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Veröffentlicht am 26.12.2025

Präzise erzählt. Komplexer Rechtsmedizin-Thriller.

Mit kalter Hand
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Mit kalter Hand ist der dritte Fall für Rechtsmedizinerin Dr. Sabine Yao. Während die Ermittlungen zum Pferderipper von Lübars laufen und die Sonderkommission in Sorge ist, dass der Täter, der es bislang ...

Mit kalter Hand ist der dritte Fall für Rechtsmedizinerin Dr. Sabine Yao. Während die Ermittlungen zum Pferderipper von Lübars laufen und die Sonderkommission in Sorge ist, dass der Täter, der es bislang auf Pferde abgesehen hat, bald auch Menschen tötet, werden Leichenteile gefunden. Und über allem die drängende Frage: Wie viel Zeit bleibt, bis ein neues Tötungsdelikt hinzukommt?











Michael Tsokos spart nicht mit seiner Expertise und nimmt mich als Leserin mit in den Sektionssaal und die Welt der genauen Bezeichnungen. In sehr anschaulicher Weise erklärt Yao was sie bei der Inaugenscheinnahme sieht und lässt mich daran teilhaben. Die Worte sind so sorgfältig gewählt, wie ihre Arbeit erledigt wird und die gelegentlich auftauchenden Fachbegriffe erklären sich aus dem Kontext der Erzählung.



Anfangs, als es um den Pferderipper ging, fühlte ich einen ungewöhnlichen Abstand zur Geschichte rund um Pferde, Ställe und Tiermord oder Tierquälerei. Mit Yao hingegen fühlte ich mich sehr verbunden. Vielleicht machte Yao´s gelebte Distanz zu Pferden hier den Ausschlag, vielleicht die eigene Unverbundenheit zu Pferden. Ich konnte mich jedenfalls sehr gut in Yao hineinversetzen.

Das Tempo der Erzählung zog während des Geschehens immer mehr an, so dass ich ab etwa der Hälfte den Eindruck hatte, die Geschichte würde sich von allein weitererzählen. Dafür, dass ich so eng bei den Ermittlungen mitgenommen wurde, erschien mir das Ende dann nahezu abrupt. Der Schluss ist mir zu kurz gekommen. Ich hatte kaum erfasst, was die Ermittlungen ergeben hatten, da war es auch schon aus.

Mir hat das Buch sehr gefallen. Das Tempo der Geschichte war für mich genau richtig. Die Details hätte ich gern eher angedeutet als genau erzählt gehabt und das Ende darf mich beim nächsten Buch gern etwas länger in Atem halten. Für Leserinnen, die Rechtsmedizin-Thriller mögen, auf jeden Fall der richtige Lesestoff.

Fazit
Mit kalter Hand wird präzise erzählt. Der passende Lesestoff für Leserinnen und Leser von spannenden Rechtsmedizin-Thrillern.

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Veröffentlicht am 12.10.2025

Harmlos in der Außenwirkung, böse von innen

Böse
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Böse ist die Geschichte, die in dem äußerst harmlos wirkenden Dorf Hussfeld spielt. Die einen sagen, wie wunderbar idyllisch, die anderen sagen, Hussfeld ist das letzte Kaff. Bei letzterem schließt sich ...

Böse ist die Geschichte, die in dem äußerst harmlos wirkenden Dorf Hussfeld spielt. Die einen sagen, wie wunderbar idyllisch, die anderen sagen, Hussfeld ist das letzte Kaff. Bei letzterem schließt sich auch Fenja an. Fenja ist gerade 17 Jahre alt und über den Ortswechsel alles andere als glücklich. Ihre Mutter Katharina hat sich nun aber gerade von ihrem Vater getrennt und ausgerechnet in der Nähe von Hussfeld einen neuen Job erhalten. Hussfeld fühlt sich schon ein bisschen tot an. Der Ort soll ja auch Bewohner haben, doch begegnet sind Fenja davon nur wenige.

Jonas Wagner schreibt in einem sehr lockeren Erzählstil. Als Leserin bekomme ich einen sehr guten Eindruck, wie sich der Ort anfühlt und was es für Geräusche in ihm gibt. Auch die Gedanken der Charaktere und deren Ausdruck sind bildhaft beschrieben, so dass ich bei einem Zögern schnell in eine Habacht-Stellung gerate. Ja, der Spannungsbogen wird hier gut gehalten. Die Szenen zwischen Fenja, die nach kurzer Zeit verschwunden ist, und ihrer Mutter Katharina wechseln sich ab. Das Gefühl des Verlassenseins ist spürbar.

Das Buch hat mir gut gefallen. Es war spannend und an den richtigen Stellen gab es kurze Entspannungsmomente. Ich werde auf jeden Fall wieder zu einem Thriller von Jonas Wagner greifen.

Fazit
Wer spannende Thriller mag und vor Bösem in Büchern nicht zurückschreckt, wird in Böse mit Fenja und Katharina ordentlich mitfiebern können.

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Veröffentlicht am 12.10.2025

Aliza und die Frage des Lebens

Die Erfindung der Welt
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Die Erfindung der Welt erzählt die Geschichte von der Schriftstellerin Aliza Berg. Aliza Berg bekommt ein Angebot, dass sie nicht ausschlagen kann. Ein Angebot, das ziemlich unverfroren ist, übergreifend ...

Die Erfindung der Welt erzählt die Geschichte von der Schriftstellerin Aliza Berg. Aliza Berg bekommt ein Angebot, dass sie nicht ausschlagen kann. Ein Angebot, das ziemlich unverfroren ist, übergreifend und attraktiv. Sie bekommt das Angebot von G., den sie nicht einordnen kann, oder vielmehr als einen älteren, gut situierten Herrn einordnet.


Dieser G. hat ihr einen Brief geschrieben, einen Dank formuliert für ihre schriftstellerische Tätigkeit und ihr mitgeteilt, dass sie die Summe, die jetzt auf ihrem Bankkonto ist, getrost als Anzahlung für ein neues Buch als auch als Dankeschön für ihre bisherige Literatur ansehen darf. Er wünsche sich allerdings, dass sie sich dazu entscheidet, das für ihn wichtige Buch zu schreiben.

Das Thema allerdings bestimmt dieser ominöse, ältere Herr namens G. Es handelt sich um das Leben selbst und die Bewohner einer ganz bestimmten Region. Um alle Bewohner. Das ist ihm wichtig. Nun, ich halte es wie Aliza Berg: ich würde mich ungern dermaßen "überfahren" lassen. Und ich würde das Schreibangebot annehmen.

Mir gefällt der Schreibstil von Thomas Sautner. Und mir gefällt eines der beiden Zitate am Anfang des Buches:



"Wir vergessen, dass das, was wir nicht getan haben, wir auch nicht gewesen sind." - Fernando Pessoa - Seite 7



Und Fernando Pessoa hat so, so recht mit dieser Aussage. So viele Dinge nehmen wir uns vor oder denken zumindest darüber nach, dass wir diese Dinge tun würden, wenn wir uns nur trauen würden. Und dann? Dann verbleibt es meistens dabei und der Alltag holt uns ein und dann, ja, dann haben wir sie nicht getan, diese wunderbaren großen, manchmal kleinen Dinge. Und diese ungetanen Dinge sind wir am Ende des Tages auch nicht gewesen. Wir hätten sie sein können, ja. Und taten es doch nicht.

Der Roman startet für mich also schon sehr nachdenklich ob dieses kleinen Zitats mit großer Wirkung.

Und auch sonst, wie bereits erwähnt, gefällt mir der Schreibstil von Thomas Sautner über alle Maße. Er wirkt gerade so angemessen für ein Buch, dass sich um das Thema Leben dreht. Und mir gefällt nicht nur der Schreibstil, mir gefällt auch die Wortwahl, mit dem er den Charakteren Tiefe verleiht. So, wie Elli:



"Ich sah sie an. Wie sehr ich sie mochte, dabei kannte ich sie doch noch gar nicht. Vielleicht war es auch, weil sie mir ihr Kindheitsgesicht gezeigt hatte. Wenn mir jemand sein Kindheitsgesicht zeigt, ohne sich dessen bewusst zu sein, bin ich verloren, dann kann er oder sie alles von mir haben. Gegen diese zarte Verletzlichkeit, diese Unmittelbarkeit, diese Wahrheit komme ich nicht an." - Seite 55



Mal im Ernst: So ein Buch muss man einfach lieben. So ein Buch kann alles haben: Aufmerksamkeit - ungeteilt, schonende Behandlung, vorsichtiges Umblättern, umsichtige Ablage, gute Gedanken. Vor allem auch an Aliza, die den Charakteren in der Geschichte dieses Buchs genauso viel Leben einhaucht, wie der Autor Thomas Sautner in dem Buch Die Erfindung der Welt.

Mir hat diese Reise mit Aliza sehr gefallen. Die Erfindung der Welt und die Geschichte über das Leben.

Fazit
Die Erfindung der Welt ist für alle, die nun Lust haben, sich mit Aliza ins Unbekannte zu wagen und sich der Frage des Lebens zu stellen.

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Veröffentlicht am 10.10.2025

Außergewöhnliche Charaktere und zartbittere Lebensumstände

Enriettas Vermächtnis
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Enriettas Vermächtnis handelt von der jüngst verstorbenen Enrietta da Silva. Im Alter von 85 Jahren ist sie gestorben und hinterlässt ein Vermächtnis an zwei Personen, die sich erstmalig - nun ja, eigentlich ...

Enriettas Vermächtnis handelt von der jüngst verstorbenen Enrietta da Silva. Im Alter von 85 Jahren ist sie gestorben und hinterlässt ein Vermächtnis an zwei Personen, die sich erstmalig - nun ja, eigentlich zum zweiten Mal - beim Züricher Advokaten Leuthard begegnen.

Es handelt sich um Jana Horwarth, die als Enriettas Ziehtochter gilt und um den in der Schweiz gänzlich unbekannten Dr. Emilio Volpe, der aus Argentinien stammt. Da das Erbe nicht an direkte Verwandte geht und mit rund 20 Millionen Schweizer Franken schon ein Vermögen bedeutet, ist Dr. Leuthard sehr daran gelegen, Emilio Volpe näher kennenzulernen.

In Gesprächen mit der auf Emilio sehr anziehend wirkenden Jana komme ich als Leserin nach und nach auf die Spur, die Emilio mit Enrietta verband.

Sylvia Madsack hat einen erklärenden und zugleich raffinierten Schreibstil. Mit ihrer Art, die Eindrücke der Charaktere verbildlicht zu erzählen, zieht sie mich mehr und mehr in den Bann der Figuren. Emilio Volpe, der zunächst eher schnöde wirkt, bekommt mehr und mehr Tiefe. Während Jana Hortwarth zunächst sehr zugänglich über ihre Beziehung zu Enrietta berichtet, sich andersherum aber sehr schnell zurückzieht. Dabei lässt Jana von Emilio Berichtetes erst einmal für sich - und damit auch für mich - stehen.

Mir gefällt die Art und die scheinbare Leichtigkeit des Erzählens und die gleichzeitig genussvolle Ausdrucksweise. So, als könnte ich die Zeilen schmecken, so schreibt Sylvia Madsack ihren Roman.

Enriettas Vermächtnis zu lesen und mir eigene Gedanken zu den Charakteren und ihren zwischenmenschlichen Begegnungen zu machen, war für mich ein Genuss.

Fazit
Enriettas Vermächtnis ist für alle, die gern außergewöhnlichen Charakteren mit ungewöhnlichen Lebenshintergründen begegnen.

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Veröffentlicht am 22.09.2025

Identität, Selbstfindung und zwischenmenschliche Beziehungen kommen hier prägnant zum Tragen

Wir sind schließlich wer
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In "Wir sind schließlich wer" entführt uns Anne Gesthuysen auf eine berührende und zugleich nachdenkliche Reise durch die Themen Identität, Selbstfindung und die Herausforderungen des Erwachsenwerdens. ...

In "Wir sind schließlich wer" entführt uns Anne Gesthuysen auf eine berührende und zugleich nachdenkliche Reise durch die Themen Identität, Selbstfindung und die Herausforderungen des Erwachsenwerdens. Mit ihrem einfühlsamen Schreibstil und einer packenden Erzählweise gelingt es Anne Gesthuysen, mich als Leserin von der ersten Seite an zu fesseln.

Die Geschichte dreht sich um die Protagonistin Anna von Betteray, die sich in einer Phase der Unsicherheit und des Umbruchs befindet. Sie kämpft mit den Fragen, die viele von uns kennen: Wer bin ich wirklich? Was will ich im Leben erreichen? Und wie gewinne ich die Herzen der Dorfbewohner? Anne Gesthuysen schafft es, diese inneren Konflikte so authentisch darzustellen, dass ich oft das Gefühl hatte, die Gedanken und Gefühle der Protagonistin selbst zu erleben.

Die Charaktere sind vielschichtig und lebendig. Jeder von ihnen bringt seine eigenen Träume, Ängste und Herausforderungen mit, was die Geschichte umso greifbarer macht. Besonders berührend sind die Beziehungen, die die Protagonistin Anna von Betteray zu ihren Freunden und ihrer Familie aufbaut. Anne Gesthuysen zeigt, wie wichtig diese Verbindungen sind und wie sie uns helfen, unseren Platz in der Welt zu finden.

Ein zentrales Thema des Buches ist die Suche nach Zugehörigkeit und Selbstakzeptanz. Anne Gesthuysen behandelt diese Themen mit einer Sensibilität, die mich zum Nachdenken anregen. Ich spüre, wie die Protagonistin sich weiterentwickelt und lernt, sich selbst zu akzeptieren, während sie gleichzeitig die Herausforderungen des Lebens meistert.

Die Erzählweise ist flüssig und einladend, sodass ich das Buch kaum aus der Hand legen mochte. Anne Gesthuysen versteht es, eine Balance zwischen ernsten Themen und leichten Momenten zu finden, was das Lesen zu einem abwechslungsreichen Erlebnis macht.



Fazit
"Wir sind schließlich wer" ist nicht nur ein Roman über Identität, sondern auch eine tiefgründige Reflexion über das Menschsein und die Suche nach dem eigenen Ich. Anne Gesthuysen hat mit diesem Werk ein Buch geschaffen, das lange nach dem Lesen im Gedächtnis bleibt und zum Nachdenken anregt. Ein absolutes Lesevergnügen, das ich jedem ans Herz lege, der sich für Geschichten über das Leben, die Liebe und die Herausforderungen des Erwachsenwerdens interessiert.

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