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Veröffentlicht am 12.10.2025

Aliza und die Frage des Lebens

Die Erfindung der Welt
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Die Erfindung der Welt erzählt die Geschichte von der Schriftstellerin Aliza Berg. Aliza Berg bekommt ein Angebot, dass sie nicht ausschlagen kann. Ein Angebot, das ziemlich unverfroren ist, übergreifend ...

Die Erfindung der Welt erzählt die Geschichte von der Schriftstellerin Aliza Berg. Aliza Berg bekommt ein Angebot, dass sie nicht ausschlagen kann. Ein Angebot, das ziemlich unverfroren ist, übergreifend und attraktiv. Sie bekommt das Angebot von G., den sie nicht einordnen kann, oder vielmehr als einen älteren, gut situierten Herrn einordnet.


Dieser G. hat ihr einen Brief geschrieben, einen Dank formuliert für ihre schriftstellerische Tätigkeit und ihr mitgeteilt, dass sie die Summe, die jetzt auf ihrem Bankkonto ist, getrost als Anzahlung für ein neues Buch als auch als Dankeschön für ihre bisherige Literatur ansehen darf. Er wünsche sich allerdings, dass sie sich dazu entscheidet, das für ihn wichtige Buch zu schreiben.

Das Thema allerdings bestimmt dieser ominöse, ältere Herr namens G. Es handelt sich um das Leben selbst und die Bewohner einer ganz bestimmten Region. Um alle Bewohner. Das ist ihm wichtig. Nun, ich halte es wie Aliza Berg: ich würde mich ungern dermaßen "überfahren" lassen. Und ich würde das Schreibangebot annehmen.

Mir gefällt der Schreibstil von Thomas Sautner. Und mir gefällt eines der beiden Zitate am Anfang des Buches:



"Wir vergessen, dass das, was wir nicht getan haben, wir auch nicht gewesen sind." - Fernando Pessoa - Seite 7



Und Fernando Pessoa hat so, so recht mit dieser Aussage. So viele Dinge nehmen wir uns vor oder denken zumindest darüber nach, dass wir diese Dinge tun würden, wenn wir uns nur trauen würden. Und dann? Dann verbleibt es meistens dabei und der Alltag holt uns ein und dann, ja, dann haben wir sie nicht getan, diese wunderbaren großen, manchmal kleinen Dinge. Und diese ungetanen Dinge sind wir am Ende des Tages auch nicht gewesen. Wir hätten sie sein können, ja. Und taten es doch nicht.

Der Roman startet für mich also schon sehr nachdenklich ob dieses kleinen Zitats mit großer Wirkung.

Und auch sonst, wie bereits erwähnt, gefällt mir der Schreibstil von Thomas Sautner über alle Maße. Er wirkt gerade so angemessen für ein Buch, dass sich um das Thema Leben dreht. Und mir gefällt nicht nur der Schreibstil, mir gefällt auch die Wortwahl, mit dem er den Charakteren Tiefe verleiht. So, wie Elli:



"Ich sah sie an. Wie sehr ich sie mochte, dabei kannte ich sie doch noch gar nicht. Vielleicht war es auch, weil sie mir ihr Kindheitsgesicht gezeigt hatte. Wenn mir jemand sein Kindheitsgesicht zeigt, ohne sich dessen bewusst zu sein, bin ich verloren, dann kann er oder sie alles von mir haben. Gegen diese zarte Verletzlichkeit, diese Unmittelbarkeit, diese Wahrheit komme ich nicht an." - Seite 55



Mal im Ernst: So ein Buch muss man einfach lieben. So ein Buch kann alles haben: Aufmerksamkeit - ungeteilt, schonende Behandlung, vorsichtiges Umblättern, umsichtige Ablage, gute Gedanken. Vor allem auch an Aliza, die den Charakteren in der Geschichte dieses Buchs genauso viel Leben einhaucht, wie der Autor Thomas Sautner in dem Buch Die Erfindung der Welt.

Mir hat diese Reise mit Aliza sehr gefallen. Die Erfindung der Welt und die Geschichte über das Leben.

Fazit
Die Erfindung der Welt ist für alle, die nun Lust haben, sich mit Aliza ins Unbekannte zu wagen und sich der Frage des Lebens zu stellen.

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Veröffentlicht am 10.10.2025

Außergewöhnliche Charaktere und zartbittere Lebensumstände

Enriettas Vermächtnis
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Enriettas Vermächtnis handelt von der jüngst verstorbenen Enrietta da Silva. Im Alter von 85 Jahren ist sie gestorben und hinterlässt ein Vermächtnis an zwei Personen, die sich erstmalig - nun ja, eigentlich ...

Enriettas Vermächtnis handelt von der jüngst verstorbenen Enrietta da Silva. Im Alter von 85 Jahren ist sie gestorben und hinterlässt ein Vermächtnis an zwei Personen, die sich erstmalig - nun ja, eigentlich zum zweiten Mal - beim Züricher Advokaten Leuthard begegnen.

Es handelt sich um Jana Horwarth, die als Enriettas Ziehtochter gilt und um den in der Schweiz gänzlich unbekannten Dr. Emilio Volpe, der aus Argentinien stammt. Da das Erbe nicht an direkte Verwandte geht und mit rund 20 Millionen Schweizer Franken schon ein Vermögen bedeutet, ist Dr. Leuthard sehr daran gelegen, Emilio Volpe näher kennenzulernen.

In Gesprächen mit der auf Emilio sehr anziehend wirkenden Jana komme ich als Leserin nach und nach auf die Spur, die Emilio mit Enrietta verband.

Sylvia Madsack hat einen erklärenden und zugleich raffinierten Schreibstil. Mit ihrer Art, die Eindrücke der Charaktere verbildlicht zu erzählen, zieht sie mich mehr und mehr in den Bann der Figuren. Emilio Volpe, der zunächst eher schnöde wirkt, bekommt mehr und mehr Tiefe. Während Jana Hortwarth zunächst sehr zugänglich über ihre Beziehung zu Enrietta berichtet, sich andersherum aber sehr schnell zurückzieht. Dabei lässt Jana von Emilio Berichtetes erst einmal für sich - und damit auch für mich - stehen.

Mir gefällt die Art und die scheinbare Leichtigkeit des Erzählens und die gleichzeitig genussvolle Ausdrucksweise. So, als könnte ich die Zeilen schmecken, so schreibt Sylvia Madsack ihren Roman.

Enriettas Vermächtnis zu lesen und mir eigene Gedanken zu den Charakteren und ihren zwischenmenschlichen Begegnungen zu machen, war für mich ein Genuss.

Fazit
Enriettas Vermächtnis ist für alle, die gern außergewöhnlichen Charakteren mit ungewöhnlichen Lebenshintergründen begegnen.

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Veröffentlicht am 22.09.2025

Identität, Selbstfindung und zwischenmenschliche Beziehungen kommen hier prägnant zum Tragen

Wir sind schließlich wer
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In "Wir sind schließlich wer" entführt uns Anne Gesthuysen auf eine berührende und zugleich nachdenkliche Reise durch die Themen Identität, Selbstfindung und die Herausforderungen des Erwachsenwerdens. ...

In "Wir sind schließlich wer" entführt uns Anne Gesthuysen auf eine berührende und zugleich nachdenkliche Reise durch die Themen Identität, Selbstfindung und die Herausforderungen des Erwachsenwerdens. Mit ihrem einfühlsamen Schreibstil und einer packenden Erzählweise gelingt es Anne Gesthuysen, mich als Leserin von der ersten Seite an zu fesseln.

Die Geschichte dreht sich um die Protagonistin Anna von Betteray, die sich in einer Phase der Unsicherheit und des Umbruchs befindet. Sie kämpft mit den Fragen, die viele von uns kennen: Wer bin ich wirklich? Was will ich im Leben erreichen? Und wie gewinne ich die Herzen der Dorfbewohner? Anne Gesthuysen schafft es, diese inneren Konflikte so authentisch darzustellen, dass ich oft das Gefühl hatte, die Gedanken und Gefühle der Protagonistin selbst zu erleben.

Die Charaktere sind vielschichtig und lebendig. Jeder von ihnen bringt seine eigenen Träume, Ängste und Herausforderungen mit, was die Geschichte umso greifbarer macht. Besonders berührend sind die Beziehungen, die die Protagonistin Anna von Betteray zu ihren Freunden und ihrer Familie aufbaut. Anne Gesthuysen zeigt, wie wichtig diese Verbindungen sind und wie sie uns helfen, unseren Platz in der Welt zu finden.

Ein zentrales Thema des Buches ist die Suche nach Zugehörigkeit und Selbstakzeptanz. Anne Gesthuysen behandelt diese Themen mit einer Sensibilität, die mich zum Nachdenken anregen. Ich spüre, wie die Protagonistin sich weiterentwickelt und lernt, sich selbst zu akzeptieren, während sie gleichzeitig die Herausforderungen des Lebens meistert.

Die Erzählweise ist flüssig und einladend, sodass ich das Buch kaum aus der Hand legen mochte. Anne Gesthuysen versteht es, eine Balance zwischen ernsten Themen und leichten Momenten zu finden, was das Lesen zu einem abwechslungsreichen Erlebnis macht.



Fazit
"Wir sind schließlich wer" ist nicht nur ein Roman über Identität, sondern auch eine tiefgründige Reflexion über das Menschsein und die Suche nach dem eigenen Ich. Anne Gesthuysen hat mit diesem Werk ein Buch geschaffen, das lange nach dem Lesen im Gedächtnis bleibt und zum Nachdenken anregt. Ein absolutes Lesevergnügen, das ich jedem ans Herz lege, der sich für Geschichten über das Leben, die Liebe und die Herausforderungen des Erwachsenwerdens interessiert.

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Veröffentlicht am 21.09.2025

Packender New York Thriller

City of Dreams
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City of Dreams ist Band 2 der City on Fire Saga aus der Feder von Don Winslow. Die City on Fire Saga umfasst drei Bände und ich freue mich schon sehr auf den abschließenden Band City in Ruins der Trilogie ...

City of Dreams ist Band 2 der City on Fire Saga aus der Feder von Don Winslow. Die City on Fire Saga umfasst drei Bände und ich freue mich schon sehr auf den abschließenden Band City in Ruins der Trilogie am 21. Mai 2024.

City of Dreams erzählt die Geschichte von Danny Ryan. Don Winslow hat mit "City of Dreams" ein echtes Meisterwerk geschaffen, das mich von der ersten Seite an gefesselt hat. Die Geschichte spielt in der pulsierenden Metropole New York City und entfaltet sich wie ein spannendes Mosaik aus Macht, Gier und den Träumen der Menschen, die dort leben.


Die Charaktere sind unglaublich lebendig und vielschichtig. Jeder von ihnen hat seine eigenen Hoffnungen und Ängste, und Don Winslow gelingt es, ihre inneren Konflikte so authentisch darzustellen, dass ich oft das Gefühl hatte, sie persönlich zu kennen. Besonders beeindruckt hat mich, wie er die moralischen Grauzonen beleuchtet, in denen sich seine Figuren bewegen. Es ist nicht immer klar, wer hier die "Guten" und die "Bösen" sind, und genau das macht die Geschichte so spannend.

Die Handlung ist rasant und voller unerwarteter Wendungen. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht. Don Winslow hat ein Talent dafür, die Spannung bis zur letzten Seite aufrechtzuerhalten, und ich habe oft mitgefiebert, während die Protagonisten sich durch die Herausforderungen ihrer Welt kämpfen.

Ein weiteres Highlight ist die Art und Weise, wie Don Winslow New York City beschreibt. Die Stadt wird zu einem lebendigen Charakter, der die Schicksale der Menschen beeinflusst. Man spürt förmlich die Energie und die Schattenseiten dieser Metropole, und das hat mich tief berührt.

City of Dreams ist nicht nur ein packender Thriller, sondern auch eine tiefgründige Auseinandersetzung mit den Träumen und Illusionen, die das Leben in einer Großstadt prägen. Don Winslow regt zum Nachdenken an, während er gleichzeitig eine fesselnde Geschichte erzählt, die mich bis zur letzten Seite gefesselt hat.

Fazit

City of Dreams ist für alle ein absolutes "Muss", die spannende, gut geschriebene Bücher lieben. Ich kann es kaum erwarten, mehr von Don Winslow zu lesen. Ein großes Lesevergnügen, das ich jedem ans Herz lege.

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Veröffentlicht am 21.09.2025

Magdas aufregende Welt

Polizeiärztin Magda Fuchs – Das Leben, ein großer Rausch
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"Polizeiärztin Magda Fuchs – Das Leben ein großer Rausch" von Helene Sommerfeld hat mich von der ersten Seite an gepackt und nicht mehr losgelassen. Magda Fuchs ist nicht nur eine Polizeiärztin, sondern ...

"Polizeiärztin Magda Fuchs – Das Leben ein großer Rausch" von Helene Sommerfeld hat mich von der ersten Seite an gepackt und nicht mehr losgelassen. Magda Fuchs ist nicht nur eine Polizeiärztin, sondern auch eine Frau, die sich in einem aufregenden, manchmal chaotischen Leben behaupten muss – und das macht sie mit einer Mischung aus Mut, Witz und einer Prise Selbstironie.



Die Geschichte beginnt mit einem dramatischen Vorfall, der Magdas Alltag auf den Kopf stellt. Und ich kann euch sagen, es wird schnell klar: Hier geht es nicht nur um medizinische Notfälle, sondern auch um die großen Fragen des Lebens! Magda jongliert zwischen ihren beruflichen Herausforderungen und ihren persönlichen Dämonen, und das macht sie so unglaublich menschlich und nahbar. Ich habe oft mit ihr gelacht, aber auch mit ihr geweint.



Magda ist eine starke, aber auch verletzliche Protagonistin, die sich nicht scheut, ihre Emotionen zu zeigen. Ihre Beziehungen zu Kollegen und Freunden sind voller Herz und Humor, und ich habe mich oft gefragt, wie sie es schafft, in diesem ganzen Chaos einen klaren Kopf zu bewahren. Die Dialoge sind spritzig und voller Witz, was das Lesen zu einem echten Vergnügen macht.



Ein zentrales Thema des Buches ist der Umgang mit Verlust und Trauer. Helene Sommerfeld schafft es, diese ernsten Themen mit einer Leichtigkeit zu verbinden, die das Buch so besonders macht. Man spürt, dass Magda nicht nur für andere da ist, sondern auch für sich selbst kämpfen muss.



Die Erzählweise ist flüssig und einladend, sodass ich das Buch kaum aus der Hand legen wollte. Helene Sommerfeld versteht es, Spannung aufzubauen und gleichzeitig tiefgründige Themen wie Identität und Freundschaft zu behandeln.



Fazit

"Polizeiärztin Magda Fuchs – Das Leben ein großer Rausch" ist ein spannender Krimi, der lange nach dem Lesen im Gedächtnis bleibt. Helene Sommerfeld hat mit diesem Werk ein wunderbares Buch geschaffen, das ich jedem ans Herz lege, der sich für Geschichten über das Leben, die Liebe und die Herausforderungen des Alltags interessiert. Ein absolutes Lesevergnügen, das man sich nicht entgehen lassen sollte! Schnappt euch das Buch und taucht ein in Magdas aufregende Welt!

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