Unterhaltsam, aber nicht durchgehend fesselnd
Die FincaDie Grundidee hatte mich auf Anhieb gepackt. Eine luxuriöse Villa auf Mallorca, zwei fremde Haussitter und mysteriöse Ereignisse. Dieses Szenario verspricht eigentlich genau die richtige Mischung aus Urlaubsfeeling ...
Die Grundidee hatte mich auf Anhieb gepackt. Eine luxuriöse Villa auf Mallorca, zwei fremde Haussitter und mysteriöse Ereignisse. Dieses Szenario verspricht eigentlich genau die richtige Mischung aus Urlaubsfeeling und Nervenkitzel.
Rosi tritt einen Haussitterjob auf Mallorca an, trifft dort jedoch auf Fabian, der denselben Auftrag hat. Während sie gemeinsam in der Villa bleiben, häufen sich unheimliche Ereignisse. Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Rosi und Fabian erzählt, sodass man ihre Gedanken gut nachvollziehen und beide näher kennenlernen kann. Wirklich sympathisch war mir jedoch keiner von beiden, was ich schade fand, da dadurch das Mitfiebern etwas auf der Strecke blieb. Am meisten ins Herz geschlossen habe ich tatsächlich die Hündin Sherry, die den Besitzern der Finca gehört. Der Schreibstil von Kirsten Nähle ist klar und prägnant, wirkt dabei jedoch etwas kühl, sodass ich den Figuren gegenüber stets eine gewisse Distanz empfunden habe.
Der Einstieg ist wirklich gelungen. Die Atmosphäre stimmt, die Spannung baut sich langsam auf und man fragt sich ständig, worauf das Ganze hinauslaufen wird. Genau dieses Rätsel hat mich zunächst auch am Ball gehalten. Ab einem gewissen Punkt wird die Handlung leider etwas vorhersehbar. Im letzten Viertel wird das Tempo deutlich angezogen und es geht Schlag auf Schlag. Zum Ende hin hat mir jedoch ein wirklich überraschender Plottwist gefehlt, da ich vieles im Laufe der Handlung erahnen konnte.
Fazit: „Die Finca“ punktet mit einer starken Grundidee und einem gelungenen Einstieg, der sofort Neugier weckt. Besonders im letzten Teil zieht die Spannung deutlich an und sorgt für ein temporeiches Finale. Abzüge gibt es jedoch für die teils vorhersehbare Handlung, den fehlenden überraschenden Twist und die emotional eher distanzierten Figuren. Insgesamt ein solider Thriller mit Urlaubsflair, der mich gut unterhalten hat, aber nicht durchgehend überzeugen konnte.