.

"Ich sage Ihnen, was gottgewollt ist: dass die Natur sich dieser schrecklichen, kopulierenden gierigen Kreatur entledigt, die sich Mensch nennt und glaubt, Gottes größtes Wunderwerk zu beherrschen." - Seite 203

Ich hatte viel Vergnügen und Spannung pur beim Lesen von Provenzalischer Stolz. Die Informationen zur Religion und den unterschiedlichen Glaubensansichten, der wundervollen und dem natürlichen Lauf unterlegenen Region im Rhônetal, die vielschichtigen, spannenden Charaktere und der ausgeklügelte Kriminalfall sorgten für ein ausgewogenes Leseerlebnis. Nur ungern lasse ich Pierre Durand vorläufig ziehen und freue mich bereits heute auf den Folgeband. Der flüssige Schreibstil und die bildhaften Beschreibungen tun ihr übriges, dass ich mich rundherum wohl fühle beim Verfolgen der umfassend recherchierten Geschehnisse in der Geschichte.


Fazit

Wer die Provence und seine Köstlichkeiten mag und gern spannend und informativ unterhalten wird, ist mit Provenzalischer Stolz sehr gut beraten.

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.06.2020

Bildhaft geschriebener Auftaktroman

Riviera - Der Traum vom Meer
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Riviera - Der Traum vom Meer
Teil 1 der Riviera-Dilogie
Historischer Roman
Blanvalet - Verlagsgruppe Random House GmbH
Autorin: Julia Kröhn
ISBN 978-3-7341-0808-2
462 Seiten




Riviera - Der Traum vom ...

Riviera - Der Traum vom Meer
Teil 1 der Riviera-Dilogie
Historischer Roman
Blanvalet - Verlagsgruppe Random House GmbH
Autorin: Julia Kröhn
ISBN 978-3-7341-0808-2
462 Seiten




Riviera - Der Traum vom Meer spielt in den Jahren von 1922 bis 1936. Arthur Sommer lebt als Inhaber des Reisebureaus Sommer mit seiner Tochter Salome in Frankfurt. Als seine ihn bis dahin unterstützende Mutter Tilda stirbt, gibt Paola dem alleinstehenden Vater Halt und animiert ihn dazu, Reisen nach Italien auch im Sommer anzubieten. Da Arthur Sommer auf sich allein gestellt nicht weiter weiß, zieht er das Angebot einer Kennenlernreise in Betracht und Arthur, Paola und Salome reisen nach San Remo an die italienische Riviera.



Doch die politischen Umstände machen auch vor so malerischen Orten keinen Halt und die Zukunft des Reisebureaus und die im Ausland geschlossenen Freundschaften stehen schon kurz darauf auf Messers Schneide.

Salome ist acht Jahre alt als ich sie auf den ersten Seiten kennenlerne. Sie wächst bei ihrem Vater und ihrer Großmutter auf. In dem kleinen zur Wohnung gehörenden Mansardenzimmer lebt Paola, da die Familie das Zimmer untervermieten muss. Paola tröstet Salome mit einem Traum vom Meer und einer Reise nach Italien steht aufgrund der Geschäftsidee, nun auch Reisen im Sommer nach Italien anzubieten, bald nichts mehr im Wege. Paola war schließlich der lebende Beweis dafür, dass ein Mensch auch einen Sommer im heißen Italien überstehen kann - trotz Badens im Meer. Das Gerücht über die gesundheitsschädigende Wirkung von Sommern in südlichen Ländern war und blieb lange Zeit weit verbreitet.

Ich begleite Salome durch Kindertage und ihre Jugend und lerne mit ihr die Riviera kennen. Malerisch beschriebene Orte und spezifische Pflanzen sorgen dafür, dass ich stets beim Lesen auch ein Bild vor Augen habe. Der flüssige Schreibstil und die eingewobenen politischen Hintergründe der jeweiligen Zeit runden die Geschichte ab. Dabei sind die Charaktere Bestandteil der Geschichte, die mit dem Ort und dem Verlauf der historischen Umstände unweigerlich verbunden sind. Die Charaktere agieren ihrem Lebensumfeld und damit ihren Möglichkeiten entsprechend und authentisch. Selbstauferlegte Zwänge sind dabei ebenso wie Ausbrüche aus dem selbst angelegten Korsett der Charaktere glaubhaft und nachvollziehbar dargestellt. Es sind vielschichtige Charaktere, die nicht immer sympathisch aber durchaus echt wirken.

Neben Salome, die aus Deutschland stammt und einen jüdisch anmutenden Namen trägt rücken zwei weitere Charaktere unaufgefordert in den Fokus. Das ist einmal ihre aus Italien stammende Freundin Ornella Barbera und der aus Frankreich stammende, sehr belesene Félix Aubry.

Ich kann es kaum erwarten, auf den Erkundungstouren der drei jungen Menschen mehr zu erfahren über das Land, die Menschen und die Literatur. Denn neben dem Reisen, das im Mittelpunkt der Geschichte steht, kommt auch die Literatur nicht zur kurz. So führt diese Reise unter anderem auch in das beschauliche Sanary-sur-mer, ein kleines Fischerdorf, das mir - unter anderen Umständen - ein wahrer Wohlfühlort zu sein scheint.

Die Kulisse an der Riviera - italienisch an der Riviera del Fiori und französisch an der Cote d´Azur - ist wunderschön, doch die Geschichte in den Zeiten von 1922 bis 1936 macht den Menschen das Leben nicht leicht. Julia Kröhn gelingt mit diesem historischen Roman ein charmant ausgewogenes Leseerlebnis. Es ist erschreckend, gerade jetzt noch einmal nachzulesen, unter welchen Auflagen eine Reise in den 20er Jahren mitunter erst möglich war. Von allen anderen Auflagen ganz zu schweigen.

Kaum habe ich das Buch zugeschlagen, vermisse ich schon die ruhige, bald lethargische Art von Arthur auf Begebenheiten zu reagieren, frage mich, wie es Ornella geht und wie die Familie Aubry ihr zukünftiges Leben ausrichten wird. Und bei diesen Gedanken bin ich stets auch bei Salome.

Riviera - Der Weg in die Freiheit, Band 2 der Dilogie, erscheint am 15. Juni 2020. Der erste Band dieses bewegenden Zweiteilers scheint mir die Grundlage zu einem überragenden zweiten Teil zu sein. - Stellt es die Hauptakteure einmal mehr vor große neue Herausforderungen. Ich bin sehr gespannt, was den Charakteren im Verlauf der Geschichte der drei Länder noch alles bevorsteht.

Fazit

Als lese- und reisefreudiger Mensch, der auch an der Geschichte interessiert ist, kann ich dieses Buch allen empfehlen, die ebenso reise- und lesebegeistert sind. Ein historischer Roman, der - gerade jetzt, in Zeiten neuer Auflagen und Reisebeschränkungen - bis in die Gegenwart führt.

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